Die Kiemenfüßer (Anostraca) stellen eine Ordnung innerhalb der Krebstiere dar. Weltweit sind aus dieser Gruppe Arten bekannt die vornehmlich in Reliktlebensräumen wie Austrocknungsgewässern oder Polargewässern zu finden sind. Bekannte sind der Salinenkrebs Artemia salina aus Binnensalzseen Branchipus stagnalis (Vorkommen nur im Sommer in Tümpeln) Siphonophanes grubei (Vorkommen in Schmelzwassertümpeln ausschließlich im Frühjahr).
Die Kiemenfüßer erreichen eine Körperlänge von 15 bis 30 Millimetern die größten Arten maximal 10 Zentimeter lang werden. Der Körper gestreckt und besteht neben dem Kopf aus Vorderkörper (Thorax) der die Blattbeine trägt sowie extremitätenlosen Hinterleib (Pleon). Das letzte Segment ( Telson ) endet in zwei langen Schwanzanhängen die Furca bilden.
Der Kopf der Tiere ist relativ und trägt nur einen sehr unauffälligen Kopfschild der Rand desselben nicht zu erkennen ist. 1. Antenne ist röhrenförmig und ungegliedert. Auch die Antennen sind ungegliedert und bei den Geschlechtern aufgebaut (Sexualdimorphismus). Bei den Männchen bilden sie große Zange die bei Kopulation zum Festhalten Weibchens dient. An der Basis der Antenne außerdem ein geweihartiger Fortsatz dessen Funktion bislang geklärt werden konnte. Bei den Weibchen ist 2. Antenne eine normal entwickelt und kurz. Mandibel trägt keinen beinartigen Anhang (Palpus) die Maxille ist nur sehr klein ausgebildet.
Die 11 Beinpaare des Thorax (bei Arten auch 17 oder 19) sind blattartig flach. Sie sind nicht durch Gelenke gegliedert bestehen aus einem Basisteil (Protopodit) an dem wesentlichen die Schwimmäste sowie mehrere kleinere blattartige (Endite und Exite) ansetzen. Auch der äußere (Exopodit) ist flach und blattartig der innere ist mit der Basis verschmolzen. Zwischen den Beinreihen bildet sich eine Nahrungsrinne. Der Schlag Beine ist immer metachrom d.h. er wandert von einem Bein zum anderen beginnend mit letzten Beinpaar. Dadurch können sich Partikel zwischen Beinbasen fangen und werden durch Borsten an Enditen ausgefiltert und in eine zentrale Rinne und durch den sich bildenden Unterdruck nach gesaugt. Dadurch und durch die Bewegung der gelangen dese Partikel dann in den Mundraum. diese Weise werden Nahrungsaufnahme und Fortbewegung gekoppelt wie bei den Cephalocarida und den Krallenschwänzen .
Die Kiemenfüßer sind getrenntgeschlechtlich. Dabei besitzen Weibchen einen deutlich hervorstehenden Eisack an der der letzten Thoraxsegmente (Segmente 12 und 13). Männchen besitzen paarige Penes am 12. Segment die bereits erwähnte 2. Antenne die zu Greiforgan umgewandelt ist. Zur Kopulation ergreift das ein Weibchen von unten mit der 2. und führt seine Penes in die Geschlechtsöffnung Weibchens ein.
Die Eier der Kiemenfüßer sind trockenresistent können teilweise Jahre ohne Feuchtigkeit überdauern ( Artemia salina -Eier sind im Aquarienhandel erhältlich). Dabei bilden Embryonen Cysten ("encystierte Gastrulakeime") aus die außerdem sind gegen starke Hitze Strahlung sowie verschiedene Aus den Eiern schlüpfen Nauplius -Larven die über mehrere Häutungen die Gesamt-Segmentzahl alle anderen Adultmerkmale erhalten.
Aufgrund des spezifischen Baus der Extremitäten vor allem aufgrund der funktionellen Verbindung der und Fortbewegung durch diese "Turgorextremitäten" werden die in die Blattfußkrebse bzw. der Ostraca (Blattfußkrebsartige + Höhere ) angesiedelt und stellen hier als ursprünglichste die Schwestergruppe zu allen anderen Vertretern dar.
Die in Mitteleuropa vorkommenden Vertreter der werden auf mehrere Familien aufgeteilt die im Schema dargestellt werden.
Ax P (1999): "Das System der II. Ein Lehrbuch der phylogenetischen Systematik"; Gustav Verlag.
Gruner HE (1993):"Klasse Crustacea"; in Gruner (Hrsg.): "Lehrbuch der Speziellen Zoologie Band I Teil: Arthropoda (ohne Insecta)"; Gustav Fischer Verlag
Schminke HK (1997): "Crustacea Krebse"; in Rieger (Hrsg.): "Spezielle Zoologie Teil 1: Einzeller Wirbellose Tiere"; Gustav Fischer Verlag
Walossek D(1993): "The Upper Cambrium Rehbachiella the phylogeny of Branchiopoda and Crustacea"; Fossils Strata 32 1-202