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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenFreitag, 28. November 2014 

Leistungsbeurteilung (Schule)


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Die Leistungsbeurteilung von Schülern durch Lehrer geschieht als Bewertung von Einzelleistungen (mündliche Hausaufgaben schriftliche Leistungsnachweise Abschlussprüfungen) sowie als periodische Zusammenfassung in Zeugnissen . Die Bewertung erfolgt in der Regel mit national vorgegebener Metrik ( Schulnote ) teilweise aber auch (untere Jahrgänge Sonderschulen Waldorfschulen ) in Form verbaler Berichte.

Wie jede andere Leistungsbeurteilung ist die Benotung von Schülerleistungen eine Tätigkeit die unabsehbare Folgen haben kann; sie daher detaillierten rechtlichen Vorschriften und kann auf Verwaltungsrechtsweg angefochten werden. In Deutschland wird die Leistungsbeurteilung als ein "hoheitlicher Akt" angesehen was Begründung des Beamtenstatus der Lehrer herangezogen wird.

Inhaltsverzeichnis

Rechtliche Vorschriften

In Deutschland fällt die Regelung der als Teil des Schulrechts in die Kompetenz der Bundesländer.

In Hessen enthält § 73 des Schulgesetzes sehr Rahmenbedingungen und ermächtigt den Kultusminister die Kriterien Verfahren der Leistungsfeststellung und -bewertung durch Rechtsverordnung zu regeln was in §§ 19-29 Verordnung zur Gestaltung des Schulverhältnisses geschehen ist. Normen zufolge soll die Leistungsfeststellung und -bewertung

  • die im Unterricht vermittelten Kenntnisse und Fähigkeiten Maß nehmen;
  • sich stützen auf
    • Beobachtungen im Unterricht und
    • mündliche schriftliche und ggf. praktische Leistungskontrollen;
  • sich auf die gesamte Lernentwicklung des Schülers
  • sowohl die fachlichen Fähigkeiten Kenntnisse und Fertigkeiten auch die Leistungsbereitschaft und das Verhalten des darstellen;
  • den Verlauf der Lernentwicklung berücksichtigen;
  • im Dienst der individuellen Leistungserziehung stehen; und
  • dem Schüler eine ermutigende Perspektive für die Entwicklung eröffnen.
Diese überfrachtete Rechtsvorschrift spiegelt die pädagogisch gesellschaftlich vielschichtigen Funktionen von Schulnoten wieder (s.u.).

Zur Bewertung des Arbeits- und Sozialverhaltens siehe Kopfnoten.

Während der Lehrer in der Bewertung und praktischer Leistungen weitgehend pädagogische Freiheit genießt schriftliche Leistungskontrollen detaillierten Rechtsvorschriften. Siehe dazu Schriftlicher Leistungsnachweis in der Schule .

Zu Beginn eines Schuljahres sollen Schüler Eltern informiert werden nach welchen Gesichtspunkten die erfolgt. Vor den Zeugniskonferenzen sollen die Noten den Fachlehrern begründet werden. Darüber hinaus sind Schüler mindestens einmal im Halbjahr über ihren Leistungsstand zu unterrichten.

Pädagogische Einschätzung

Noten erfüllen eine ganze Reihe verschiedener und gesellschaftlicher Funktionen:

  • Pädagogische Funktionen:
    • Rückmeldung ("Feedback"):
      • Noten helfen dem Schüler eigene Schwächen und wahrzunehmen und so ein realistisches Selbstbild aufzubauen;
      • Noten gewöhnen den Schüler an Leistungsvergleiche;
    • Anreiz:
      • Gute Noten motivieren günstigenfalls den Erfolg zu oder auszubauen;
      • Schlechte Noten sollen motivieren Defizite auszugleichen;
    • Disziplinierung:
      • Kopfnoten dienen explizit der Beurteilung von Verhalten;
      • Andere Noten als Instrument der Disziplinierung einzusetzen pädagogisch problematisch aber gar nicht zu vermeiden Indisziplin in der Regel auch Leistungsausfälle mit bringt;
    • Kommunikation mit dem Elternhaus:
      • Zeugnisse informieren die Erziehungsberechtigten geben Anlass für mit der Schule und für verstärkte Unterstützung Lernens.
  • Gesellschaftliche Funktionen:
    • Kontrollfunktion: Noten und Zeugnisse machen die Einhaltung Schulpflicht sowie die Effekte schulpolitischer organisatorischer und Maßnahmen transparent.
    • Berechtigungsfunktion: Noten dokumentieren und legitimieren gegenüber befugten (z. B. der Schulaufsicht) das erzieherische Handeln Lehrer.
    • Allokations- oder Selektionsfunktion: Die Vergabe von (Abschluss-)Noten es Ausbildungs- und Arbeitsplätze oder Zugangsberechtigungen nach zu vergeben unter der Annahme dass Noten abbilden. Zur Selektionsfunktion kann auch gezählt werden schlechte Noten zur Klassenwiederholung führen.

