Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Das Kloster Werden an der Ruhr befand sich in der heute zur Essen gehörigen Siedlung Werden. Es bestand von 800 bis ins Jahr 1803 als Benediktinerabtei .
Die Anfänge Werdens liegen in der der Wende vom 8. zum 9. Jahrhundert sind untrennbar mit der Person des Heiligen Missionars Liudger (*ca.742-†809) verbunden. In Nachahmung seiner Vorgänger und Gregor von Utrecht wirkte der um 742 in Westfriesland geborene Liudger zunächst in Friesland dann nach der Eroberung Sachsens durch Karl den Großen in Westfalen von Münster aus. Zu Beginn des Jahres 796 man der urkundlichen Überlieferung also vor 1200 erschien Liudger an der unteren Ruhr wo er nach umfangreichen Landerwerbungen durch Kauf oder Tausch auf seinem Erbgut gegen ein Kloster gründen konnte: das Kloster Werden.
Der Ort befindet sich auf dem Ufer der Ruhr auf einer dort erweiterten hochwasserfreien Talsohle die in ein von Bächen Klemensborn) durchzogenen Seitental übergeht. Er liegt damit einer Übergangsstelle des hier etwa in nord-südlicher laufenden Flusses. Nach Süden und Osten steigt umliegende Niederbergische Hügelland bis zu einer Höhe über 140 m an. Durchlässe gewähren hier Anschluss Werdens an das mittelalterliche Straßensystem der Straße (Verbindung Nord-Süd) während der Ruhrübergang den mit dem Hellweg (Verbindung West-Ost) verband.
Die Leitung des so begründeten Werdener stand dabei der Familie Liudgers zu zunächst zu seinem Tod ( 809 ) dem Heiligen selbst dann seinem Bruder I. ( 809 - 827 ) und den Liudgeriden Gerfrid ( 827 - 839 ) Thiatgrim ( 840 ?) Altfrid ( 840 - 849 ) und Hildigrim II. ( 853 / 864 - 886 ). Durch die Liudgeriden war Werden in mit den Bischofssitzen von Münster (bis 849 ) bzw. Halberstadt (bis 886 ) verbunden; auch das Zusammengehen von Werden Helmstedt könnte in diese Zeit fallen. Die Wirren nach der Mitte des 9. Jahrhunderts dann das Ende des Eigenklosters liudgeridischer Prägung Zwar wurde mit Hildigrim II. 853 / 864 noch einmal ein Liudgeride Abt von doch fiel in seine Amtszeit das vom König Ludwig dem Jüngeren ( 876 - 882 ) erbetene Privileg über Königsschutz Immunität und Abtswahl wobei die Wahl durch die Mönche ersten Mal nach dem Tod Hildigrims II. 886 ) durchgeführt wurde. Die Zeit der Werdener hatte begonnen.
Vom 10. bis ins 12. Jahrhundert dann das Kloster eine günstige Entwicklung. Die gefälschten) Privilegien der deutschen Könige und Kaiser ottonischer salischer und frühstaufischer Zeit stärkten dabei Verbindung zwischen dem Kloster und den Herrschern deren Schutz sich das Reichskloster Werden jetzt Die materielle Grundlage des Klosters abzulesen in schon aus früher Zeit überlieferten Registern der Grundherrschaft und am Besitz in der näheren (Werden Friemersheim) in Westfalen Ostsachsen ( Helmstedt ) und Friesland war beträchtlich muss aber wohl im Jahrhundert stagniert haben wie aus Verwaltungsmaßnahmen der Gerold ( 1031 - 1050 ) und Gero ( 1050 - 1063 ) zu erschließen ist. Dem entsprach vielleicht der schlichtere und strengere Lebensstil den das unter Einfluss zunächst der Gorzer dann der Siegburger Regeln zu dieser Zeit und bis 12. Jahrhundert hinein erkennen lässt. Mit Abt I. ( 1151 - 1160 ) unter dem die letzten Teile des großen Werdener Privilegienbuchs angefertigt wurden fand diese Blütezeit ihr Ende wenn auch nach außen nachfolgenden Äbte stärker als je zuvor in Reichspolitik engagiert waren und ihre Kontakte zum ausbauen konnten. So war Abt Adolf I. ( 1160 - 1173 ) am Romzug Kaiser Friedrich Barbarossas beteiligt Abt Heribert II. ( 1197 - 1226 ) in den Wirren des welfisch-staufischen Thronstreits er eine bedeutende Rolle spielte von König IV. ( 1198 - 1215 / 1218 ) privilegiert und in einer Urkunde des Königs Heinrich VII. ( 1220 - 1235 ) als Fürst bezeichnet ein Hinweis auf reichsunmittelbare Stellung Werdens und auf die sich zu Beginn des 13. Jahrhunderts aus Besitz Rechten ausbildende kleine Landesherrschaft des Abts zwischen Kettwig und Heisingen Bredeney und Heidhausen.
