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Jungfräuliche Geburt


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Unter der jungfräulichen Geburt auch Parthenogenese (gr. parthenos = Jungfrau + gr. genesis Geburt) genannt versteht man die eingeschlechtlichen Fortpflanzung die Nachkommen aus der Mutter heraus entstehen. kommt überwiegend im Tier und Pflanzenbereich vor wurde aber auch in äußerst seltenen Fällen beim Menschen registriert. Bei Wirbeltieren sind in Fall die Nachkommen stets ebenfalls weiblich.

Die Lehre von der Jungfräulichen Geburt ist ein Dogma des christlichen Glaubens . Es ist nicht zu verwechseln mit Dogma von der Unbefleckten Empfängnis .

Sie besagt dass Jesus Christus im Leib seiner Mutter der Jungfrau Maria empfangen wurde ohne dass ein menschlicher daran beteiligt war. Statt dessen geschah das der Empfängnis als der Heilige Geist Maria überschattete. Dabei soll der menschliche Jesu nicht ex nihilo (aus dem Nichts) entstanden sein. Die Tradition besagt dass Jesus "sein Fleisch von nahm".

Die Lehre stützt sich vor allem die Kindheitsgeschichten des Matthäus- und Lukasevangeliums (vgl. Mariä Verkündigung ). Auch der Koran enthält dieselbe Erzählung.

Inhaltsverzeichnis

Die Jungfrauengeburt in nicht-christlichen Religionen

Die Jungfräuliche Geburt ist ein mythisches Motiv in vielen Religionen und alten

  • Babylonien : der Herrscher ist Same eines Gottes einer Göttin geboren
  • Ägypten : der Pharao ist Sohn der jungfräulichen und des Gottes Amun-Re wird von Amun zu seinem Sohn Ramses II. wird von Gott Ptach in Gestalt Bockes mit einer menschlichen Frau gezeugt.
  • Indien : die Gottheit steigt in den Schoß Frauen um neue Menschheit zu ermöglichen (Upapata)
  • China : die Geburt eines Kaisers wird auf himmlischer Ursache zurückgeführt auch Tschingis Khan
  • Südamerika Tolteken : Quetzalcoatl ist göttlicher Herkunft
  • Griechenland Rom : Mithras wurde von einer Jungfrau geboren. Als werden verehrt: Hera Aphrodite und Artemis .
    Pythagoras Plato Alexander Augustus Apollonius von Tyana Perseus Scipio Galerius Armentarius gelten als Söhne eines Vaters und einer irdischen Mutter.

Oft wird die Weissagung Vergils in seiner vierten Ekloge mit der der Jungfrauengeburt bei Matthäus 1 23 verglichen :
Jetzt ist das letzte Zeitalter ...da;
die große Ordnung der Zeitalter entsteht von
jetzt kehrt auch die Jungfrau zurück ...;
jetzt senkt sich ein neues Geschlecht vom Himmel herab;
sei der Geburt des Kindes mit der das eiserne
Geschlecht aufhören und in der ganzen Welt goldene sich erheben wird ... hold .

Ausprägungen im Christentum

Die jungfräuliche Geburt wird innerhalb des unterschiedlich verstanden: Die Ansichten reichen von einem dogmatischen Konstrukt bis zu einer biologischen Tatsache.

Es gibt bei den biologischen Vorstellungen verschiedene Ausprägungen:

  • Jesus wurde durch den Heiligen Geist gezeugt Maria Jungfrau war sie hat vor seiner Geburt mit keinem Mann verkehrt.
  • Maria blieb zusätzlich auch nach der Geburt Jesus eine Jungfrau war mit Josef nur Namen nach verheiratet ( Josefsehe ).

Die erste Variante ist seit dem Jahrhundert Teil der christlichen Glaubensbekenntnisse ( Altrömisches Glaubensbekenntnis Apostolisches Glaubensbekenntnis Bekenntnis von Nicäa Nicäno-Konstantinopolitanum ) und gehört damit zur offiziellen Lehre sie eine haben) aller Kirchen die sich diese Bekenntnisse berufen sie wurde von allen Reformatoren und wird auch heute von evangelikalen Christen akzeptiert.