Ob Leistungsbeurteilung durch Noten das Erreichen Erziehungsziele der Schule fördert ist umstritten. Dass der Schule in irgendeiner Form stattfinden muss jedoch weithin akzeptiert. Strittig ist zumeist nur anstelle numerischer Noten frei formulierte Gutachten treten

Der hauptsächliche Unterschied zwischen Noten- und ist dass letztere den Verzicht auf die implizieren. Ein gegliedertes Schulsystem wie in den deutschsprachigen Ländern ist Notenzeugnisse kaum vorstellbar.

Als empirisches Argument gegen Notenzeugnisse wird auf die skandinavischen Länder verwiesen die in Schulleistungsvergleichen regelmäßig am besten abschneiden und die zur 8ten Jahrgangsstufe auf Noten und Ziffernzeugnisse - womit kein Kausalzusammenhang bewiesen ist wohl dass Gesamtschulen ohne Noten effizient sein können . Aber auch in Deutschland z. B. NRW gibt es Versuchsschulen wie die Laborschule an denen die Vorzüge von "Berichten zum gegenüber der bloßen Einstufung durch Noten empirisch belegt werden konnten. Es gibt PC-Programme die Notenzeugnis problemlos in ein Text-Zeugnis umwandeln. Daher klar sein: Der Unterschied zwischen einem Zeugnis oder ohne Noten ist belanglos (eine Trivialdifferenz). relevant sind die Qualitätsunterschiede die sich zwischen mit zensurennahen Aussagen (z.B. "Beteiligung am Unterricht: oder "NN. beteiligte sich nicht immer regelmäßig Unterricht")und individuelleren Lernberichten zeigen. Ein solcher individuellerer müsste dann situative Randbedingungen aufzeigen unter denen Beteiligung des Schülers am Unterricht zugenommen oder hat.

Weitgehend anerkannt scheint dass schlechte Noten leistungshemmend sind.

Häufig wurde aus der schlechten Reproduzierbarkeit Noten geschlossen dass die Notenvergabe weitgehend von oder Willkür gesteuert und daher ungerecht sei. Beispiel wurde ein und derselbe Deutschaufsatz von Lehrern mit Noten zwischen sehr gut und mangelhaft beurteilt. Ein solcher Vergleich übersieht natürlich Beurteilung in der Schule immer im Zusammenhang vorangegangenem Unterricht steht.

Eine weitere problematischere Ursache für unterschiedliche ist dass die Beurteilung von Schülerleistungen implizit als Leistungsvergleich innerhalb einer Schulklasse erfolgt: die Lehrer ajustieren ihre Leistungserwartungen so dass in jeder Klasse der gleiche Notenvorrat ausgeschöpft wird; genug wird der "Notenspiegel" in Richtung Gaußsche Normalverteilung getrimmt ohne dass die starken Annahmen dieser mathematischen Beschreibung zugrundeliegen bewusst wären. Eine Anpassung kann pädagogisch als der unter den Verhältnissen bestmögliche Kompromiss zwischen der motivierenden und selektierenden Wirkung von Noten begründet werden führt dazu dass Noten außerhalb des Klassenvergleichs nur aussagefähig sind.

Ob Noten außerhalb des Klassenvergleichs womöglich vergleichbar sein sollen erfordert somit eine Abwägung pädagogischer und gesellschaftlicher Funktion; Vergleichbarkeit wird insbesondere gefordert wenn Abschlussnoten zur Allokation von Lebenschancen werden (siehe dazu auch Zentralabitur ).

Empirische Untersuchungen zeigen angeblich dass selbst zentralisierte Prüfungen Schulabschlussnoten ( Mittlere Reife und Abitur ) mit dem Ausbildungs- oder Studienerfolg stark sind.

Weitere Informationen

Wikilinks

Siehe auch Schule Schulrecht GFS .



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