Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenDienstag, 17. Oktober 2017 

Lippstadt


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
---Sidenote START---
Wappen Karte
Basisdaten
Bundesland : Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk : Arnsberg
Kreis : Soest
Fläche : 113 3 km²
Einwohner : 67.347 (31.12.2002)
Bevölkerungsdichte : 593 Einwohner/km²
Höhe : 79 m ü. NN
Postleitzahl : 59555 - 59558
Vorwahl : 02941
Geografische Lage : 51° 40' nördl. Breite
8° 21' östl. Länge
Kfz-Kennzeichen : SO
Amtlicher Gemeindeschlüssel : 05 9 74 028
Website: www.lippstadt.de
E-Mail-Adresse: post@stadt-lippstadt.de
Politik
Bürgermeister : Wolfgang Schwade

Lippstadt ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen die seit 1975 dem Kreis Soest angehört. Sie wurde 1185 gegründet und ist damit die älteste Westfalens . Lippstadt liegt etwa 70 Kilometer östlich Dortmund und 30 Kilometer westlich von Paderborn .

Inhaltsverzeichnis

Lage und Geografie Lippstadts

Lippstadt ist die größte Stadt im Soest. Sie liegt am Fluss Lippe im nordöstlichen Teil des Kreises und so an die Nachbarkreise Paderborn Warendorf und Gütersloh . Innerhalb des Kreises Soest stellen ihre Nachbarn die Städte Geseke und Erwitte dar westlich von Lippstadt liegt die Lippetal .

Die Stadt selbst liegt direkt an Lippe und räumlich zwischen dem südlich gelegenen Haarstrang sowie dem Münsterland und dem Paderborner Land.

Geschichte der Stadt Lippstadt

Lippstadt wurde im Jahr 1184 bzw. 1185 (das genaue Gründungsjahr ist nicht sicher vom Grafen Bernhard II. unter dem Namen Lippe als erste Gründungsstadt Westfalens gegründet. Die Erlaubnis zum Bau Stadt erhielt Bernhard vom Kaiser Friedrich I. genannt Barbarossa.

Erste Siedlungsansätze in Lippstadt

Denkmal von Bernhard II. in Lippstadt

Bereits vor dieser Gründung gab es erste Ansiedlungen im heutigen Stadtgebiet; vor allem heutige Nicolaiviertel und der Vorgängerbau der heutigen waren als Ansiedlung von Kaufleuten und als bedeutend. Diese Bedeutung rührte von der Lage welche die Stadt an der Lippefurt für Handel in Deutschland hatte: Sie lag am der Handelsstrecke zwischen Frankfurt am Main und Lübeck und der Straße zwischen Paderborn und Münster . Des weiteren gibt es Annahmen nach im nordwestlichen Bereich der Stadt bereits seit 1120 eine Wasserburg der Herren zu Lippe gestanden haben einen archäologischen Nachweis dafür gibt es nicht. 1139 wurde das Prämonstratenserinnen kloster im heutigen Stadtteil Cappel von Bernhard I. und seinem Bruder Hermann I. gegründet.

Im Laufe des Sächsischen Krieges (1177 1181) wurden die bereits bestehenden Teile der vor allem das Nikolaiviertel und die dort Kirche von der Truppen des Kölner Erzbischofs Philipp von Heinsberg 1179 zerstört der sich damit für die der Truppen von Heinrich dem Löwen durch Bernhard II. rächen wollte. Nach Verbannung des Sachsenherzogs und der Rückkehr Bernhards gelang es diesem im Jahr 1184 von Kaiser Friedrich I. die Erlaubnis den Bau einer Stadt zu bekommen. 1185 gründete Bernhard II. daraufhin die Stadt die heute als Lippstadt bekannt ist.

Die Gründung Lippstadts und die Stadtentfaltung

Lippstädter Marienkirche

Bernhard II. plante seine Gründungsstadt nach Vorbildern Braunschweig und Heidelberg die er während des Sächsischen Krieges konnte. Das im Wiederaufbau begriffene Nicolaiviertel war diesem Plan erst nicht enthalten und wurde mit der seit 1182 im Neubau befindlichen Nicolaikirche erst später Von 1185 an wurde das freie Land der Lippe und den heutigen Straßen Markstraße und Poststraße in Parzellen unterteilt und aufgebaut gleichzeitig begann der Bau der Stiftskirche St. (die heutige Stiftsruine) sowie der Marktkirche St. (die heutige Große Marienkirche).

