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Kommunismus


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Die Neutralität dieses Artikels ist umstritten. Siehe Wikipedia:Neutraler Standpunkt . Malula 19:06 31. Mär 2004 (CEST)

Kommunismus ( lat. communis = "gemeinsam") bezeichnet

  1. eine von Karl Marx begründete politische und wirtschaftliche Theorie die die bürgerliche Gesellschaft als ausbeuterisches verurteilt.
  2. die als Konsequenz aus 1. angestrebte in der "jeder nach seinen Fähigkeiten" tätig und "jedem nach seinen Bedürfnissen" der produzierte offen stehen solle.
  3. die Bewegung die sich diesem Ziel hat;
  4. In der frühen Soziologie sind auch andere "Kommunismus"-Begriffe erarbeitet worden unten).

Inhaltsverzeichnis

Theorie

Die von Marx geprägte Lehre des entstand im 19. Jahrhundert als Kritik und Gegenentwurf zum herrschenden kapitalistischen Wirtschaftssystem das nach Ansicht der Kommunisten der Ausbeutung der Arbeiterklasse durch die Kapitalistenklasse beruht. Der bürgerlichen Staatsgewalt warfen sie Absicherung dieser Unterdrückung mit Recht und Ordnung Um die Umsetzung dieser Ziele zu garantieren sich die bürgerliche Herrschaft einer allgegenwärtigen Überwachung Sicherheitskräfte in Verbindung mit harten gewaltsamen Strafen Regelverstößen außerdem der politischen Gesinnungskontrolle ( Verfassungsschutz ) und einer umfassenden Propaganda .

So sind im bürgerlichen Recht alle ideell gleichgestellt. Nach kommunistischer Auffassung bemäntelt das nur den Gegensatz von Arm und Reich stellt ihn sogar her: Die Gleichbehandlung von materiell ungleich Ausgestatten sorge dafür sich die Unterschiede auswirkten - zum Schaden Lohnarbeiter. Mit dem Recht auf Eigentum werde die Besitzlosigkeit der breiten Massen weil sie so von der Verfügung über Produktionsmittel getrennt seien. Darum sei die bürgerliche Freiheit auch nur so viel wert wie ökonomischen Mittel der Personen: Für die mittellosen bedeute sie den Zwang ihre Arbeitskraft den zur Ausbeutung anzubieten. Laut Marx ist der "frei in dem Doppelsinn daß er als Person über seine Arbeitskraft als seine Ware daß er andererseits andre Waren nicht zu hat los und ledig frei ist von zur Verwirklichung seiner Arbeitskraft nötigen Sachen." (Karl " Das Kapital " Berlin/DDR 1962 S. 183).

Die bürgerliche Demokratie lehnen Kommunisten als politischen Überbau dieser ab: Mit der Rechtsordnung stehe die Herrschaft Eigentums fest zur Wahl stehe nur noch exekutive Ausschuss. Die Interessen des Individuums würden den Interessen des Gemeinwesens untergeordnet: Im Dienste Wirtschaftswachstums sollen die Profite der Kapitalisten steigen und die Arbeit ausfallen. Diese Rechnung ginge zu Lasten der aus die für einen beschränkten Lohn möglichst und möglichst intensiv arbeiten müssten. Diametral entgegen liberalen Demokratie steht die kommunistische Vorstellung einer gesellschaftlichen worin die freie Entwicklung eines jeden die Entwicklung aller ist" (Karl Marx/ Friedrich Engels Das Kommunistische Manifest " in: MEW 4 Berlin/DDR 1959 S. Marx und Engels empfahlen den Arbeitern für die Abschaffung bürgerlichen Demokratie zu stimmen und eine kommunistische einzuleiten. Sie hätten dann allerdings mit einer rebellion" (Pro-Sklaverei-Revolte) der alten Mächte zu rechnen.

Marx trat dafür ein "alle Verhältnisse in denen der Mensch ein erniedrigtes ein ein verlassenes ein verächtliches Wesen ist" (Karl "Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung" in: 1 Berlin/DDR 1976 S. 385). Dafür müssten Proletarier das Privateigentum an den Produktionsmitteln abschaffen und eine Planwirtschaft zur bestmöglichen Versorgung aller mit möglichst Aufwand einrichten.

