Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Mit Lautverschiebung werden bestimmte Lautwandel-Phänomene bezeichnet welche im der Entwicklung einer Sprache auftreten können. Dabei sich nach gewissen Regeln Konsonanten regelhaft in andere um (zum Beispiel Niederdeutsch (platt) oder old englisch wa t er in deutsch Wa ss er niederdeutsch eten = hochdeutsch essen). Lautverschiebungen offenbar schubweise auf während der erreichte Zustand jahrhundertelang unverändert Bestand haben kann. Mögliche Auslöser so tiefgreifende Verschiebungen im Lautsystem einer Sprache noch nicht bekannt.
Der Begriff Lautverschiebung wird in erster für zwei ähnlich gelagerte Konsonantenverschiebungen benutzt die Hochdeutschen geführt haben.
Bei beiden Lautverschiebungen kann man nach Artikulationsort drei Gruppen von Konsonanten bilden die jeweils innerhalb der Gruppe in einen anderen gewandelt haben:
1. Tenues-Spiranten-Wandel Die indogermanischen Tenues (stimmlose wurden in einer Zwischenstufe aspiriert und dann Germanischen zusammen mit den wenigen schon von aspirierten Tenues zu stimmlosen Spiranten (Reibelauten) verschoben:
/d/ > /t/: lateinisch decem > englisch ten plattdeutsch teihn dänisch ti (zehn)
/g/ > /k/: lateinisch gula > deutsch Kehle
3. Media aspiratae-Spiranten-Wandel Die indogermanischen Mediae wurden im Germanischen zu stimmhaften Spiranten verschoben sich dann aber - teilweise noch im - zu Mediae weiterentwickelten:
deutsche Lautverschiebung oder 2. ( deutsche ) Lautverschiebung (auch: hochdeutsche Lautverschiebung ). (ca. 500 n. Chr.) Aus den westgermanischen Dialekten wurde die althochdeutsche Sprache. Die Grenze der Lautverschiebung verläuft West nach Ost mehr oder weniger am sie wird als Benrather Linie bezeichnet.
Konsonanten:
k -> ch (plattdeutsch und niederländisch ik ich koken -> kochen; plattdeutsch und englisch make -> machen)
d -> t (plattdeutsch Dag englisch day Tag)
t -> s (plattdeutsch dat wat eten that what eat-> das was essen)
t -> z (plattdeutsch Tied -> Zeit -> Zimmermann
t -> tz (plattdeutsch sitten englisch sit sitzen)
p -> f (plattdeutsch slapen englisch sleep schlafen plattdeutsch und englisch Schipp ship ->
p -> pf (plattdeutsch Peper englisch pepper Pfeffer)
v w f -> b (plattdeutsch Wief -> Weib Weiber; leev leewer -> lieb
Weitere Unterschiede zwischen dem Hoch- und Niederdeutschen die jedoch nicht aus der 2. Lautverschiebung resultieren:
s -> sch
sm -> schm (plattdeutsch smeeren Smeer schwedisch -> schmieren Schmiere)
st -> scht (plattdeutsch steen englisch stone schtein (gesprochen aber nicht geschrieben))
sp -> Schp ((plattdeutsch spitz -> schpitz aber nicht geschrieben))
Vokale
e ee -> ei (Steen -> Stein -> Weizen)
i ie -> ei (liesen -> leise -> reiten)
e -> i (weten -> wissen)
u -> au (Bruud -> Braut)
oo -> au (ook -> auch)
Als Beispiel für die Auswirkungen der kann folgender Vergleich der mittelniederdeutschen Sprache und mittelhochdeutschen Sprache anhand zweier juristischer Bücher dienen Sachsenspiegels (1220) und des Deutschenspiegels (1274)
Sachsenspiegel Deutschenspiegel
De man is ok vormunde sines Der man ist auch vormunt sînes wîbes hant alse se eme getruwet is. zehant si im getriuwet ist. Dat wif is des mannes notinne Daz wîp ist auch mannes genozinne to hant alse se in bedde trit zehant als si an sîn trit nach des mannes rehte. na des dode is se ledich van des mannes
Die hochdeutschen Sprachen (Dialekte) haben die 2. Lautverschiebung mitgemacht die niederdeutschen Sprachen ( Plattdeutsch und Niederländisch ) nicht oder nur zum Teil. Im der 2. Lautverschiebung traten auch grammatikalische Unterschiede zum Beispiel der vermehrte Gebrauch des Präfixes (ge-) unter anderem für die Bildung Partizips Perfekt während im nordniedersächsischen Sprachraum das "ge-" mit Mittelalter gebräuchlich dann aber wieder weitgehend entfiel.
Im oberdeutschen Sprachraum wurde der Anlaut teilweise zu ch verschoben insbesondere in den alemannischen Dialekten und im Mittelhochdeutschen später fand eine Rückverschiebung zum hochdeutschen statt die die alemannischen Dialekte nur teilweise
k -> ch kind -> chind Konig chuni(n)g
ch -> k (chuni(n)g = König Ch ur = K ur
Die mitteldeutschen Dialekte haben die 2. Lautverschiebung nicht durchgeführt; sie sind aber dennoch zum Hochdeutschen zu rechnen. Auch das heutige Standarddeutsch zum Mitteldeutschen . Die Lautverschiebung ist übrigens nicht der große Unterschied zwischen dem Niederdeutschen und dem Hochdeutschen ; es gab auch eine nordseegermanische Lautverschiebung; mitteldeutsche Dialekte vor allem im Rheinischen Fächer einige Merkmale dieser Lautverschiebung übernommen.