Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Komputistik ist die mittelalterliche Kalender - und Osterrechnung die zur Berechnung des Osterfestes bzw. dem Ostersonntag diente.
Das ab dem 2. Jahrhundert erst (quartodezimanisches) christliches Passahfest erfassbare Ostern als Tag der Wiederauferstehung Christi sollte zum Hauptfest der christlichen Kirche Basierend auf den heilsgeschichtlichen Begebenheiten des Abendmahls der Kreuzigung und Auferstehung Christi stand zunächst Abendmahlsfeier in der Osternacht (Ostervigil) im Vordergrund. Zergliederung des Osterfestes in Abendmahl Karfreitag Grabesruhe Ostersonntag (ab dem 4. Jahrhundert ) führte einer stärkeren Betonung des Leidens- und Auferstehungsgedankens auch im eschatologischen Zusammenhang der Parusie . Nicht zuletzt war aber solch eine der österlichen Einheit von Leiden Tod und Christi ein Ausgangspunkt zur Herausbildung des Osterfestkreises. deutsche Name "Ostern" soll dabei - u.a. Erklärungen zufolge - auf eine germanische Göttin auf die im Osten auftauchende Morgenröte zurückzuführen Dagegen lassen sich Bezeichnungen wie Passah Paschen Pasen leicht aus dem jüdischen "Passah" erklären. Ostern fällt in die Zeit des beginnenden Das Wiedererwachen der Natur entspricht also der Christi aber auch (abergläubischen) Fruchtbarkeitssymbolen (wie die Mittelalter wohl nicht belegten Ostereier und -hasen). werden muss noch - auch im Zusammenhang einem Jahresbeginn zu Ostern (Paschalstil) - die Bedeutung des Osterfestes hinsichtlich von Abgaben und in Mittelalter und früher Neuzeit.
Die innerkirchlichen Streitigkeiten um eine richtige des Ostertermins nennen wir Oster(fest)streit. Schon seit beginnenden 2. Jahrhundert sind Unterschiede in der Praxis beim Feiern des Osterfestes feststellbar. Diese sollten bis in das 8. Jahrhundert anhalten. zu diesem Zeitpunkt hatte sich der 532-jährige Osterzyklus auch in ganz Europa durchgesetzt. Die des Ostertermins war damit erreicht. - Wir im Osterfeststreit eine qualitative und eine quantitative feststellen. Bei der qualitativen ging es u.a. folgende Fragestellungen: Ostertermin an einem Sonntag; zeitliches von Ostern und Passah; Beachtung der Tag- Nachtgleiche; Einheitlichkeit in der Osterrechnung. Auf der Ebene wurden Ostertafeln und Osterzyklen erprobt und Somit kristallisieren sich folgende Richtungen (u.a. Häresien) Quartodezimaner (Passah-Ostern [= Todestag Christi] als Nisan 2. Jahrhundert ; Palästina Syrien Kleinasien); Novatianer Protopaschiten (Ostern "mit den Juden" Ostern am nach Nisan 14 egal ob vor oder dem Äquinoktium; 3. bzw. 4. Jahrhundert ; Syrien Kleinasien); Montanisten (Ostern am Sonntag nach 6.4. bzw. am 6.4.; 2./4. Jahrhundert; Kleinasien); (Ostern am 25.3.; 5. Jahrhundert); irischer Osterzyklus 6./7. Jahrhundert; Irland England). Demgegenüber setzt sich im 2. Jahrhundert (z.T. mit dem Osterfest der Sonntag als Festtag in Jerusalem Alexandrien Rom durch. Seit dem Beginn des 3. bemüht man sich das Osterfest mit Hilfe Osterzyklen vorauszubestimmen. Miteinander konkurrierende Osterzyklen sind z.B. alexandrinische und der 84-jährige römische Zyklus der nach der Übernahme der alexandrinischen Berechnungsmethode durch in Irland und England zunächst vorherrschend blieb. Gallien zeigte die dort vom 5. bis 8. Jahrhundert verwendete Osterberechnung des Victorius von ebenfalls Abweichungen vom alexandrinischen 532-Jahres-Zyklus. Ein 95-Jahres-Zyklus noch im 6. Jahrhundert in Italien und benutzt ein 112-jähriger Osterzyklus in Gallien und (Ostertafeln Osterzyklen). - Fassbar wird der Streit den richtigen Ostertermin in den Jahren 387 444 und 455. In Rom wurde Ostern 21.3.387 und 25.3.417 gefeiert in Alexandrien am bzw. am 22.4.417; im Jahre 387 feierten viele Kirchen Ostern am 18.4. Bzgl. der 444 und 455 setzte Papst Leo der Große nach langem Hin und Her das Osterdatum durch. Für den Termin des Ostersonntages aber gemäß den Beschlüssen des Konzils von Nicaea (u.a. lt. Beda Venerabilis ): Der Ostersonntag ist der Sonntag unmittelbar dem ersten Frühlingsvollmond. Daraus folgt: 1. Ostern auf einen Sonntag fallen; 2. Ostern wird der Tag- und Nachtgleiche gefeiert; 3. Ostern nach dem Frühlingsvollmond begangen der auf die und Nachtgleiche fällt oder der der erste der Tag- und Nachtgleiche ist.
