Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSonntag, 26. Januar 2020 

Cantharidin


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Cantharidin oder Kanthariden (C 10 H 12 O 4 ) ist eine chemische Verbindung die bei Käferarten vorkommt und benannt wurde nach der Cantharis (heute teilweise Lytta ) bei der sie erstmals gefunden wurde. handelt sich dabei um eine Benzofuran-Verbindung der Wirkung als Aphrodisiakum ( Spanische Fliege ) nachgesagt wird die jedoch vor allem starkes Reizgift darstellt.

Die biologische Rolle von Cantharidin

Cantharidin ist in der Hämolymphe einer von Käferarten erhalten vor allem bei den (Meloidae) auch Blasenkäfer nach der Wirkung des auf die menschliche Haut genannt und den (Pyrochroidae) außerdem bei den Vertretern der Familie der Scheinbockkäfer (Oedemeridae). Die biologische Bedeutung ist dabei unterschiedlich. So setzen die Ölkäfer den Giftstoff allem als Wehrsekret ein das bei einer Bedrohung durch Auspressen an den Beingelenken tropfenförmig wird. Bei den Feuerkäfern stellt Cantharidin daneben allem ein Lock pheromon dar welches die Männchen attraktiv für Weibchen macht. Auf die meisten anderen Insekten Cantharidin dagegen abschreckend nur die Blumenkäfer (Anthicidae) ebenfalls angelockt da sie auf diese Weise Leichen von Ölkäfern finden können. Auch bei spielt Cantharidin eine Rolle bei der Paarung Weibchen überprüfen vor der Paarung den Cantharidingehalt Vorratsbehälter unter den Flügeln der Männchen und davon ihre Paarungswilligkeit abhängig. Die Käfer können Stoff allerdings nicht selbst produzieren sondern entnehmen den Ölkäfern. Ebenfalls attraktiv wirkt Cantharidin auch einige Arten der Gnitzen (Ceratopogonida) einer Mückengruppe die Cantharidinhaltige Käferarten

Cantharidin ist ein starkes Reiz- und Nervengift wodurch es als Wehrsekret sehr effektiv Auf der Haut und vor allem auf Schleimhäuten übt es eine starke Reizwirkung aus. Menschen und bei anderen Wirbeltieren löst es Bildung von Blasen und teilweise tiefen Nekrosen aus außerdem führt es zu Entzündungen und vor allem zu starken Nierenschädigungen . Letztere treten vor allem bei Missbrauch bei übermässiger Einnahme als Aphrodisiakum auf. Anwendung Cantharidin durch diese Wirkungen vor allem bei Hautreiztherapie sowie als Mittel zur Entfernung von Warzen häufig in Form eines transdermalen Pflasters ( Cantharidinpflaster ). Aufgrund der Wirkung bei Überdosierung sollte nur nach Absprache mit einem Arzt angewendet

Die für den Menschen tödliche Cantharidindosis zwischen 0 03 Gramm und 0 5 pro Kilogramm Körpergewicht. Im antiken Griechenland wurde das neben dem Schierlingsbecher zur Vollstreckung von Todesurteilen verwendet.

Die Chemie des Cantharidin

Strukturformel des Cantharidin

Bei Cantharidin handelt es sich um farbloses kristallines Monoterpen welches aus dem Sesquiterpen durch Abspaltung von fünf Kohlenstoffatomen entsteht. Es hat eine Schmelztemperatur von ° Celsius und ist löslich in Wasser Chloroform Aceton und Alkohol. Die Molare Masse beträgt 196.203 g/mol.

Cantharidin hat eine hohe Affinität zur Bindung an Proteine welche entsprechend als Cantharidin bindende Proteine bezeichnet werden. Die gleiche Eigenschaft besitzen auch analoge Moleküle wie etwa das Herbizid Endothall. Das Protein besteht aus einer und einer kürzeren beta-Kette und wird entsprechend Heterodimer bezeichnet. Dieses CDB ist offensichtlich identisch einer Protein- Phosphatase names 2A welche als Enzym bei Pflanzen und Tieren vorkommt. Die Giftwirkungen werden damit wahrscheinlich durch eine Blockierung Enzyms bei seiner Funktion bei der Phosphylierung Dephosphylierung verursacht.

Cantharidin als Aphrodisiakum

Cantharidin gilt als potenzsteigerndes Mittel welches Mann eine langanhaltende Erektion herbeiführen soll. Die ist umstritten vor allem da diese Form Erektion sehr schmerzhaft sein kann und die sehr schwierig ist andererseits eine schmerzhafte Dauererektion zu bleibender Impotenz führen kann. Erreicht soll sie durch Einreiben der Genitalien oder von aufgelöstem Cantharidin (meistens in Form von Käfern der Art Lytta vesicatoria bekannt als Spanische Fliege). Nach Kriegsberichten diese Wirkung vor allem den Truppen Napoleons beim Ägyptenfeldzug zum Verhängnis geworden sein in den Sümpfen des ägyptischen Nil deltas Frösche gefangen und verspeist haben. Diese sich vor allem von den besagten Käfern lagerten das Cantharidin ein ohne selbst Schaden zu nehmen. Erste Erwähnungen der Potenzwirkung von stammen aus der Altertum. Die ersten Beschreibungen Gebrauchs in der Medizin stammen aus dem z.B. vom Hippokrates und von Plinius . Livia Drusilla die Frau des späteren römischen Kaisers wird berichtet daß sie die Droge dem der anderen Mitglieder der kaiserlichen Familie zufügte sie zu sexuellen Ausschweifungen zu animieren die später gegen diese verwendet werden konnten.

 -->   Zurück zu Portal Medizin    



Bücher zum Thema Cantharidin

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Kanthariden.html">Cantharidin </a>