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Kläranlage


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Eine Kläranlage in der Schweiz auch ARA (Abwasserreinigungsanlage) genannt dient der Reinigung von Abwasser das von der Kanalisation gesammelt und zu ihr transportiert wurde.

Zur Reinigung der unerwünschten Bestandteile der werden mechanische (auch physikalische genannt) biologische und Verfahren eingesetzt. Moderne Kläranlagen sind dementsprechend dreistufig in jeder Reinigungsstufe eine Verfahrensart im Vordergrund

Inhaltsverzeichnis

Anlagenteile


Beispielfließschema einer kommunalen Kläranlage mit Vorklärung




Beispielfließschema einer kommunalen Kläranlage ohne Vorklärung

Regenbecken und/oder Regenentlastung

Falls Regen- und Schmutzwasser in einem der Kläranlage zugeleitet werden muss in der ein Teil des Regenwassers entweder bereits im Kanalnetz oder auf Kläranlage gespeichert und/oder entlastet werden um die nicht hydraulisch zu überlasten.

Rechen

In der Rechenanlage wird das Abwasser durch einen Rechen oder ein Sieb geleitet. Im Rechen bleiben die groben wie Fäkalstoffe Damenbinden Toilettenpapier Steine aber auch und tote Ratten hängen. Diese Grobstoffe würden Pumpen auf der Kläranlage verstopfen und zweitens Reinigungsergebnis optisch verschlechtern. Je schmaler der Durchgang von wenigen mm bis zu mehreren cm) das Abwasser desto weniger Grobstoffe enthält das nach dem Rechen. Das Rechengut wird zum der Fäkalstoffe maschinell gewaschen mittels Rechengutpresse entwässert und anschließend verbrannt kompostiert oder auf einer entsorgt.

Sandfang

Ein Sandfang ist ein Absetzbecken mit der Aufgabe große absetzbare Verunreinigungen dem Abwasser zu entfernen so z.B. Sand Steine oder Gemüsereste. Diese Stoffe würden zu betrieblichen in der Anlage führen (Verschleiß Verstopfung). Neben

  • unbelüfteten Langsandfang kommt ein
  • belüfteter Langsandfang in dem zugleich Fette und Öle der Oberfläche abgeschieden werden oder ein
  • Rundsandfang
zum Einsatz. Die Fliessgeschwindigkeit im Langsandfang Belüftung im belüfteten Sandfang bzw. die Strömung Rundsandfang sind derart ausgelegt dass vorwiegend Sand grobes organisches Material abgeschieden werden. Bei modernen wird das Sandfanggut nach der Entnahme aus Sandfang gewaschen d.h. von organischen Inhaltsstoffen befreit eine bessere Entwässerung und anschließende Verwertbarkeit (z.B. Straßenbau) zu ermöglichen.

Vorklärbecken

Das Schmutzwasser fließt sehr langsam durch Vorklärbecken. Dadurch setzen sich die Fäkalstoffe ( absetzbare Stoffe ) am Boden ab. Etwa 30 % organischen Belastung können damit entfernt werden. Es "Primärschlamm" der weiter zu behandeln ist. Bei Anlagen mit Stickstoffentfernung entfällt dieser Anlagenteil oft ist klein bemessen da die organische Belastung Abwassers als Kohlenstoffquelle zur Stickstoffentfernung (Reduktion des 3 zu N 2 ) im anoxischen Teil resp. der anoxischen der biologischen Stufe benötigt wird.

Ebenso wird dieser Anlagenteil bei Kläranlagen simultaner aerober Schlammstabilisierung in der biologischen Stufe verwendet da sonst weiterhin nicht stabiliserter Primärschlamm würde.

Belebungsbecken

Durch Belüften von mit Bakterienschlämmen vermischtem werden Abbauprozesse zur Entfernung von (gelösten) Abwasserinhaltsstoffen Dabei werden Kohlenstoffverbindungen zu Biomasse und Kohlendioxid der Nährstoff Stickstoff durch Nitrifikation (biologische Oxidation von Ammonium zu Nitrat unter Beisein von Sauerstoff) und Denitrifikation (Reduktion von Nitrat zu Stickstoffgas (wie auch zu 78% der Luft enthalten) unter Abwesenheit gelösten Sauerstoffs) Durch die Zugabe von Fällmitteln kann mittels chemischer Reaktionen außerdem der Phosphor entfernt werden. Dies verbessert auch die des Belebtschlammes im Nachklärbecken .

