Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSonntag, 20. Oktober 2019 

Lehnswesen


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Der Begriff Lehnswesen auch Feudalwesen oder Benefizialwesen bezeichnet das politisch - ökonomische System der Beziehungen zwischen Lehnsherren und Vasallen. Es bildete die Grundlage der hochmittelalterlichen Gesellschaftsordnung der abendländischen Staaten vor allem aber des Heiligen Römischen Reichs .

Das Lehns- oder Leiheverhältnis höherer Ordnung aus der germanischen Gefolgschaft entstanden. Der Lehnsherr dem Lehenempfänger Grund und Boden oder Rechte Lebenszeit zu. Dafür musste der Lehenempfänger dem persönliche Dienste leisten. Beide verpflichten sich zu Treue.

Oberster Lehensherr war der jeweilige oberste König oder Herzog der Lehen an seine Fürsten vergab. konnten wiederum Lehen an andere Adlige vergeben sich von ihnen belehnen lassen wollten und in der Adelshierarchie unter dem Lehensgeber standen.

siehe auch Burgenschenker

Inhaltsverzeichnis

Begriffe

Man versteht unter Lehen (Lehnrecht lat. Feudum Feodum Beneficium) das erbliche Nutzungsrecht an einer fremden Sache welches auf eine Verleihung seitens des Eigentümers gründet zugleich zwischen diesem und dem Berechtigten das wechselseitiger Treue hervorruft.

Lehen (Lehnsgut) wird auch diese Sache selbst ein Grundstück oder ein Komplex von Grundstücken Der betreffende Eigentümer ist der Lehnsherr (Lehnsgeber dominus feudi senior) der Berechtigte Vasall (Lehnsmann vassus vasallus).

Sprachlich hängt der Ausdruck "Lehen" mit zusammen bedeutet also wo viel wie geliehenes während das Wort "Feudum" nach einigen vom fides (Treue) richtiger aber wohl vom altdeutschen (das heißt Vieh dann überhaupt "Gut") abzuleiten

Den Gegensatz zum Lehen bildet das Eigentum Allodium .

Die dem Vasallen zustehende Berechtigung nähert tatsächlich dem Eigentum so sehr dass man geradezu als nutzbares Eigentum ( dominium utile ) und das Recht des eigentlichen Eigentümers Obereigentum ( dominium directum ) zu bezeichnen pflegt.

Die Rechtsgrundsätze über das Lehnswesen bilden Lehnrecht im objektiven Sinn.

Geschichte des Lehnswesens

Das Lehnswesen entwickelte sich zuerst in fränkischen Monarchie und bildete jahrhunderte lang die Grundlage mittelalterlichen Heerverfassung und des deutschen Staats. Die Karolinger pflegten nämlich an freie Leute Güter verleihen wogegen sich diese zur Leistung von verpflichteten indem sie als Fideles (Getreue) in königliche Gefolge eintraten und dies Verfahren wurde von weltlichen und geistlichen Großen nachgeahmt. Nach nach bildete sich dann der Grundsatz der der Lehen und der Zulässigkeit des Weitervergebens Afterlehen aus welch letztere 1037 von Konrad II. ebenfalls für erblich erklärt wurden. So es dass im 12. Jahrhundert bereits alle Herzogtümer und Grafschaften als Lehen vergeben waren.

Innerhalb dieser einzelnen Territorien aber bestand ein vielgliederiges Lehnswesen und ebendasselbe war in geistlichen Territorien der Fall.

Mit dem Sinken der kaiserlichen Macht sich dann aus dem Lehnswesens die Landeshoheit Reichsfürsten so dass die schließliche Auflösung des Deutschen Reichs zumeist durch das mittelalterliche Lehnswesen herbeigeführt ist.

Übrigens blieb das Lehnswesens keineswegs auf Gebiet des öffentlichen Rechts beschränkt; dasselbe überwucherte in Deutschland auch die Privatrechtsverhältnisse indem die verschiedenartigsten Gegenstände "ins Lehen und die verschiedenartigsten Berechtigungen als lehnrechtliche konstituiert Mit der politischen Bedeutung des Lehnswesens sank auch diese privatrechtliche und heutzutage hat dasselbe Lebensfähigkeit vollständig verloren.

