Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDienstag, 25. Juli 2017 

Künstliche Intelligenz


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Künstliche Intelligenz (KI bzw. AI vom englischen Artificial Intelligence ) ist eine Fachdisziplin der Informatik mit interdisziplinärem Charakter. Ziel der KI es Maschinen zu entwickeln die sich verhalten verfügten sie über menschliche Intelligenz (John McCarthy 1955 ).

Genauer geht es darum Systeme zu die

  • "wie Menschen" denken oder
  • sich "wie Menschen" verhalten oder
  • rational denken oder
  • sich rational verhalten.
Hierbei bezeichnet "Denken" die inneren Problemlösungsmechanismen "Verhalten" die nach außen sichtbaren Ergebnisse des (Quelle: Russell/Norvig). Historisch entspricht diese Klassifikation der zwischen starker KI und schwacher KI :
  • Bei der starken KI geht es darum mit Computern eine zu schaffen die wie der Mensch nachdenken Probleme lösen kann. Eine solche starke KI über eine Form von Bewusstsein bzw. Selbstbewusstsein und über Emotionen verfügen.
  • Die sog. schwache KI versucht mit Computern intelligentes Verhalten zu simulieren . Eine schwache KI verhält sich als sie intelligent muss jedoch nicht notwendigerweise selbständig oder gar ein Bewusstsein entwickeln.
Während bei der schwachen KI in letzten Jahren deutliche Fortschritte erzielt wurden sind Seiten der starken KI wesentliche Fragen ungelöst.

Inhaltsverzeichnis

Methoden der KI

Viele ältere Methoden die in der entwickelt wurden basieren auf heuristischen Lösungsverfahren. In jüngerer Zeit spielen mathematisch Ansätze aus der Statistik der Mathematische Programmierung und der Approximationstheorie bedeutende Rolle.

Die Techniken der KI lassen sich in Gruppen einteilen:

  • Optimierungsmethoden: Oft führen Aufgabenstellungen der KI zu Diese werden je nach Struktur entweder mit Suchalgorithmen aus der Informatik oder zunehmend mit der Mathematischen Programmierung gelöst. Bekannte heuristische Suchverfahren aus dem Kontext der KI Evolutionäre Algorithmen .
  • Logisches Schliessen: Von intelligenten Maschinen erwartet man dass aus vorhandenem Wissen Schlüsse ziehen können. Schon beschäftigte sich die KI damit automatische Beweissysteme (Deduktionssysteme) zu konstruieren die Mathematikern und beim Beweisen von Sätzen und beim Programmieren behilflich wären. Zwei Schwierigkeiten stellten sich: 1.) man Sätze in mächtigen für den Benutzer Beschreibungssprachen (z.B. Prädikatenlogik ) werden die entstehenden Suchprobleme sehr schwierig. der Praxis machte man Kompromisse wo die für den Benutzer etwas umständlicher die zugehörigen für den Rechner einfacher zu handhaben waren Prolog Expertensysteme ). 2.) Selbst mächtige Beschreibungssprachen werden unhandlich man versucht unsicheres oder unvollständiges Wissen zu Für praktische Probleme kann dies eine sehr Einschränkung sein. Die aktuelle Forschung untersucht daher die die Regeln der Wahrscheinlichkeitsrechnung verwendet um Unwissen und Unsicherheit explizit modellieren. Algorithmisch unterscheiden sich diese Methoden sehr den älteren Verfahren (statt Symbolen werden Wahrscheinlichkeitsverteilungen manipuliert).
  • Approximationsmethoden: In vielen Anwendungen geht es darum einer Menge von Daten eine allgemeine Regel ( maschinelles Lernen ). Mathematisch führt dies zu einem Approximationsproblem . Im Kontext der KI wurden hierzu Künstliche Neuronale Netze vorgeschlagen. In praktischen Anwendungen verwendet man alternative Verfahren die mathematisch einfacher zu analysieren

Anwendungen

In der Vergangenheit sind Erkenntnisse der Künstlichen Intelligenz mit der Zeit oft in die Gebiete der Informatik übergegangen: Sobald ein Problem genug verstanden wurde hat sich die KI neuen Aufgabenstellungen zuwandt. Zum Beispiel wurden Compilerbau oder Computeralgeba ursprünglich der Künstlichen Intelligenz zugerechnet.

Zahlreiche Anwendungen wurden auf der Grundlage Techniken entwickelt die einst Forschungsgebiete der KI oder es noch sind. Einige Beispiele:

  • Das Programm Chinook ist seit 1994 Damespiel -Weltmeister.
  • Suchmaschinen machen das Internet erst benutzbar.
  • Deep Blue ein Schachcomputer besiegte 1997 den Weltmeister Garri Kasparow .
  • Expertensysteme werden bei der Exploration von Ölquellen Steuerung von Marsrobotern oder der medizinischen Diagnose
  • Maschinelle Übersetzung ist weit verbreitet. Ihre Ergbenisse noch vergleichbar mit denen menschlicher Übersetzer sparen jedoch Zeit und Geld.
  • Künstliche Neuronale Netze und andere Algorithmen der Mustererkennung werden in zahlreichen Überwachungs- und Steuerungsaufgaben
  • Optische Zeichenerkennung liest gedruckte Texte zuverlässig.
  • Handschrifterkennung wird millionenfach in PDAs verwendet.
  • Spracherkennung wird kommerziell von Rechtsanwälten Ärzten und deutschen Bahn genutzt.
  • Computeralgebra -Systeme wie Mathematica oder Maple unterstützen Mathematiker Ingenieure bei ihrer Arbeit.
  • Computer Vision Systeme überwachen öffentliche Plätze Produktionsprozesse oder den Straßenverkehr.

