Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMittwoch, 19. Dezember 2018 

Kongokonferenz


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Die Kongokonferenz fand 1884 / 85 in Berlin statt. Sie wird deshalb allem im englischen Sprachraum auch als Berliner bezeichnet (nicht zu verwechseln mit dem Berliner Kongress 1878 ). Ihr Schlussdokument die Kongoakte bildete die Grundlage für die Aufteilung in Kolonien .

Inhaltsverzeichnis

Frühe Kolonialzeit

Seit den Entdeckungsfahrten des 15. Jahrhunderts hatten zunächst Portugal und Spanien später auch Frankreich und Großbritannien zeitweise sogar Brandenburg Stützpunkte an den Küsten Afrikas sowie Inseln in Besitz genommen. Diese dienten hauptsächlich Handel insbesondere mit Sklaven aber auch mit Elfenbein Tropenholz und anderen Produkten Afrikas. Vorstöße ins Afrikas wurden keine unternommen Afrika blieb der dunkle Kontinent .

Die tropischen Gebiete Afrikas wurden durch die Erfindung Dampfmaschine wirtschaftlich uninteressanter für Europa da die unattraktiv geworden war und der Sklavenhandel in bekämpft wurde. Mit zunehmender Industrialisierung wurden jedoch Pflanzenfette wie Erdnusskerne und Palmöl zur Seifenherstellung interessant.

Nach dem Verlust der amerikanischen Kolonien die Briten sich neben Australien nach anderen neuen Gebieten umzusehen. Mungo Park war 1795 der erste einer im Verlauf des 19. Jahrhunderts immer größeren Zahl europäischer Afrikaforscher die das Innere des Kontinents erkundeten. meisten Forscher hatten wissenschaftliche Ziele später wurden mit wirtschaftlichen und politischen Interessen ihrer Auftraggeber Die Eingeborenen wurden dabei meist als "Wilde" deren Rechte mehr oder weniger ignoriert werden

Die ersten Kolonialisierungsversuche begannen in den Gebieten im Süden und Norden. Im Kapland sich seit 1652 niederländische Siedler niedergelassen die nach der des Landes durch Großbritannien (1806 1815 endgültig ins Landesinnere auswichen ( Großer Treck 1835 ). Im Norden besetzte Frankreich 1830 Algerien und brachte das Land bis 1857 weitgehend unter seine Kontrolle. Auch Algerien Siedlungskolonie für Europäer.

In Liberia entstand 1822 eine Siedlungskolonie freigelassener US-amerikanischer Sklaven die 1847 als Staat konstituierte. In Südafrika wurden 1843 1852 und 1854 die Burenstaaten Natal Transvaal und Oranje-Freistaat gegründet. Im Innern Afrikas bildeten sich europäischem Einfluss zahlreiche neue Reiche die in meist von islamischen Dynastien regiert wurden. 1859 bis 1869 wurde der Suez-Kanal gebaut und rückte Ostafrika damit näher Europa heran.

Vorgeschichte der Konferenz

Anfang der 1880er Jahre nahm das europäische Interesse an stark zu. Henry Morton Stanley hatte mit der Erforschung des Kongobeckens 1874 bis 1877 den letzten großen weißen Fleck von Landkarte Afrikas beseitigt. 1878 wurde er von Leopold II. eingeladen dem König von Belgien der 1876 eine Internationale Afrikanische Gesellschaft gegründet die die Erforschung und Zivilisierung zum Ziel hatte. 1878 wurde die Internationale Kongo-Gesellschaft gegründet die wirtschaftliche Ziele verfolgen sollte der Internationalen Afrikanischen Gesellschaft aber eng verknüpft war. Leopold kaufte fremden Anteile der Kongogesellschaft heimlich auf die philantropische Afrikanische Gesellschaft diente hauptsächlich zur Kaschierung der imperialistischen Ziele der Kongogesellschaft .

