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Karikatur


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Unter Karikatur (von ital./ lat.: carrus Karren also: Überladung und ital.: caricare überladen übertreiben) versteht man die komisch Darstellung von Menschen oder gesellschaftlichen Zuständen häufig politischer Tendenz.

Es handelt sich dabei meist um bildliche Form der Satire die sich als parteiische Kritik an Werten oder politischen Verhältnissen versteht und oft „Waffe” in gesellschaftlichen Auseinandersetzungen verwendet wird. Die übertreibt bewusst spitzt zu und verzerrt charakteristische eines Ereignisses oder einer Person um durch aufgezeigten Kontrast zur Realität und die dargestellten den Betrachter der Karikatur zum Nachdenken zu Oftmals nimmt die Karikatur zu einem aktuellen sarkastisch-ironisch Stellung. Wesentliche Fehler und Mängel der Person (z.B. eines Politikers) oder des dargestellten oder Ereignisses werden aufgedeckt und durch die und Weise der meist zeichnerischen Präsentation der preisgegeben.

Die Karikatur kann mehr satirisch oder humoristisch ausgerichtet sein je nachdem ob sie Opfer völlig verurteilt und lächerlich macht oder als bloße Witzzeichnung — nur einige Mängel leiser Ironie kommentieren will.

Inhaltsverzeichnis

Zur Geschichte der Karikatur

Die ersten Karikaturen soll es bereits der Antike gegeben haben. Auf altägyptischen Papyri griechischen Vasen oder an Hauswänden im Rom fanden sich vereinzelt karikaturähnliche Darstellungen. In Kirchen finden sich an Kapitellen der Säulen oder in der Buchmalerei satirische Motive. Während der Reformationszeit wurden auf Flugblättern Vertreter des Protestantismus und Katholizismus von jeweiligen Gegenseite karikiert. Leonardo da Vinci zeichnete einige groteske Zerrbilder von Zeitgenossen. 16. Jahrhundert widmen sich die Gebrüder Carracci Porträtkarikatur . In Holland gab es im 17. Jahrhundert moralisierend-satirische Die eigentliche gesellschaftskritische Karikatur entwickelte sich im Jahrhundert in England . Einer der Vorläufer der modernen Karikaturisten William Hogarth mit seinen „modernen Lebensbildern” die vor Seitenhieben nur so strotzten. In seiner Nachfolge in England die ersten politischen Karikaturisten darunter Gillray Thomas Rowlandson und später George Cruikshank Karikaturen gegen das englische Königshaus gegen englische oder gegen die Französische Revolution zeichneten. In der Schweiz widmet sich in der ersten Hälfte 19. Jahrhunderts Rodolphe Töpffer komischen Bildergeschichten. In Frankreich kommt es im 19. Jahrhundert zu Blüte der karikaturistischen Zeichnung. Hervorragende Zeichner wie Honoré Daumier oder Grandville üben in satirischen Blättern wie La Caricature und Le Charivari gesellschaftliche Kritik am Spießbürgertum. Ähnliche Blätter in anderen Ländern: der Punch in London die Fliegenden Blätter in München oder der Kladderadatsch in Berlin.

Zur Typologie der modernen Karikatur

Hinsichtlich der formalen Darstellungsstruktur unterscheidet man apersonale Sachkarikatur die personale Typenkarikatur und die Individualkarikatur.

Die Sachkarikatur kommt am seltensten vor. Obwohl sie auf politisch-personales Handeln abzielt bezieht sie ihre primär auf Sachen oder Gegenstände die der jedoch leicht mit bestimmten Personen in Verbindung kann.

Die personale Typenkarikatur beschäftigt sich mit Staaten Völkern sozialen Institutionen und Verbänden. Eine bestimmte Figur steht diesen Karikaturen z.B. stellvertretend für einen Staat das Volk einer bestimmten Nation: So repräsentiert „Michel” die Deutschen oder Deutschland „Marianne” die oder Frankreich der „Yankee” die US-Amerikaner oder USA vornehme Kleidung und Zylinder den Unternehmer und Schutzhelm den Arbeiter die Seppelhose den usw. Auch Tiergestalten können solche Repräsentationsfunktionen übernehmen: sind der britische oder der bayerische Löwe russische oder der Berliner Bär der chinesische usw.

Am verbreitetsten ist die personale Individualkarikatur . Oft werden bekannte Politiker karikiert die Karikaturisten individuelle unverwechselbare Gesichtszüge Gestalt- oder Kleidungsmerkmale so dass die dargestellte Person eindeutig identifizierbar Bestimmte Merkmale des Politiker-Gesichts — die Haarform lange Nase ein markantes Kinn etc. — übertrieben dargestellt um die Wiedererkennbarkeit zu erhöhen. typische Attribute sorgen für die allgemeine Wiedererkennbarkeit karikierten Person.

Inhaltlich lassen sich ebenfalls drei Karikaturtypen die Ereigniskarikatur die Prozesskarikatur und die Zustandskarikatur.

Die Ereigniskarikatur nimmt ein punktuelles Geschehen etwa ein von zeitlich begrenzter Aktualität aufs Korn z.B. Ergebnis einer Wahl den Sturz einer Regierung politischen Zwischenfall eine politische Rede etc.

Die Prozesskarikatur zielt auf den geschichtlichen Wandel will hervorheben Aufstieg und Abstieg kennzeichnen beschäftigt sich dem Vorher und Nachher oder konfrontiert Ideen der Wirklichkeit. Oft erscheinen solche Karikaturen in zwei- oder mehrgliedrigen Bildfolge und schauen von jeweiligen Gegenwart rückblickend auf die Vergangenheit.

Die Zustandskarikatur greift zwar meist aktuelle Anlässe auf aber darum bemüht von ihnen aus dauerhafte wandelbare konservative Strukturen satirisch zu attackieren etwa Herrschafts- Gesellschafts- oder Wirtschaftsordnungen. Hierzu gehören auch Panoramakarikaturen die eine über die Tagesaktualität hinausreichende und längerfristige politische Lage kennzeichnen wollen.

Siehe auch: Satire ; Parodie ; Groteske; Witzzeichnung; Bilderzählung; Zeichnung ; Graphik

Weblinks

Beispiele politischer Karikaturen (Weblinks)

Beispiele sonstiger Karikaturen (Weblinks)

  • Heinz Musculus (deutsch)
    Die Karikaturen von Heinz Musculus Berlin 1917 - 1976 - formal der personale Typenkarikatur und der Zustandskarikatur zuzurechnen - ziehen einen Bogen Unterdrückung und Krieg ("Unterdrücktes Europa" "Sieg" "Die "Obdachlos!" "Die Müllsammlerin" "Die lebendige U-Bahn" u.a.) hin zu den menschlich-allzumenschlichen Merk- und Liebenswürdigkeiten "Der Letzte in der Schlange" "Gleich und "Die Katze" "Freud' und Leid" u.a.).



Bücher zum Thema Karikatur

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