Schon durch die Revolution von 1649 und dann durch eine ausdrückliche Verordnung Karls II. von 1660 wurde in England der Lehnsverband beseitigt ebenso in Frankreich durch die Beschlüsse der Nationalversammlung vom und 5. August 1789 .

In Deutschland wurden mit der Auflösung Deutschen Reichs 1806 die vorhandenen Reichslehen teilweise allodifiziert indem Inhaber souveräne Fürsten wurden. Bei anderen Reichslehen trat an die Stelle von Kaiser und derjenige Landesherr als Lehnsherr in dessen Gebiet Lehnsgut gelegen war indem die Lehnsträger mediatisiert wurden. Zudem entsagten in der Rheinbundsakte Artikel 34 (der sogenannte Verzichtsartikel) die Fürsten gegenseitig allen Lehnrechten welche dem einen des Gebiets des anderen zustehen möchten. Innerhalb einzelnen Territorien aber wurde in der Folge Lehnsverband vielfach für ablösbar erklärt und so Möglichkeit der Umwandlung des Lehens in volles gegeben so zuerst 1836 in Hannover ; auch wurde die Errichtung neuer Lehen untersagt zum Beispielin Preußen durch das Gesetz von 1852 wie denn auch die deutschen Grundrechte 1848 bestimmt hatten: "Aller Lehnsverband ist aufzuheben".

So kommt es denn dass dermalen noch wenige Überreste des einst so bedeutungsvollen in die Gegenwart hineinragen deren Tage ebenfalls sind (siehe Ablösung).

Quellen des deutschen Lehnsrechts

Quellen des deutschen Lehnrechts sind außer Verordnungen der fränkischen und deutschen Könige (constitutiones die mittelalterlichen Rechtsbücher wie der Sachsenspiegel und der Schwabenspiegel das Görlitzer Lehnrecht und der Richtsteig welcher vom lehnrechtlichen Gerichtsverfahren handelt.

Außerdem aber fand mit dem römischen Recht auch eine langobardische Lehnrechtssammlung in Deutschland Eingang die sogenannten feudorum ursprünglich eine Privatarbeit des Mailänder Konsuls ab Orto welche mit Schöffensprüchen und kaiserlichen vermehrt dem Corpus juris civils als Anhang von den italienischen Rechtslehrern glossiert wurde und dieser Gestalt in Deutschland Gesetzesautorität erhielt.

Dazu kamen dann zahlreiche Partikulargesetze in einzelnen deutschen Territorien wie zum Beispieldas kursächsische Lehnsmandat von 1764 das altenburgische Lehnsedikt von 1795 das badische Edikt vom 12. August 1807 das bayrische Lehnsedikt von 1808 und die Ablösungsgesetze der Neuzeit.

Wesentliche Grundsätze des Lehnrechts

Voraussetzungen

Zu jedem wahren Lehen gehören als Voraussetzungen (essentialla feudi):

  • ein lehnbarer Gegenstand
  • ein fähiger Lehnsherr
  • ein fähiger Vasall und
  • das zwischen beiden bestehende Verhältnis der Lehnstreue.

Außerdem werden als natürliche oder regelmäßige des Lehens (naturalia feudi) welche im Zweifel jedem Lehen vorhanden sind bezeichnet:

  • die Investitur das heißt die feierliche Verleihung Lehens
  • die Erblichkeit und
  • die besondere Erbfolge in Ansehung der Lehen Bevorzugung des Mannesstamms endlich
  • die Leistung von Diensten und zwar ursprünglich eigentlich von Kriegsdiensten.

Der Mangel einer solchen Eigenschaft macht Lehen zu einem unregelmäßigen oder uneigentlichen (feudum improprium).

Belehnbare Sachen und Rechte

Ursprünglich galten nur Liegenschaften für lehnbar die so genannten Rittergüter (Ritterlehen adlige Lehen feuda nobilia im zu unadligen Lehen feuda ignobilia) oder eine Burg oder ein sonstiges Gebäude (feudum c keminatae aedificil).