Die zweite Variante gehört (spätestens seit Konzil von Ephesus im Jahre 431 n.Chr.) zur offiziellen Lehre der orthodoxen der katholischen Kirche; auch Martin Luther Jean Calvin und Huldrych Zwingli vertraten sie allerdings wird sie von modernen Evangelischen Kirchen größtenteils nicht mehr vertreten.

Theologische Bedeutung

In der kath. Theologie wie auch Martin Luther zeigt Jesu jungfräuliche Geburt dass in die göttliche und menschliche Natur vereint sind so der Weg für die Vereinigung aller mit Gott geebnet ist.
Die orthodoxe Bildtheologie bringt dasselbe zum Ausdruck indem an das flammende Schwert vor dem Eingang Garten Eden erinnert das durch Jesu jungfräuliche Geburt sei sodass die Menschheit wieder Zugang zum Paradies habe.
Moderne westliche Theologen deuten die Unterbrechung der Ahnenreihe im Stammbaum Jesu (Matth. 1 16) emanzipatorisch - antipatriarchalisch sowie als Zeichen für das "ganz des Gottesreichs das mit ihm beginnt.

Biblische Grundlage

In den frühesten Schriften des Neuen den Briefen des Paulus von Tarsus wird nur einmal erwähnt dass Jesus einer Frau geboren wurde (Gal. 4 4) seine menschliche Geburt zu betonen. Da Paulus keine Biografie von Jesus schreibt und überhaupt nichts von seiner Kindheit erwähnt ist feststellbar wie sie die Jungfrauengeburt gesehen haben.

Die erste Variante der Jungfrauengeburt wird zwei Stellen bezeugt. Dabei fußen Matthäus 1 23 und Lukas 1 27 auf einer problematischen Übersetzung des hebräischen von Jesaja 7 14 in der Septuaginta . "עלמה" (sprich: `almáh) das eine Frau von der Heiratsreife zur Geburt ihres ersten Kindes bezeichnet wurde der Septuaginta mit "παρθενoς" (sprich: parthénos) das im Deutschen "Jungfrau" bedeutet wiedergegeben. Übersetzung wurde von vorchristlichen Juden durchgeführt es sich also nicht um eine rein christliche

Die beiden Evangelien sind gemäß historisch-kritischen etwa um das Jahr 90 n. Chr. entstanden (gemäß konservativen Theologen zwei bis Jahrzehnte früher). Wie alt das von ihnen mündliche Material ist ist nicht feststellbar Lukas sich allerdings in Lukas 1 auf Augenzeugen von historisch-kritischen Exegeten auch wieder angezweifelt wird).

Bezüglich der ewigen Jungfräulichkeit Mariens haben Kirchen der Reformation seit längerer Zeit eine Haltung eingenommen da sie biblisch nicht bezeugt und neutestamentlichen Aussagen von Geschwistern Jesu wiederspricht (Matthäus 12 46) während katholische und orthodoxe Tradition erklärten es sich entweder um Vettern von Jesus oder um (Halb-)Brüder aus einer ersten Ehe Josef.

Kirchliche Überlieferung

Die Jungfrauengeburt ist in der Überlieferung Kirchenväter der ersten Jahrhunderte nicht bestritten von meisten Kirchenvätern wird die orthodoxe/katholische Variante unterstützt.

Eine wesentliche Quelle für die orthodoxe/katholische ist das apokryphe Protoevangelium des Jakobus (von einigen katholischen auf ca. 120 sonst auf die Mitte zweite Hälfte des 2. Jahrhunderts datiert) das Maria habe schon als Kind geschworen Jungfrau bleiben und diese Idee dann in vielen weiterführt. Das Protoevangelium des Jakobus wurde dann das Decretum Gelasianum im 6. Jahrhundert für kaholische Kirche verboten.

Origenes aus Alexandria vertrat um 200 n. Chr. die unverletzte Jungfräulichkeit von Maria vor in und nach der Geburt Jesu.

Eine eigentliche Marienverehrung in der orthodoxen und katholischen Kirche erst im dritten und vierten Jahrhundert nachweisbar.

Die Überlieferung des Neuen Testaments zur und die spätere Tradition der ewigen Jungfräulichkeit Marias wird von den protestantischen Kirchen als bindende Lehre und von der historisch-kritischen Exegese als nicht relevant angesehen. Der Konflikt dem Schriftprinzip (Sola Scriptura) ist allerdings ungelöst.