Die neu entstehende Stadt taucht in Quellen dann erstmals 1194 als "nova civitas" auf zu diesem besaß sie bereits eine Befestigung in Form Wällen Gräben und Palisaden aus Holz und Auf dem ehemaligen Burggelände der Herren zur dem Hermelinghof entstand ein Augustinerinnenstift welcher ab 1207 ebenfalls im Inneren der Stadt lag. schnell wachsende Bevölkerung der Stadt Lippe siedelte vor allem in der Marienstadt um die St. Marien sowie um St. Nicolai und Stiftskirche St. Marien welche bei einer Erweiterung Stadtfläche im Jahr 1229 ebenfalls in den befestigten Bereich einbezogen

Bernhard II. hatte die Regierung des zu dem Zeitpunkt bereits an seinen Sohn II. übergeben während er selbst als Abt Dünamünde in Livland lebte. Zwischen 1220 und 1222 verlieh den Lippstädtern ihr erstes Stadtrecht und weihte Marktkirche St. Marien. Spätestens ab 1231 führte der Lippstädter Rat ein eigenes und in den 1260er Jahren begann der der Stadtmauer welcher 1292 abgeschlossen war. Diese Mauer ersetzte die Wallanlagen und legte zugleich die Grenze zwischen Bürgerstadt Lippe und dem Agrarland des Umkreises in das 19. Jahrhundert fest.

Aufgrund von Erbstreitigkeiten nach dem Tod Bernhard V. und einer nachfolgenden Fehde zwischen Neffen Simon III. und dem Grafen Otto Tecklenburg als Gemahl der Tochter Bernhards V. die Herrschaft über Lippstadt im Jahr 1376 an den Vermittler Graf Engelbert von Mark über und gelangte nachfolgend als Pfandherrschaft weitere Häuser. Diese Zeit der Samtherrschaft bei die Herrschaft der Stadt nicht in der der Landesherren lag zog sich über die Soester Fehde im Jahr 1444 bis zum Jahr 1666 als die Herren von Lippe und von Brandenburg gemeinsam Herren über Lippstadt wurden.

Lippstadt als Handelsstadt

Lippe (Braun/Hagenberg 1588)

Bereits vor der Gründung der Stadt Lippstadt ein bedeutender Handelsknotenpunkt dessen Bedeutung sich der Lage an der Lippefurt ergab. Durch Bestimmungen zum Stadtrecht von 1220 und die der Stadtprivilegien 1244 wurden die Aussichten für Handel und Gewerbe in der Stadt weiter verbessert. So spätestens seit 1244 ein Jahrmarkt in der auf dem vor allem Fernhändler Waren anbieten Die Stadt profitierte vom Angebot der Händler vom Standgeld derselben. Im 16. Jahrhundert fanden vier Jahrmärkte im Jahr statt im Jahr 1691 bereits sechs und bis zum Ende 18. Jahrhunderts waren es acht dieser Märkte über das Jahr verteilt waren. Als Marktplatz der alte Marktplatz zwischen der Marktkirche St. und dem Rathaus der Stadt der heutige Rathausplatz.

Ein weiterer wichtiger Faktor für die einer mittelalterlichen Stadt war das Vorhandensein eigener Münzprägungen. gab es bereits 1231 zwei Münzmeister in der Stadt die englische Münzen nachprägten. Um die Mitte des 13. tauchten dann erstmals eigene Münzen mit der als Prägung auf. Besonders der Lippstädter Pfennig der Zeit von 1290 bis 1310 tauchte in vielen Münzfunden in Dänemark England Polen und Mecklenburg auf.

Am 17. Juli 1253 gehörte Lippstadt neben Münster Soest und Dortmund zu den Gründungsmitgliedern des zweiten westfälischen welcher 1268 mit Osnabrück bestätigt wurde. Dieses Bündnis sollte vor den Landesherren die wirtschaftliche Macht der Städte

Im 12. und 13. Jahrhundert war auch Hansestadt wobei Lippstädter Kaufleute schon in der tätig waren als die Organisation selbst erst Entstehen begriffen war. Wie fast alle Städte war es Mitglied dieser großen Gemeinschaft von die zeitweise die Wirtschaftspolitik im gesamten norddeutschen bestimmte. Für Lippstadt waren besonders die Dittelstage Köln sowie die Regionaltage von Bedeutung obwohl Stadt auch zu den "Großen" Hansetagen in Lübeck Vertreter schickte. 1494 wurde Lippstadt die Handelsmatrikel nachgetragen und 1540 wurde die Stadt zur Prinzipalstadt erhoben. letzten Hansetag in Lübeck am 18. April 1669 nahm Lippstadt jedoch nicht mehr teil es bis zum letzten Tag zu den des Handelsbundes gezählt wurde.