Aber auch an unkörperlichen Sachen wurden errichtet indem die verschiedenartigsten Rechte nach Lehnrecht wurden so zum Beispielgewisse Hoheitsrechte über ein Territorium (feuda regalla) die sogen. Fürstenlehen oder so genannt weil bei der Beleihung eine als Symbol diente. Dahin gehören ferner die mit gewissen Ämtern ( Ämterlehen Ambachtslehen feudum officii) namentlich Hofämtern und einst dem Haus Thurn und Taxis verliehene Postlehen sowie die lehnsweise erteilte Gerichtsbarkeit (feudum

Dazu kommen dann zahlreiche Lehen an und kirchlichen Rechten Kirchenlehen (Stiftslehen feuda ecclesiastica) mit den mit einem Altar verbundenen Stiftungen (feudum altaragli).

Außerdem wurden zahlreiche Realberechtigungen Renten Gülten und Zehnten (feudum decimarum) verliehen; auch so genannte kamen vor bei welchen der Vasall die eines gewissen Kapitals bezog.

Keine Lehen sondern Allodialgüter waren dagegen so genannten Sonnenlehen bei welchen die Sonne die Gottheit gewissermaßen als Lehnsherrin fingiert wurde.

aktive Lehnsfähigkeit

Zur persönlichen Lehnsfähigkeit des Lehnsherrn (aktive wird erfordert: Dispositionsbefugnis in Ansehung des Gegenstandes verliehen werden soll und Wehrfähigkeit. Da der nämlich ursprünglich stets zu Kriegsdiensten verpachtet war konnten nur solche Personen die den Heerschild hatten also Ritterbürtige die sich eben Dienste versprechen lassen konnten Lehnsherren sein bis in spätern Zeiten an die Stelle der vielfach bestimmte Abgaben namentlich die sogenannten Ritterpferdsgelder (sogenannte Zins- und Beutellehen). Da nun aber einem geordneten Staatswesen nur dem Staatsoberhaupt die zusteht so konnte eigentlich nach modernem Staatsrecht nur der Souverän selbst als fähiger Lehnsherr wie dies in einzelnen Staaten zum Beispiel Bayern und Mecklenburg ausdrücklich durch Gesetz verordnet worden ist; die Einteilung in Staatslehen und Privatlehen bei letztern eben ein Untertan Lehnsherr war.

passive Lehnsfähigkeit

Zur passiven Lehnsfähigkeit des Vasallen wurde und Waffenfähigkeit erfordert weshalb namentlich Frauen lehnsunfähig und nur ausnahmsweise so genannte Weiberlehen ("Kunkellehen" Gegensatz zu "Helmlehen") vorkamen. Aus demselben Grund Bauern als lehnsunfähig und ebendarum die zahlreichen Leihen (sogenannte Feudaster) als uneigentliche Lehen (siehe Kolonat ).

Begründung des Lehens

Belehnung. Holzschnitt aus der "Cronica van der stat van Cöllen". Cöllen 1499

Lehnseid. Holzschnitt aus Ulrich Tengler "Layenspiegel" Augsburg


Investitur

Die Begründung eines Lehens geschieht der nach durch Investitur (constitutio feudi infeudatio). Diese ist aber andres als die deutschrechtliche Auflassung. Es sind zwei wesentliche Handlungen zu unterscheiden: die Belehnung traditionis) und die Huldigung (actus inaugurationis); erstere früher regelmäßig unter Anwendung gewisser Symbole zum Beispiel einer Fahne eines Schwertes ; letztere bestand in der. eidlichen Versicherung Lehnsherrn treu hold und gewärtig sein zu (Lehnseid homagium vassallagium); nur ausnahmsweise genügte der Handschlag des Vasallen (sogenannte Handlehen).

