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Anfang 1994 stellte die Telekom-Tochter DeTeMobil zusammen der französischen Firma Sagem auf einem Pressekolloquium "System zur automatischen Gebührenerhebung durch GSM-Mobilfunktechnik" vor. Wochen später startete das Bundesverkehrsministerium die Planungen einen Feldversuch auf der A 555 zwischen Städten Köln und Bonn . Die Tests begannen noch 1994 und vom TÜV Rheinland durchgeführte. Die Ergebnisse wurden "zufriedenstellend" das System der mobilen Autobahngebühr als und praktikabel" bewertet ( heise mobil ).
Im Oktober 1998 beschließt die rot-grüne Bundesregierung durch Maut finanziertes sog. Anti-Stau-Programm.
Am 7. November 1998 gibt Bundesverkehrsminister Franz Müntefering (SPD) bekannt er werde bis 2002 streckenbezogene LKW-Maut durchsetzen. Die Verkehrsminister aller Bundesländer das Vorhaben einhellig. Das Mautsystem und dessen Infrastruktur sollte durch ein privates Unternehmen finanziert und betrieben werden.
Im September 1999 setzt Müntefering die Regierungskommission ein nach ihrem Leiter Wilhelm Pällmann (1982 1991 im Vorstand der DB pensioniert 1995) auch Pällmann-Kommission genannt.
Im Januar 2000 begann das Vergabeverfahren als Verhandlungsverfahren mit vorgeschaltetem Teilnahmewettbewerb .
Im September 2000 schlägt die Pällmann-Kommission eine Maut anstelle der bisherinen Vignette vor - Gebühr: 25 Pfennig (14 Cent) pro Autobahnkilometer. ist zu diesem Zeitpunkt Reinhard Klimmt (SPD) die Ausschreibung für die LKW-Maut schon in vollem Gange der geplante Starttermin der 1. Januar 2003.
Am 15. August 2001 beschließt Das Bundeskabinett Einführung einer LKW-Maut auf deutschen Autobahnen. Die der Maut ist gestaffelt nach Achszahl und und soll zwischen 14 und 19 Cent Kilometer liegen.
Im Januar 2002 bewirbt sich Toll Collect in Österreich und fliegt gleich zu Beginn (rechtskräftiger Bescheid Mai 2002). Wörtlich teilte Toll Austria am 22. März 2002 also lange Auftragserteilung durch die Bundesregierung u.a. im EV-Verfahren "...Es widerspricht jeder geschäftlichen Erfahrung und notwendigen Vorsicht für ein derartiges System das weltweit erprobt ist eine unbeschränkte Erfüllungshaftung über die Verantwortungssphäre hinaus zu übernehmen selbst wenn anfänglich vorliegt und diese u.U. sogar von der verschuldet ist oder wenn ein Fall von Majeure" gegeben ist..." - Angeblich wusste man in Deutschland nichts ebensowenig die entsprechende Beschlusskammer Bundeskartellamtes. Das Thema Toll Collect wird mit bereits über 650 Beiträgen am CDU-Forum "Wirtschafts- Sozialpolitik" aktuell diskutiert. Das Europa-Magazin cenjur berichtet europäischer Sicht über das Maut-Desaster unter http://www.cenjur.de/pages3/mdepab.htm
Am 12. April 2002 trat das Gesetz zur Einführung von streckenbezogenen Gebühren für Benutzung von Bundesautobahnen mit schweren Nutzfahrzeugen (BGBl I Nr. 23 S. 1234) Kraft. Weblink zum Gesetzestext Es ist die rechtliche Grundlage für Einführung der LKW-Maut.
Im Juli 2002 setzte sich die Bietergruppe (später Toll Collect GmbH) in dem umstrittenen Vergabeverfahren gegen Konsortien durch.
Die Bietergemeinschaft ETC.de aus Berlin mit der Deutschen Telekom der Daimler Chrysler Services (debis) AG sowie Compagnie Financiere et Industrielle des Autoroutes (Cofiroute Frankreich.
Die Bietergemeinschaft AGES Maut System GmbH & Co. KG aus Düsseldorf die damalige Mannesmann AG (inzwischen Vodafone ) mit der Aral AG & Co. der Bundeszentralgenossenschaft Straßenverkehr e.G. der DKV EURO GmbH & Co. KG der euroShell Deutschland der Handelsgesellschaft für Kraftfahrzeugbedarf GmbH & Co. der UTA Union Tank Eckstein GmbH & KG.
