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Kalkrieser Berg


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Die Varusschlacht bei Kalkriese

Nach den neuesten Forschungsergebnissen (siehe u.a. Doktorarbeit von Ralf G. Jahn) fand mit Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ein Großteil der Hauptkampfhandlungen Varusschlacht bei Kalkriese statt. Die Gegend von bietet die Vereinigung von Bergen Wäldern und die die antiken Quellen nennen. Sie zeigt sich ein wesentlicher Teil des Kampfgeschehens sowohl Sumpfgebiet als auch am Rande beachtlich geschluchteter und zweifellos auch in waldreichem Gebiet abgespielt Bei der Varusschlacht handelt es sich um mehrteiliges Schlachtgeschehen das sich über drei Tage und aus einer Reihe von Gefechten bestand. Kampfhandlungen verteilten sich auf eine lange Strecke ca. 25-50 km. Die Topographie ähnelt der Trasimenischen See (Engpass zwischen Berg und See) im Jahre 217 v. Chr. innerhalb von drei Stunden 15.000 Römer gefallen sind. Das ist also bestens geeignet um einen Marschverband eine tödliche Falle zu locken.

Der Weg durch die Kalkrieser-Niewedder Senke eine der zentralen West-Ost-Verbindungen in Norddeutschland. Aus Grund haben die Römer ihn auch gewählt. eine Verbindung von erstrangiger Wichtigkeit konnte durch Engen oder Schluchten führen die nur unter Voraussetzung politisch verlässlicher Verhältnisse gefahrlos passiert werden Wenn aber die Römer sich sicher fühlten zudem Kundschafter von vermeintlich verbündeten Germanenstämmen an Spitze ritten (die aber in Wirklichkeit zu Verschwörern gehörten) konnten die Germanen mit Hilfe blitzartiger Angriffe mit anschließendem sofortigen Rückzug den Heeresverband langsam aber sicher so schwächen dass Legionen innerhalb von drei Tagen vernichtet waren.

Das Gelände von Kalkriese wurde im durch ein riesiges Hochmoor („Sümpfe“) im Süden das sich schräg zulaufende Wiehengebirge begrenzt. Die verengt sich an den Ost- und den des Kalkrieser Berges auf weniger als 100 Der Weg der nicht mit einer gut Römerstraße verwechselt werden darf war natürlich noch ebenso die Brücken die über Bäche und führten. Solche Engstellen lösten bei größeren Truppenverbänden auf ihnen entlang zogen unweigerlich Rückstaueffekte aus. Breite einer Kolonne hängt immer von der Stelle des zu passierenden Weges ab. Die wird bei 3 Legionen 3 Alen und Cohorten sowie einem außergewöhnlich großen Tross und unbekannten Zahl von begleitenden Zivilisten mindestens 15-20 betragen haben. Um eine optimale Wirkung zu empfiehlt sich zuerst ein Angriff auf die Wenn diese stehen bleibt um den Angriff erwidern geht der Zusammenhalt mit der restlichen verloren. Auch ist die Reaktionsfähigkeit herabgesenkt. Die geradeaus ergibt sich zwingend um aus der Einkreisung auszubrechen. Der Oberbefehlshaber erfährt nur durch von den Vorgängen und kann so die nicht gut einschätzen geschweige denn die richtigen erteilen. Die Gerüchte über einen Feind den Legionär nicht von vorne sieht sondern der dem eigenen Rücken angreift verschlechtern die Kampfmoral durch die heftigen Regengüsse noch weiter verschlimmert Wie sollte Varus auf dem schmalen Weg vollgepfropft war mit Soldaten Wagen und Pferden vornehmen? Wie sollten Verstärkungen an bedrohte Stellen werden wo alles feststeckte und jeder sich eigene Faust mit einem Feind der kaum wurde auseinanderzusetzen hatte? Wie sollten Befehle über Strecken weitergegeben werden? Weil die Marschkolonne mit Tross und den vielen Unbewaffneten durchsetzt war die Römer außerdem nicht ohne weiteres dicht Ihre einzelnen Abteilungen waren aufgrund der Taktik „zerstreuten Gefechts“ jeweils quantitativ schwächer als die Stoßtrupps der Germanen. So erlitten die Legionäre und nach aber unaufhaltsam erhebliche Verluste ohne den Germanen ebenfalls nennenswerte Verluste zufügen zu denn diese zogen sich schon nach kurzer wieder in die bewaldeten Anhöhen zurück. Die zu einem Gegenschlag ergab sich nicht.

Germanicus besuchte im Jahre 15 n. das Schlachtfeld der clades Variana und bestattete Gefallenen. Ganz in der Nähe fand die Schlacht statt die seit Knoke auch als von Barenau“ bezeichnet wird. Beide Schlachtfelder können durchaus überlappt haben. Nur wenig später stellte den römischen General Caecina an den pontes (Bohlenweg) einer Stelle die topographische Ähnlichkeiten mit Ort der Varusschlacht aufweist. Die Caecina-Schlacht ist Tacitus bewusst als ein für die Römer ausgehendes Gegenstück zur Varusschlacht gestaltet. Tatsächlich ist Caecina-Schlacht in ihrem Verlauf der Varusschlacht ähnlich sie viele Gemeinsamkeiten mit ihr aufweist. In 10 km Luftliniendistanz zu Kalkriese haben Archäologen Bohlenweg aufgefunden der dendrochronologisch in das Jahr n. Chr. datiert werden kann und wo germanische Waffen mit Kampfspuren gefunden hat. Der vor dem Sandforde bei Kalkriese selbst ist Bohlenweg.

Aufgrund der Münzfunde ist Kalkriese strukturell als Haltern. Sowohl die Relation der Münzen auch die absolute Chronologie sprechen gegen eine Datierung von Kalkriese. Art Menge und Verbreitung Münzen lassen nur den Schluss zu dass sich bei Kalkriese um das letzte Kampffeld varianischen Legionen handelt und zwar um den ihres Unterganges am dritten Tag. Die großräumige des gesamten Fundmaterials sowie der Münz- Einzel- Hortfunde macht die Interpretation als Verlustgut unwahrscheinlich. Gabelung des Fundstranges spricht für ein unkoordiniertes planloses Vorgehen der Römer. Dies alles spricht für einen römischen Sieg den Caecina trotz Schwierigkeiten schließlich erringen konnte. Bezüglich der Datierung Varusschlachtfeldes muss berücksichtigt werden dass Germanicus es besuchte und dass im Jahre 15 n. zwei Schlachten in der näheren Umgebung geschlagen wobei sich die Schlachtfelder zum Teil überlappt könnten. In diesem Zusammenhang ergab sich die des Münzverlustes. Selbst wenn die Lugdunum-Asse erst oder 14 n. Chr. geprägt worden wären dies also kein Gegenbeweis.

Literatur

  • Jahn Ralf G.: Der Römisch - Krieg (9-16 n. Chr.). Inaugural-Dissertation zur Erlangung Doktorwürde der Philosophischen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Bonn 2001.



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