Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Die Kiautschou-Bucht (in Pinyin Jiaozhou ) war von 1898 bis 1914 eine deutsche Kolonie mit einer Größe von 552 km² der Hauptstadt Tsingtau ( Qingdao ). Gegenwärtig ist sie ein Teil der chinesischen Provinz Schantung ( Shandong ).
1897 wurden zwei deutsche Missionare der Steyler Mission deren Schutz das Reich bereits 1890 hatte in China ermordet ( 1. November ). Dieses war für Kaiser Wilhelm II. der willkommene Vorwand die Bucht zu Die Absicht einen Stützpunkt in China zu bestand schon seit Jahren und die Bucht Kiautschou erschien sowohl Tirpitz wie auch dem als geeignet. Wenige Monate darauf am 6. März 1898 pachtete das Deutsche Reich die Bucht 99 Jahre von der chinesischen Regierung. Knapp Wochen später (am 27. April ) wurde sie offiziell unter deutschen Schutz gestellt. Zu dieser Zeit zählte die ca. 83.000 Einwohner. Die Verwaltung unterlag nicht deutschen Kolonialamt sondern dem Reichsmarineamt .
Die Kolonie wurde zu einem Vorzeigebeispiel deutscher Kolonialpolitik: 1914 zählte die Hauptstadt der Kolonie das Fischerdorf Tsiangtao über 200.000 Einwohner verfügte über einen Trinkwasseranlagen eine Brauerei (die bis heute existiert) eine Universität und war an das Telegraphen- und Eisenbahnnetz angeschlossen.
In weiten Teilen der deutschen Öffentlichkeit große Erwartungen an den Erwerb Kiautschous geknüpft Sie reichten von der Öffnung des riesigen Marktes für den deutschen Handel über die Weltgeltung bis hin zur Entstehung eines glanzvollen Kolonialreiches . In der Realität konnten diese Erwartungen nicht erfüllt werden. Kiautschou selbt erwies sich schnell als ein finanzielles Fass ohne Boden: den ersten zehn Jahren nach 1897 beliefen die Reichszuschüsse auf 100 Mio. Reichsmark die Einnahmen erreichten nicht einmal ein
Kiatschou war durch das dritte Seebataillon (1400 Mann) das bei Kriegsbeginn durch 3400 verstärkt wurde. Am 10. August 1914 stellte Japan ein Ultimatum in dem die vollständige Übergabe des verlangt wurde. Am 15. August wiederholten sie ihre Forderung. Der Gouverneur Kapitän zur See Alfred Meyer-Waldeck ließ das Ultimatum unbeantwortet und war entschlossen das Pachtgebiet bis zum „Äußersten zu
Am 27. August eröffneten japanische und englische Kriegsschiffe eine und bereits am 2. September landeten die ersten Alliierten (4300 Mann) China. Am 26. September begannen Sturmangriffe auf die deutschen Stellungen jedoch erfolgreich zurückgeschlagen werden konnten. Nach den Angriffen zogen die Alliierten einen Belagerungsring um Festung so dass das Pachtgebiet bis zum 28. September komplett eingeschlossen war. Seit Oktober wurden alliierten Truppen ständig verstärkt. Am 31. Oktober nach einem neuntägigen Artillerie -Dauerbeschuss begannen die Alliierten einen großangelegten Angriff die Festung der wiederum abgewehrt werden konnte.
Anfang November ging der eingeschlossenen deutschen die Munition aus worauf man sich entschloss Artillerie und Kampfboote zu vernichten. Am 7. November erfolgte schließlich die Kapitulation und die durch Japan.
Durch den Versailler Vertrag wurde bestimmt dass Deutschland alle Kolonien und damit auch Kiautschou abzutreten hatte. 1922 blieb das Gebiet unter japanischer Verwaltung es an China zurückgegeben wurde. Heute zählt über 2 1 Millionen Einwohner und ist wichtiger Hafen.