Das über die Investitur von der Behörde (Lehnsgericht Lehnshof Lehnskurie) aufzunehmende Protokoll heißt Lehnsprotokoll . Der Vasall kann die Ausstellung eines Lehnsbriefs verlangen das heißt einer Urkunde worin Investitur samt ihren Bedingungen bezeugt wird. Die durch welche dem Vasallen die stattgehabte Beleihung bescheinigt wird heißt Lehns- oder Rekognitionsschein und diejenige durch welche der Vasall Lehnsherrn die Beleihung und die Lehnspflicht bescheinigt Lehnsrevers (Gegenbrief). Ein Lehnsinventar das heißt eine Beschreibung des Lehnsguts seinen Pertinenzen unterschrieben von dem Lehnsherrn resp. dem Vasallen (Lehnsdinumerament) kann jeder von beiden dem anderen verlangen. Lehnskontrakt (contractus feudalls) heißt der Vertrag durch eine Beleihung vereinbart und vorbereitet wird.

Im Mittelalter kam auch häufig die Lehnsauftragung (oblatio feudi) vor darin bestehend dass um sich unter den Schutz eines mächtigern zu begeben diesem sein Allod zum Eigentum um es dann von jenem als Lehen zu empfangen.

Sonderfälle

Koinvestitur
Die Koinvestitur (investitura simultanea) ist diejenige Investitur welche an dem nämlichen Gegenstand mehreren Personen erteilt Hier werden die mehreren Beliehenen nach ideellen an dem Lehnsgut berechtigt ohne dass zwischen etwa ein wechselseitiges Erbrecht in Ansehung des begründet würde (Mitbelehnung colnvestitura juris communis oder langobardici).

Gesamtbelehnung
Verschieden davon ist die Coinvestitura juris die sogenannte Gesamtbelehnung oder Belehnung zur gesamten Hand so weil hierbei die Mitbelehnten das bei der gebrauchte Symbol gemeinschaftlich anzufassen pflegten. Hier erhält nur einer der Mitbelehnten ("Gesamthänder") den Besitz Lehnsobjekts während für die übrigen nur eventuelle begründet werden. Letztere kommen jedoch in Wegfall die Gesamthänder eine Auseinandersetzung bezüglich des Lehnsobjekts sogenannte Grund- oder Tatteilung vornehmen. Teilen sich dagegen bloß in die Nutznießung (das sogenannte des Lehens) so bleibt jenes eventuelle Successionsrecht Kraft.

Eventualbelehnung
Die Eventualbelehnung ist eine Investitur für die Eventualität Heimfalls eines Lehens das heißt eine an bereits verliehenen Sache für den Fall vorgenommene dass die Rechte des dermaligen Vasallen und Nachkommenschaft erlöschen sollten. Die Eventualbelehnung charakterisiert sich als eine wirkliche wenn auch unter einer vorgenommene Investitur und ebendarum vererben sich auch Rechte aus derselben nach Lehnrecht.

Lehnexpektanz

Verschieden davon ist die so genannte Lehnsexspektanz (Lehnsanwartschaft exspectatlva feudalls) welche darin besteht jemand einem anderen für den Fall dass ein gewisses Lehen heimfallen werde die Belehnung verspricht. Es ist dies nur ein Vorvertrag einem eventuell abzuschließenden Lehnskontrakt aus welchem dem ein Forderungsrecht auf Erfüllung dieses Versprechens zusteht.

Rechtsbeziehung zwischen Lehnsherren und Vasallen

Die Summe der Rechte des Lehnsherrn die Lehnsherrlichkeit . Nicht zu verwechseln damit ist die das heißt das dem Staat zustehende Hoheits- Aufsichtsrecht über alle Lehen innerhalb des Staatsgebiets.

Die Lehnsherrlichkeit umfasst die persönlichen Rechte Lehnsherrn dem Vasallen gegenüber und insofern entspricht die Lehnspflicht des letztern dann aber auch dinglichen Rechte des erster an dem Lehnsobjekt. Person des Vasallen gegenüber hat der Lehnsherr Recht auf Lehnstreue deren Bruch Felouie (s. genannt wird auf Ehrerbietung (Lehnsreverenz) und Lehnsgehorsam heißt auf Leistung von Kriegsund Hofdiensten.

Mit der Zeit sind diese Kriegsleistungen Geldleistungen verwandelt ("adäriert") worden.

