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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDienstag, 30. September 2014 

Kinderkardiologie


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Die Kinderkardiologie ist ein eigenständiger Zweig der Kinderheilkunde . Die Kinderherzchirurgie ist Teil der Chirurgie aber eng mit der Kinderkardiologie verzahnt.

Dies resultiert aus aus der Problematik am kindlichen Herzen so früh wie möglich korrigieren bevor Folgeschäden auftreten. Daher ist eine Zusammenarbeit der 'erkennenden' Kinderkardiologie den Herzkatheterlabors (die diagnostisch wie auch interventionell arbeiten) und der nötig um im Einzelfall die optimalen Therapiemöglichkeiten

Inhaltsverzeichnis

Angeborene Fehlbildungen des Herzens bzw. herznaher

  • Herz allgemein:
    • ASD - Atriumseptumdefekt Loch in der Vorkammerscheidewand
    • VSD - Ventrikelseptumdefekt Loch in der Hauptkammerscheidewand
    • AVSD - Atrio-Ventrikulärer Septumdefekt Loch in der von Vor- bis Hauptkammer
    • Klappenstenose - Verengung einer der Herzklappen (Mitral- Pulmonal- bzw. Aortenklappe)
    • TGA Transposition der großen Arterien - Lungenschlagader und Aorta sind vertauscht an der jeweils Herzkammer angeschlossen. Damit sind die normalerweise in geschalteten Kreisläufe parallel geschaltet und der Körper (wenn nicht ein zusätzlicher Shunt vorliegt) ungesättigtes Ohne zusätzliche fehlbildungen oder rasche Intervention nicht
    • FALLOTsche-Tetralogie - Kombination aus 4 Fehlbildungen: einer der Lungenschlagader (Pulmonalstenose) einer Vergrößerung des rechten (Rechtsherzhypertrophie) eines Defektes der Kammerscheidewand (Ventrikelseptumdefekt) und über dem Defekt „reitende“ Körperschlagader (Aorta)
    • Ebstein-Anomalie - Verlagerung der Tricuspidalklappe zur rechten so dass der Vorhof zu groß und Ventrikel zu klein ausgebildet ist. Hinzu kommt noch eine Fehlbildung der Klappensegel welche die der Klappe beeinträchtigt.

  • univentrikuläre Herzen (Herzen mit nur einer funktionierenden
    • HLHS - Hypoplastisches Linksherzsyndrom die linke Herzkammer ist nicht ausreichend ausgebildet. Dafür gibt es mögliche Gründe z.B.
      • Mitral- oder Aortenklappenatresie - Nichtanlage ('Fehlen') einer des Körperkreislaufs
      • Aortenatresie - Nichtanlage der Körperschlagader
      • DORV Double Outlet Right Ventricel - Fehlabgang Aorta aus der rechten Kammer
      • DIRV Double Inlet Right Ventricel - Fehlmündung Lungenvenen in die rechte Vorkammer
      • etc.
    • HRHS - Hypoplastisches Rechtsherzsyndrom die rechte Herzkammer ist nicht ausreichend ausgebildet. Dafür gibt es mögliche Gründe z.B.
      • Tricuspidal- oder Pulmonalklappenatresie - Nichtanlage ('Fehlen') einer des Lungenkreislaufs
      • Pulmonalatresie - Nichtanlage der Lungenschlagader
      • DOLV Double Outlet Left Ventricel - Fehlabgang Pulmonalis aus der linken Herzkammer
      • DILV Double Inlet Left Ventricel - Konnektion Vorhöfe an eine morphologisch linke Hauptkammer
      • etc.

  • Gefäße:
    • Pulmonal-/Aortenstenose - Verengung der Lungen-/Körperschlagader
    • ISTA - Sonderfall der Aortenstenose: Verengung liegt Bogen der Aorta
    • Pulmonal-/Aortendysplasie - Nicht ausreichend gewachsene Schlagadern
    • Pulmonal-/Aortenatresie - Nichtausbildung ('Fehlen') einer Schlagader
    • PDA Persistierender Ductus Arteriosus (Botalli) - Verbindung Lungen- und Körperschlagader die vor der Geburt erforderlich ist und sich im Laufe der Lebenswochen verschließen sollte. Verschließt sich der Gang spontan kommt es darüber zu einem mehr weniger starken Fluss von Blut aus der (Aorta) in die Lungenschlagader (Pulmalarterie) - ein Links-Rechts-Shunt der durch das vermehrt zu pumpende zu einer Belastung der linken Kammer und den hohen Druck in den Lungengefäßen zu dieser Gefäße führen kann (Eisenmenger-Reaktion).