Lippstadt zur Zeit der Reformation und

Lippstädter Jacobikirche

Die Lehren Martin Luthers und mit diesen die Reformation wurde von den beiden Mönchen des Augustinereremiten-Klosters Johannes Westermann und Herrmann Koiten nach gebracht. Diese studierten zwischen 1520 und 1524 an der Universität Wittenberg die von den neuen Ideen Luthers war. Am 3. Februar 1523 promovierte Westermann gemeinsam mit dem Herforder Augustinereremiten Gottschalk Kropp.

Johannes Westermann kehrte im gleichen Jahr nach Lippstadt und predigte dort die neue im Jahr 1524 wurden die von ihm in der gehaltenen Fastenpredigten in Lippstadt gedruckt. Dieses Buch die erste Dokumentation der Reformationsbewegung in Westfalen gleichen Jahr erschien auch ein Katechismus von Westermann ebenfalls in Niederdeutsch geschrieben. Die Veränderungen in der Bürgerschaft durch die neue Lehre blieben jedoch auch Kölner Erzbischof nicht verborgen der daraufhin den Dominikaner Johannes Host von Romberg nach Lippstadt Dieser predigte am 16. März 1526 in der großen Marienkirche gegen die der Lippstädter.

In der Folgezeit kam es zu Veränderungen im religiösen und kirchlichen Leben Lippstadts. allem die Begehren der Lippstädter Zünfte mehr Mitspracherecht im Stadtregiment zu bekommen zu maßgeblichen Veränderungen. Im Februar 1531 begannen die Zünfte gemeinsam mit den der lutherischen Kirche einen Aufstand bei dem die Magistraten der Stadt vertrieben und einen neuen bildeten. Ein Jahr später verhängten die Stadtherren lippischen Grafenhauses und die Herzöge von Kleve Verkehrsrecht über die Stadt unterstützt vom Kölner und den Bischöfen von Münster Osnabrück und

Goldener Hahn (erbaut 1566) ältestes Haus in

Die Vermittlungsversuche scheiterten bis 1535 als die Bürger der Stadt aufgrund schlechter werdenden Versorgung am 13. Juli 1535 aufgaben und ihre Priester absetzten. Daraufhin ein Vertrag zwischen dem Grafen Simon V. Lippe dem Herzog Johann III. von Jülich-Kleve-Berg der damals noch als Lippe bezeichneten Stadt Die kirchlichen Neuerungen der Stadt wurden weitgehend die Messe durfte jedoch auch weiterhin auf gehalten werden. Die Prediger wurden der Stadt und wurden später anderswo tätig Johannes Westermann in Hofgeismar wo er 1542 starb. Die Beteiligung der Zünfte an Regierung wurde jedoch festgeschrieben und angeordnet. Da in den Folgejahren jedoch auch beide Landesherren Reformation zuwandten blieben die Lippstädter Bürger auch dem Augsburger Religionsfrieden lutherisch die kleine katholische Gemeinde im St. Annen-Rosengarten wuchs jedoch in den Folgejahren allem durch den Zuzug aus dem Umland einer neuen katholischen Gemeinde.

Der Dreißigjährige Krieg

Herzog Christian von Braunschweig Gemälde von Paulus 1619

Während des Dreißigjährigen Krieges ( 1618 bis 1648 ) blieb natürlich auch Lippstadt nicht von Kriegswirren verschont. Im Winter 1620 / 1621 wurde Lippstadt von Christian von Braunschweig-Wolfenbüttel und seinen Truppen als Quartierstadt besetzt. hier führte der Ritter regelmäßige Raubzüge in umliegenden katholischen Nachbarterritorien Paderborn und Münster durch. er wieder abzog versuchten Truppen des Kaisers Ferdinand II. die Stadt zu erobern was ihnen 24. Oktober 1623 auch gelang. Die Truppen unter Johann von Rietberg wurden in die Stadt einquartiert. blieben bis 1633 . Während dieser Zeit fanden in Lippstadt Reihe von Hexenprozessen statt von dem eigentlichen Krieg blieb Stadt jedoch verschont.

1633 hatte sich die Bündnissituation im Krieg gewandelt und diesmal war es der Landgraf Hessen-Kassel Wilhelm V. der die Stadt nach Zerstörung von Salzkotten einnehmen wollte. Bereits nach einem Tag die Stadtbevölkerung die Truppen einmarschieren die bis Kriegsende 1648 hierblieben. Die Besatzer nutzten die günstige der Stadt sowie die Festungswerke die weiter wurden. Die Hessen verließen die Stadt erst 1650 danach traten die Kurfürsten von Brandenburg Samtlandesherren verstärkt in Lippstadt auf.

