Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Konrad von Marburg (* Datum unbekannt ca. 1180-90; † 30. Juli 1233 in Beltershausen bei Marburg) war erfolgreicher später Großinquisitor Machtpolitiker Beichtvater Elisabeths und ein Gründervater der Stadt und indirekt Preußens.
Es war Hochmittelalter in der Zeit der deutschen Stauferkönige als der Franziskanermönch Konrad 1214 erstmals mit Aufsehen erregenden Predigten in Öffentlichkeit Beachtung fand. Da er in den Quellen häufig [Magister]] (entspricht damals etwa dem Doktortitel) genannt wird scheint er studiert zu vermutlich an der Universität zu Paris. Dazu das Indiz dass er zunächst im Elsaß auftauchte durch das Rheinland bis nach Thüringen zog in Städten unter freiem Himmel seine massenwirksamen Kreuzzugspredigten hielt.
Damals war Jerusalem gerade erneut von Sultan Saladin eingenommen Die vorangegangenen drei Kreuzzüge in den Nahen waren offenbar gescheitert und hatten das deutsche finanziell und personell ausgelaugt hinterlassen. Der erneute des Papstes traf daher auf taube Ohren. in dieser Lage gelang es Konrad durch Rednerbegabung und das schöne Versprechen durch Kreuzzugteilnahme Monate Fegefeuer im Jenseits zu sparen Volkes Meinung Seiner Glaubwürdigkeit kam es zugute dass er sowohl das Mönchsgelübde der Keuschheit als auch der Armut einhielt also sein Talent nicht Geld machte. Viel Volk folgte ihm von zu Ort.
Der Lebenswandel in den Klöstern und den dem Adel entstammenden höheren Geistlichen war häufig verlottert. Die Reaktion darauf waren christliche wie die Katharer und die Waldenser die die biblischen Werte und Gebote ernst nehmen wollten. Die römische Kirche setzte gewaltsame Niederschlagung dieser Ketzer . Das Laterankonzil 1215 beschloss einen Delikte- und Strafenkatalog gegen Abweichler. Konrad kam in dieser Lage wie Die Kurie war von seinen mitreißenden Predigten Ketzer hellauf begeistert.
Dem Papst direkt unterstellt durfte er als offizieller Ketzer-Richter an den Bischöfen vorbei und vollstrecken. Wenig später wurde er 1215 von Innozenz III. auch noch zum obersten Strafbevollmächtigten und aller Kirchenämter in Deutschland ernannt. Im Zuge umherziehenden Tätigkeit ergab sich eine Freundschaft zur Langrafenfamilie. Er wurde zum Beichtvater der jugendlichen bestellt. Als strenger Erzieher verordnete er "Gebetsübungen Ende". Ein weiterer Machtzuwachs für Konrad bestand in dem Privileg in Stellvertretung des Landgrafen die geistlichen in Thüringen vergeben zu dürfen. Sein größter indes war es [Ludwig IV.] zu überreden in einen vierten Kreuzzug aufzubrechen.
Landgraf Ludwig starb bereits auf dem nach Palästina und ließ eine sehr junge zurück. Konrad erkämpfte für sie eine auskömmliche Die beiden zogen um von der Wartburg die Marburger Festung. Papst Gregor IX. selbst hatte Konrad per Sendschreiben zu "Defensor" also Wahrer ihrer Rechte gegenüber ihren nach dem Tod ihres Mannes und ihr Vormund bevollmächtigt. Konrad nutzte das in grausamer er nahm ihr die Kinder weg ebenso ihre Freundinnen er ließ sie häufig auspeitschen bespitzeln. Die Gesundheit der jungen Frau war nicht lange gewachsen. Elisabeth starb 1231 mit nur 24 Jahren.