Dem Ausbau und Erhalt dieses Territoriums die Belange des Klosters untergeordnet und so wir im 13. und 14. Jahrhundert dass von außen angestoßene) Reformen durch Abt und immer stärker hervortretendem Konvent unterblieben und Regelungen des Klosters bestenfalls wirtschaftliche Fragen (Präbenden Schuldendienst) Fragen der Machtverteilung (Rechte des Konvents Ämterbesetzung des Abts) betrafen. Die klösterliche Lebensweise wich zunehmend einer kanonikalen - man sprach im Jahrhundert vom Werdener Stift und seinen Stiftsherren während die Zahl der "Mönche" die spätestens dem 13. Jahrhundert nur aus edelfreien Geschlechtern immer mehr zusammenschmolz. Das 15. Jahrhundert sah den Zusammenbruch der bisherigen Ordnung. Fehlgeschlagene Reformversuche Vergabe von Verwaltungsaufgaben an Laien und Durchführung Gottesdienste durch Weltgeistliche sowie eine wachsende Schuldenlast gleichzeitigem Verlust an Gütern und Einkünften führten trotz des Widerstands des Abts und der zwei noch verbliebenen Konventualen zur Reform des durch die Bursfelder Kongregation im Jahre 1474 . Als Administrator übernahm es der Kölner Adam Meyer ( 1474 - 1477 ) die Verhältnisse in der Werdener Abtei der langen Zeit des Verfalls wieder zu Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts waren unter den Äbten Dietrich Hagedorn ( 1477 - 1484 ) und Antonius Grimholt ( 1484 - 1517 ) die Grundlagen für das Weiterbestehen der in der frühen Neuzeit gelegt.
Auch vom 16. bis zum 18. verlief die Geschichte des Werdener Klosters alles als in ruhigen Bahnen. Zwar behaupteten Abt Mönchsgemeinschaft weiterhin ihr kleines Territorium an der Ruhr gegen die Werden und den Klostervogt den umfangreichen Besitz in Norddeutschland doch sorgt Vordringen der Reformation (seit 1550 ) für Unruhen ebenfalls die Übernahme der über das katholische Kloster Werden durch den Kurfürsten Ernst von Brandenburg (1609). Im Dreißigjährigen Krieg ( 1618 - 1648 ) kann sich die Mönchsgemeinschaft unter dem und ?kaiserlichen General-Kriegs-Kommisarius? Hugo Preutaeus (1614-1646) behaupten der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts arrangieren preußischer Vogt und katholischer Abt miteinander. Barocke Tuchmachereien und Kohlebergbau prägen die wirtschaftliche Entwicklung im 18. Jahrhundert beispielsweise unter den Äbten von Geismar ( 1706 - 1718 ) Benedikt von Geismar ( 1728 - 1757 ) oder Anselm Sonius ( 1757 - 1774 ). Die Abtei ist dann in den 1802 / 1803 säkularisiert worden und wurde endgültig - dem Zwischenspiel des französischen Großherzogtums Berg ( 1808 - 1815 ) - preußisch ( 1815 / 1816 ).