Der Lehnsherr kann ferner von dem bei Verlust des Lehens die Lehnserneuerung (renovatio fordern und zwar sowohl bei Veränderungen in Person des Lehnsherrn (Veränderungen in der herrschenden Herrenfall Hauptfall Thronfall) als auch bei Veränderungen der Person des Vasallen (Veränderung in der Hand Lehnsfall Vasallenfall Nebenfall). Letzterer muss alsdann Jahr und Tag (1 Jahr 6 Wochen Tage) ein schriftliches Gesuch (Lehnsmutung) einreichen und Erneuerung der Investitur bitten; doch kann diese auf Nachsuchen durch Verfügung des Lehnsherrn (Lehnsindult) werden.

Partikularrechtlich ist der Vasall dabei abgesehen den Gebühren für die Wiederbelebung (Schreibschilling Lehnstaxe) auch zur Zahlung einer besondern Abgabe (Laudemium Lehnsware Handlohn) verpflichtet. Endlich kann der Lehnsherr einer Felonie des Vasallen das Lehen durch so genannte Privationsklage einziehen Verschlechterungen des Gutes Falls durch gerichtliche Maßregelnverhüten und dritten unberechtigten gegenüber das Eigentumsrecht jederzeit geltend machen.

Der Vasall hat dem Lehnsherrn gegenüber den Anspruch auf Treue (Lehnsprotektion) und ein derselben zieht für den Lehnsherrn den Verlust Obereigentums nach sich. Am Lehnsobjekt hat der das nutzbare Eigentum.

Lehnsveräußerung

Veräußerungen des Lehnsguts sind jedoch nur Zustimmung des Lehnsherrn gültig der bei Veräußerungen seine Zustimmung das Lehen im Wege gerichtlicher (actio revocator afeudi) einziehen kann. Außerdem ist noch zu einer Veräußerung des Lehens die sämtlicher "Agnaten" erforderlich das heißt der lehnsfolgefähigen des Vasallen welche mit ihm zusammen von ersten Empfänger des Lehens (primus acquirens) abstammen.

Nicht als Lehnsveräußerung wird es aufgefasst der Vasall das Lehen einem anderen zum gibt (subinfeudatio); denn der Lehnsherr tritt zu Aftervasallen in keine Beziehung. Ebensowenig aber wie Vasall das Lehen unter Lebenden veräußern darf derselbe letztwillig darüber verfügen.

Lehnssubstitution

Die vasallitischen Rechte und Pflichten können Stellvertreter (Lehnssubstituten Lehnsbevollmächtigte) ausgeübt werden. Haben diese ein Recht anderartige Stellvertretung so wird das als pro-Vassallagium und der Vertreter als Lehnsträger Vasallus) bezeichnet. Solche Lehnsträger kamen namentlich dann wenn juristische Personen wie zum BeispielGemeinden oder Frauen beliehen worden waren oder wenn für Vasallen außer dem Allodialvormund ein besonderer Lehnsvormund wurde welcher die aus der persönlichen Seite Lehnsverhältnisses hervorgehenden Rechte und Verbindlichkeiten des minderjährigen wahrzunehmen hatte.

Lehnssukzession

Der Eintritt eines. neuen Vasallen in bereits bestehendes Lehen heißt Lehnsfolge (Lehnssuccession). Solange ein Lehen sich in Hand des ersten Empfängers befindet wird es Neulehen (feudum novum) genannt während das in Besitz eines Deszendenten befindliche Lehen als Alt- Stammlehen (feudum antiquum paternum) bezeichnet wird.

Das Lehnsfolgerecht kommt nur den leiblichen Nachkommen des ersten Belehnten also nicht den oder unehelichen auch nicht den in morganatischer erzeugten Kindern zu. Bedingt ist das Lehnsfolgerecht durch die Lehnsfolgetätigkeit daher Weiber nicht in Lehen succedieren können es sei denn dass als Weiberlehen (Kunkellehen feudum femininum) errichtet worden

Anlangend die Lehnsfolgeordnung so werden zunächst unmittelbaren Nachkommen des verstorbenen Vasallen die Deszendenten die Söhne und Enkel des letztere zur gerufen. Die Söhne vorverstorbener Söhne treten an Stelle ihrer Väter (sogen. Repräsentationsrecht) indem sie Stämmen succedieren.