Die Festungszeit in Lippstadt

Nach dem Vertrag zwischen Hessen und wurden in Lippstadt fünf kriegsstarke Kompanien der einquartiert ohne die lippischen Ortsherren zu involvieren. wurden erst 1669 hellhörig nachdem der Kurfürst Brandenburgs weitere Verstärkung einsetzte und die Festungen der Stadt verstärkte. Dabei wurden allein an der Südmauer zu 700 Arbeiter eingesetzt um das Bollwerk verstärken. Lippstadt wurde Teil der brandenburgischen Expansion lieferte auch die Truppen im Krieg gegen französischen König Ludwig XIV. zwischen Soest und Lippstadt.

Innerhalb der Festung gab es zu Zeit eine Reihe von Katastrophen. So wird zwei Großbränden in den Jahren 1656 und 1676 sowie einer Fleckfieberepidemie 1673 berichtet die 2000 Tote forderte. Am 4. März 1679 übernahmen die Franzosen die Stadt nachdem die Brandenburger nach Bielefeld und Minden zurückgezogen hatten. Über die verschiedenen Besetzungen Katastrophen hinweg verschlechterte sich die finanzielle Situation Lippstadt bis zum Ende des 17. Jahrhunderts und die Abgaben an die Landesherren in und in Brandenburg konnten nicht bezahlt werden. Interesse Brandenburg- Preußens an Lippstadt stieg jedoch und es mehrfach Lippstadt ganz für sich zu gewinnen. 1730 musterte der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. die Stadt 10 Jahre später König Friedrich II. .

1757 zogen die französischen Truppen im Siebenjährigen Krieg gegen Hannover welches mit England verbündet war; Lippstadt inmitten des Durchmarschgebietes. Am 26. April des Jahres zogen die Franzosen mit Mann in Lippstadt ein die Preußen hatten Stadt bereits vorher verlassen. Im Anschluss an Abzug der Franzosen 1758 kamen preußische Husaren in die Stadt im darauffolgenden Jahr wiederum von Franzosen eingekesselt 1761 fand dann bei Vellinghausen die bedeutendste der Region statt bei der die Franzosen werden konnten. Nach dem Frieden von Hubertusburg 1763 wurden die Festungswerke Lippstadts vollständig abgerissen.

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gelangte ein weiteres Mal unter die Herrschaft der da Preußen nach dem Friedensschluss von 1807 in Tilsit alle westlichen Besitzungen an Frankreich abtreten So gelangte dann Lippstadt unter französisch-lippische Herrschaft. 8. August 1808 wurde der Rat der Stadt auf Napoleon vereidigt. Die französische Regierung sprach der 250 Jahren ohne Kirche existierenden katholischen Gemeinde 1807 die Nicolaikirche als Gotteshaus zu und den Pfarrer Jodocus Denker als Seelsorger ein. französische Besetzung endete aber bereits 1808 wieder.

Lippstadt zur Zeit der Industrialisierung

Poststraße in Lippstadt

Die Barrikadenkämpfe der Revolution 1848 führten am 12. März auch in Lippstadt zu Unruhen die aufgrund der ruhigen und besonnenen Reaktion des nicht eskalierten. Im gleichen Jahr erschien die eigene Lippstädter Tageszeitung "Der Patriot". Am 17. Mai 1850 kam es zu einem Vertrag zwischen Fürstentum Lippe und dem Königreich Preussen die Stadt bis dahin immer noch zu gleichen regiert hatten. Lippe verzichtete gegen eine Entschädigung die Herrschaft in Lippstadt nur die heutigen Lipperode und Cappel blieben beim Fürstentum. Auf Weise wurde Preußen die einzige politische Macht Lippstadt die Samtherrschaft war beendet.

Ab etwa 1820 wuchs im Zuge Industrialisierung die Einwohnerzahl der Stadt rapide an ansonsten seit dem Höhepunkt im 13. Jahrhundert konstant bei 3000 Einwohnern geblieben war. 1850 lebten bereits 5000 Bürger in der Lippstadt 1865 waren es 7000 und im Jahr 1902 bereits 13000. Durch diesen Zuwachs war Grundlage für die Ansiedlung von Industrie und Ausbau der Verkehrswege gelegt. So wurde ab 1819 die Lippe-Schiffahrt bis nach Lippstadt ausgedehnt eine Hafenanlage sowie 1830 auch ein Schiffahrtskanal angelegt. Aufgrund der mit der Bahn wurde die Schiffahrt jedoch wieder aufgegeben 1868 kamen nur noch vier Lastschiffe nach und 1870 wurde die Schiffahrt oberhalb von Hamm gänzlich eingestellt.