Nachklärbecken

Das Nachklärbecken bildet eine Prozesseinheit mit dem Belebungsbecken. ihm wird der Bakterienschlamm (Belebtschlamm) durch Absetzen dem Abwasser abgetrennt. Der Schlamm wird in Belebungsbecken zurückgeführt.
Der Belebtschlamm muss daher gute Absetzeigenschaften Ist dies nicht der Fall (z.B. durch Wachstum fadenförmiger Mikroorganismen Blähschlammbildung) treibt der Belebtschlamm dem Nachklärbecken in das Gewässer ab. Damit wird nicht nur das Gewässer beeinträchtigt. Da nicht genug Schlamm im Belebungsbecken/Nachklärbecken gehalten werden kann sinkt die Reinigungsleistung. Schlammalter d.h. die mittlere Aufenthaltsdauer der Biomasse System nimmt ab. Zuerst sind daher von derartigen Versagen die langsam wachsenden Bakterien (z.B. Nitrifikanten die Ammonium zu Nitrat umbauen ) betroffen. Besonders leicht abbaubares Abwasser (z.B. der Lebensmittelindustrie) neigt zur Blähschlammbildung. Die Vorschaltung nicht oder gering belüfteter Becken vor dem (Selektoren) kann die Blähschlammbildung vermeiden. Eine spezielle des Nachklärbeckens ist der trichterförmige Dortmundbrunnen .

Der durch den Abbau der Abwasserinhaltsstoffe Biomassezuwachs (der Überschussschlamm) ist zu entsorgen.

Reinigungsprozesse

Physikalische Verfahren bilden zumeist die erste Reinigungsstufe. Hier ca. 20-30 % der festen Schwimm- und entfernt. In der weitergehenden Abwasserreinigung und der werden unter anderem Adsorption Filtration und Strippung eingesetzt.

Biologische Verfahren werden in der zweiten Reinigungsstufe kommunaler und für den Abbau org. hochbelasteter Abwässer der anaeroben Abwasserreinigung eingesetzt. Sie verwenden mikrobiologische Dabei sollen abbaubare organische Abwasserbestandteile möglichst vollständig werden d.h. bis zu den anorganischen Endprodukten Wasser Kohlendioxid Nitrat Phosphat und Sulfat in der aeroben bzw. organische Säuren Methan in der anaeroben Abwasserreinigung umgewandelt werden. werden damit die Kohlenstoffverbindungen aus dem Abwasser Ebenso erfolgt die Entfernung von organischem Stickstoff Ammonium durch biologische Nitrifikation und Denitrifikation . Zunehmend wird in großen Kläranlagen auch Phosphor biologisch eliminiert.

Chemische Verfahren bedienen sich chemischer Reaktionen wie Oxidation Fällung . Sie dienen in der kommunalen Abwasserreinigung allem der Entfernung von Phosphor durch Fällungsreaktionen. Prozess hat große Bedeutung zur Vermeidung der Eutrophierung der Vorfluter . Zudem werden chemische Verfahren zur Fällung der Industriewasserwirtschaft und zur weitergehenden Abwasserreinigung (z.B. eingesetzt.

Die Prozesse in Kläranlagen können mathematisch ihre Reaktionskinetik beschrieben werden.

