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Kartografie


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Weltkarte

Die Kartographie bzw. Kartografie ist die Wissenschaft Kunst und Technik der Erstellung von Karten Atlanten und Globen . Diese dienen zur Darstellung der Erdoberfläche mit all ihren topografischen siedlungsgeografischen territorialen sozialen wirtschaftlichen politischen administrativ historischen tektonisch geomorphologischen en und sonstige Aspekten. Neben der Erde aber auch astronomische Objekte mit Hilfe von Sternkarten bzw. -globen

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Die Kartographen visualisieren raumbezogene Informationen und müssen sich daher den ersten Karten mit den Problemen der auseinandersetzen. Eine Karte soll die Umsetzung ihres Inhalts (Linien Symbole...) zu einem Modell in der Vorstellung des Benutzers erleichtern u.a. mit der Perzeption (siehe Psychologie )zusammenhängt.

Drei Dimensionen auf einem flachen Tontäfelchen oder einem abzubilden war lange Zeit ein großes Problem. der neuen Erkenntnis daß die Erde ein kugelförmiger Körper ist mußte man aber auch mit der Kartenprojektion also der Darstellung eines dreidimensionalen Körpers einem zweidimensionalen Blatt Papier auseinandersetzen ( Projektion Mathematische Kartographie.

Zur besseren Beschreibung der geographischen Lage der Orte wurden schon sehr früh die geographischen Koordinaten eingeführt. Diese Methode der Lagebeschreibung wurde dem 19. Jahrhundert um weitere Koordinatensysteme (z.B. Gauß-Krüger-Koordinatensystem UTM-Koordinatensystem ) ergänzt.

Geschichte

Die Geschichte der Kartographie hält mit Entwicklung der Geographie als Wissenschaft Schritt.

Urgeschichte

Aus der Zeit der Urgeschichte hat man fast nur Sagen Vermutungen dürftige Nachrichten über Karten primitivster Art von sich fast keine Spuren erhalten haben. Die älteste kartographische Darstellung fand man im Jahre im türkischen Çatal Hüyük bei den Ausgrabungen einer neolithischen Siedlung. Wandmalerei zeigt die Siedlung um 6200 v. Chr. mit ihren Häusern und dem Doppelgipfel Vulkans Hasan Dag (3.270m).

Frühgeschichte

Ca. 3800 v. Chr. wurde eine Karte von Nord- Mesopotamien in die so genannte Tontafel von (auch Ga-Sur) dem heutigen Jorgan Tepe südwestlich Kirkuk im Irak geritzt. Auf der 7 cm x cm großen Tontafel sind Berge Flüsse und eingezeichnet.

Die zwischen 1800 v. Chr. und 1600 v. Chr. erschaffene Himmelsscheibe von Nebra ist die älteste bekannte Himmelsdarstellung und auch die älteste astronomische Sternkarte der Menschheitsgeschichte.

Ca. 1500 v. Chr. entstand im heutigen Italien die in Felsen geritzte Karte von Bedolina nahe der Capo di Ponte im Tal Val Camonica. zeigt auf 4 16 m x 2 m den Plan eines Ortes sowie Tiere Menschen.

Ebenfalls um ca. 1500 v. Chr. in Babylonien ein Stadtplan von Nippur auf einer 21 cm 18 cm großen Tontafel die das Stadttor Gebäude und den Euphrat zeigt und in sumerischer Keilschrift beschriftet ist.

Aus der Zeot um 1300 v.Chr. eine ägyptische Papyruskarte von den nubischen Goldminenfelder Sie stellt das Becken östlich von Koptos einer Hauptstraße und dem Ammonstempel dar.

Ca. aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. stammt eine in eine Tontafel geritzte die das babylonische Weltbild als Kreis zeigt.

Aus den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung die Handzeichnungen von Karten in den ältesten der Kosmographie des Ptolemäus einer Erdbeschreibung die eigentlich ein Verzeichnis Positionen nach Breite und Länge ist und auf so unsicheren Berechnungen dass die Fehler der zu großen Länge Ostende des Mittelländischen Meers 20° und an Gangesmündung schon 46° betragen. Ferner gibt es die Tabula Peutingeriana eine von West nach Ost unnatürlich Straßenkarte des römischen Reichs mit Angabe der und Entfernungsangaben in Meilen .

