Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSonntag, 27. Mai 2012 

Lebenskraft


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Die Lebenskraft (lat. vis vitalis ) bezeichnet die im Vitalismus angenommenen sogenannten nicht materiellen Kräfte die belebten Naturkörpern zusätzlich zu chemischen und physikalischen eigen sein sollen.

Inhaltsverzeichnis

Zur Defintion und Erklärung der Idee Lebenskraft

Als Lebenskraft werden geistige oder seelische bezeichnet die den geordneten und koordinierten Ablauf am lebenden Organismus vonstatten gehenden Prozesse bewirken Die Einführung einer Lebenskraft in das Vokubular Biologie ist so alt wie die wissenschaftliche mit den Erscheinungen des Lebens. Sie hat ihren Grund in dem Bestreben die augenfällige des Lebendigen gegenüber dem Unbelebtem hervorzuheben und zu fixieren.

Die antike Wurzel der Lebenskraftlehren: das und die Entelechie

Hippokrates ersann im 5. Jahrhundert vor der ein durchaus materialistisch deutbares Pneuma auf dessen alle Lebenserscheinungen zurückgehen sollten (so etwa wie Sauerstoff eine der Grundbedingungen des Lebens ist). begründete eine bis in die Neuzeit wirkende Lebenslehre deren zentraler Begriff eine angenommene Lebenskraft Entelechie bildete.

Er verband die biologischen Grundprobleme der Befruchtung und Keimesentwicklung mit den idealistischen Begriffen (d.h. die Möglichkeit des Stoffes etwas zu und Entelechie ( als die formende verwirklichende Stoff prägende Kraft). Der Begriff Entelechie wurde Modell aller späteren Lebenskraftkonzeptionen (siehe Aristotelismus ).

Die Wiederentdeckung der Lehre der Entelechie Mittelalter

  
Nach der Wiederentdeckung der Lehren des im 12. und 13. Jahrhundert und ihrer kirchlichen Sanktionierung beherrschte Aristoteles' die Anfänge der wissenschaftlichen Biologie bis ins 17. Jahrhundert (bei A. Cesalpini K. Gesner W. Harvey). "opifex" ( 1651 ) und der "archeus" von J. B. Helmonts waren neue Worte für Aristotles' Entelechie standen jedoch nicht mehr im Mittelpunkt der Arbeit.

Mit der Begründung der mechanisch-materialistischen Lebenstheorien Rene Cartes G. A. Borelli und F. Mitte des 17. Jahrhunderts setzte der fast Jahre währende Streit zwischen Vertretern materialistischer und Lebenslehren ein. Herausragende Vertreter des Vitalismus im / 18. Jahrhundert waren Georg Ernst Stahl der einen Dualismus von "Materien" und Aktivitäten" vertrat A. von Haller der der die folgenreiche These von der biologischen Eigengesetztlichkeit C. F. Wolff dessen "vis essentialismus" die leiten sollte und J. F. Blumenbach der Formbildungsproblem über den "nisus formativus" genannten Bildungstrieb wollte.

Zur naturphilosphischen Deutung der Idee der

F. W. J. von Schelling J. Reil G. R. Treviranus L. Oken u.a. zu Beginn des 19. Jahrhunderts naturphilosophische Systeme in denen der Lebenskraftbegriff auf konkrete biologische Leistungen als auf prinzipielle bezogen war. (z.B. Schellings Panvitalismus Treviranus' Lebensstoff-Theorie). Impulse erhielt die Lebenskraftlehre durch den einflußreichen J. Müller der das ideale Prinzip des in der sinn- und zweckerfüllten Form erblickte die er die physiologischen Abläufe hineindeutete (siehe Physiologischer Idealismus .

Der Rückgang der Lebenbskraftlehren Mitte des Jahrhunderts

Die Annahme eines an sich existierenden wurde für den Lebensbegriff besonders der sogenannten Morphologie sowie der Entwicklungsphysiologie grundlegend. Der Aufschwung experimentellen Forschung Mitte des 19. Jahrhunderts führte einem rapiden Rückgang der Lebenskraftspekulationen. Dazu trug E. du Bois-Reymond E. Brücke W. Pflüger sowie die erkenntniskritischen Studien H. Lotzes ( 1842 ) bei.

