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Limes (Grenzwall)


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Limes (lateinisch ursprünglich "Grenzweg") bezeichnet die verschiedenen den Römern angelegten Grenzwälle oder sonstigen Befestigungen an Reichsgrenzen.

Dazu zählen

  • der rund 120 km lange Hadrianswall der Schottland von der damaligen römischen Provinz Britannia trennte
  • der im Endausbau etwa 548 km lange Limes der im heutigen Deutschland gelegen die Provinzen Raetia nach Norden und Germania Superior Osten hin abgrenzte
  • den Limes Arabicus der im heutigen Jordanien und Syrien gelegen die reichen römischen Provinzen Arabica und Syria gegen Nomaden und später die Parther abgrenzte.

Inhaltsverzeichnis

Der Limes in Deutschland

Wenn im Deutschen von Limes die ist ist damit meist der raetische Limes oder der obergermanische Limes gemeint. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts begannen Archäologen damit den zuvor nur bekannten Verlauf des Limes genauer aufzunehmen und ersten Ausgrabungen vorzunehmen. Im Verlauf dieser Arbeiten sich bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts erstreckten wurde der Verlauf des Limes vermessen und in Stecken eingeteilt die auch noch gültig sind. Dabei stellte es sich dass die Römer ihre Grenze des öfteren hatten.

Die römische Baugeschichte des Limes

Die Vorgeschichte des Limes geht zurück in das Jahr 9 nach Christus als die Römer unter Varus eine vernichtende Niederlage durch aufständische Germanen unter Arminius erlitten. Insgesamt drei römische Legionen gingen bei dem verunglückten Unternehmen unter Germanen die römische Zivilisation nahe zu bringen. Sie wurden in sogenannten Varusschlacht oder Schlacht im Teutoburger Wald fast völlig aufgerieben nach dieser Katastrophe sich die Römer auf die linke Seite Rheins zurück.

Es kam zwar einige Jahre später zu begrenzten Aktionen seitens der Römer die mehr den Charakter von Rachefeldzügen hatten. Den einer dauerhaften Landnahme östlich des Rheins hatten römischen Kaiser auf Dauer verworfen.

Der Grund für eine erneute Landnahme des Rheins etwa ein Jahrhundert später läßt am ehesten im römischen Bedürfnis nach Sicherheit denn es zeigte sich dass der Rhein absolut kontrollierbare und undurchlässige Grenze war. Die Nebenflüsse dieses Stromes reichten weit nach Osten zogen aus den Tiefen des kontinentalen Raumes wieder größere Völkermassen Richtung Westen. Also mußte gesamte östliche Ufer des Flusses samt seiner unter Kontrolle gebracht werden weniger als militärische Demarkationslinie sondern mehr als bewachte Wirtschaftsgrenze nach Germanien hin. Nach verschiedenen kleineren Feldzügen entwickelte der obergermanische Limes zunächst aus einem reinen

Rekonstruktion von Palisaden und Graben in der der Saalburg

  • Postenweg der durch eine künstlich geschlagene in den germanischen Wäldern führte
  • In einem zweiten Schritt folgten Wachtürme Erde und Holz in einem durchschnittlichen Abstand 800 m gleichzeitig wurden Palisaden aus Holz errichtet.
  • In einem nächsten Schritt ersetzte man verwitterungsanfälligen Holztürme durch Türme aus Stein
  • Im letzten Schritt wurde hinter der ein Graben als weiteres Annäherungshindernis ausgehoben.
In analoger Art und Weise entwickelte der raetische Limes nur dass im letzten Schritt statt Grabens eine durchgehende massive Mauer errichtet wurde. durch seine Eigenart als Wirtschaftsgrenze besaß der Limes eine Reihe von Durchlässen die von bewacht wurden.