Aus Beschlüssen von Nicaea folgt die Osterrechnung innerhalb des Julianischen Kalenders . Die mittelalterlichen Gelehrten hatten dabei eine von Kennziffern zur Verfügung die die Lage Jahres innerhalb des 28-jährigen Sonnenzirkels und des Mondzyklus festlegten und zur Ermittlung des Ostersonntags Die Kennziffern waren u.a.: Claves terminorum Epakte Goldene Zahl Indiktion Inkarnationsjahre Konkurrente Lunarbuchstaben Osterbuchstaben Ostergrenze Regulare Sonntagsbuchstabe. Die Kennzahlen fanden bei der abzählend mittelalterlichen Komputistik Verwendung. Dem induktiv-sequentiellem Rechnen des entsprechend traten schon früh Tabellen zur Osterberechnung Diese Ostertafeln also die Fortschreibung der Ostertermine Jahr zu Jahr basierten u.a. auf (spätantiken) Von den Osterzyklen sind die wichtigsten: 1. (8-Jahres-Zyklus; 2. Jahrhundert); 2. 16-Jahres-Zyklus (16=2*8; Hippolyt Rom 3. Jahrhundert Anfang); 3. 76-Jahres-Zyklus (532/7=76; 3. Jahrhundert Ende); 4. 84-Jahres-Zyklus (84=3*28; Laterculus Augustalis 3.Jahrhundert; ältere Supputatio Romana 4. Jahrhundert Chronograph von 354; jüngere Supputatio Romana 4. 2.Hälfte); 5. 95-Jahres-Zyklus (95=5*19; Kyrillos von Alexandrien Jahrhundert); 6. 112-Jahres-Zyklus (112=7*16; verbreitet in Gallien Jahrhundert); 7. 532-Jahres-Zyklus (532=19*28; Victorius von Aquitanien Mitte; Dionysius Exiguus 6. Jahrhundert 1.Hälfte; Beda Venerabilis 8. Anfang). Die Ostertafeln hatten einen unterschiedlichen Aufbau. nach Jahren gegliedert gab z.B. die Ostertafel Kyrillos das Jahr gemäß der Diokletianischen Ära worauf Indiktion Epakte Konkurrente Jahr im Mondzyklus des Vollmondes Ostersonntag und das Mondalter am folgten. Die Zeitzer Ostertafel (um 447) gibt Jahreskennung das entsprechende Konsulat an Dionysius Exiguus Jahre nach der Inkarnationsära ebenso Beda Venerabilis. „Laufzeit“ der Ostertafeln war recht verschieden und sich meistens an den zugrunde liegenden Zyklen. Ostertafel des Dionysius bezog sich auf die zwischen 513/531 und 626 also über 114 Jahre. Neben anderen (früheren) Komputisten sollte Beda diese Ostertafel bis zum Jahre 1063 (=531+532) Im Verlauf von Spätantike und Mittelalter entstand (katholische) Kirchenjahr in dem Ostern und die von abhängigen beweglichen Feiertage (Herrenfeste) im liturgischen Mittelpunkt Der Osterfestkreis als Teil des Kirchenjahres besteht den dem -> Ostersonntag in einer festen Distanz vorangehenden bzw. nachfolgenden Festtagen. Das sind auf ein -> Gemeinjahr) u.a.: Septuagesimae (-63 Esto mihi (-49 d) Aschermittwoch (-46 d) (0 d) Himmelfahrt (+39 d) Pfingsten (+49 Trinitatis (+56 d) Fronleichnam (+60 d) (d=Tag; vor Ostern; +: nach Ostern). Die Zeit Septuagesimae und Aschermittwoch heißt dann Vorfastenzeit die Aschermittwoch bis Ostern 40-tägiges Fasten (Quadragesima) die Ostern und Pfingsten 50-tägige Osterzeit (Quinquagesima). Septuagesimae der 9. Sonntag vor Ostern Esto mihi letzter Sonntag der Vorfastenzeit) der 7. Pfingstsonntag 7. nach Ostern Trinitatis der 8. Nur mit dem Osterfestkreis verbunden sind die Daten Quatember . Die durch die vier Jahreszeiten bestimmten liegen dabei eine Woche nach Aschermittwoch am nach Pfingsten am Mittwoch zwischen dem 15.9. 21.9. und am Mittwoch zwischen dem 14.12. 20.12. Im Kirchenjahr sind die Quatember durch Fastenzeiten (Quatemberfasten) ausgezeichnet.