aktuelle Situation

Während in den Anfängen der Kinderkardiologie Therapien enge Grenzen gesetzt waren ergaben sich 1950 verschiedene einfache OP-Techniken (z.B. Blalock-Taussig-Anastomose). Nach Einführung von Herz-Lungen-Maschinen für Kinder ging es großen Schritten voran so dass mit der sogar univentrikuläre Herzen palliativ operierbar wurden. Durch die Entwicklung guter Ultraschallgeräte hat sich die Diagnostik angeborener Herzfehler verbessert Allerdings müssen zur Zeit (um 2004) „modern“ operierten ehemaligen Kinder (20-40 Jahre alt) noch in reine Kinderherzzentren zur Behandlung gehen von Kardiologen behandelt werden die leider nicht dem aktuellen Wissensstand bezüglich der Therapie angeborener sind. Inzwischen finden sich aber auch mehrere für angeborene Herzfehler in denen entsprechende Spezialsprechstunden die erwachsenen Patienten mit angeborenen Herzfehlern angeboten

Außerdem gibt es z.Zt. (2004) in Stadium befindliche Versuche bestimmte Fehlanlagen des Herzens im Mutterleib operativ zu beheben um Folgeschäden verhindern (Beispielsweise eine Klappenatresie operativ zu öffnen eine Kammerhypoplasie zu vermeiden).

Neben der Diagnostik und Behandlung angeborener beschäftigt sich die Kinderkardiologie auch mit früh Herz- und Gefässerkrankungen sowie mit Rythmusstörungen. Auch Prävention späterer Herz- Kreislauferkrankungen gehört zu den

Therapien (Auswahl)

  • interventionelle Herzkatheter:
    • Rashkind/Ballonatrioseptestomie - Aufreißen des Vorhofseptums mittels Ballonkatheter cyanotischen Herzfehlern zur Steigerung des Links-Rechts-Shunts auf und damit Verbesserung der Sauerstoff-Sättigung im Körperkreislauf Herzfehlern mit zwingendem Links-Rechts-Shunt auf Vorhofebene und kleiner Vorhoflücke zur Druckentlastung im linken Vorhof damit Verminderung des Rückstaus in die Lunge)
    • ASD-Verschluss - ein 'Doppelschirmchen' wird durch den in das Loch eingeführt und dort entfaltet. Überwachsen mit Herzgewebe ist das Loch 'dicht'. auch bei VSD.
    • Ductus-Verschluß - bei kleinen Ductus oder Ductus einer oder mehreren Engstellen wird von der Seite eine (oder gegebenenfalls auch mehrere) selbstkonfigurierende im Ductus placiert. Bei großen Ductus wird der venösen Seite (also über die rechte und die Lungenschlagader) ein Drahtgeflecht aus Nitinol Nach Überwachsen der Implantate ist der Ductus
    • Klappendilatation - bei stenotischen (verengten) Pulmonal- oder wird ein Katheter mit einem steifen Ballon die Klappe geführt und in der Klappe Dadurch reißt das Gewebe ein und die kann mehr Fluss durchlassen. Führt aber bei (=fehlangelegten) Klappen häufig zu einer Undichtigkeit der die ggfls. später doch noch eine künstliche erforderlich macht.

  • operativ:
    • korrigierend:
      • ASD + VSD - Verschluss des Lochs nach Größe mit einfacher Naht oder Flicken eigenem Gewebe oder Fremdmaterial)
      • AVSD - Verschluss des Lochs wie bei jedoch mit Neuanlage der Klappen. Diese sind in der Regel nicht optimal halten jedoch lebenslang.
      • TGA - Arterielle Switch-Op: Arterien werden Klappe abgetrennt und an der richtigen Herzkammer Schwierigkeit: Umsetzung der Herzkranzgefäß-Mündungen
      • Pulmonalstenosen oder -atresie: Ersatz durch einen Conduit
        • Homograft/Allograft: Spenderarterie von einem anderen Menschen
        • Rinderhalsvenenklappe (Contegra-Xenograft): Entspricht morphologisch der menschlichen wird seit 1999 erfolgreich eingesetzt bis 22mm
    • palliativ :
      • Blalock-Taussig-Anastomose - Verbindung zwischen großer Arterie und zur Verbesserung der Lungendurchblutung bei Rechtsherzproblemen
      • Fontan-Kreislauf - OP-Technik zur Kreislauftrennung meistens in Schritten: Glenn + TCPC
      • Glenn-OP - Verbindung der oberen Körpervene mit Lungenschlagadern erster Schritt zum Fontankreislauf
      • TCPC - Totale Cavo-Pulmonale Connection vollständige Venen-Lungenarterienverbindung Anschluss der unteren Körpervenen mit den Lungenschlagadern. des Fontankreislaufs.
      • Norwood-OP - OP-Technik in drei Schritten bei Linksherz. Zuerst die Schaffung einer neuen Körperhauptschlagader Zusammenfassung des Stamms der Lungenschlagader und der kleinen Körperhauptschlagader zum Einbinden der verbliebenen rechten in den Körperkreislauf PLUS eine Blalock-Taussig-Anastomose oder neuestem eine direkte Verbindung von der rechten zu den Lungenschlagadern (=Sano-Modifikation). Im Alter von 6 Monaten folgt dann die Glenn OP mit 2 Jahren die TCPC.

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