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Körperverletzung


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Eine Körperverletzung ist der Eingriff in die körperliche einer Person in Form einer körperlichen Misshandlung einer Gesundheitsschädigung. Im deutschen Strafrecht wird sie in den §§ 223-233 StGB geregelt.

Inhaltsverzeichnis

Einfache Körperverletzung

Der Grundtatbestand der Körperverletzung wird in § 223 StGB normiert:

(1) Wer eine andere Person körperlich misshandelt an der Gesundheit schädigt wird mit Freiheitsstrafe zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.

Eine körperliche Mißhandlung ist jede üble unangemessene oder substanzverletzende Behandlung die das körperliche Wohlbefinden mehr nur unerheblich beeinträchtigt als Gesundheitsschädigung gilt das Hervorrufen oder Steigern eines pathologischen also vom normalen Funktionieren des Körpers abweichenden Zustandes. Irrelevant ist in beiden ob das Opfer Schmerzen erleidet. Auch das rechtswidrige Abschneiden der Haare erfüllt damit den Tatbestand der Körperverletzung.

Gefährliche Körperverletzung

Bei der in § 224 StGB geregelten "Gefährlichen Körperverletzung" handelt es sich ein Qualifikationstatbestand. Die Strafandrohung wird für den dass die Begehung der Tat in hohem als gefährlich einzustufen ist und deshalb eines untenstehenden Merkmale erfüllt erheblich erhöht:

(1) Wer die Körperverletzung
1. durch Beibringung von Gift oder anderen Stoffen
2. mittels einer Waffe oder eines anderen gefährlichen
3. mittels eines hinterlistigen Überfalls
4. mit einem anderen Beteiligten gemeinschaftlich oder
5. mittels einer das Leben gefährdenden Behandlung
begeht wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten zu zehn Jahren in minder schweren Fällen Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf bestraft.
(2) Der Versuch ist strafbar.

Gift ist jede organische oder anorganische Substanz die unter bestimmten Bedingungen durch chemisches oder chemisch-physisches Wirken dazu geeignet ist Gesundheit zu beschädigen. Andere gesundheitsschädliche Stoffe sind solche die durch mechanische oder Wirkung in der Lage sind einen pathologischen des Körpers hervorzurufen oder zu steigern. Darunter u.a. Bakterien Viren heiße Flüssigkeiten und gesplittertes Glas . Beibringen erfordert das Herstellen einer Verbindung zwischen Gift bzw. dem anderen Stoff und dem so dass sich die gesundheitsschädigende Wirkung entfalten

Als Waffe gelten Objekte die nach Art ihrer nicht nur geeignet sondern auch dazu bestimmt Menschen durch ihre Wirkung zu verletzen. Sie damit eine Untergruppe der gefährlichen Werkzeuge womit alle Gegenstände gemeint sind mit aufgrund ihrer objektiven Beschaffenheit und der konkreten erhebliche körperliche Verletzungen hervorgerufen werden können. So können bei Anwendung auch eine Holzlatte oder ein Baseballschläger darunter fallen.

Ein hinterlistiger Überfall meint einen plötzlichen unerwarteten Angriff auf einen Ahnungslosen wobei der Täter seine wahren Absichten planmäßig verdeckt um Opfer die Abwehr zu erschweren.

Mit einem anderen Beteiligten gemeinschaftlich wird die Körperverletzung dann begangen wenn Täter am Tatort mit einer weiteren Person zusammenwirkt die als Mittäter oder Teilnehmer fungiert. Der Angriff für das Opfer insofern gefährlicher da es unterlegen ist und damit der Attacke noch entgegensteht.

Eine das Leben gefährdende Behandlung liegt bei einer Einwirkung vor die den konkreten Umständen in der Lage war Leben des Opfers zu gefährden.

Schwere Körperverletzung

Die in § 226 StGB definierte "Schwere Körperverletzung" stellt einen weiteren Qualifikationstatbestand dar wobei es hier im Gegensatz "Gefährlichen Körperverletzung" nicht um die Art und der Begehung sondern um Ausmaß und Erfolg der Tathandlung geht. Die genannten Folgen gemäß § 18 StGB wenigstens fahrlässig herbeigeführt worden sein:

Hat die Körperverletzung zur Folge dass die Person
1. das Sehvermögen auf einem Auge oder Augen das Gehör das Sprechvermögen oder die verliert
2. ein wichtiges Glied des Körpers verliert dauernd nicht mehr gebrauchen kann oder
3. in erheblicher Weise dauernd entstellt wird oder Siechtum Lähmung oder geistige Krankheit oder Behinderung so ist die Strafe Freiheitsstrafe von einem bis zu zehn Jahren.
(2) Verursacht der Täter eine der in 1 bezeichneten Folgen absichtlich oder wissentlich so die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter drei Jahren.
(3) In minder schweren Fällen des Absatzes ist auf Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis fünf Jahren in minder schweren Fällen des 2 auf Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zehn Jahren zu erkennen.

Körperverletzung mit Todesfolge

Auch § 227 StGB ist ein erfolgsqualifizierendes Delikt:

(1) Verursacht der Täter durch die Körperverletzung bis 226) den Tod der verletzten Person ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter drei
(2) In minder schweren Fällen ist auf von einem Jahr bis zu zehn Jahren erkennen.

Rechtfertigungsgründe

Neben den klassischen Möglichkeiten der Notwehr des Notstandes und der Nothilfe scheidet eine Strafbarkeit gemäß § 228 ebenfalls aus wenn die Körperverletzung mit Einwilligung der verletzten Person geschieht und kein gegen die guten Sitten vorliegt. Darunter fallen ärztliche Behandlungen die in aller Regel eine Körperverletzung darstellen. Ebenso legitimiert werden hierdurch spezielle wie der Sadomasochismus wobei es in diesem juristische Meinungsverschiedenheiten über die Auslegung des Begriffs Sitten" gibt. Der Bundesgerichtshof hat in einem Urteil vom 26.05.2004 2 StR 505/03) entschieden dass die Strafbarkeit dann beginnt wenn objektiv betrachtet eine konkrete besteht.

Besonderheiten

  • Die fahrlässige Körperverletzung (§ 229 StGB) ist wie einfache vorsätzliche Körperverletzung ein Antragsdelikt (§ 230 StGB). heißt die Strafverfolgungsbehörden schreiten erst mit Stellung Strafantrags ein sofern nicht das besondere öffentliche durch die Staatsanwaltschaft bejaht wird.
  • Ein Spezialfall der ebenfalls unter Körperverletzung ist das Vernichten von Spermaproben die zur Befruchtung vorgesehen sind.
  • Schadensersatz und Schmerzensgeld sind im Strafprozess nur im so genannten Adhäsionsverfahren möglich andernfalls muss zivilrechtlich der Anspruch eingeklagt werden.
  • Die Selbstverstümmelung wird vom Tatbestand der nicht erfasst ("...wer eine andere Person...") sie kann aber aufgrund anderer strafbar sein:
    • § 17 Wehrstrafgesetz - Selbstverstümmelung
    • § 109 StGB - Wehrpflichtentziehung durch Verstümmelung
    • § 265 StGB - Versicherungsmissbrauch



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