Die Eisenbahnanbindung bekam Lippstadt 1850 durch die Königlich-Westfälische Eisenbahn Hamm - Lippstadt - Paderborn weitere erfolgten 1883 nach Warstein 1887 nach Rheda und Münster sowie 1898 nach Beckum . Lippstadt wurde so zu einem Eisenbahnstern baute neben dem Hauptbahnhof 1898 den Nordbahnhof. Die erste wichtige Straße 1823 die Strecke Erwitte - Lippstadt - dar die als Teilstück der Strecke Koblenz - Minden entstand (die heutige Bundesstraße 55). 1878 wurde die Cappeler Chaussee (heute Beckumer ausgebaut. Diese beiden Straßen stellten bis in 1880er Jahre die einzigen befestigten Straßen dar Lippstadt mit dem Umland verbanden.

Um 1860 siedelte sich in Lippstadt erste größere eisenverarbeitende Werk an welches später die "Westfälische Union" überging. Bis 1900 entwickelte es sich so gut dass bereits 800 Arbeiter beschäftigte und Drahtwaren bis Japan exportierte. Bedingt durch dieses Werk entstand Süden der Stadt ein großes Wohnviertel gemeinsam der Josefskirche. 1902 wurde der Grundstein für einen weiteren die "Königlich Preußische Artelleriewerkstatt" an der Beckumer gelegt die 1905 mit 400 Arbeitern die Produktion aufnahm. 1912 entwickelte sich aus einer mittelgroßen Laternenfabrik Sally Windmüller die Westfälische Metallindustrie die an Lüningstraße umzog.

Lippstadt im 20. Jahrhundert

Nach der anlaufenden Industrialisierung in Lippstadt der auslaufenden Phase des 19. Jahrhunderts und Zeit der Jahrhundertwende wurde in Lippstadt eine kleiner und mittelgroßer Gewerbebetriebe gegründet nicht wenige sich zu regional relevanten Großbetrieben darunter die Brauereien Weißenburg Nies und Tannenberg. Der aufkommende der Bürgerschaft zeigte sich auch im Bau Villen der Gründerzeit wie sie heute noch vor allem der Langen Straße und der Cappelstraße sowie verschiedenen vorgelagerten Vierteln zu finden sind.

Nach dem verlorenen ersten Weltkrieg und der am 9. November 1918 erfolgten Gründung der Republik wurde wie auch in Lippstadt ein Arbeiter- und Soldatenrat für die Entwicklung und das Leben der änderte sich jedoch nicht viel. Versorgungsengpässe der Jahre führten zu sozialen Ungerechtigkeiten und durch Wirtschaftskrise und die Inflation 1923 verschärften sich die sozialen Probleme wie ganz Deutschland.

Im Winter 1923/24 wurde die erste Notküche in der Wilhelmsschule eingerichtet die Wohnungsnot die Arbeitslosigkeit verschärften die Situation jedoch weiter. 1929 gründete sich in Lippstadt eine Ortsgruppe NSDAP . Am 30. Januar 1933 wurde Adolf Hitler als Führer der zum Reichskanzler ernannt; im Ortsteil Lipperode erlangte bei den vorangegangenen Wahlen auch die Mehrheit Bevölkerung Lippstadts wählte jedoch vorwiegend die etablierte Zentrumspartei .

Mit dem Beginn des 2. Weltkriegs änderte sich auch die industrielle Ausrichtung Im Vordergrund der Produktion stand die Rüstungsproduktion der auch Zwangsarbeiter beschäftigt wurden. Wie überall Deutschland wurden viele Männer im Militärdienst eingesetzt. dem Bombenkrieg der letzten Kriegsjahre blieb Lippstadt verschont und die Stadt wurde am 1. April 1945 den einmarschierenden amerikanischen Truppen nahezu ohne und unversehrt übergeben. Die Administration der Stadt erfolgte in den Folgejahren durch die amerikanischen später durch britische Besatzungstruppen.