Historisch-kritische Sicht

Die Jungfrauengeburt wird wie alle Wunder der liberalen historisch-kritischen Theologie als symbolisches Bild als Tatsache gedeutet. Als historische Quelle für Tatsachenbezeugung der Jungfrauengeburt werden die Berichte der Evangelien abgelehnt. Den Zweck der historisch-kritischen Forschung der liberale Kirchenhistoriker und Neutestamentler Adolf von bereits 1888 im Streit um die wörtliche Auslegung "Apostolischen Glaubensbekenntnisses" formuliert: "Die Anerkennung des Apostolikums seiner wörtlichen Fassung ist nicht die Probe und theologischer Reife". Deswegen so Harnack dient kritische Forschung dazu "sich in scheinbar oder fremde Vorstellungen zu finden" um letztlich "in Apostolikum ein altes Zeugnis seines eigenen Glaubens zu erkennen."

So könnte nach einer These einiger Theologen das frühe Christentum mit dem dogmatischen der "Jungfrauengeburt" die Bedeutung von Jesus Christus für die Gebildeten nachvollziehbar gemacht haben wollen. Vorstellung dass ein Zimmermann und Wanderprediger so für die oft aus der Unterschicht kommenden geworden war stieß bei den gebildeten Römern Griechen auf Unverständnis ja Ablehnung. Die Übertragung wandernden Rabbi in einen "von einer Jungfrau erleichterte die Kommunikation erheblich. Die "Jungfrauengeburt" war eingeführtes mythisches und poetisches Bild für die Heroen und römischen Gott-Kaiser. Z. B. Alexander Große soll durch einen Blitzstrahl gezeugt worden den seine Mutter in der Hochzeitsnacht empfing. Alexander 2f.) und der römische Dichter Vergil hatte in seiner 4. Ekloge die eines Knaben durch eine Jungfrau besungen der Welt den Frieden bringen sollte.

Andere ebenfalls historisch-kritisch arbeitende Theologen halten angesichts der Quellenlage für unmöglich die Motive ermitteln die ursprünglich zur - den Evangelisten und Lukas schon vorliegenden - christlichen Tradition Jungfrauengeburt geführt haben und sehen in den vorliegenden Texten von Mt 1 und Lk den erzählenden Ausdruck einer "hohen Christologie" die nicht nur in seiner Sendung und nicht nach seiner Auferstehung oder seiner Taufe sondern seiner ganzen Existenz und vom Beginn seines Lebens an in einer einzigartigen Nähe Gottes und auch die Zuschreibung göttlicher Prärogative rechtfertigt: wird sein Volk von seinen Sünden erlösen 1 21) in ihm ist Gott mit (Mt 1 23) er ist Sohn des (Lk 1 32) heilig und Sohn Gottes 1 35) Herr (Lk 1 43).

Haltung der katholischen Kirche gegenüber abweichender

Die katholische Kirche besteht auch heute dem Dogma der Jungfrauengeburt als Teil ihrer Dies zeigt exemplarisch der Fall der Uta Ranke-Heinemann : Nach einem Streit mit der katholischen über die jungfräuliche Geburt die die Theologin ablehnt wurde der ersten katholischen Theologieprofessorin 1987 ihrer Kirche die Lehrbefugnis entzogen. Dafür erhielt von der Universität einen kirchlich-unabhängigen Lehrstuhl. Aus der katholischen Kirche ist es nicht möglich jemand der öffentlich gegen ein grundlegendes Dogma Kirche auftritt im Namen dieser Kirche lehren Von großen Teilen der deutschen Öffentlichkeit darunter vielen Christen und Katholiken wird diese Haltung intolerant und nicht zeitgemäß kritisiert. Andere gestehen Kirche das Recht zu ihre religiöse Identität wahren.

Verwechslung mit unbefleckter Empfängnis

Diese Lehre wird oft mit der Unbefleckten Empfängnis verwechselt hat mit jener aber nichts tun: Letztere besagt nach katholischer Auslegung dass Maria vom Zeitpunkt ihrer Empfängnis im Leib ihrer Mutter von aller durch die Erbsünde frei war. Sie wurde jedoch auf Weg empfangen: sie hatte sowohl einen menschlichen wie eine menschliche Mutter.

Weblinks



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