Zur Wiederbeleung der Lebenskraftidee im 20.

Die Wiederbegründung des Labenskraftbegriffs um die des 19. / [[20. Jahrhundert]s basierte auf Ergebnissen der Entwicklungsphysiologie tierischer Organismen. Besonders die Ganzbildung gerichteten Regulatonsleistungen entwicklungsgestörter Keime sowie die neuartige Experimente erkannte typische Ordnung Lokalisation und biologischer Prozesse konnten von den Ende des Jahrhunderts in der Entwicklungsbiologie vorherrschenden mechanisch-materialistischen Leittheorien Roux W. Weismann ) nicht erfaßt und werden.

Neben einer Vielzahl verschiedenartiger vitalistischer Deutungsversuche Reinke G. Wolff u.a.) war es besonders Hans Driesch der einen Faktor E (abgeleitet aus zur Erklärung der Ganzheitsleistungen der Keimbildungsprozesse einführte 1899 ) und zu einem durchdachten vitalistischen System In Anlehnung an Driesch erlebten die Lebenskrafttheorien der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine gewisse Blüte (u..a im Holismus Organizismus Mnemismus Organologie).

Zur Ausbildung verschienster philosphischer Interpretationen der

  
Dabei wird die Lebenskraft jeweils unterschiedlich und "lokalisiert". So wird der nichtmaterielle Faktor naturwissenschaftlich bedeutsamen Eigenschaften des Lebendigen nachzuweisen versucht Entelechie in der "prospektiven Potenz" der Keimzellen; Ganhzheitsprinzip des Holismus) oder aber in bestimmten Interpretationen verschiedener Grundeigenschaften der belebten Materie ( Henri Bergsons "élan vitale" Reinkes Dynamismus A. Gurwitschs G. Wolffs Zielstrebigkeit u.a.) in vom Einzelnen und verselbständigtem Allgemeinem (Baupläne J. v. Uexkülls Herbsts) in der Übertragung der Materie-Bewußtsein-Relation auf organischen Einheiten generell (O. Feyerabends Allbeseelung A. Psychovitalismus) in psychologischen und tierpsychologischen Analogien und (F. J. J. Buytendijk M. Maeterlinck E. Marais) in der Idealisierung bestimmter komplizierter Anpassungsverhältnisse E. Bechers "fremddienstliche Pflanzengallen") schließlich in der Form der "Wunder des Lebens".

Zur Reduktion des Wesens der biologischen in der Lebenskraftlehre

All diesen Lebenskrafttheorien ist die Trennung metaphysische Entgegensetzung von materiellem Substrat und Bewegunsgesetz Dadurch wird die wissenschaftlich legitime Frage nach biologischen Eigengesetzlichkeit von vornherein auf einige idealistische reduziert.

Grundbegriffe wie Ganzheit Regulation und Potenz eine Sonderstellung zugewiesen werden als Begriffe verselbständigt. Begriff für eine Leistung(Ganzheit) wird für die selbst gehalten. Darüber hinaus trennen die vitalistischen das Einzelne vom Allgemeinen (vergleiche "Baupläne") die für die Funktion. Der vitalistischen Interpretation der Feldtheorien (bei Gurwitsch) liegt ein substantieller Materiebegriff

Die erkenntnistheoretische Wurzel der neueren Lebenskraftauffassungen demnach in der Unkenntnis der Zusammenhänge bei theoretischen Verarbeitung komplizierter teilweise noch ungenügend experimentell Sachverhalte des ontogenetischen Entwicklungsgeschehens. Die Lebenskraftkonzeptionen sind Aristoteles aus der Entwicklungsbiologie heraus motiviert worden. moderne Entwicklungsphysiologie hat die Probleme der Regulation Ganzheitsbildung sowie die später von H. Spemann Organisationsproblematik schrittweise experimentell gelöst und damit den Lebenskraftspekulationen die Grundlagen entzogen.

Heute sind Lebenskraftlehren nur noch Bestandteil Naturlehren jedoch nicht mehr im Blick- und der biologischen Theorie.




Bücher zum Thema Lebenskraft

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Lebenskraft.html">Lebenskraft </a>