Eine Mitsprache entstand für die Bürger dem 15. September 1946 bei einer "Urwahl" mit politisch unbelasteten Die zu diesem Zeitpunkt etwa 3000 Vertriebenen die in Lippstadt lebten waren bei Wahl jedoch ausgeschlossen. 1948 wurde der Polsterermeister und SPD -Politiker Jakob Koehnen der erste Nachkriegsbürgermeister der (nach ihm benannt ist etwa das Hallenbad das Jakob-Koehnen-Bad) und blieb es bis zu Tod 1974 .

Am 1. Januar 1975 wurde die Fläche Lippstadts durch Eingemeindung umliegenden Ortschaften von ehemals 29 82 km 2 auf 113 3 km 2 erweitert. Zugleich wurde der alte Kreis Lippstadt dem neu gebildeten Kreis Soest zugeschlagen dessen größte Stadt Lippstadt heute Die Wahl der Kreisstadt war von großen begleitet und fiel schließlich auf Soest da zentraler im neuen Kreisgebiet lag.

Stadtteile und Sehenswürdigkeiten

Stadtteile Lippstadts

Burgruine Bernhard II. nahe Lipperode

  • Bad Waldliesborn stellt aufgrund des Heilbades den bekanntesten Ortsteil Lippstadts dar. Die dieser Ortschaft bildete die Bauernschaft Suderlage der Name gilt seit dem 1. Mai 1913 . Vor 1975 gehörte es dem Kreis an (heute größtenteils Kreis Warendorf ). Die Bedeutung als Heilbad verdankt es Thermalsolequellen durch die es zu einem renommierten für Herz- und Rheumarehabilitation aufsteigen konnte.
  • Cappel ist von der Kernstadt Lippstads kaum zu trennen und geht besonders durch ein gelegenes Industriegebiet (Hella Nordwerk Rothe Erde Falke) diese über. Bedeutsam für den Ort ist spätestens 1139 erbaute Prämonstratenserinnenkloster politisch wurde es Lippstadt 1949 angegliedert.
  • Lipperode stellte wie Cappel eines der letzten Lippstadts dar welches von den Herren der regiert wurde und erst 1949 an Lippstadt wurde. Lipperode ist der Ursprungsort der Stadtgründer die auf der Burg Lipperode (Standort der Burgruine) lebten. Die eigentliche Wasserburg wurde allerdings 1248 gebaut. Die Dienstleute dieser Wasserburg bildeten ursprüngliche Bevölkerung Lipperodes.
  • Eickelborn ist über die Stadtgrenzen Lippstadts hinaus allem bekannt durch die Psychiatrische Landesklinik bestehend der Klinik für Psychiatrie und dem Westfälischen für Forensische Psychiatrie. Die Ortsgeschichte geht zurück in das Jahr 1262 und beginnt mit dem Rittergut der von Ekeneberne.
  • Benninghausen welches sich westlich an Eickelborn anschließt ebenfalls eine Westfälische Klinik für Psychiatrie. Erstmalig die Ortschaft im 9. Jahrhundert erwähnt erlangte besonders durch ein 1240 erbautes Zisterzienserinnenkloster Bedeutung welches 1820 in ein Landarmenhaus umgewandelt wurde und die Grundlage für die heutige psychiatrische Klinik
  • Lohe stellte ursprünglich einen Vorort zum Kloster dar und ist auch heute noch sehr geprägt. Erstmals ist es als "Ruversloh" 1313 urkundlich erwähnt worden. Der Menninghof wurde um 1500 erwähnt und stellt damit eines ältesten Bauerngehöfte der Umgebung dar.
  • Hellinghausen ist im Westen Lippstadt vorgelagert. Aufgrund Sage um ein "versteinertes Brot" gehörte dieser 1235 in der Pfarrei Friedhardtskirchen gegründete Ort Mittelalter zu den religiösen Attraktionen der Gegend.
  • Herringhausen gehörte ebenfalls Friedhardtskirchen an. Das etwas vom Ortskern gelegene Wasserschloss Herringhausen wurde zwischen 1720 und 1730 errichtet und dient heute der Familie Schorlemer als Herrensitz.
  • Overhagen ist an der Westseite Lippstadts mit fast verschmolzen. Auch dieser Ort gehörte ursprünglich Grundbesitz Friedhardtskirchens. Das zentral gelegene Wasserschloss Overhagen heute ein Gymnasium mit Internat sowie eine für Theaterstücke.
  • Esbeck liegt am linken Lippeufer und wird "Ebike das bei Hörste liegt" erstmals 1036 erwähnt. Wichtig für die Geschichte Esbecks die Bauernbefreiung durch den Freiherrn vom Stein 1807 .
  • Dedinghausen wurde wahrscheinlich in der ersten Hälfte 9. Jahrhunderts durch einen Bruder des Bischofs von Hildesheim gegründet und besitzt ebenfalls eine Kirche.
  • Rixbeck liegt direkt an der Westseite Lippstadts ist durch ein Industriegebiet mit diesem verzahnt. kleine Hügellandschaft die "Rixbecker Alpen" prägen das
  • Hörste ist ein Dorf welches 981 wahrscheinlich aus einer altsächsischen Ansiedlung an Lippe entstand. Die Pfarrkirche von Hörste St. existiert jedoch bereits seit der Mitte des Jahrhunderts.
  • Garfeln ehemals zum Kreis Büren gehörend wurde erstmals 1248 urkundlich erwähnt. Der Ort ist stark geprägt und besitzt keine eigene Kirche.
  • Rebecke liegt dem Ortsteil Hörste an der gegenüber. Es handelt sich um einen stark geprägten Ortsteil dem auch die Ansiedlungen Mettinghausen und Niederdedinghausen angehören. Erste Bauernfamilien in sind seit 1653 verzeichnet.
  • Bökenförde liegt im Südwesten des Stadtgebietes und ein ehemaliges Eigengut des Bistums Paderborn mit und Kirche dar. Die Pfarrkirche St. Dionysius bereits im 12. Jahrhundert erbaut und stellt mit der Feldkapelle am "Brünneken" seit 400 einen Wallfahrtsort dar. Bekannt ist das zu gehörende Wasserschloss Schwarzenraben welches 1765 von Johann Matthias Kitz erbaut wurde sich seit 1870 im Familienbesitz der Freiherren von Ketteler-Harkotten
  • Der Lipperbruch stellt die jüngste Ortschaft Lippstadts dar entstand im Umfeld des ehemaligen Fliegerhorstes nach 2. Weltkrieg aus ehemaligen Kasernenanlagen und einigen bäuerlichen Die Bevölkerung Lipperbruchs bestand bereits zu Beginn aus Kriegsflüchtlingen Vertriebenen und ansässig gewordenen Soldatenfamilien. befindet sich in Lipperbruch wieder eine Kaserne die einen großen Teil der ehemaligen Kasernenbauten