Der Verlauf des Limes

Karte des obergermanisch-raetischen Limes

In Anlehnung an die Aufteilung der soll hier die gleiche Beschreibung der Abschnitte Limes erfolgen. Diese Aufteilung nach den in des 19. Jahrhunderts vorhandenen Verwaltungsgrenzen gehen also auf antike Vorbilder zurück:

  • Strecke 1: Rheinbrohl - Bad Ems
  • Strecke 2: Bad Ems - Adolfseck Bad Schwalbach
  • Strecke 3: Adolfseck bei Bad Schwalbach Taunus - Köpperner Tal
  • Strecke 4: Köpperner Tal - Wetterau - Marköbel
  • Strecke 5: Marköbel - Groß-Krotzenburg am
    • Strecke 6a: Hainstadt - Wörth am (ältere Mainlinie)
    • Strecke 6b: Trennfurt - Miltenberg
  • Strecke 7: Miltenberg - Rehberg
  • Strecke 8: Rehberg - Walldürn - Buchen - Osterburken - Jagsthausen (neuere Odenwaldlinie)
  • Strecke 9: Jagsthausen - Welzheim - Haghof
  • Strecke 10: Wörth am Main - Bad Wimpfen (ältere Odenwaldlinie)
  • Strecke 11: Bad Wimpfen - Köngen
  • Strecke 12: Haghof - Lorch (Ende obergermanischen Limes) (Beginn des raetischen Limes) - Aalen - Ruffenhofen
  • Strecke 13: Ruffenhofen - Gunzenhausen
  • Strecke 14: Gunzenhausen - Weißenburg - Kipfenberg
  • Strecke 15: Kipfenberg - Einig

Rekonstruktion des Ostkastells von Welzheim

Die Bauwerke des Limes

Auf einer Länge von etwa 550 trennten diese Grenzbefestigungen die beim obergermanischen Limes aus Erdaufschüttungen und Holzpalisaden beim raetischen Limes dagegen aus einer bis zu Meter hohen Mauern bestanden Germanien von den römischen Provinzen Raetia Germania Superior und Germania Inferior . In Sichtweite voneinander befanden sich kleinere von etwa 10 m Höhe die zunächst Holz und Erde später dann massiv in erbaut wurden. Im hinteren Gelände dieser unmittelbaren befanden sich im Abstand von etwa 10 kleinere Kastelle ( burgus ) für die sogenannten Auxiliartruppen die bei einem lokalen gegnerischen Einbruch die Grenzbefestigung von den Besatzungen auf den an die Einbruchstelle geschickt werden konnten. Schöne für derartige Kastelle sind die Saalburg das Kastell am kleinen Feldberg im Taunus und die Kapersburg ebenfalls im Taunus. Ein besonders großes für eine berittene Einheit lag im heutigen von Aalen .

Rekonstruierter Steinturm bei Rheinbrohl

Rekonstruierter Holzturm bei Lorch

Vermessungstechnische Besonderheiten am Limes

Am obergermanischen Limes existieren mehrere Abschnitte die durch ihre Eigenschaft der Geradheit auffallen; sie wirken also wie mit Lineal in die Landschaft gelegt. Der längste Abschnitte reicht von einem ansonsten unbedeutenden Wachturm Walldürn (Strecke 8) bis zum Haghof südlich von Welzheim und ist somit fast 80 km Ein derartig langes gerades Stück ist selbst der ungleich längeren chinesischen Mauer nicht bekannt. Die Gründe zum Bau so in die Landschaft trassierten Linienzuges aus und Graben dürften wohl im Willen zu Demonstration gegenüber der germanischen Bevölkerung gelegen haben.

