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Kalzit


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Kalzit

Illustration der hohen Doppelbrechung von Kalzit

Chemismus CaCO 3
Kristallsystem Trigonal
Kristallklasse <math>\bar{3}2/m</math>
Farbe

Meist farblos weiß oder milchig durch braun bis schwarz.
Strichfarbe Weiß
Härte 3
Dichte 2.6-2.8 g/cm 3
Glanz Glasglanz auch Perlmuttglanz
Opazität Klar bis undurchsichtig
Bruch Muschlig spröde
Spaltbarkeit Sehr vollkommen
Kristallhabitus Sehr unterschiedlich
Kristallflächen <math>\{10\bar{1}0\} \{0001\} \{01\bar{1}2\} \{02\bar{2}1\}</math>
Zwillingsbildung <math>(0001)\mbox{ und }(01\bar{1}2)</math> vorwiegend lamellar
Kristalloptik
Brechungsindices n o =1 658
n e =1.486
Doppelbrechung Δ= 0.1719
Pleochroismus ___
optische Orientierung negativ
Winkel/Dispersion
der optischen Achsen
2v z bis 25°
weitere Eigenschaften
chemisches Verhalten In Essigsäure löslich
ähnliche Minerale Aragonit Dolomit
Radioaktivität nicht radioaktiv
Magnetismus nicht magnetisch
besondere Kennzeichen Sehr hohe Doppelbrechung
Kalzit auch Calcit oder Kalkspat ist ein Mineral der Karbonatgruppe das im trigonalen Kristallsystem kristallisiert und eine variable oft aber Farbe hat oder farblos ist. Es ist der ähnliche Aragonit und der Vaterit chemisch ein Calciumcarbonat mit der chemische Formel CaCO 3 ; Strichfarbe ist weiß die Härte drei.

Charaktistisch für Kalzitkristalle ist eine besonders Doppelbrechung : Licht das entlang der optischen Achse Kristalls einfällt wird in zwei Strahlen aufgespalten ordentlichen und einen außerordentlichen. Für diese beiden gilt auf Grund unterschiedlicher Polarisationsrichtungen ein anderer Brechungsindex. Dies zeigt sich dass bei einem bestimmten Blickwinkel jedes durch klaren Kristall beobachtete Objekt doppelt erscheint eine die Identifikation von Kalzit sehr hilfreiche Eigenschaft.

Verglichen mit anderen Mineralen ist Kalzit resistent gegenüber der Verwitterung . Er ist viel weicher als Quarz oder Feldspat und seine Löslichkeit in kaltem Wasser gut. Spuren der Verwitterung machen sich an Artefakten der Antike bemerkbar.

Inhaltsverzeichnis

Bildung


Gebildet wird Kalzit nach dem chemischen Gleichgewicht :

Ca 2+ + 2HCO 3 - <==> CaCO 3 + H 2 O + CO 2

Das Gleichgewicht der obigen Formel verlagert bei steigender Temperatur auf die rechte Seite warmen Gewässern können Lebewesen also mit geringerem Kalzitgehäuse bilden auf diese Weise entsteht z. Kesselstein .

Vorkommen

Kalzit kann sowohl massiv als auch faserig oder kristallin auftreten und zeigt in letzterem Falle höchsten Formenreichtum aller Minerale. Es ist als Mineral eines der häufigsten der Erdkruste und kommt sowohl in magmatischen Gesteinen (z. B. bestimmten Laven ) metamorphen Gesteinen (z. B. Marmor ) oder Sedimentgesteinen (z. B. Kalkstein ) vor. Es tritt alleine oder mit Mineralen vergesellschaftet in Gängen auf entsteht aber an der Erdoberfläche.

Kalzit löst sich leicht in säurehaltigem und wird dadurch leicht z. B. aus Kalkstein ausgelaugt wodurch Höhlensysteme entstehen. Der gelöste lagert sich an anderer Stelle wieder ab; entstehen die für Tropfsteinhöhlen typischen Tropfsteine die Stalagmiten und Stalagtiten.

Die weitaus größten Kalzitvorkommen gehen auf zurück: Dabei setzen sich die kalzithaltigen Skelette Schalen unzähliger kleiner Meerestiere wie z. B. Muscheln Korallen und diverse Protisten wie die Coccolithophoriden am Meeresgrund ab. Kalkalgen werden mit einer Größe von weniger 30 Mikrometer zum Nanoplankton gezählt und bilden Kalkschilder die so genannten Coccolithen die nach Absterben der Algen auf den Ozeanboden sinken. Kreidefelsen von Dover bestehen aus solchen Coccolithen. Auch Korallenriffe spielen bei der Kalzitbildung eine herausragende

Als Kalzit-Kompensationstiefe (CCD von engl. "calcite depth") bezeichnet man die Meerestiefe ab der Kalzit im Wasser gelöst ist und sich mehr am Meeresboden ablagert. Sie liegt bei 4 bis 5 km und hängt von Druck und Temperatur des Wassers ab. Darüber befinden sich Bereiche in denen Kalzit ausgefällt wird und auch im Sediment vorhanden ist.

Anorganische abiogene Bildungsbereiche von Kalzit sind im Intertidalbereich gelegene tropische Meeresplattformen. Dort wird in Form von millimeterkleinen Kügelchen (Kalkooiden) ausgefällt. in Marmor geht auf thermischen Metamorphose von Kalzitsedimenten

Verwendung als Rohstoff

Der kalzithaltige Marmor ist ein hochwertiges daneben wird Kalzit in Kalkstein zur Produktion Zement und Kunstdünger und bei der Verhüttung von Metall erzen eingesetzt. Besonders reine Kristalle finden wegen optischen Eigenschaften Verwendung in der optischen Industrie.

Siehe auch: Liste von Mineralen

Literatur

  • W. E. Tröger U. Bambauer F. Taborsky H. D. Trochim (1981): Optische Bestimmung gesteinsbildender Minerale Teil 1: Bestimmungstabellen . Stuttgart (Schweizerbarth).

Weblinks



Bücher zum Thema Kalzit

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