Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Als Kibbuzim (pl.) bezeichnet man ländliche Kollektivsiedlungen in Israel mit gemeinsamem Eigentum und basisdemokratischen Strukturen. Es gibt etwa 270 dieser mit einer Größe von bis zu 1000 zu Neugründungen kommt es heute kaum mehr.
Weitere landwirtschaftliche Siedlungsformen sind die zahlreicheren 400) Moschawim die genossenschaftlich organisiert sind sowie Mischformen aus Kibbuz Moschaw. Eine weitere Form sind schließlich die weniger als 100) Moschawot die mit europäischen Dörfern vergleichbar sind.
Im Zusammenhang mit den Kibbuzim werden die Begriffe Kommunismus oder Sozialismus verwendet. Dabei ist jedoch zu beachten die Kibbuzim - anders als die sozialistischen Staaten des ehemaligen Ostblocks -auf Freiwilligkeit basieren.
Unterscheiden lassen sich generell säkulare Kibbuzim die die jüdischen religiösen Traditionen mehr als verbindlich betrachten (obwohl vielfach die noch begangen werden) und religiöse Kibbuzim die in verschiedenen Richtungen die Traditionen pflegen und für ihre Mitglieder als betrachten.
Die Ideologie der Kibbuzgründer war sozialistisch und zionistisch geprägt. Diese Ausrichtung hatte vor allem Gründe:
Der Erfahrung der Unterdrückung (Antisemitismus Pogrome ) in den früheren "Gastländern" in der Diaspora welche die neu zugewanderte Gründergeneration mit Israel brachte.
Der Prägung durch die patriarchialische Gesellschaft des osteuropäischen Shtetl.
Diese Erfahrungen waren für die Kibbuzgründer Sie wollten einen jüdischen Arbeiterstaat auf eigenem Boden aufbauen. Geschaffen sollte eine klassenlose Gesellschaft mit der Betonung Gleichheit und Gemeinschaft. Jeder und jede sollte seinen Möglichkeiten geben" und "gemäß seiner Bedürfnisse"
Als erster Kibbuz wurde 1909 Degania A am Südende des See Genezareth gegründet bald darauf folgten weitere Kibbuzim Tabelle unten).
Die Kibbuzim spielten eine entscheidende Rolle der jüdischen Besiedlung Israels . Ein Vorteil der Kibbuzim bestand vor in der Anfangszeit darin dass leichter (Wehr-)Siedlungen bisher kaum erschlossenen Gegenden gegründet werden konnten Umständen auch gegen den Willen dort wohnender Palästinenser ).
In den ersten Jahrzehnten schlug sich Ideologie stark im Lebensalltag der Kibbuzmitglieder der Chawerim nieder. Entscheidungen wurden in der Mitgliederversammlung basisdemokratisch getroffen. Die einzelnen Chawerim besaßen kein sondern sie brachten ihre Arbeitleistung unentgeltlich für Kollektiv ein. Im Gegenzug stellte der Kibbuz Kleidung Verpflegung und medizinische Versorgung zur Verfügung. Gleichberechtigung umfasste auch eine Rotation in allen Ämtern und bei der Besetzung der Arbeitsplätze.
Die Gleichberechtigung sollte auch die Frauen Deswegen wurden viele hauswirtschaftliche Aufgaben als Dienstleistungen Kibbuz angeboten: es bestanden zentrale Wäschereien Schneidereien ein gemeinsamer Speisesaal (der "Chadar Ochel"); der war zugleich Kristallisationspunkt des gemeinschaftlichen Lebens sowohl Essen als auch bei Festen und Versammlungen.
Die Kindererziehung wurde ebenfalls zentralisiert: die wuchsen in eigenen Häusern unter der Obhut Erzieherinnen auf und besuchten ihre Eltern nur Stunden am Tag.
Zur Zeit der Entstehung des Staates Israel im Jahr 1948 kam es zu einer Welle von (vgl. Tabelle). Gleichzeitig verloren die Kibbuzim einige Aufgaben der Anfangszeit vor allem im Bereich Besiedlung und Verteidigung die an den neu gegründeten Staat
Noch umfassender waren die Veränderungen der Jahrzehnte:
Die Rolle der Familie wurde wichtiger Kollektivbewusstsein nahm ab. Eine wichtige Konsequenz war weitgehende Abschaffung der Kinderhäuser (die Frauen übernahmen wieder eine traditionelle Frauen- und Mutterrolle). Eine Folge war eine zunehmende Desintegration des Kibbuz.
Durch zunehmende wirtschaftliche Probleme waren viele darauf angewiesen neue Geschäftsfelder (v.a. in der Industrie und im Tourismus ) zu erschließen.
Die beschriebenen Entwicklungen haben sich in zurückliegenden Jahren eher beschleunigt; viele Siedlungen befinden wirtschaftlich und ideologisch unter Druck. Dazu kommt Problem einer zunehmenden Überalterung weil die junge den Kibbuz verlässt.
Viele Kibbuzim haben versucht sich den zu stellen. Häufig wurden die zentralen Dienstleistungen oder aufgegeben teilweise existiert nicht einmal mehr Speisesaal. Privates Eigentum ist inzwischen selbstverständlich die Chawerim beziehen ein Gehalt über das sie können.
Erkennbar ist eine deutliche Entwicklung des hin zu einem "normalen" Dorf von "sozialistischen" kann man kaum mehr sprechen. Eine weitere der Kibbuzim und ihrer ursprünglichen Ideale in Zukunft ist wahrscheinlich. Eine Gegenbewegung stellt der dar die Grundidee des Kibbuz auf urbane zu übertragen (Kibbuz Tamuz Kibbuz Migwan ).
Avrahami E. Kibbutz - An Evolving Yad Tabenkin 1992.
ders. The Changing Kibbutz Yad Tabenkin
Fedler Jon: KIBBUTZ What When When Israel Information Center: Focus on Israel Jerusalem (Available from Israeli diplomatic missions and on www.mfa.gov.il/mfa/go.asp?MFAH0gal0 ).
Gavron Daniel The Kibbutz - Awakening Utopia Rowman & Littlefield Lanham 2000
Gelb Saadia Almost One Hundred Years Togetherness Shmuel Press Tel Aviv 1994
Leichman D. & 1. Paz (eds.) - An Alternative Lifestyle Yad Tabenkin. 1994
Maron S. Kibbutz in a Market Yad Tabenkin 1993
Near H. The Kibbutz Movement - History; Vol. 1: Origins and Growth 1909-1939; 2: Crisis and Achievement 1939-1995 Oxford Univ. 1992; 1997
KIBBUTZ TRENDS formerly Kibbutz Currents and Studies (quarterly) Ramat Efal: Yad Tabenkin 1991-
Tyldesley Michael - No Heavenly Delusion? A Comparative Study of Three Communal Movements University Press 2003.