Der Untergang des Limes

Der Grund für den Untergang des ist in der zunehmenden Inanspruchnahme der militärischen des römischen Reiches zu suchen das sich ab Mitte dritten Jahrhunderts in seinen orientalischen Provinzen einer größer werdenden Herausforderung durch seine östlichen Nachbarn sah. Als Reaktion darauf wurden immer mehr vom Limes abgezogen bis sich die Bewachung Grenze nicht mehr aufrecht erhalten ließ. Den Truppen blieb dann ebenfalls nicht anderes mehr als den Rückzug auf die linke Seite Rheines.
Manchmal kam es aber auch zu Eskalationen. Eine solche wurde von den Archäologen Kastell Osterburken rekonstruiert. In den Gräben der Festung sich die Überreste zahlreicher Menschen die bei Belagerung eines gewaltsamen Todes gestorben waren. Vielen Germanen waren beim Versuch die Mauern zu von den römischen Soldaten die Hände abgeschlagen Dennoch haben die Belagerer das Kastell erobert und anschließend niedergebrannt.

Der Limes heute

Der Limes stellt sich in Deutschland ein Bodendenkmal von internationaler Bedeutung dar in seinem sind fast alle Kastelle und Wachtürme ausgegraben und teilweise restauriert worden. Im Jahr 2005 entschieden ob das Bauwerk in das UNESCO-Weltkulturerbe wird. Prominentes Beispiel ist die Saalburg bei Bad Homburg sowie das Doppelkastell in Aalen die jeweils bedeutende römische Museen in Mauern bergen. Im gesamten Verlauf des Limes man weitere Beispiele dieser Art finden meistens das Wachtürme wie in Rheinbrohl oder Teilrekonstruktionen eines Kastelles wie in Welzheim .
Vom der eigentlichen Grenzbefestigung haben sich besten Wall und Graben des obergermanischen Limes erhalten. Sie haben sich in den beinahe zwei Jahrtausenden ununterbrochen forstwirtschaftlich genutzten Wäldern Westerwaldes und des Taunus hervorragend erhalten. Die begleitenden Reihen aus sind zwar längst verrottet ihre einstmaligen Standlöcher der Erde lassen sich aber an manchen immer noch mühelos als flaches Gräbchen erkennen.
Beim raetischen Limes markiert dagegen ein breiter Streifen aus den Verlauf der Befestigung. Kleine Hügel aus und Schutt finden sich bei beiden Limites an den Stellen an denen ein gestanden hat häufig sogar direkt nebeneinander.

Der Gedanke der Landesverteidigung durch ein großes Bauwerk hat auch beim Bau des Westwalles eine Rolle gespielt denn nicht umsonst das größte Programm zum Bau dieser den Zweiten Weltkrieg vorbereitenden Festungsanlage den Namen Limesprogramm .

Siehe auch: Liste der Limeskastelle

Weitere Limites

  • Ein weiterer bekannter Limes ist der Hadrianswall der das römische England von Schottland
  • Donaulimes in den Provinzen Noricum und Pannonien wo die Donau die Grenze bildete
  • Orientlimes durch die oft wechselnde Grenze dem römischen Reich Armenien und den Parthern größtenteils wenig ausgeprägt
  • Arabischer Limes
  • Grenzen der afrikanischen Provinzen zur Wüste der limes Tripolitanus im heutigen Libyen
  • Westwall
  • Ostwall

Weblinks

Literatur zum Limes

  • Dietwulf Baatz: Der Römische Limes. Archäologische Ausflüge zwischen Rhein Donau . 3. überarb. Aufl. Gebrüder Mann Verlag 1993. ISBN 3-7861-1701-2
  • Britta Rabold Egon Schallmayer Adreas Thiel: Der Limes. Die Deutsche Limes-Straße vom Rhein Donau . Theiss-Verlag Stuttgart 2000. ISBN 3-8062-1461-1
  • Rudolf Pörtner: Mit dem Fahrstuhl in die Römerzeit . Moewig Rastatt 2000 (auch andere Ausgaben) ISBN 3-8118-3102-X
  • Anne Johnson: Römische Kastelle des 1. und 2. Jahrhunderts Chr. in Britannien und in den germanischen des Römerreiches . Verlag Philipp von Zabern Mainz 1987 der antiken Welt 37) ISBN 3-8053-0868-X



Bücher zum Thema Limes (Grenzwall)

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