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Kyrill und Method in Großmähren


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Dies ist ein Artikel über die der beiden Slawenapostel Cyrill und Method nach Großmähren und über ihre Folgen.

Inhaltsverzeichnis

Die Einladung

Etwa 861 beschloss Rastislav der Herrscher dem ostfränkischen Einfluss in seinem Land endgültig Ende zu setzen und wandte sich an Papst in Rom mit der Bitte um die lokale Priester erziehen könnten damit der Einfluss in Großmähren abnimmt. Byzantinische Priester die schon seit langem ebenfalls Großmähren tätig waren schlugen Rastislav vor sich der gleichen Bitte einfach an den byzantinischen Michael III. - zu wenden. Rastislav tat 861 oder 862. Michael III. der die zur Machtverteilung am Vorabend der sich schon Kirchenspaltung gern aufgriff schickte zu Rastislav daraufhin die (heute Heiligen) Slawenapostel Konstantin ( Cyrill ) und seinen Bruder Method samt einiger ihrer Schüler die zu ausgebildet werden sollten.

Leistungen der beiden Brüder

Die beiden Brüder stammten aus Saloniki das damals die zweitgrößte byzantinische Stadt und von vielen Slawen bewohnt wurde. Sie Söhne eines griechischen Vaters und einer slawischen Mutter und hatten eine gute Ausbildung Der Philosoph Konstantin entwickelte eigens für die das erste slawische Alphabet die Glagolitische Schrift Glagolica ) den Vorläufer der heute nach ihm kyrillischen Schrift . Da die slawischen Sprachen damals noch ähnlich waren wählte Konstantin das so genannte Altkirchenslawische als die während seiner großmährischen Mission verwendende Sprache aus. Ursprünglich war es eine der Saloniki-Region verwendete slawische ( makedonische ) Sprache bzw. Dialekt aber während der Mission hat sie viele Elemente der in Gebiet gesprochenen westslawischen Dialekte angenommen. So enthält die damalige Version der Glagolica einen Buchstaben dz) der damals nur in den Dialekten dem Gebiet der heutigen Slowakei verwendet wurde. im Byzantinischen Reich übersetzten Konstantin und Method liturgischen und biblischen Texte ins Altkirchenslawische.

Während der Mission in Großmähren übertrugen dann die ganze Bibel ins Altkirchenslawische aber zum Beispiel eine Gesetzessammlung liturgische Texte und Sie gelten damit als Begründer der slawischen

Die ersten Jahre in Großmähren (863 867)

863 oder 864 (laut Tradition am Juli 863) kamen Konstantin und Method in an. Sie brachten ihre ersten Übersetzungen mit Symbol des byzantinischen Doppelkreuzes (das heute im Staatswappen steht) sowie die Reliquien eines der Päpste Klemens I. die Konstantin seinerzeit 860 in Cherson aufgefunden hatte. Von Anfang an hatten - als Vertreter des östlichen griechisch-byzantinischen Christentums gegen die Kritik der bayerischen Priester in Großmähren zu kämpfen die als Vertreter des westlichen lateinischen Christentums - Einfluss schrumpfen sahen und behaupteten dass der nur in den drei Sprachen die die Pilatus -Inschrift auf dem Kreuz von Jesus enthält Griechisch Hebräisch) abgehalten werden dürfe.

863 hat Konstantin die so genannte "Akademie" gegründet in der künftige slawische Priester Verwaltungskräfte ausgebildet wurden und die zum Zentrum slawischen Literatur wurde. 885 hatte sie etwa Absolventen. Ihre Lage ist leider unbekannt aber Funden zufolge gab es eine kirchliche Schule der Burg Devín im heutigen Bratislava . Ihr Leiter war Konstantin.