Mittelalter

Die verschiedenen Handzeichnungen meist von Mönchen sind Versuche so genannter Weltkarten ( mappae mundi ) die aufbauend auf den Irrtümern des der noch lange als unfehlbare Quelle galt durch Mißinterpretationen neuer Entdeckungen z. B. Marco Polos aber auch anderer Entdecker gravierende Fehler Asien rückte beispielsweise so weit gegen Osten Kathai (China) nur noch 130° westlich von lag.

Zu diesen Weltkarten zählen die Ebstorfer Weltkarte (ca. 1235) die Hereforder Weltkarte (ca. die Haldinghams (im Dom zu Hereford 14. Jahrhundert ) die des Marino Sanuto (1320) die Seekarte (1351) die so genannte Katalunische Karte eines mallorcinischen Schiffers die Karte Andrea Biancos die Weltkarte im Palast Pitti zu Florenz jene des Fra Mauro in der Markusbibliothek Venedig (1453).

Der Globus des Nürnberger Gelehrten Martin Behaim von 1492 kann als Schlußstein dieser Periode angesehen Er trägt noch alle Spuren des unvollkommenen und der Irrtümer seiner Zeit.

Neuzeit

In diesem Zeitabschnitt machen sich die der Kartographie schon sehr bemerkbar. Es erscheint ansehnliche Anzahl von Küstenkarten (portolani) welche in Genua Lissabon Mallorca und anderen Orten fast gefertigt werden allerdings noch mit teilweise falsch Umrissen infolge der Unkenntnis der Missweisung ( Deklination ) der Magnetnadel und mit bedeutenden Fehlern der geographischen Länge welche nur nach der des Segelns geschätzt wurde. Aus ihnen werden die zusammengesetzt und es wird die Kunst des zu ihrer Vervielfältigung aufgeboten.

Jede größere Bibliothek besitzt eine Anzahl Portolani aus jener Zeit. Seltener sind die sowohl die Handzeichnungen als auch die Abdrücke gestochenen. In diese Suite gehören die Carta von Portugal (1504) die türkische Weltkarte (Karten Piri Reis ) (1513) die Weltkarten von Descelliers (1553 Privatbesitz in Wien) Gaultier (1512) Apian (1524) (1529) Cabot (1544) u.a. die Globen von (1520) Mercator (1541) und dessen schon mit wachsenden konstruierte Weltkarte (1569).

Im Jahre 1507 gibt Martin Waldseemüller Globus und Weltkarte mit der Kontinentbezeichnung Amerika heraus.

Allgemach vollzieht sich die Emanzipation von die Adoption bestimmter Projektionen die Auswechslung fabelhafter und hypothetischer Ausfüllung den Ergebnissen neuer Entdeckungen im Bereich des und amerikanischen Kontinents. So wird es möglich vor und nach 1600 an die Stelle Portolani ganze Atlanten treten z.B. der von Mercator (gest. 1595) den dessen Söhne vollendeten Ortelius ("Theatrum orbis terrarum" 1570) Hondius (gest. Jansson (1636 6 Bände mit 451 Karten) (gest. 1638) und seinen Söhnen (372 Karten) Damals waren also die Niederländer tonangebend auf Gebiet der Kartographie. Für Deutschland sind zu Homann (gest. 1724) in Nürnberg (etwa 200 und Seutter in Augsburg (Atlas Wien 1736 50 Blatt) für Tavernier u.a.

Der Landkartenstich war wie der Buchdruck ein Gewerbe geworden.

Mit Jacques und César Cassini welche 1750 bis 1793 die große Triangulation von Frankreich und die darauf begründete topographische Karte vollendeten begann endlich die Zeit genauen topographischen Aufnahmen und der kritischen Bearbeitung Karten.