Von 1879 bis 1884 reiste Stanley erneut an den Kongo nicht als Reporter sondern als Abgesandter Leopolds dem geheimen Auftrag den Kongostaat zu organisieren. reiste der französische Marineoffizier Pierre Savorgnan de Brazza im westlichen Kongobecken und hisste im Brazzaville 1881 die französische Flagge. Portugal das aus Verägen mit dem einheimischen Kongo-Reich ebenfalls Ansprüche das Gebiet herleitete schloss am 26. Februar 1884 mit Großbritannien einen Vertrag der vorsah Kongogesellschaft den Zugang zum Atlantik zu versperren.

Zur gleichen Zeit drangen mehrere europäische nach Afrika vor: Frankreich besetzte 1881 Tunesien und die heutige Republik Kongo 1884 Guinea Großbritannien besetzte 1882 das nominell osmanisch Ägypten das wiederum über den Sudan und Teile Somalias geherrscht hatte. Italien nahm 1870 und erste Teile Eritreas in Besitz. Deutschland unterstellte 1884 Togo Kamerun und Südwestafrika seinem Schutz .

Die Konferenz

Leopold II. gelang es Frankreich und davon zu überzeugen dass ein gemeinsames Handeln Afrika in ihrem Interesse sei. Otto von Bismarck der deutsche Reichskanzler berief die Vertreter USA der Türkei und der europäischen Mächte Österreich-Ungarn Belgien Dänemark Frankreich Großbritannien Italien Niederlande Portugal Russland Spanien und Schweden - Norwegen (bis 1905 Personalunion) zu einer Konferenz Berlin zusammen.

Die Konferenz trat am 15. November 1884 zusammen. Stanley nahm als technischer Berater amerikanischen Delegation teil hatte aber wenig Einfluss. Konferenz endete am 26. Februar 1885 mit der Unterzeichnung der Kongoakte durch die beteiligten Staaten. Leopold II. einen großen Triumph erzielt da er seinen bekam. Bismarck hatte sich einmal mehr als Makler" bewährt sein Interessse an der Kolonialpolitik dominiert von innenpolitischen und europäischen Überlegungen.

Die Kongoakte

Die Kongoakte regelte folgende Punkte:

  • Der Kongofreistaat wurde als Privatbesitz der Kongogesellschaft bestätigt. Das Territorium der heutigen Demokratischen Kongo mit mehr als zwei Millionen Quadratkilometern damit praktisch Leoplod II.
  • Die 14 Signatarstaaten genossen Handelsfreiheit im gesamten Einzugsgebiet des Kongo sowie des Njassasees und östlich davon im Gebiet südlich 5. nördlichen Breitengrades. Das umfasst die heutigen Demokratische Republik Kongo Republik Kongo Uganda Kenia Ruanda Burundi Tansania und Malawi sowie den Großteil von Zentralafrika den Süden von Somalia den Norden von Mosambik und Angola sowie kleinere Teile von Gabun Kamerun Sudan Äthiopien und Sambia .
  • Die Flüsse Niger und Kongo wurden für die Schiffahrt freigegeben.
  • Das Verbot des Sklavenhandels wurde international festgelegt.
  • Der Grundsatz wurde festgeschrieben dass jene Macht Recht auf Erwerb einer Kolonie haben sollte es als erste tatsächlich in Besitz nahm.

Folgen

Das "Rennen um Afrika" nahm an zu. Innerhalb weniger Jahre war Afrika südlich Sahara zumindest nominell aufgeteilt bis 1895 waren noch die Siedlungskolonien Liberia Oranje-Freistaat und Transvaal Abessinien konnte sich 1896 jedoch wieder aus Kolonialherrschaft befreien und war damit der einzige Staat der unabhängig blieb. Der größte Teil Sahara wurde französisch der Sudan nach der des Mahdi-Aufstandes und der Beilegung der Faschodakrise britisch-ägyptisches Kondominium .

Die Burenstaaten wurden im Burenkrieg 1899 bis 1902 von Großbritannien erobert. Marokko teilten sich Frankreich und Spanien 1911 Libyen wurde 1912 von Italien erobert. Die ofizelle Annexion 1914 schloss die koloniale Aufteilung Afrikas ab. Liberia und Äthiopien stand ganz Afrika unter Herrschaft.



Bücher zum Thema Kongokonferenz

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Kongokonferenz.html">Kongokonferenz </a>