Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Die Kreuzzüge der christlichen Völker des Abendlands waren religiös motivierte Feldzüge die eigentlich der Befreiung Jerusalems und des Heiligen Landes Palästina aus der Hand der "Ungläubigen" dienen die aber tatsächlich schnell zur reinen Machtpolitik wurden. Der Begriff Kreuzzug wurde bald auf gegen Nichtchristen anderer Länder und gegen von Kirche als Ketzer betrachtete Menschen (siehe Albigenser)
Papst Urban II. rief 1095 zum ersten Kreuzzug auf. Der vierte Kreuzzug endete mit der Eroberung und Plünderung Konstantinopels der damals größten christlichen Stadt der durch Kreuzritter die damit den Schiffstransport durch Flotte Venedigs "bezahlten". Venedig hatte damit seinen größten Konkurrenten im dauerhaft geschwächt. Die Kreuzzüge nach Palästina endeten 1291 mit dem Fall von Akkon der letzten Kreuzfahrerbastion.
Auch Kriege gegen machtpolitische Gegner wurden mittelalterlichen Herrschern mitunter als Kreuzzug propagiert um Infragestellung der Notwendigkeit des Kriegs zu verhindern Verbündete zu gewinnen und um Plünderungen und auf Zivilisten zu legitimieren. Für manche Herrscher der Aufruf zu einem Kreuzzug außerdem ein um ihrer Ansicht nach problematische Gesellschaftsgruppen loszuwerden. folgten zahlreiche Obdachlose verarmte oder in der nicht berücksichtigte Adlige und auch Gesetzlose diesen weil sie sich in Palästina ein neues religiöse Erfüllung oder Beute erhofften.
Die Motive der Kreuzfahrer reduzieren sich nur auf religiösen Eifer; vielmehr handelten sie vielschichtigen Gründen die sich zudem im Laufe Zeit wandelten. Es handelte sich dabei um:
Aufbauend auf den Kreuzzugsaufruf Papst Urbans auf der Synode von Clermont im Jahr 1095 ("Deus lo vult" Gott will es) waren viele Kreuzfahrer überzeugt die Vertreibung der Heiden aus dem Heiligen Gottes Wille zu erfüllen und die Erlassung ihrer Sünden zu erreichen. Dies muss vor Hintergrund christlicher Propaganda über Greueltaten der islamischen gegen die christliche Bevölkerung des heiligen Landes werden und der Verwüstung christlicher Stätten beispielsweise Grabeskirche 1009 in Jerusalem. Die religiösen Motive traten Laufe der Zeit in den Hintergrund - deutlich wird das bei der Zerstörung der Stadt Konstantinopel im Vierten Kreuzzug .
Ein wesentliches außenpolitisches Problem für die Welt stellte der Islam dar der in Streben westwärts zunächst im 7. Jahrhundert das christliche Oströmische Reich angriff. In der Folge Palästina Ägypten und Nordafrika und schließlich Spanien Nachdem das oströmische Reich durch die Langobarden schon aus Mittelitalien verdrängt worden war (Fall Exarchats Ravenna) ging in kurzer Zeit der des Reichsgebietes an die Araber verloren. Kaiser Komnenos schließlich bat den Papst um Unterstützung. im Islam eine große Gefahr nicht nur das oströmische Reich gesehen wurde erklärt den militärischen Aufwand aller christlichen Mächte der damaligen Schließlich grenzte das islamisch-arabische Machtgebiet an den an Frankreich alle Mittelmeerinseln und Teile Süditaliens zeitweise von Arabern besetzt und wurden auch Rückeroberung immer wieder von ihnen angegriffen. Das Sizilien wurde ab 827 von den Arabern dann von den Normannen bis es 1189 Heinrich VI. fiel wodurch das staufische Reich ebenfalls an den islamischen Machtbereich grenzte.
Da das oströmische Reich militärisch immer wurde und islamische Truppen Städte in Kleinasien und schließlich eroberten und verwüsteten (z.B. 1080 Nicäa und 1090 Ephesos ) war der Kreuzugsgedanke auch in der eine immer wiederkehrende Komponente der europäischen Politik. wurde eine Militärexpedition erwogen um Konstantinopel im 1453 gegen Mehmet II zu verteidigen. In selben Tradition und Gedankenwelt steht die konzertierte Hilfe christlicher Mächte (z.B. das Deutsche Reich Polen) bei der Verteidigung Wiens 1683 ; als Kreuzzug im engeren Sinn werden freilich nur Expeditionen nach Palästina bezeichnet.
Der abendländische Adel erhoffte sich die neuer Besitztümer. Auch und gerade traf das die jüngeren Söhne des Adels zu die erbberechtigt waren und nun die Chance sahen über ein eigenes Gebiet zu herrschen. Das versprach sich von der Kontrolle über das Land eine massive Stärkung seiner Machtposition. Letztlich die Päpste wohl auch auf die Wiedervereinigung der bzw. auf die Kontrolle über die gehofft ( Morgenländisches Schisma ). Daneben dominierten mit Beginn des 4. auch wirtschaftliche Interessen. Das beste Beispiel für Motiv ist wohl der vierte Kreuzzug selbst von der Handelsmetropole Venedig nach Konstantinopel umgeleitet (Plünderung durch das Kreuzfahrerheer Abtransport der Beute Venedig) um den Handelskonkurrenten auszuschalten. Hier zeigt die vollständige Pervertierung des ursprünglichen religiösen Kreuzzugsgedankens andererseits auch ein Grund für die immer Wirkung der Kreuzzüge in der Verteidigung des Reichs.
im 14. Jahrhundert fanden über 50 Kreuzzüge die damals heidnischen Pruzzen und Litauer statt. Diese vom Deutschen Orden organisierten Feldzüge wurden auch als "Reisen"
im 15. Jahrhundert fanden vier Kreuzzüge gegen Hussiten statt.
Von 1443 bis 1444 fand ein mitunter als letzter Kreuzzug Feldzug gegen das Osmanische Reich statt der in der Schlacht bei scheiterte.
Peter Thorau: Die Kreuzzüge (Beck Wissen) München 2004. Knappe und günstige Einführung.
Steven Runciman: Geschichte der Kreuzzüge 3 Bde. in einem Band (dtv) 2003. Standardwerk aus den 50er Jahren auf hohem Niveau verfasst. Teils jedoch romantisierend.
Ralph-Johannes Lilie: Byzanz und die Kreuzzüge Taschenbücher) Stuttgart u.a. 2004. Der erfahrene Byzantinist Lilie untersucht die schicksalshafte zwischen dem Byzantinischen Reich und den Kreuzzügen.
Kenneth M. Setton: A History of the Crusades 6 Bde. Madison 1969 ff. Umfangreiches Sammelwerk zu allen Aspekten der Kreuzzüge. welches jedoch anders als Runciman eher Wert Details legt und als wissenschatliches Kompedium dienen Siehe Weblink unten.
Eher populärwissenschaftlich:
Peter Milger: Die Kreuzzüge Krieg im Namen Gottes" München Das Buch wendet sich den interessierten der eine reichlich illustrierte und flüssig geschriebene möchte. Es ist das Begleitbuch zu einer des Hessischen Rundfunks.
Hans Wollschläger: Die bewaffneten Wallfahrten gen Jerusalem. Geschichte der Kreuzzüge (1973) Das Buch ist ein wortgewaltiges bewusst einseitiges gegen die christlichen Gräuel. Brillanter Stil.
Konrad Erdmann: Die Entstehung des Kreuzzuggedankens. (1935)