Prozess Kläranlagenkomponente Zweck
 
Physikalische Verfahren
Siebung Rechen Trommelsieb Mikrosieb Entfernung von größeren Feststoffen und Schwimmstoffen
Abscheidung Schwimmstoff- bzw. Ölabscheider Entfernung von Fetten und Ölen
Sedimentation Sandfang Absetzbecken Zentrifugalabscheider Vor- und Nachklärbecken Entfernung kleinerer Schwimmstoffe Sand geflockter Schwebstoffe
Filtration Sandfilter Entfernung von Schwebstoffen
Flotation Flotationsbecken Entfernung von feinen Schmutzpartikeln durch Einblasen von
Adsorption Aktivkohlefilter Anlagerung von z.B. halogenierten Kohlenwasserstoffverbindungen ( AOX ) oder Farbstoffen
Thermodesinfektion
(siehe Desinfektion )
Thermodesinfektionsanlage Durch erhöhte Temperatur bzw. Druck werden infektiöse sonstwie nicht zu emmitierende Keime abgetötet (Krankenhäuser Pharmaindustrie).
Strippen/Austreiben Strippbecken Entfernung durch Einblasen von Luft/Gasen. Damit werden Entsprechung des Dampfdrucks gelöste Abwasserinhaltsstoffe in die Phase übergeführt und somit aus dem Wasser
Verminderung der Radioaktivität Abklinganlage Durch entsprechend lange Verweildauer vermindert sich die Belastung von Abwässern entsprechend der Halbwertszeit der Einsatz in Labors Krankenhäusern etc.
Kühlung Kühlturm Wärmetauscher etc. Verminderung der Temperatur um nachfolgende Reinigungsprozesse oder Einleitung in den Vorfluter zu ermöglichen. Kann auch zur Wärmerückgewinnung
Biologische Verfahren
Biochemische Oxidation Belebtschlammverfahren Tropfkörper Aerober Abbau organischer Bestandteile zu anorganischen Endprodukten 2 O CO 2 NO 3 - N 2 PO 4 --- SO 4 -- ) durch Belebtschlämme (Belebungsbecken) bzw. Bakterienrasen (Tropfkörper). geeignete Betriebsführung bei Belebungsanlagen kann die Phosphoraufnahme die Biomasse optimiert werden (Bio-P). Somit ist Fällmittel zur Phosphorelimination erforderlich.

Grundsätzliches Ziel ist stets zu entfernende Abwasserinhaltsstoffe biologische Prozesse (Veratmung Biomassewachstum) in Formen zu die durch Sedimentation oder Stripping (gasförmiges Austreiben) dem Abwasser entfernt werden können und zudem unschädlich sind.
Biochemische Oxidation bei Kleinkläranlagen Pflanzenkläranlage Belebtschlammverfahren Tropfkörper Aerober und Anaerober Abbau in flachen Becken anschließendem Bodendurchgang bei Pflanzenkläranlagen bzw. Abbau durch (Belebungsbecken) oder Bakterienrasen (Tropfkörper)
Schlammfaulung Faulturm Anaerober Abbau organischer Bestandteile des Primär- bzw. zu anorganischen Endprodukten: Schwefelwasserstoff (H 2 S) Kohlendioxid (CO 2 ) Methan (CH 4 ) Ammoniak (NH 3 )
Anaerobe Abwasserreinigung Reaktor Anaerober Abbau organischer Bestandteile zu anorganischen Endprodukten: (H 2 S) Kohlendioxid (CO 2 ) Methan (CH 4 ) Ammoniak (NH 3 ). Besonders für organisch hochbelastete Abwässer geeignet Lebensmittelindustrie Tierkörperbeseitigung).
Chemische Verfahren
Flockung Flockungsbecken Entfernung von Kolloidstoffen und feinen Schmutzpartikeln durch bzw. Einstellung des pH-Wertes
Neutralisation /pH-Wert Einstellung Neutralisationsbecken Einstellung des gewünschten pH-Wertes durch die Zugabe Säure oder Base .
Fällung Fällungsbecken Ausfällung von Phosphationen (PO 4 3- ) mit Eisen - und Aluminiumsalzen
Simultanfällung Belebungsbecken/ Nachklärbecken Entfernung von Phosphor durch Eisen- bzw. Aluminiumzugabe Belebtschlamm.
Vorfällung Mischbecken/Vorklärbecken Entfernung von Phosphor durch Eisen- bzw. Aluminiumzugabe dem Vorklärbecken.
Nachfällung Mischbecken/Absetzbecken nach dem Nachklärbecken Entfernung von Phosphor durch Eisen- bzw. Aluminiumzugabe dem Vorklärbecken.
Chemische oder physikalische Oxidation Sonderbecken Zerstörung biologisch nicht abbaubarer organischer Verbindungen z.B. Ozon oder UV-Licht. Gegebenenfalls mit dem Ziel Reste biologisch abbauen zu können (z.B. Entfärbung Abwasser)
Desinfektion Sonderbecken Entkeimung durch Chlor- oder Ozonzugabe oder durch