Sehenswürdigkeiten

Lippstadt bietet wie oben bereits dargestellt Reihe von Sehenswürdigkeiten mit historischem Wert. Die Liste zählt einige der wichtigsten auf:

  • Große Marienkirche (erste Hälfte des 13.Jahrhunderts spätgotischer 1478-1506) am Marktplatz
  • Ruine der frühgotischen Stiftskirche St. Marien (Stiftsruine)
  • Heimatmuseum und historischer Stadtkern
  • evangelische Stifts- und Filialkirche (12. Jh.) im Cappel
  • Wasserschloss Overhagen und Wasserschloss Herringhausen (17./18.Jh.)
  • Schloss Schwarzenraben in Bökenförde
  • Ruine der Burg von Bernhard II. im Lipperode mitten in den Lippeauen
  • beinahe alle Stadtteilkerne bestehen aus Fachwerkhäusern im Stil und haben eine gut ausgebaute Kirche.

Politik

Der derzeitige (2004) Bürgermeister von Lippstadt der CDU -Politiker Wolfgang Schwade. Er ist Vorsitzender des der Stadt Lippstadt ohne dort jedoch Mitglied sein. Die CDU stellt mit 25 Ratsmitgliedern Hälfte des gewählten Gremiums die restlichen 25 verteilen sich auf die SPD (17 Sitze) die FDP und Bündnis90/Die Grünen (jeweils 3 Sitze) sowie die Bürgergemeinschaf (2 Sitze).

Die einzelnen Stadtteile Lippstadts haben eigene die als Ansprechpartner in den Ortschaften dienen.

Lippstädter Wappen

Der Stadt Lippstadt ist am 10. 1938 das Recht zur Führung des dargestellten verliehen worden.

Die amtliche Wappenbeschreibung lautet:

"Das Wappen zeigt in Silber einen Mittelturm mit geöffnetem Tor anschließend beiderseits einen Wehrgang mit zwei kleineren gezinnten Seitentürmen dazwischen rote fünfblättrige Rose."

Dieses Wappen wird seit der oben Verleihung von der Stadt Lippstadt geführt. Die ist als Lipperose bekannt und entstammt dem der "Herrn zur Lippe".

Partnerstädte

Seit dem 22. Oktober 1971 ist die niederländische Stadt Uden die Partnerstadt der Stadt Sie liegt in der Region Nord-Brabant zwischen größeren Städten Eindhoven Nijmwegen und Hertogenbosch.