Die kommunistische Lehre stellt die bürgerliche unter den Verdacht die Mehrheit ihrer Mitglieder in eine relative Armut zu stürzen und unbillige Gewalt für ihren Erhalt zu brauchen. der Entwicklung des modernen Sozialstaats und der Abmilderung der Klassengegensätze verlor These an Überzeugungskraft.

Die politische Losung „Kommunismus“ stehe demgegenüber den Anspruch auf eine für das Individuum Gesellschaft beanspruchen gleichwohl die verschiedensten politischen Bewegungen vielleicht einzige inhaltliche Gemeinsamkeit die Berufung auf darstellt weiterhin für sich.

Praktische Umsetzung

Gänzlich unberücksichtigt blieb in den letzten die Schreckensbilanz der Verbrechen kommunistischer Diktaturen. Die Verbrechen als «Klassenmord» im Gegensatz zum « » an den Juden während der nationalsozialistischen legen die Analogie eines «roten Holocaust» nahe. Analogie ist hierbei weder Apologie noch Gleichsetzung.

Bewegung

Die kommunistische Kritik stellt die bürgerliche unter den Verdacht die Mehrheit ihrer Mitglieder eine relative Armut zu stürzen die allgemein Fällen von absolutem Elend notwendig hervorzurufen und jede Menge unbillige Gewalt für ihren Erhalt brauchen. Die politische Losung „Kommunismus“ steht demgegenüber den Anspruch auf eine für das Individuum Gesellschaft. Dieses Ziel beanspruchten - und beanspruchen die verschiedensten politische Bewegungen für sich deren einzige inhaltliche Gemeinsamkeit die Berufung auf Marx

Bis Mitte des 20. Jahrhunderts berief z.B. die kontinental-europäische Sozialdemokratie auf Marx; auch die Gewerkschaftsbewegung war lange mehrheitlich marxistisch orientiert. In Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg erfreuten sich Theorien auch unter westlichen Intellektuellen vor allem Frankreich und Italien großer Beliebtheit. Bis heute in vielen Ländern kommunistische Parteien und Gruppierungen nach dem Fall der Sowjetunion stark an verloren haben. Der indische Bundesstaat West-Bengal hat Regierung die sich heute noch "kommunistisch" nennt faktisch wohl auch sozialdemokratisch ist).

Kommunismus im Sinne der von Marx Gesellschaftsform wurde historisch nie umgesetzt; allerdings behauptete Marxismus-Leninismus die Länder des „real existierenden Sozialismus “ befänden immerhin auf dem Weg zu Übergangsstufe zwischen Kapitalismus und Kommunismus.

Kommunisten in staatlichen Ämtern

In Russland wurde nach dem Sturz des Zaren 1917 mit der Sowjetunion ein sich am Marxismus-Leninismus orientierender Staat errichtet der als "realexistierender den Anspruch erhob die wahre kommunistische Lehre repräsentieren. Als Ergebnis des zweiten Weltkriegs geriet Osteuropa unter sowjetische Kontrolle die dort ähnliche unter Kontrolle der jeweiligen Schwesterparteien installierte.

Die Staatsparteien des Realsozialismus bezeichneten sich als „kommunistische“ bzw. „sozialistische“ allerdings behaupteten sie nicht sie hätten schon Kommunismus eingerichtet: Sie sahen ihr System als in der noch einige Einschränkungen und herrschaftliche vonnöten seien. Dies entschuldigten sie mit der durch "konterrevolutionäre kapitalistische Interessen" von außen und und mit dem Versprechen letzten Endes würde Diktatur des Proletariats (also eben der proletarischen zur Aufhebung der Klassen und zum Absterben Staates führen.

Dieser Ostblock konnte sich im Ost-West-Konflikt zunächst zum großen weltpolitischen Gegenspieler der USA aufschwingen. Im letzten Drittel des Zwanzigsten brach er unter seiner mangelnden Anpassungsfähigkeit an Wandel der Zeiten und seiner wirtschaftlichen Ineffizienz Marxistisch-leninistisch geprägte aber sich vom sowjetischen Modell Regierungsformen entstanden in der Volksrepublik China Albanien und Jugoslawien während eine Reihe von Entwicklungsländern wie Kuba eher dem sowjetischen Modell folgte.