ETC.de mit DaimlerChrysler Services waren von an auf ein GPS gestütztes Mautsystem fixiert da es sich in die Geschäftsfelder ihrer Tochterfirmen einpasst. So die Deutsche Telekom ihr Mobilfunknetz zur Datenübertragung von den Fahrzeug- OBUs zum zentralen Buchungscomputer zur Verfügung und und die Rechnungsstellung gegenüber dem Mautkunden. DaimlerChrysler endlich mit dem integrierten Konzept "Maut und die Telematikdienste seiner kümmernden Tochter DaimlerChrysler Services Mobility flächendeckend anbieten. Über das GPS-Mautsystem bestand die die für die Telematikdienste notwendigen etwa 500 teuren GPS- und Mobilfunkmodule für sie kostenneutral einen Großteil der in Deutschland verkehrenden LKW zu können. Hier sollten später Transportunternehmen die haben über die reine Mautbezahlung hinaus zusätzliche von DaimlerChrysler gegen Entgelt zur Optimierung der in Anspruch zu nehmen von der Frachtverfolgung hin zum Flottenmanagement. Weiterhin wollte man die Standards und Schnittstellen für ein zukünftiges europäische definieren und besetzen.
AGES hatte schon das bis zum August 2003 in Deutschland für den Schwerverkehr 12 t zGG geltende zeitbezogene Maut- Vignettensystem betreut. Mit Mannesmann als Mobilfunknetzbetreiber wollte ebenfalls ein Mautsystem auf GPS-Basis einführen. Im zu ETC.de setzte AGES beim Datenaustausch von OBU zum Zentralrechner nicht auf GSM sondern auf GPRS .
Die Fela Management AG gegründet 1997 in Diessenhofen/ Schweiz ist Hersteller von elektronischen Komponenten und Systemen. Am 1. Januar 2001 startete in Schweiz und Liechtenstein eine elektronisch erhobene entfernungsabhängige Maut für ab 3 5 t die LSVA (Leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe). Fela ist Entwickler und des dafür eingesetzten Gebührenerfassungsgerätes Tripon . Im Gegensatz zur deutschen LKW-Maut wird die auf allen Schweizer Straßen fällig nicht nur auf den Autobahnen. erleichtert die technische Umsetzung ganz erheblich. Das System muss dabei nämlich nur feststellen welche Entfernungen innerhalb eines Mautpflichtigen Gebietes zurückgelegt wurden und nicht wie beim System welche Straßentypen dabei benutzt wurden. Die Erfahrungen sind laut Schweizer Bundesamt für Raumentwicklung positiv. Das von ihr für Deutschland vorgesehene Mautsystem auf der DSRC-Technik basiert. Hier werden die mit einem relativ billigen Transponder (Herstellungskosten etwa 40 EUR) versehen. Die Fahrzeuge durchfahren mit diesem elektronischen Kennzeichen Mautbrücken jeweils zwischen einer Auffahrt und der nächsten einer mautpflichtigen Straße aufgestellt sind. Die Nachteile höheren Infrastrukturkosten sollten durch die günstigeren Betriebskosten werden (Die Rede ist von etwa 8 gegenüber ca. 23 % bei Toll Collect).
Etliche Kommentatoren vermuteten bereits im Jahr dass der Ausgang des Verfahrens längst feststehen und sahen in der Vergabe an ETC.de Bemühung den Börsenwert der Telekom zu stützen Computerwoche 2001-12-14 ).
Andere gehen davon aus dass die Aufgabenfelder für das geplante europäische Satellitenprojekt Galileo suchte: Die EU-Kommission war 2003 bemüht für eine zukünftige EU weite LKW-Maut ab 2012 generell ein System vorzuschreiben.
Die Ausschreibung zur LKW-Maut wurde von Arbeitsgemeinschaft Beratergruppe LKW-Maut (BLM) verfasst. Die Kölner InterTraffic und das Beratungsunternehmen PriceWaterhouseCoopers waren dabei die IT -Technik zuständig. Im Dezember 2003 wurde bekannt für die externe Beratung Honorarkosten in Höhe 15 6 Mill. Euro entstanden ( NDR Online ).
Das Verfahren war als Verhandlungsverfahren mit Teilnahmewettbewerb ausgestaltet nach § 3 a Nr. Abs. 4 Buchst. c in Verbindung mit 3 a Nr. 1 Abs. 3 Satz VOL /A. Nur der erste allgemeine Teil der war öffentlich und wurde im Dezember 1999 Bundesausschreibungsblatt und im Januar 2000 im Supplement Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften veröffentlicht.
