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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSonntag, 27. Mai 2012 

Lactoseintoleranz


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Bei Lactoseintoleranz (auch als Milchzuckerunverträglichkeit Kohlenhydratmalabsorption Lactosemalabsorption Lactasemangelsyndrom oder Alactasie bezeichnet) wird der mit der Nahrung Milchzucker (Laktose) nicht oder nicht vollständig abgebaut Folge von fehlender oder verminderter Produktion des Verdauungsenzyms Lactase .

Die Lactoseintoleranz als passiver Enzymmangel darf mit der selteneren Milchallergie verwechselt werden bei es sich um eine aktive Immunreaktion aufgrund echten Allergie gegen Kuhmilcheiweiß handelt.

Inhaltsverzeichnis

Ursachen

Lactasemangel kann verschiedene Ursachen haben:

  • Angeborener Lactasemangel : Aufgrund eines Gendefekts ist die Lactasebildung stark eingeschränkt oder kann überhaupt kein Enzym gebildet werden (so Alactasie ). Die Vererbung erfolgt angeblich autosomal-rezessiv. Da die Wachstums- und Entwicklungsphase nach der Geburt beeinträchtigt wird kann diese Erkrankung unbehandelt zu Gehirnschäden führen.
  • Erkrankungen des Verdauungssystems können die Lactase-produzierenden Zellen so schädigen eine lebenslange Lactoseintoleranz bestehen bleibt.
  • Physiologischer (natürlicher) Lactasemangel : Bei allen Kindern wird dieses Verdauungsenzym in ausreichender Menge produziert. Mit zunehmendem Alter sich die erzeugte Lactasemenge jedoch je nach unterschiedlich: Während z. B. ein Großteil der asiatischen Bevölkerung keine Milchprodukte mehr verträgt bereitet in nördlichen Bereichen den meisten Bewohnern Europas und des nahen oder Menschen europäischer/nahöstlicher Abstammung) die Milchzuckeraufnahme meistens ins hohe Alter keine Probleme. Ein Erklärungsversuch geht davon aus dass die Lactoseintoleranz eigentlich Schutzfunktion darstellt - durch "Abschaltung" der Milchzuckerverarbeitung ausgewachsenen Lebewesen soll die Milchversorgung der nachwachsenden nicht gefährdet werden. Während dieser Schutz bei Säugetierarten vorkommt ist er bei einigen Teilen menschlichen Weltbevölkerung jedoch aufgrund einer vor ca. Jahren entstandenen und weitergegebenen Genmutation auf Chromosom 2 nicht mehr wirksam. Wann eine Mutation stattgefunden hat ist zur Zeit umstritten Wissenschaft geht entweder von einer einzigen Mutation 4500 v.Chr. im Nahen Osten oder von mehreren unabhängigen Mutationen gegen 4000 v.Chr. in Schweden und arabischen Halbinsel aus. Vom Ursprung aus breitete die Mutation in der eurasischen Bevölkerung aus mit der Viehwirtschaft.

Auswirkungen

Bei Lactoseintoleranz gelangen nach dem Konsum Milch und Milchprodukten größere Mengen Milchzucker die im Dünndarm verarbeitet werden sollten in den Dickdarm und werden dort von der Darmflora als Nährstoff fermentiert . In der Folge kommt es zu Blähungen krampfartigen Bauchschmerzen und häufig auch zu Durchfällen . Anhaltende Lactosebelastung führt zur Reizung der mit erhöhter Infektionsgefahr und Störung der Aufnahme von Vitaminen Mineralstoffen und Spurenelementen .

Möglichkeiten zur Feststellung

Für die Diagnose der Lactosintoleranz gibt einige teilweise leicht durchführbare Möglichkeiten:

  • Selbsttest : Auf leeren Magen wird ein Glas getrunken. Treten danach Symptome auf besteht zumindest Verdacht auf Lactoseintoleranz.
  • Diättest : Eine zweiwöchige Diät ohne Milch und Treten in dieser Zeit keine Symptome mehr kann die Diagnose als wahrscheinlich angenommen werden. Mahlzeiten müssen allerdings aus ihren Grundbestandteilen selbst worden sein weil viele Fertigprodukte versteckte Milchbestandteile Milchzucker enthalten können.
  • Lactoseintoleranz-Test : Unter ärztlicher Aufsicht wird ein Glas Lactoselösung getrunken. Die nachfolgende Labormessung des Blutzuckerspiegels oder des Wasserstoffgehalts der Atemluft (Lactose-Atemtest) zeigt ob der Milchzucker verarbeitet wurde.
  • Gentest : Seit kurzem kann bei Verdacht auf ein Gentest durchgeführt werden. Er wird von aber nicht als Routineuntersuchung angeboten da die Möglichkeiten schneller und preiswerter sind.
  • Biopsie : In sehr seltenen Fällen muss eine einer Gewebeprobe aus dem Dünndarm durchgeführt werden.

Behandlung

Die eigentliche Ursache für Milchzuckerunverträglichkeit ist behandelbar. Die Auswirkungen können jedoch z. B. Umstellung der Ernährung auf Milchzuckerarme bzw. -freie Kost auf Minimum reduziert werden (hier muss allerdings einem Kalzium -Mangel vorgebeugt werden). Dazu existieren im Fachhandel Ratgeber Lebensmittellisten und Kochbücher. Eine andere Möglichkeit die Lactasezufuhr von außen in Tabletten- oder durch entsprechende pharmazeutische Produkte.




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