Die Reise nach Rom (867-869)

Da jedoch die beiden Brüder aus Byzantinischen Reich kamen Großmähren aber in den Roms gehörte gingen sie 867 mit der der großmährischen Herrscher Rastislav (heutiges Mähren) und Sventopluk ( Neutraer Fürstentum d. h. Slowakei) nach Rom um Zustimmung des Papstes zur Liturgiesprache Altkirchenslawisch zu erhalten. Sie nahmen dabei auch Schüler mit die zu Priestern geweiht werden Auf dem Weg nach Rom machten sie Sommer einen kurzen Halt im Plattensee-Fürstentum des Fürsten Kocel und unterrichteten auch einige Schüler. Im Herbst 867 kamen die und ihre Schüler in Venedig an wo sie vor einer Versammlung Priestern die Verwendung des Altkirchenslawischen als Liturgiesprache zu verteidigen hatten. In Venedig erhielt die offizielle Einladung des Papstes Nikolaus I. nach Rom. Dies geschah wohl wegen weil er die oben erwähnten Reliquien von I. mit sich trug und dass er in Rom hatte (Bischof Arsenius). Im Winter wurden sie vom (neuen) Papst Hadrian II. empfangen und ihre gesamte Mission in Großmähren gebilligt. Zu Weihnachten wurden sogar die Bibelübersetzungen den Altar der St. Peter Basilika in und die Übersetzungen der liturgischen Texte auf Hauptaltar der Maria Maggiore Basilika feierlich gelegt so symbolisch deren Akzeptanz seitens Roms zu Im Februar 868 wurde Method und drei (der aus der heutigen Slowakei stammende Gorazd die Südslawen Kliment und Nahum ) in Rom zu Priestern geweiht und von ihnen wurden zu Diakonen gemacht. Im März 868 wurde schließlich slawische Liturgiesprache (Altkirchenslawisch) zugelassen als vierte Sprache der Westkirche. Dies war ein überaus bedeutendes da erst im 20. Jahrhundert (d. h. als 1000 Jahre später) eine andere Liturgiesprache Latein Griechisch und Hebräisch von Rom zugelassen wurden. Ende 868 Konstantin in Rom wurde Mönch in einem (wo er auch wahrscheinlich den Namen Cyrill annahm) und starb im Februar 869. Er in der St. Klemens Basilika in Rom Umstritten bleibt die Behauptung des Dokumentes Translatio Konstantin noch zum Bischof geweiht wurde.

Method als Erzbischof von Großmähren (870 - 885)

Das Werk des Konstantin wurde von Method fortgesetzt. 869 wurde er mit einem an die slawischen Fürsten Rastislav (Mähren) Sventopluk ( Neutraer Fürstentum d. h. Slowakei) und Kocel ( Plattensee-Fürstentum d. h. südwestliches Ungarn) geschickt. Der enthielt den Auftrag an Method in Großmähren lehren und zu übersetzen. Da jedoch die Priester die Billigung der Aktivitäten der beiden nicht akzeptieren wollten konnte Method die Tätigkeit Großmährischen Akademie nicht wieder aufnehmen. Gegen Ende Jahres schickte ihn Kocel daher zurück nach um dort eine höhere Ermächtigung zu verlangen h. um zum Bischof ernannt zu werden.

Anfang 870 ernannte dann schließlich der nach langem Überlegen Method zum päpstlichen Gesandten zum Erzbischof von Pannonien und Großmähren mit Sitz Sirmium sodass Großmähren aus der kirchlichen Zuständigkeit herausgenommen wurde. In Großmähren entstand damit das slawische Erzbistum Method war sein erster Erzbischof. Sitz in Sirmium sollte symbolisieren dass die Diozöse von Sirmium die 582 zerstört wurde ins Leben gerufen wurde. Der Papst hatte lange überlegt weil Pannonien bereits unter dem Erzbischof von Salzburg Bischof von Passau und dem Patriarchen von Aquileia aufgeteilt war und die Bulgaren 827 erobert hatten. Dass er sich dann doch die Ernennung Methods entschloss ist darauf zurückzuführen er erfahren hat dass die Bulgaren die sich bis 870 Rom (statt benachbarten Byzantinischen Kaiser) kirchlich unterstellen wollten sich 870 dem byzantinischen Patriarchat unterstellten.