In ersterer Beziehung stand nun Frankreich der Spitze doch genügten die großartigen Leistungen beiden Cassini nicht: Es wurde eine neue topographische Karte geplant deren letzte Blätter (267) Ende des 19. Jahrhunderts erschienen sind. Dem Frankreichs folgten nach und nach alle europäischen und es fehlt nicht mehr sehr viel Europa mit Ausnahme der Türkei und größerer von Spanien sowie der nördlichsten Teile von und Russland mit allem Aufwand gereifter Geodäsie trigonometrisch ausgenommen und topographisch mappiert anzunehmen. den asiatischen Ländern erfreut sich Ostindien unter amerikanischen die Union des allmählichen Zustandekommens guter Für die genaue Ausnahme der Küstenstriche aller wirken in erster Linie die britische Admiralität zweiter die nordamerikanische und französische Marine. Tausende Seekarten und von topographischen Sektionen beweisen die erwachte Tätigkeit der Marinen der Generalstäbe und Ingenieur-Geographenkorps.

Ein Kartograph bei der Arbeit (1943)

Selbstverständlich ist dieser Umschwung nicht ohne auf die Privatindustrie geblieben und es kann die Leistungen der geographischen Institute zu Gotha und Leipzig auf die Produktion vieler Verleger von London Paris Berlin (Reimer) Sankt Petersburg etc. auf die zahlreichen Illustrationen zu den Mitteilungen der verschiedenen geographischen hingewiesen werden um die Überzeugung zu erlangen die Kartographie beschleunigt in allen Richtungen fortschreitet. nur der Gelehrte der Forscher der Militär Geschäftsleute und selbst die lange vernachlässigte Schule Befriedigung für ihre mannigfaltigen Bedürfnisse obgleich noch nicht alle Kombinationen erschöpft sind um den Stoff dem Fachmann und dem Lernenden mundgerecht gestalten.

Moderne

Nach jahrhundertelanger hauptsächlich handwerklicher Tätigkeit bei Originalherstellung oder Reproduktion von kartographischen Erzeugnissen hat sich mit Aufkommen der Computer das Bild der Kartographie stark gewandelt. heutigen Geoinformationssystemen (GIS) arbeiten Kartographen eher am Bildschirm mit Maus und Tastaur als über dem Leuchttisch mit Griffel und Tuschefeder.

Als Grundlage für neue Karten sind frühester Zeit die Ergebnisse der Geodäsie (Vermessungskunde) interessant gewesen. Mit der Eroberung Lüfte und später auch des Weltalls wurde der Fernerkundung und Photogrammetrie eine neue reichhaltige Datenquelle das Luftbild und Satellitenbild gefunden die heute nicht wegzudenken ist.

Die rasante Entwicklung von interaktiven Karten Internet oder bei mobilen Endgeräten sind Schwerpunkt Untersuchungen aber auch Forschungsschwerpunkte wie Virtuelle Realität oder Augmented reality sind heute in der Kartographie vertreten.

Amtliche Kartographie

Als amtliche Kartographie bezeichnet man die staatlichen Behörden erstellten Karten und Daten.

Deutschland

In Deutschland ist das Bundesamt für Kartographie und Geodäsie für kleinmaßstäbige Karten und die nationale zuständig. Die großmaßstäbigen Karten sind Ländersache ihre übernimmt das jeweilige Landesvermessungsamt des Bundeslandes. Speziell für Seekarten und ist das Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie

Der Großteil der amtlichen Karten basiert der deutschen Grundkarte mit einem Maßstab von 1:5000.

Österreich

Das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen ist hier für die amtliche Kartographie zuständig.

Schweiz

Das Bundesamt für Landestopographie (swisstopo) ist hier für die amtliche zuständig.

Organisationen

Hinweis

Die korrekte Schreibweise war vor der die mit "ph". Nach der neuen Rechtschreibung beide Formen gültig jedoch ist "Kartographie" die Die DGfK hat beschlossen dass "Kartographie" geschrieben wird die Wissenschaft gemeint ist. Laut Duden ist die Schreibweise mit "f" ("Kartografie")

Siehe auch: Kartensammlung Vier-Farben-Problem Mercator-Projektion

Literatur

  • Bollmann & Koch (Hrsg.) 2001 Lexikon der Kartographie und Geomatik Spektrum Verlag ISBN 382741055X
  • Ogrissek (Hrsg.) 1983 ABC Kartenkunde Brockhaus Verlag

Weblinks




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