Nach Ablauf der Einsendefrist dem 17. 2000 hatten 6 Unternehmen bzw. Unternehmensgruppen einen auf Teilnahme an dem Verfahren gestellt. Davon 5 Konsortien aufgefordert bis zum 31. Jannuar ein Angebot abzugeben. Diese 5 Bewerber bekamen Verschwiegenheitverpflichtung vertrauliche Unterlagen mit den Ausschreibungsdetails die heute geheim gehalten werden.
Unter den 5 potentiellen Anbietern sollen auch die Siemens AG und Gedas die Telematik-Tochter der Volkswagen AG befunden haben. Es reichten jedoch nur konkrete Anbieter fristgerechte Angebote ein.
Am 14. Mai 2001 schloss das die Fela Management AG aus dem Verfahren Begründung: die Gesellschafterstruktur des Konsortiums habe sich das Ausscheiden von ThyssenKrupp ) geändert weshalb die Finanzierung des Projektes gesichert sei. Die war nötig zum Systemaufbau um potentielle Vertragsstrafen bezahlen zu können. Nachvollziehen das die Schweizer nicht: Hinter ihrem Konzept große Banken.
Ein am 29. Juni 2001 gestellter beim Bundeskartellamt gegen diese Entscheidung wurde am 25. 2001 aus formalen Gründen als unzulässig abgewiesen Fela hatte eine Rüge gegen den Ausschluss gegenüber der Vergabestelle Tage zu spät vorgetragen.
Später erklärte Geschäftsführer Ernst Uhlmann in Interview dass sein Unternehmen nur auf ausdrückliches des Bundesverkehrsministeriums an der Ausschreibung teilgenommen hätte. Journalisten dass die mittelständische Fela Management AG nie als Betreiber in Betracht gezogen wurde und als "Zählkandidat" diente um die Anzahl der zu erhöhen. ( ARD-plusminus ).
Am 17. August 2001 wurde der der Ausschluss vom Vergabeverfahren mitgeteilt. Begründung: es der Nachweis dass die Projektgesellschaft über genügend Mittel verfüge.
Faktisch bedeutete das den Zuschlag für Toll Collect.
Ages beantragte am 29. August 2001 Nachprüfungsverfahren beim Bundeskartellamt in Bonn. Der Antrag wurde am Oktober 2001 als unbegründet abgelehnt (VK2-32/01). Doch von der Ages Anfang November 2001 angerufene beim Oberlandesgericht Düsseldorf entschied dann am 21. Dezember 2001 letzter Instanz dass das Verkehrsministerium das Konsortium zu vom Vergabeverfahren ausgeschlossen hatte. Fazit: "Das Verfahren auf den Stand vom 17. August 2001
Der zu diesem Zeitpunkt noch geplante der LKW-Maut am 1. Januar 2003 war damit nicht mehr zu halten.
Ein erst im Herbst 2001 also spät eingereichtes Konzept von Prof. Dipl. Ing. Schüssler Erfinder und Geschäftsführer der TSR-Verkehrsmanagement-Systeme wurde vom Bundesverkehrsministerium nicht mehr berücksichtigt. Mautsystem versprach Einsparungen von 500 Millionen € Jahr gegenüber der favorisierten ETC-Lösung. Ein entsprechender zur Prüfung an den Bundesrechnungshof wurde von der rot-grünen Mehrheit im abgelehnt.
Am 10. Juni 2002 verkündete das Bundesministerium für Verkehr Bau- und Wohnungswesen dass zunächst mit dem Bieterkonsortium ETC.de die Erteilung des Auftrages zum LKW-Mautsystems abschließend werden soll ETC galt als der "preferred ( BMVBW ). Das Ministerium gab schließlich am 8. 2002 seine endgültige Entscheidung für ETC.de bekannt.
Das Ages-Konsortium unterlag weil es den für die On-Board-Units und Maut-Terminals beträchtlich höher als ETC.de hatte und mit dem Gebot um einige Millionen Euro über deren Angebot lag.
Die unterlegene Ages stellte zum 2. einen Nachprüfungsantrag beim Bundeskartellamt . Ages kritisierte das Vergabeverfahren und bezweifelte Leistungsfähigkeit des Angebotes von ETC.de (Toll Collect). verhinderte den sofortigen Zuschlag für das Telekom/DaimlerChrysler-Konsortium das Bundesverkehrsministerium (Vergabestelle). Der Antrag wurde jedoch 4. September 2002 von der 2. Vergabekammer
Ages legte gegen die Entscheidung des Beschwerde beim Düsseldorfer Oberlandesgericht ein. Das Gericht gab am 19. 2002 der Beschwerde des Ages-Konsortiums statt. Diese hatte aufschiebende Wirkung und verhinderte erneut die des Maut-Auftrages an Toll Collect.