Im Frühling 870 wurde der neue Method zurück nach Großmähren geschickt. Auf dem dorthin ließen ihn aber bayerische Bischöfe gefangen Er wurde nach Regensburg gebracht misshandelt und in einem Gefängnis (wahrscheinlich auf der Reichenau oder in Ellwangen ). Während eines formalen Gerichts (das möglicherweise Ludwig dem Deutschen selbst geleitet wurde) wurde das kurz verfasste Dokument „Conversio Bagoariorum et Carantorum“ verwendet dem man erfährt wie die Bayern Großmähren Kärnten christianisiert hatten und dass das einzige dabei Method und seine slawische Schrift Sprache Bücher gewesen seien. Von seinem Gefängnis aus Method 870-872 viele Briefe an den Papst nach Großmähren. Erst nachdem Großmähren 872 das Ostfrankenreich geschlagen hatte wagte Rom Method zu 872 und 873 schrieb der Papst ergebnislos an Ludwig den Deutschen Karlmann sowie an die Bischöfe die Method hatten misshandeln lassen (Erzbischof Adalwin Bischof Ermanrich ) und verlangte die sofortige Freilassung Methods. dann auch der großmährische Herrscher Sventopluk der zu den Unterstützern der bayerischen Priester gehört plötzlich sein Interesse an Methods Schicksal zeigte der Papst zu handeln. Er beauftragte Paul Bischof von Ancona mit entsprechenden Verhandlungen mit Ludwig dem Die Verhandlungen endeten im Mai 873 mit folgenden Ergebnis: Erstens Pannonien (bis auf Sirmium und dem Gebiet Balaton und Gran ) wurde aus Methods Zuständigkeit herausgenommen und bayerischen Bischöfen überlassen. Zweitens die Verwendung des während der Liturgie (bis auf das Vorlesen der Bibel) wurde verboten. Drittens Method wurde ist nach Großmähren zurückgekehrt und es wurden keine Einmischungen in seine Arbeit mindestens bis 877 zugesichert. Die Großmährische Akademie hat unter Führung von Method ihre Arbeit wieder aufgenommen. hat dann noch Sventopluk mit Ludwig dem vereinbart dass die bayerischen Priester parallel zu ihre Arbeit in Großmähren fortsetzen können.

Nach 874 schwärzten die Führer der Kleriker in Großmähren Johannes von Venedig (zugleich Berater) und Wiching (ein schwäbischer Benediktiner -Mönch) Method oftmals bei Sventopluk an und viele Streitigkeiten hervor. 879 schickte dann der beeinflusste Sventopluk Gesandte nach Rom. Die Gesandten Method beim Papst in jeder Hinsicht.

Etwa zur gleichen Zeit (879/880) versuchte zum ersten Mal sein Gebiet in Diözesen zu unterteilen. Das einzige uns bekannte des Erzbischofs Method entstand in Neutra . Sein Bischof war der schwäbische Mönch zu dessen Ernennung Sventopluk von den lateinischen in seinem Land überredet wurde.

Als dann Method 880 nach Rom um sich zu verteidigen war in seiner auch Wiching damit er zum Bischof geweiht Man wollte aber in Rom nicht nur Probleme um Method lösen sondern auch den bitten Großmähren als Vasallen des Heiligen Stuhls anzuerkennen. Method hat die päpstlichen Prüfungen bestanden und Wiching geweiht. Außerdem schickte der den Brief Industriae tuae an Sventopluk in

  • er Großmähren zu einem Lehen des Heiligen machte was so viel bedeutete dass das auf die gleiche Ebene mit dem Ostfrankenreich gestellt wurde
  • die Funktionen von Method bestätigte
  • er anordnete dass man einen weiteren Priester den er zum Bischof einer anderen Region als Neutra machen würde damit Method und zwei Bischöfe ihrerseits dann weitere Bischöfe weihen (diese Forderung wurde aber nach den meisten nicht erfüllt)
  • er anordnete alle Kleriker die sich Method aus Großmähren zu verbannen
  • er die slawische Schrift (die Glagolica ) zuließ und anordnete dass die Liturgien der slawischen Sprache gehalten werden (bis auf Evangelium das zuerst auf Lateinisch und erst auf Slawisch gelesen werden soll).
  • er anordnete dass die Liturgien für Sventopluk seine Gefolgschaft auf Lateinisch abgehalten werden sollten Sventopluk persönlich Latein bevorzugte).