Sind keine Deszendenten vorhanden so kommen agnatischen Seitenverwandten des Erblassers an die Reihe immer nur diejenigen welche mit dem Erblasser von dem ersten Empfänger des Lehens abstammen. der herrschenden Lehre entscheidet dabei zunächst die der Linie oder der Parentel. Unter dieser alle diejenigen verstanden welche durch den nächsten Stammvater verbunden sind. Innerhalb der Linie aber dann die Gradesnähe (sogen. Lineal- und Gradualerbfolge) mit der römischrechtlichen Modifikation dass die Söhne vollbürtigen vorverstorbenen Brüdern des letzten Vasallen mit Oheimen den noch lebenden Brüdern des Erblassers vermöge des Repräsentationsrechts zur Erbschaft gerufen werden.

Lehnssonderung

Werden bei dem Tod eines Vasallen Personen zur Lehns- und zur Allodialerbfolge berufen muss eine sogen. Lehnssonderung das heißt eine des Lehnsguts von dem Allodialvermögen vorgenommen werden. des Vasallen ergreifen das Lehen nur dann sie Lehnsschulden. sind. Als solche gelten die der an und für sich zur Lehnsfolge aber wegen Gebrechlichkeit davon ausgeschlossenen Personen auf Verabreichung von Alimenten.

Partikularrechtlich gehören auch die Verpflichtung zur und Ausstattung von Töchtern früherer Vasallen die zur Auszahlung des Leibgedinges oder Wittums an Witwe des verstorbenen Vasallen und die Verbindlichkeit Zahlung der Begräbniskosten und der Kosten der Krankheit desselben zu den Lehnsschulden.

Auch die durch eine sogen. Lehnsverbesserung heißt durch einen von dritten hierzu nicht Personen in das Lehen gemachten Aufwand begründete gilt als Lehnsschuld. Auch pflegt man hier noch die sogen. konsentierten Lehnsschulden mit aufzuführen heißt diejenigen welche mit Zustimmung sämtlicher Lehnsinteressenten das. Lehnsaut gelegt werden.

Die Abfindung eines an sich Lehnssolgeberechtigten die Verpachtung zur Zahlung einer Absindungssumme begründen eine Lehnsschuld welche allerdings nur diejenigen belastet durch jene Abfindung gewonnen haben (sogen. respektive Die Abfindungssumme selbst ist aber an und sich durchaus allodialer Natur; doch wird nicht verabredet dass dieselbe als sogen. Lehnsstamm (constitutum auf dem Gut haften und in Ansehung erbrechtlichen Verhältnisse nach Lehnrecht behandelt werden soll.

Beendigung des Lehensverhältnisses

Eine Beendigung des Lehnsverhältnisses wird durch Untergang der Sache durch gültige Veräußerung derselben Allod und durch Ersitzung des Eigentums an Sache durch einen Dritten herbeigeführt.

Außerdem wird der Lehnsnexus zwischen zwei durch den Heimfall ( Inkorporation Inkameration Konsolidation) des Lehens ausgehoben das dadurch dass das nutzbare Eigentum des Vasallen mit dem Obereigentum des Lehnsherrn vereinigt wird also wieder volles Eigentumsrecht erhält.

Die Veranlassung dazu kann eine Felonie Vasallen oder eine sogen. Quasi-Felonie das heißt schweres Verbrechen desselben sein. Auch wird eine Konsolidation durch das Absterben aller Deszendenten des Vasallen und der etwaigen Mitbelehnten durch die einer beliehenen juristischen Person durch Ersitzung des Eigentums durch den Lehnsherrn durch Verzicht (Refutation) Vasallen auf das Lehen und durch Veräußerung Lehens seitens des Vasallen an den Lehnsherrn

Geht dagegen das Obereigentum des Lehnsherrn den Vasallen über so dass dieser nunmehr volle Eigentum erwirbt so spricht man von Appropriation des Lehens welch letztere bei einer Felonie des Lehnsherrn und infolge einer Ersitzung Eigentums durch den Vasallen hauptsächlich aber durch das heißt durch Übertragung des vollen Eigentums den Vasallen eintritt.



Bücher zum Thema Lehnswesen

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Lehen.html">Lehnswesen </a>