Um den Leichnam der Wohltäterin der und Armen rankten sich alsbald Geschichten von Wundern. Konrad stellte folgerichtig in Rom Antrag Heiligsprechung . Es wurde dem nicht sofort entsprochen formaler Mängel". Die Zeit wurde genutzt seine auszubauen und nebenbei Marburg. Die "heilige Inquisition " in Deutschland nahm an Umfang und zu. Da Konrad in Rom unbegrenztes Vertrauen durfte er auf Dekret von Papst Gregor die Verfahren abkürzen Angeklagte ohne zeitraubende Verfahrensregeln auf den Scheiterhaufen
Da Konrad mittlerweile auch vor Grafen und Fürsten nicht zurückscheute erregte er zunehmend Hass und Widerstand in Adelskreisen. Als er Grafen Sayn als Ketzerfreund anklagte kam es einer Reichsverhandlung in Frankfurt am Main da Sayn gute Beziehungen zum deutschen König Heinrich VII. besaß. Konfrontiert mit dem König trauten die Belastungszeugen nicht ihre unter Druck zustande Aussagen zu wiederholen. Der geforderte Freispruch indes vom zaudernden König vertagt. Die Bischöfe von Mainz und Trier versuchten Konrad zu überreden Anklage von sich aus fallen zu lassen. franziskanische Großinquisitor aber stellte sich stur. Er sich mit feurigen Reden direkt an die beeinflußbaren Volksmassen. Aber diesmal verfing das bis Bewährte nicht.
Konrad sah sich mit einem Mal unerwarteten Niederlage gegenüber die in ihm Mutlosigkeit Rückzug auslöste. Das führte zu seinem selbst offiziellen Rücktritt als Großinquisitor und zur alsbaldigen Die vom König angebotene Schutztruppe wurde von trotzig zurückgewiesen. In Begleitung zweier mönchischer Vertrauter es auf Eseln zurück ins oberhessische Marburg. dem Dorf Beltershausen südlich der Stadt lauertem sechs Berittene auf die nicht gewillt waren Gnade zu gewähren. Er und seine Diener am 30. Juli 1233 von Gefolgsleuten des Grafen von Sayn
Erst nach seinem gewaltsamen Tod wurde 1235 von Rom nun doch heilig gesprochen. Marktflecken um die Marburger Burg wurde zur vergleichbar mit Santiago de Compostela oder Lourdes . Konrad hatte als kluger Machtpolitiker durchgesetzt der Deutsche Orden die Wallfahrtsstätte rund um von Elisabeth gegründete Hospital zur Verwaltung erhielt. Marburg aus ging daher später deren Eroberung Lands des heidnischen Stammes der Prussen . Das dortige Deutsch-Herren-Orden-Land wurde zur Keimzelle späteren so viel größeren Preußens . Durch die Heiligenverehrung Elisabeths und Konrads darauf aufbauende kluge wurde aus einer kleinen Siedlung rund um Festung die Stadt Marburg zwischenzeitlich hessische Residenz - und Hauptstadt.
Konrad von Marburg war ein glaubensfester Franziskanermönch dessen große Rednerbegabung ihm ermöglichte in Zeiten zum mächtigen Großinquisitor des Papstes aufzusteigen. Vertrauensstellung als Freund des thüringischen Landgrafens nutzte um als Beichtvater auch Vormundschaft über die wehrlose junge Witwe Elisabeth auszuüben. Sein gewaltätiges gegen seine Schutzbefohlene ist im Grunde unentschuldbar in dieser Zeitepoche die den Frauen keine zubilligte nicht gar so ungewöhnlich. Heute würden Taten bekannt sprächen psychologische Gutachter von Sadismus und Gefühlsrohheit sowie Machtbesessenheit und Missbrauch. tat es seinerzeit höchstwahrscheinlich in dem gutem eine Seele vor dem Höllenfeuer zu bewahren. hatte er den Nutzen daraus auch ohne dynastische Herkunft wie ein Fürst nahezu unbeschränkt Stadt und Land zu herrschen. Und als war er klug und vorausschauend so dass Stadt Marburg ausgerechnet ihm viel zu verdanken Von Konrad von Marburg ist viel geblieben trägt er seinen Beinamen zu recht.
Ploppa Hermann: Konrad von Marburg - und Großinquisitor in Marbuch 7.te Auflage 2003 (Marbuch-Vlg.) ISBN 3-9806487-1-0
Braasch-Schwersmann Ursula: Das Deutschordenshaus Marburg. Wirtschaft Verwaltung einer spätmittelalterlichen Grundherrschaft (Elwert Vlg.) ISBN 3-7708-0907-6
Busse-Wilson Elisabeth : Das Leben der Elisabeth von Thüringen.Das Abbild einer mittelalterlichen Seele Beck Vlg. 1931
Förg Ludwig: Die Ketzerverfolgung in Deutschland Gregor IX. Ihre Herkunft ihre Bedeutung und rechtl. Grundlagen in: Hist. Studien 218 1932