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Liturgiereform


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Liturgiereform ist die Erneuerung gottesdienstlicher Handlungen und Texte.

Heute ist mit diesem Wort gewöhnlich katholische Reform der gesamten Liturgie nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil gemeint. Kern dieser Reform ist die Messe als Ersatz und Ergänzung der alten genannten Tridentinischen Messe durch den neuen Meßritus den Novus Ordo Missae . Neben der Liturgiereform wurde auch eine durchgeführt so wurden die Sakramente geändert wie Krankensalbung . Jedoch blieben zumindest bis heute einige - beispielsweise die Exorzismen - unverändert. Vorbereitet die Reform durch die liturgische Bewegung seit Ersten Weltkrieg besonders im deutschsprachigen Bereich.

Inhaltsverzeichnis

Durchführung

Nach dem zweiten Vatikanischen Konzil wurde auf Basis der dort verabschiedeten Konstitution über heilige Liturgie "Sacrosanctum Concilium" die Liturgiekommission einberufen die gesamte Liturgie nach den Grundsätzen des zu erneuern. Den Vorsitz der Liturgiekommission hatte Giacomo Lercaro inne ab 1968 Annibale Bugnini . Insbesondere die Messe wurde ausgehend von einem Neuentwurf der durch Lecaro und Bugnini ( Messa Normativa ) in vielen Punkten geändert. Neben katholischen arbeiteten an der Reform auch sechs protestantische mit Georges Jasper Konneth Max Thurian Shepard und Smith. Viele Texte besonders wurden aus der Messe entfernt neue Texte vor-tridentinische Texte wieder aufgenommen und bestehende Texte Die Reform der Messe wurde 1975 abgeschlossen unmittelbar darauf weltweit umgesetzt. Gemäß den Richtlinien V. zur lateinischen Liturgie wurde diese offiziell den Vatikan weder abgeschafft noch verboten - seltenen Fällen wird die Messe auch heute durch vatikanische Würdenträger gefeiert. In fast allen kam es allerdings entgegen dem päpstlichen Edikt facto zu einer Abschaffung der alten Liturgie zu ihrem Verbot.

Änderungen

Text

  • Entfernung des Stufengebets

... wird fortgeführt

Gestaltung der Messe

Besonders sichtbar war bei der Eucharistie die neue Stellung des Priesters hinter dem Altar mit dem Gesicht zum Volk. Diese machte Umbauten in fast allen Kirchen nötig. wurden meist auch die Altarschranken (Kommunionbänke) entfernt. nach dem Konzil neu erbauten Kirchen wurde der Altar oft weit in die Mitte Gemeinde gezogen und die Bankreihen kreisförmig angeordnet. soll die gemeinsame Würde des Gottesvolkes und Nähe des menschgewordenen Herrn betont werden.

Das zentrale Anliegen dieser Reform war "volle und tätige Teilnahme" ( plena et actuosa participatio ) aller Gläubigen an den liturgischen Feiern. diesem Zweck wurden dem Latein die Volkssprachen als gleichberechtigte Liturgiesprachen zur Seite gestellt. Die liturgischen Riten gemäß ihrem ursprünglichen Sinn vereinfacht und verdeutlicht. verschiedenen Teilnehmern wurden klar abgegrenzte Aufgaben im ("Rollen") zugewiesen um das Volk Gottes in organisch gegliederten Einheit voller darzustellen: Priester Ministranten Kommunionhelfer Lektor Kantor Organist Gemeinde .

In der Kirchenmusik wurde der Gregorianische Choral weitgehend abgeschafft.

Positive Resonanz

Die Liturgiereform stieß unter den praktizierenden besonders in Deutschland auf breite Zustimmung. Viele den inneren Sinn und Zusammenhang des gottesdienstlichen völlig neu. Durch die vielfältigen Mitwirkungsmöglichkeiten wurden entdeckt und in den Dienst genommen. Statt statischen Ritus wurde die Liturgie in vielen und Gruppen zu einem dynamischen Geschehen.

Gegenbewegung

Die Gegenbewegung zur Neuen Messe setzte während der Tätigkeit der Liturgiekommission ein. So die Normativmesse auf einer Bischofsynode 1967 in weitgehend abgelehnt. Viele Geistliche auch aus höchsten protestierten gegen die Abschaffung der römischen Liturgie; von vielen mitgetragene Kritik mündete in eine den Kardinälen Ottaviani und Bacci als Schrift "Kurze Kritische Untersuchung des Neuen Ordo Missae".

Aus dieser Gegenbewegung formierten sich traditionalistische bekannt wurde hier vor allem die Priesterbruderschaft St. Pius X. unter dem Erzbischof Marcel Lefebvre die die neue Messe ablehnt. 1988 die Priesterbruderschaft St. Petrus gegründet die die neue Messe nicht aber ebenfalls die tridentinische Messe bevorzugt. Während 1975 die Tridentinische Messe von vielen Ortsbischöfen wurde wird sie inzwischen teilweise wieder zugelassen auch in aller Regel mit erheblichen Einschränkungen. auch die römische Kurie selbst zeigt unter Pontifikat Johannes Pauls II. restaurative Tendenzen. Zur Vermittlung der Streitigkeiten von Papst Johannes Paul II. die Kommission Dei eingesetzt deren jetziger Präsident Kardinal Hoyos 24. Mai 2003 in Santa Maria Maggiore Messe im tridentinischen Ritus zelebrierte.

Literatur

Alfredo Ottaviani und Antonio Bacci : "Kurze kritische Untersuchung des N.O.M." Rom 25. September 1969 (N.O.M. bedeutet " Novus Ordo Missae ")



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