Volksrepublik China

In der Chinesischen Kulturrevolution rief Mao zu einer gewaltsame Umstrukturierung gesamten Gesellschaft auf. Durch die politischen Säuberungen die versuchte Beseitigung der "Klassen" kam es der ungefestigten neuen Gesellschaftsordnung zu Fehlplanungen und Dem gegenüber mussten gebildete Personen wie z.B. und Ärzte rein körperliche Arbeit verrichten. Für Umsetzung dieses Umsturzes bestehender Ordnung sorgten die aus Schülern und Studenten bestehenden Roten Garden. kämpften die Roten Garden oft äußerst handgreiflich alte Traditionen und Kultur. Sie verwüsteten Geschäfte drangen in Wohnungen ein und zwangen die Bewohner bürgerliche Verfehlungen zu gestehen oder brachten um. Diese angebliche Herrschaft des Proletariats wurde dann von der Volksbefreiungsarmee beendet. brach dann eine Epoche der Reformen an bis heute anhält. China versucht ein Ein-Parteien-System einer kapitalistischen Wirtschaftsform zu verbinden.

Kambodscha

Ein besonders blutiges Beispiel bildet die der Roten Khmer in Kambodscha . Pol Pot meinte daß die bisherigen sozialistischen Regimes scheiterten daß die beteiligten Menschen nicht sozialistisch waren und so den Sozialismus nicht leben konnten. Daraus zog er Schlussfolgerung daß eine sozialistische Gesellschaft nur dadurch werden könne indem man den sozialistisch erzogenen und Jugendlichen die Macht gibt und jeden mit Bildung einsperrt oder tötet.

Entwicklung in Deutschland

Sozialistische Bewegungen wurden im Kaiserreich als diffamiert und politisch und polizeilich bekämpft. Nach ersten Weltkrieg gelangte die Sozialdemokratie an die Regierung während die zur 1918/19 gegründete KPD (Kommunistische Partei Deutschlands) sich nach Moskau und in scharfer Ablehnung der Weimarer Republik ( Sozialfaschismusthese ). Im Dritten Reich wurden die kommunistischen verboten und viele ihrer Anhänger und Mitglieder verfolgt und in KZs gebracht.

Im Nachkriegsdeutschland verfügte das Bundesverfassungsgericht gegen die KPD 1956 wegen ihrer Gegnerschaft zur Freiheitlich-Demokratischen Grundordnung ein Parteiverbot und die Auflösung der 12 Jahre später wurde als Nachfolgepartei die DKP gegründet die allerdings nie die Bedeutung KPD erreichte.

Eine ähnliche Entwicklung geschah in der Schweiz mit dem Verbot der KPS ( 1939 ) und der Gründung der PdA (Partei Arbeit) ( 1944 ) schon viel früher. 1968 wurde unter dem Namen KPD-ML eine maoistischen Lehre nahestehende kommunistische Partei gegründet.

Die SPD wandelte sich mit dem Godesberger Programm 1959 von einer Klassenpartei zur Volkspartei und die Reste kommunistischer Programmatik

Die aus der SED hervorgegangene PDS sieht sich in Teilen immer noch der kommunistischen Tradition stehen.

Bekannte Vertreter des Kommunismus

Karl Marx
Friedrich Engels
Rosa Luxemburg
Karl Liebknecht
Clara Zetkin
Che Guevara
Fidel Castro
Lenin
Leo Trotzki
Erich Honecker
Mao Tse Tung
Ernst Thälmann
Bertolt Brecht
Antonio Gramsci
Pablo Neruda
Stalin

Verwandte Begriffe

Kommunistische Partei
Marxismus
Leninismus
Maoismus
Stalinismus
Trotzkismus

Abweichende "Kommunismus"-Begriffe in der Soziologie

Ferdinand Tönnies bezeichnet in Gemeinschaft und Gesellschaft (1887) im Untertitel den Kommunismus als Kulturform"; dieser "Communismus" ist nach seiner Theorie nur gemeinschaftlich möglich; hingegen geht es in gesellschaftlichen Zusammenhängen immer nur um den "Socialismus". bei ihm zwar "Gesellschaft" aus "Gemeinschaft" hervorgehen er den umgekehrten Prozess aber als unmöglich kann bei ihm aus Sozialismus auch nie werden. Auch Max Weber sieht Kommunismus als Vergemeinschaftung wenn er z. B. den "Familienkommunismus" und den "Mönchskommunismus" weist.

Siehe auch:

  • KPD (Kommunistische Partei Deutschlands)
  • KPdSU (Kommunistische Partei der Sowjetunion)
  • KPÖ (Kommunistische Partei Österreichs)

Weblinks




Bücher zum Thema Kommunismus

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