Infrastruktur

Die wichtigste Verkehrsanbindung erhält Lippstadt durch Bundesstraße B55 die die Stadt von Norden Süden durchzieht. Neben der regionalen Verbindung zu Nachbarorten dient diese auch als Autobahnzubringer zur A2 im Norden (Dortmund - Berlin) sowie Autobahn A44 im Süden (Dortmund - Kassel). Landstraßen durchziehen die Stadt außerdem in West-Ost-Richtung. von Lippstadt verläuft durch die Stadt Erwitte die Bundesstraße B1 als Haupverbindunsstrecke in Städte Soest und Paderborn .

Die Anbindung an das Streckennetz der Deutschen Bundesbahn erfolgt über die Strecke Hamm - Paderborn in West-Ost-Richtung die ehemals Nord-Südrichtung verlaufenden Strecken der Westfälischen Eisenbahn haben nur noch als Güterverkehrsstrecken Bedeutung.

Bei Büren -Ahden befindet sich der Regionalflughafen Paderborn-Lippstadt.

Persönlichkeiten

  • Martin Niemöller (* 1892 in Lippstadt -1984) evangelischer
  • Karl-Heinz Rummenigge (* 1955 in Lippstadt ) deutscher und Fußballfunktionär
  • Thomas Valentin (* 13. Januar 1922 in Weilburg/Lahn 22. Dezember 1980 in Lippstadt) war ein Schriftsteller.

Wirtschaft & Industrie

Ab den 1950er Jahren kam es Lippstadt zu einem steilen Wirtschaftswachstum vor allem die Entwicklung der Autoindustrie. Die Westfälische Metallunion bereits zur Jahrhundertwende eines der bedeutsamsten Wirtschaftsunternehmen und dominierte später als Zulieferbetrieb für Fahrzeugbeleuchtung -elektrik die Lippstädter Industrie. Die Beschäftigungszahlen des als Hella KG Hueck & Co. bekannten stiegen von den etwa 1000 Beschäftigten zur der Währungsreform auf 11.087 (Stand 31.05.1994) in Lippstadt auf über 17.000. Heute ist die Firma der führenden deutschen Unternehmen im Bereich Fahrzeugelektronik -beleuchtung sowie beim Autotuning. Mittlerweile wurde das auf die Herstellung von Leuchtelementen für Luft- Raumfahrt erweitert ( Hella Aerospace).

Daneben etablierten sich viele mittelständische Betriebe Branchen; das Wachstum der Industriegebiete hält bis an. Eine herausragende Rolle spielen dabei der Betrieb Rothe Erde der sich auf die von Großkugellagern für LKW und technischen Großanlagen hat sowie die Feinstrumpfwerke Falke mit internationalem

Die Industrie- und Gewerbebetriebe Lippstadts konzentrieren dabei vor allem auf den Stadtrand und in mehreren Industriegebieten angesiedelt. Darunter spielen vor die Gebiete "Am Wasserturm" "Am Mondschein" "Roßfeld" "Lippstadt-Nord" eine große Rolle.

Kultur in Lippstadt

Die wichtigste kulturelle Einrichtung in Lippstadt das Lippstädter Stadttheater. Dies wurde 1973 ursprünglich als Aula für das benachbarte geplant entwickelte sich jedoch danach recht schnell einer überregional bedeutsamen Bühne. Weitere Bühnen finden im Wasserschloss Overhagen sowie im Kurzentrum Bad

Heute existieren in Lippstadt drei Kinokomplexe der Lippstädter Innenstadt wobei das New Apollo die ehemaligen Kinos "Camera" "Apollo" und enthält und ein weiterer Komplex an der mit dem "Cinema" und dem "Studio". Neu ist der Cineplex Lippstadt . Das als ehemaliges Kultkino bekannte Nordstern genauso wie Lippstadts einziges Sexkino Südtheater zum der 1980er Jahre aufgrund von Besuchermangel geschlossen.

Literatur

  • KWL Lippstadt: Lippstadt - Die Geschichte einer lebendigen Stadt
  • Leidinger P (1996): Die Stadtgründung Lippstadts 1184 und die Anfänge Städtepolitik in Westfalen Bonifatius Verlag Paderborn

Links


Kommunen im Kreis Soest :
Anröchte | Bad Sassendorf | Ense | Erwitte | Geseke | Lippetal | Lippstadt | Möhnesee | Rüthen | Soest | Warstein | Welver | Werl | Wickede




Bücher zum Thema Lippstadt

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Lippstadt.html">Lippstadt </a>