Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Der Ausdruck Linguizid (zu deutsch "Sprachmord") bezeichnet die geplante bewusst in Kauf genommene Vernichtung einer Sprache . Im Gegensatz zu Genozid und anderen Begriffen ist Linguizid kein völkerrechtlich anerkannter Begriff.
Wissenschaftlich verwendet wurde der Begriff bisher von Albert Bock in seiner Studie über Bretonische "Der Linguizid am Bretonischen" [1] .
Von unbekannter Seite (aus dem angelsächsischen werden Australien und die USA als Gebiete bezeichnet in denen ein genannter "Linguizid" zu beobachten sei. Folgende Verletzungen UN- Minderheitenschutzes respektive Ethnozide wären demnach als so Linguizid zu werten:
Institutionalisierte Trennung der Kinder von ihren um die Weitergabe der Muttersprache und somit die Tradierung der Kultur verhindern etwa Kinder australischer Ureinwohner die so genannte gestohlene Generation (Stolen
Verbot des muttersprachlichen Unterrichts und Zwangsauflösung Schulen um die kulturelle Integration von Immigranten beschleunigen; z.B. die Auflösung deutscher Schulen in während des Ersten Weltkrieges.
Verbot des Gebrauchs der einheimischen Sprache die kulturelle Identität der Eroberten zu zerstören; des Hawaiianischen auf Hawaii nach der Annexion 1898 durch die USA .
Bekämpfung der traditionellen Kultur z.B. bei meisten Indianersprachen in den USA oder bei Ureinwohnern Australiens.
Die Vermischung Veränderung und teilweise auch Verschwinden von Sprachen und Kulturen sind "natürliche" wie sie in der Menschheitsgeschichte schon seit von Jahren zu beobachten sind. Militärische Eroberungen Migrationen von größeren Gruppen (Völkerwanderungen) sind meist Hauptursachen für das Verschwinden von Sprachen oder Entstehen neuer Sprachen.
Die Sprache ist der wichtigste Kultur-Träger: transportiert Traditionen wie Lieder Geschichten die Geschichte Kultur usw. Daneben dient sie zur Stärkung dem Erhalt der kulturellen Identität. Aus diesem ist es - insbesondere nach militärischer Eroberung die Eroberer das entsprechende Territorium besetzen und besiedeln wollen - in den Augen der manchmal "notwendig" den Gebrauch der einheimischen Sprache unterbinden um die Einheit der einheimischen Kultur damit einen möglichen organisierten Widerstand gegen die zu zerstören.
Sprachliche Minderheiten sind offiziell durch das Völkerrecht und Minderheitenschutz der UNO und anderer internationaler Gremien geschützt. Insbesondere Europa sind heute zahlreiche Anstrengungen von offizieller inoffizieller Seite her bekannt um ausgestorben geglaubte bedrohte Sprachen wieder zu beleben. Gälisch in Irland und Rätoromanisch sind Beispiele bei denen diese Politik Erfolge zeigt. In zentralistischen Nationalstaaten wie beispielsweise Frankreich werden hingegen bisher keinerlei Anstrengungen von Seite her unternommen um die seit der Zeit unterdrückten Minderheitensprachen (Bretonisch Baskisch Elsässisch Korsisch) zu beleben respektive zu fördern.