Ages zog seine Beschwerde jedoch bereits Tag später am 20. September 2002 wieder Der Grund laut Ages: Toll Collect plane geschäftliche Leistungen der Ages Maut System GmbH Co KG bei der Realisierung des neuen Maut-Systems auf Grund der Sachkompetenz und der beim gegenwärtigen manuellen System einzubinden". Das bedeutet oder besser Vodafone wird am Aufbau des partizipieren.
Der Vorstandsvorsitzende der DaimlerChrysler Services sprach einem Anteil unter 20 % und betonte sei von Ages mit dem Rechtsstreit nicht worden ( AFP ).
Am 1. Juli 2002 war der für 1. Januar 2003 geplante Starttermin bereits um ein halbes auf den 1. Juli 2003 verschoben worden. Aber selbst dieses Datum jetzt nicht mehr realistisch.
Noch am selben Tag der Einigung ETC und Ages am 20. September 2002 Tage vor der Bundestagswahl kam es zur zwischen Bundesverkehrsministerium und Toll Collect. Als Ort Unterzeichnung und Beurkundung des 17 000 Seiten starken Dokumentes wurde Deutschland sondern die Stadt Zug in der Schweiz gewählt ohne dass publik gemacht wurde ( spiegel online ).
Bundesverkehrsminister ist zu diesem Zeitpunkt Kurt Bodewig (SPD). Der vereinbarte Starttermin war der 31. August 2003 . Wie man heute weiß wurden außerdem Zwischentermine (Milestones) festgelegt:
bis 21. Mai 2003 sollte das System
bis 15. Juni 2003 dessen Funktion überprüft
bis Mitte August 2003 sollte der Probebetrieb
Keiner dieser Termine konnte von Toll eingehalten werden.
Die Vertragsdetails wurden geheim gehalten und ursprünglich selbst für die Abgeordneten des Deutschen Bundestages nicht zugänglich.
Nicht nur die Verträge mit Toll vom September 2002 waren geheim. Bereits die zum Mautsystem die nach dem 17. Februar den 5 möglichen Anbietern zur Verfügung gestellt waren geheim . Folgende Dokumente betreffen Entscheidungen in den bei der Vergabekammer des Bundeskartellamtes in Bonn die von den ausgeschlossenen Bietern gestellt Sie sind möglicherweise die einzige öffentlich zugängliche aus denen sich Rückschlüsse auf die Ausschreibung Mautsystem ziehen lassen. Die pdf-Dokumente sind anonymisiert teilweise geschwärzt (Auslassungen). Inhalt und Verfahrensbeteiligte mussten werden und sind bei den Links angegeben.
Übrigens waren alle (3) Nachprüfungsanträge erfolglos (2) Klagen vor dem OLG-Düsseldorf gegen diese wiederum erfolgreich.
2. Vergabekammer des Bundeskartellamtes: Der Beschluss vom 4. September 2002 Betr. Nachprüfungsverfahren von Ages gegen die Auftragsvergabe an ETC.de (Toll Mit umfangreichen Hinweisen zur Auschreibung und Realisierung Mautsystems als pdf-Datei 226 KB http://www.bkarta.de/VK2-58-02.pdf (PDF-Datei) (Stand der URL: 2004-02-08)
2. Vergabekammer des Bundeskartellamtes: Der Beschluss vom 18. Oktober 2001 Betr. Nachprüfungsverfahren von Ages gegen -Weiterverhandlung nur mit Telekom/DaimlerChrysler -Ausschluss Bürgschaftsoption Mit Informationen zu geforderten finanziellen Sicherheiten der als pdf-Datei 95 KB http://www.bkarta.de/VK2-32-01.pdf (PDF-Datei) (Stand der URL: 2003-10-15)
2. Vergabekammer des Bundeskartellamtes: Der Beschluss vom 25. Juli 2001 Betr. Nachprüfungsverfahren von Fela wegen -Ausschluss wegen unzureichender Finanzierung Aufgrund der anonymisierung kaum lesbar als pdf-Datei 50 KB http://www.bkarta.de/VK2-20-01.pdf (PDF-Datei) (Stand der URL: 2003-10-15)
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