Turing-Test

Um ein Maß zu haben wann Maschine eine dem Menschen gleichwertige Intelligenz aufweist wurde von Alan Turing der ihm benannte Turing-Test vorgeschlagen. Dabei sollen Mensch und Maschine ein Terminal Fragen beantworten und eine Jury anhand der Antworten entscheiden wer der Mensch Solange dies möglich ist so Turing sind nicht intelligent. Bisher hat keine Maschine diesen bestanden.

Philosophische Kritik

Die philosophische Kritik setzt sich vorwiegend den Bedingungen der Möglichkeit der starken KI (s.o.) auseinander.

Metaphysische Einwände

Vom Standpunkt einer aristotelisch- thomistischen Substanz-Metaphysik die nicht nur im Altertum Mittelalter großen Einfluss besaß sondern auch in Neuzeit und Moderne von manchen vertreten wird Maschinen als "tote" da unbelebte Wirklichkeiten prinzipiell in der Seinsordnung niedriger stehend als alle Lebewesen einzustufen deren höchste Stufe im Bereich sichtbaren Wirklichkeit der Mensch als "animal rationale" d.h. als Lebewesen das mit Vernunft ausgestattet ist.

Von daher ist es unmöglich dass eine Maschine jene Art von Intelligenz besitzt sie dem Menschen zukommt. Mag auch die einer Maschine in unvorstellbarem Ausmaß anwachsen so diese Steigerung immer nur graduell und hebt qualitativ bestehenden Unterschied zwischen Mensch und Maschine auf. Maschinelle "Intelligenz" ist i.a. von Rechenoperationen Einsicht und Urteilsfähigkeit oder gar Freiheit der Entscheidung kann einer Maschine als solcher nie - bestenfalls eine derart perfekte Simulation solcher sich nur dem Menschen möglicher geistiger Prozesse der Schein einer eigenständigen dem Menschen möglicherweise überlegenen Intelligenz entstehen könnte.

Kritik der metaphysischen Sichtweise

Neuzeitliche Kritiker werfen den Metaphysikern vor die Frage nach Intelligenz nicht mit der nach der Stellung in einer (gottgegebenen) Seinsordnung Ein "niedrig stehendes" Wesen könne über genausoviel verfügen wie ein "höher stehendes" Wesen. Sobald gelänge "die Intelligenz einer Maschine in unvorstellbarem Ausmaß zu lassen habe die KI ihr erreicht.

Zur Abgrenzung von Mensch und Maschine

Auch in der Gegenwart wird jedoch einigen der Standpunkt vertreten dass es einen Unterschied zwischen dem Menschen und allen seinen gibt der eine KI im echten Sinne macht. Ein Vertreter ist beispielsweise Rolf Eraßme Literatur und Weblinks). Einer der prominentesten Kritiker Idee man könne menschliche Intelligenz mit Maschinen ist der Philosoph John Searle mit seinem des Chinesischen Zimmers . Marvin Minsky formulierte den auch als Starke These der Künstlichen Intelligenz bekannten Satz: "The brain happens to be a meat (Das Gehirn ist eine Maschine aus Den Beweis für diesen Satz ist die KI jedoch bislang schuldig geblieben. Ebenso fehlt Gegenbeweis dass Geist und Bewusstsein nichtmaterielle Phänomene

Siehe auch: Mustererkennung Kybernetik Künstliche Dummheit Ontologie (Informatik) Prädikatenlogik

Literatur

  • Stuart Russell Peter Norvig: Artificial Intelligence: A Modern Approach 2. Auflage 2002 Prentice Hall. (Das Standardwerk zum Thema.)
  • Karl Steinbuch: Automat und Mensch. Berlin 1971
  • Dietrich Dörner : Bauplan für eine Seele ISBN 3499611937
  • Rolf Eraßme: Der Mensch und die Intelligenz" - Eine Profilierung und kritische Bewertung unterschiedlichen Grundauffassungen vom Standpunkt des gemäßigten Realismus Dissertation an der RWTH Aachen (elektronisch veröffentlicht Weblinks) Aachen 2002
  • Roger Penrose: Computerdenken - Des Kaisers Kleider oder Die Debatte um Künstliche Intelligenz und die Gesetze der Natur Übersetzung der Original-ausgabe "The Emperor's New Mind" mit einem von Martin Gardner und einem Vorwort zur Ausgabe von Dieter Wandschneider Heidelberg 1991
  • Roger Penrose : Schatten des Geistes - Wege zu neuen Physik des Bewußtseins Übersetzung der englischen "Shadows of the Mind" Heidelberg 1995

Weblinks




Bücher zum Thema Künstliche Intelligenz

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/K%FCnstliche_Intelligenz.html">Künstliche Intelligenz </a>