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Katastrophensoziologie


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Gegenstand der Katastrophensoziologie in Deutschland waren zunächst Fragestellungen direkter Besorgnis. Angesichts dessen dass 16 deutsche Bundesländer Rahmen ihrer Katastrophenschutz -Gesetzgebung 16 verschiedene Legaldefinitionen von " Katastrophe " haben wurden früh (ab 1971) an späteren Katastrophenforschungsstelle des Institutes für Soziologie der Universität Kiel theoretische Antrengungen gemacht den Begriff zu soziologisieren . Doch liegt die "Katastrophensoziologie" (ähnlich wie B. die "Agrarsoziologie" oder die "Maritime Soziologie") noch fernab vom deutschen soziologischen Mainstream; dem wirkend: Robert A. Stallings u. a. (vgl. Einführende Literatur ).

Derzeit (2004) sind drei soziologische Ansätze zu heben Katastrophe soziologisch-begrifflich zu fassen die sämtlich nur teilweise kompatibel sind und faktisch einzig darin überein dass "Katastrophen" im sozialen Diskurs (auch im konstruiert werden:

(1) In der (in ihren Ursprüngen beginnend mit Enrico Quarantelli (vgl. Emergentes Organisations-Netzwerk ) - sehr pragmatisch orientierten) nordamerikanischen Sociology of Disaster wird erst neuerdings catastrophe von disaster abgetrennt vor allem als überörtliche soziale von lokalen Schadereignissen.

In Deutschland wird Katastrophe soziologisch sehr unterschiedlich definiert:

(2) Entweder (und auch erst jüngst) (in der Nachfolge von Niklas Luhmann von Klaus P. Japp – in der Abgrenzung zum Risiko – als ein Kommunikations -Aspekt d. h. als ein Signal unspezifizierten Nichtwissens ( eine Kontingenzentgrenzung ) das absolute Signifikanz beanspruche: Durch Katastrophe wird etwas unabweisbar nicht Gewolltes kommuniziert. Spezifiziertes Nichtwissen führe hingegen vermöge Kontingenzlimitation zur Abwägung und ggf. zur Inkaufnahme Risiken ).

(3) Überwiegend jedoch wird Katastrophe seit 1975 figurations- konflikt - und tauschtheoretisch (nach Lars Clausen u. a.) als besonderer sozialer Wandel aufgefasst und zwar zugleich in dessen Dimensionen (i) der Rapidität (ii) der Radikalität (diese beiden auf Ralf Dahrendorf fußend) und (iii) der Ritualität : als (i) extrem beschleunigter (ii) extrem (gründlicher) und (iii) extrem magisierter (dämonisierter) sozialer Wandel . Als erarbeitete katastrophensoziologische Schlüsselkonzepte bzw. -modelle hier exemplarisch zu nennen der Experten-Laien-Konflikt das (strukturelle) Stadienmodell FAKKEL das (operative) Phasenmodell LIDPAR der Noah-Effekt die Sündenbocksuche .

Einführende Literatur:

Lars Clausen Elke M. Geenen Elisio (Hgg.): " Entsetzliche soziale Prozesse. Theorie und Empirie der " (mit umfangreicher internationaler Bibliographie und einem Glossar) Münster (LIT-Verlag): 2003 ISBN 3-8258-6832-X



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