Mit der Säkularisation fiel auch das Territorium an Preußen. Hier hatte der (spät-) Abt seine nicht unumstrittene Landesherrschaft ausgeübt. Bedroht eingeschränkt wurde diese nämlich von den mächtigen der Werdener Äbte. Insbesondere über das Mittel Kirchenvogtei versuchten die Grafen von Altena (Westfalen) bzw. von der Mark Einfluss auf Werdener Verhältnisse zu gewinnen trafen dabei aber 13. Jahrhundert auf den entschiedenen Widerstand der Erzbischöfe; die Streitigkeiten um die (Neu-) Isenburg des 13. Jahrhunderts) seien diesbezüglich genannt. Werden zu einem Pufferstaat zwischen den beiden Machtblöcken Mit der Schlacht von Worringen ( 1288 ) und der Niederlage des Kölner Erzbischofs von Westerburg änderten sich allerdings die Machtverhältnisse die Abtei suchte nun offen die Anlehnung die Grafen von Mark ihre Vögte. Der Verfall der Abtei verstärkte zudem in der den Einfluss der Märker im Werdener Territorium. machte sich nicht zuletzt im Verhältnis von und Abt zur sich ausbildenden Stadt Werden
Die Anfänge der Stadt Werden liegen im dunkeln doch kann gemutmaßt werden dass schon bald neben dem Kloster das ja bedeutender Wirtschaftsfaktor für seine Umgebung war eine Siedlung mit Markt Kaufleuten und Handwerkern etablierte. 12. Jahrhundert bezeugen dann vereinzelte Quellenhinweise - die Bezeichnung der Siedlung als civitas und Nennung einer (Stadt?-) Mauer - die Entwicklung zur Stadt. 1256 - wohl nach Ausschaltung des vom abhängigen Stadtvogts ( 1240 ) - privilegierte Graf Otto von Altena ( 1249 - 1262 ) die Werdener Bürger für die er ausdrücklich als Verteidiger ihrer Freiheit (gegen den einsetzte. Dagegen war die Übereinkunft "über die und Befestigung der Stadt" (sog. Stadtgründungsurkunde vom Juli 1317 ) zwischen dem unter Druck geratenen Grafen II. von der Mark ( 1308 - 1328 ) und dem Werdener Abt Wilhelm II. 1310 - 1330 ) ein Kompromiss der dem Abt als und Landesherrn wichtige Rechte in der Stadt Zoll Rechte bei der Aufnahme von Juden ?Wucheren?) sicherte. Abt und Abtei wurden aber der Folgezeit weiter aus der Stadt herausgedrängt. älteste Werdener Stadtrecht (vom 25. November 1371 ) erließ der Vogt Engelbert III. von Mark ( 1347 - 1391 ) ohne Beteiligung des Abts; es verfügte die Gründung dreier Gilden und regelte die von Bürgern in die Stadt. Eine gewisse der vogteilichen Machtstellung ergab sich dann ein Jahr später als Engelbert erklärte außer der keine weiteren Recht in der Stadt und Gericht von Werden zu besitzen. Im 15. - der Verfall der Abtei machte es - gewann die Stadt weiter an Einfluss: Brückengeld Mauerbau und die Befestigung der Ruhrbrücke nun zum Aufgabenbereich einer städtischen Selbstverwaltung an Spitze Rat und Bürgermeister standen. Mit 700 800 Einwohnern (einschließlich der Stiftsangehörigen) war Werden ein bescheidenes Städtchen innerhalb eines ebenso bescheidenen Dabei blieb es im Wesentlichen ? trotz und protestantisch-preußischer Kirchenvogtei - in der frühen
Vergessen werden darf darüber nicht dass Werdener Äbte während des ganzen Mittelalters und frühen Neuzeit gleichzeitig Leiter des Helmstedter Klosters sind. Auch in Helmstedt erwuchs ihnen spätestens seit der Mitte 12. Jahrhunderts eine Stadt die nach der von 1200 (im deutschen Thronstreit) um 1230 erstmals wurde und im Laufe des 13. Jahrhunderts selbständig vom Werdener Abt als Stadtherrn wurde. stadtherrlichen Rechte gingen dabei auf den Rat und auf die welfischen Herzöge über wobei seit 1180 die Kirchenvogtei über das Kloster besaßen ihnen 1490 formell Helmstedt abgetreten wurde. Gegen Ende 15. Jahrhunderts soll dabei die Einwohnerzahl der annähernd 3000 betragen haben. Das Helmstedter Kloster im späten Mittelalter in den Sog des der Werdener Abtei. Die Äbte - sowieso vom Werdener Konvent gewählt - kümmerten sich noch oder nur unzulänglich (Streitigkeiten mit der um die Angelegenheiten im weit entfernten Helmstedt. daher hielt auch die Bursfelder Kongregation und Reform erst 1481 dort Einzug und konnte dem Neuaufbau des Klosters beginnen. Doch war der frühen Neuzeit das Helmstedter Ludgerikloster nunmehr einer "Landstadt" im Territorium der welfisch-braunschweigischen Herzöge bedroht durch eine protestantische Umgebung. Mit Werden das Helmstedter Kloster dann das Schicksal der ( 1802 / 1803 ).
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