Belastungskenngrößen

Die Belastung von Kläranlagen wird nach Einwohnerwerten (EW) das ist die Summe aus tatsächlichen Einwohnern (Einwohnerzahl EZ) und den Einwohnergleichwerten (EGW) bestimmt. Der Einwohnergleichwert ist die der für einen "Standardeinwohner" anzusetzenden Emission . Für gewerbliche industrielle und landwirtschaftliche Produktion werden auf Produktionsgrößen bezogenen Belastungen (z.B. EW BSB 5 pro ha Weinbaufläche) angegeben. Zu beachten dass sich jedoch die Verhältnisse zwischen den Parametern verschieben können. Abwässer können höher konzentriert (weniger Abwassermenge bei gleicher Schmutzfracht) oder sie z.B. reich an organischen Kohlenstoffverbindungen und dafür sein. Für den biologischen Abbau muss ein von BSB 5 :N:P entpricht ca. 100:5:1 gegeben sein um Mikroorganismen ausreichend mit Stickstoff und Phosphor zu Dies fußt auf der Annahme dass etwa % der abgebauten Belastung zum Biomassewachstum verwendet und Biomasse ca. zu 10 % aus und zu 2 % aus Phosphor besteht.

Ein Einwohnerwert entspricht folgenden Größen:

Abwassermenge:

150-200 Liter pro Ew. und Tag

Dieser Wert berücksichtigt die in Mitteleuropa dichten Kanalnetzen übliche Werte. Für die Bemessung Kläranlage wird jedoch in der Regel ein für das Fremdwasser (undichte Kanäle Einleitungen von etc.) zu berücksichtigen sein. Dieser kann durchaus Doppelte betragen.

Dieser Wert gilt auch nicht für Mischkanalisationen (Regenwasser und Schmutzwasser in einem Kanal). wären auch entsprechende Zuschläge zur Abarbeitung des zu berücksichtigen.

Für die hydraulische Berechnung der Kläranlage ist zudem der der Belastung von Bedeutung. Die durchschnittliche Tagesfracht daher zur Bemessung nicht durch 24 Stunden durch eine geringere Zahl (10-14) für den Stundenwert zu teilen.

Verschmutzung

BSB 5
Biochemischer Sauerstoffbedarf während einer Messzeit von 5 Tagen.
Mit dem BSB 5 wird jener Sauerstoffbedarf erfasst der durch Oxidation von Kohlenstoffverbindungen durch Mikroorganismen entsteht. Er zu den so genannten Summenparametern da damit keine Einzelsubstanzen bestimmt werden
Die biologische Oxidaton von Ammonium (NH 4 + ) und auch Nitrit (NO 2 - ) zu Nitrat (NO 3 - ) auch Nitrifikation genannt soll dagegen nicht erfasst werden wird im Versuch durch einen Hemmstoff unterbunden.

60 g pro Ew. und Tag

Davon können ca. 20 g in Vorklärung durch Sedimentation entfernt werden.

CSB
Chemischer Sauerstoffbedarf . Er gehört zu den so genannten da damit keine Einzelsubstanzen bestimmt werden können. CSB wird mittels der Oxidation der Abwasserinhaltsstoffe Kaliumdichromat bestimmt. Er umfasst den Sauerstoffbedarf zur eines Großteils der Kohlenstoffverbindungen. Sind im Abwasser anorganische Verbindungen wie z.B. Sulfite enthalten werden ebenfalls beim CSB miterfasst.
Dieser Parameter kann zur Bilanzierung der herangezogen werden.

120 g pro Ew. und Tag

Stickstoff
Liegt im Rohabwasser hauptsächlich als organisch Stickstoff als Ammonium-Stickstoff NH 4 + -N und zu geringen Anteilen als NO 3 - -N und NO 2 - --N vor.

10 bis 12 g pro Ew. Tag

Phosphor
Liegt als organisch gebundener Phosphor oder 4 -P vor.

ca. 2 5 g pro E Tag.

Weitere hilfreiche Webseiten

Kläranlagen Tipps-Wartung-Vermittlung




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