Der Papst gab Method außerdem eine von kirchlichen Verordnungen. In diesem Zusammenhang wird bereits als Erzbischof von (der Stadt) Moravia der Hauptstadt von Großmähren erwähnt was darauf könnte das Großmähren ein von Pannonien unabhängiges geworden ist.

Zurück in Großmähren hat 881 Method als Bischof von Neutra abgesetzt da er erfahren hat dass einen gefälschten "päpstlichen" Brief an Sventopluk geschrieben dem zufolge Method aus Großmähren verbannt werden Wiching wurde dafür mit einer Mission in kürzlich an Großmähren angeschlossenen Wislanien ( Weichsel -Gebiet) betraut. Obwohl er dann mehrmals versuchte Neutra zurückzukehren wurde er daran von Methods gehindert. Kurz vor Methods Tod (885) ist dann mit Sventopluks Zustimmung nach Rom gefahren er Method wieder verleumdete.

881 - 882 besuchte Method mit des Papstes seine Heimat und traf dort byzantinischen Kaiser. Auf dem Weg dorthin traf beim Eisernen Tor einen ungarischen Stammesführer. In Konstantinopel wurde er herzlich empfangen und der behielt auch gleich einen seiner Schüler einen Diakon und einige slawische Bücher von Method. kehrte dann mit einigen Gesandten des Kaisers Großmähren zurück.

Zurück in Großmähren hat Method 883 Übersetzung des Alten Testaments aus dem Griechischen kurz vor seinem dann auch der restlichen Bibel fertig gestellt. in den 880ern taufte er den böhmischen Bořivoj in Großmähren wodurch die Christianisierung Böhmens begann.

885 hat Methodius auf seinem Totenbett (später Heiligen) Gorazd aus der Slowakei als Nachfolger in der Großmährischen Akademie auserwählt. Am April ist Method in Großmähren gestorben. Er feierlich "in der Wand hinter dem Altar Heiligen Maria" der (heute unbekannten) Hauptkirche Großmährens Die Bestattungszeremonie wurde nach der slawischen lateinischen griechischen Liturgie abgehalten.

Folgen der Mission

Nachdem der Papst von Methods Tod hatte ernannte er den in Rom befindlichen den Papst beeinflussenden Wiching zum Bischof von (d. h. bereits zum zweiten Mal) sowie "kirchlichen Verwalter" Großmährens - nicht jedoch zum Da Wiching kurz vor Methods Tod diesen Rom verleumdet hatte schickte der Papst im 885 - 886 den Brief „Quia te fidei“ nach Großmähren in dem er Methods im nachhinein verurteilte Method exkommunizierte und sogar Verwendung der slawischen Sprache für Liturgien (außer für die Predigt und Deutungen Bibel) verbietete. Die lateinische Liturgie und deutsche setzten sich dadurch wieder durch.

Anfang 886 kamen päpstliche Gesandte in an und verboten unter anderem auf Anweisung Papstes Gorazd "den Method so frech war den Anordnungen sämtlicher Päpste zu seinem Nachfolger ernennen" an der Großmährischen Akademie zu unterrichten er persönlich nach Rom kommt um sein zu erklären (was jedoch nie passiert ist). der Mission der Gesandten wurde auch die Akademie geschlossen und die Liquidierung der Anhänger Method und Gorazd wurde von Wiching eingeleitet. Personen (Studenten Priester und Diakonen) die es haben auf die lateinische Liturgie umzusteigen wurden Gefängnis gesteckt und dann mitten im Winter Großmähren verbannt. Die Hauptanhänger Methods waren Gorazd Nahum Sava und Angelar. 886 gingen sie in Gruppen über Belgrad nach Bulgarien wo sie zwei Akademien gründeten - Ohrid -See und in Preslav. Von dort gingen von ihnen nach Kroatien und Dalmatien später nach Serbien Russland Kleinpolen und Böhmen . Nach manchen Quellen sind einige der an Juden verkauft worden die sie in Venedig Sklaven verkaufen wollten. Sie wurden aber in Venedig vom Byzantinischen Kaiser freigekauft und nach Konstantinopel gebracht.

Siehe auch




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