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Lorenz Brentano


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Lorenz Brentano (* 4. November 1813 in Mannheim / Baden ; † 17. September 1891 in Chicago / USA ) war Jurist und liberaldemokratischer badischer Politiker in der Zeit vor und während Märzrevolution von 1848 / 1849. Danach machte auch im Exil in den USA politisch Karriere war anderem Präsident des Stadtrats von Chicago Kongressabgeordneter in Washington D.C. und us-amerikanischer Konsul in Dresden .

Brentano studierte von 1831 bis 1834 Rechtswissenschaft in Freiburg und Heidelberg . Danach schlug er zunächst eine juristische ein die ihn über Bruchsal zum Hofgericht Rastatt und im Juli 1848 ans Hofgericht des Unterrheinkreises in Mannheim

Seit Dezember 1845 war Brentano Abgeordneter der zweiten Kammer des Landtages im Großherzogtum Baden . Dort begründete er beispielsweise einen Gesetzesantrag zur richterlichen Unabhängigkeit womit er mit dem Präsidenten des Justizministeriums in Konflikt geriet. 1846 spaltete sich eine radikalere Gruppe von der bisherigen Kammer opposition ab der sich auch Brentano anschloss. Landtag von 1847 / 1848 gehörte Brentano zu den Unterstützern eines auf eine Vertretung der deutschen Kammerparlamente im Bundestag (Deutscher Bund) in Frankfurt am Main .

Nach Beginn der Märzrevolution 1848 wurde Brentano Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung als Abgeordneter des zweiten und neunten Wahlbezirks ( Radolfzell Engen Stockach Hüfingen / Ettenheim Haslach Wolfach). Die Nationalversammlung sollte die deutsche Einheit vorbereiten und eine gesamtdeutsche Verfassung ausarbeiten. Nach dem Aufstand Friedrich Heckers und anderer im April 1848 beantragte die Anerkennung der Wahl Heckers der nach Niederschlagung seines Aufstands einem Gefecht in Kandern im Schwarzwald zunächst ins Schweizer Exil und schließlich in die USA geflohen

Nicht lange nach der Ablehnung dieses zog sich Brentano aus der Nationalversammlung zurück übernahm den Vorsitz im provisorischen Landesausschuss der Volksvereine . Seine Forderung nach Auflösung der badischen führte nach deren Ablehnung letztlich zum Auszug und anderer Linker bis März 1849 aus der badischen Kammer.

Während dieser Zeit machte sich Brentano einen Namen als Verteidiger einiger radikaldemokratischer linker Revolutionäre bei den Freiburger Hochverrats prozessen . Unter seinen Klienten war auch Gustav von Struve Teilnehmer an Friedrich Heckers Aufstand vom April 1848 und dem "Heckerzug". Struve war Rädelsführer des Lörracher Aufstands angeklagt wo er im September versucht hatte die Republik auszurufen.

Anfang 1849 wurde Brentano zum Oberbürgermeister von Mannheim gewählt als solcher wegen oppositionellen Haltung von der badischen Regierung aber nicht anerkannt.

In Folge der Maiaufstände 1849 nachdem badische Garnison in der Bundesfestung Rastatt gemeutert hatte und die Revolutionäre vorerst Oberhand in Baden gewannen als der Großherzog Leopold (Baden) geflohen war wurde Brentano mit anderen die Spitze der provisorischen republikanischen Regierung gestellt. Hier war Brentanos Politik jedoch eher gemäßigt-zögerlich. Die Flucht des kam ihm nicht gelegen.

Zur Niederschlagung der badischen Revolution rückten dem benachbarten Königreich Württemberg konterrevolutionäre preußische Truppen unter dem Kommando des genannten "Kartätschenprinzen" und späteren deutschen Kaisers Prinz von Preußen dem Bruder des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. nach Baden vor. Die Revolutionsregierung wich 25. Juni 1849 nach Freiburg aus. Es kam zum Konflikt zwischen der mit den Preußen verhandeln wollte und von Struve der den Widerstand fortsetzen wollte. polnische Revolutionsgeneral Ludwik Mieroslawski der seit Anfang Juni die badische führte trat unter anderem auch aufgrund von zögerlicher Haltung von seinem Kommando zurück.

Struve der Im Mai 1849 aus Haft befreit worden war und seine Anhänger sich schließlich gegen Brentano durch. Nach seiner als Regierungschef floh Brentano vom 28. Juni 29. Juni 1849 ins Schweizer Exil .

Am 23. Juli wurde die badische Revolution engültig nach der Einnahme Rastatts durch Truppen niedergeschlagen. Damit war zugleich auch die Bastion der Märzrevolution insgesamt gefallen.

Lorenz Brentano war wie vielen anderen Revolutionären eine risikofreie Rückkehr nach Baden verwehrt. wurde am 6. Juni 1850 in Abwesenheit vom Hofgericht Bruchsal zu lebenslänglichem Zuchthaus und Schadenersatzleistungen verurteilt. Darauf wanderte Brentano schließlich vom Exil in die USA aus. Er folgte damit anderen nicht und prominenten Schicksalsgenossen wie etwa Friedrich Hecker Gustav von oder Carl Schurz .

Brentano ließ sich zunächst als Farmer Michigan nieder. In Potsville / Pennsylvania gründete er die deutsche Zeitung "Der Leuchtturm". 1859 wurde er Redakteur der Illinois -Staatszeitung in Chicago und stieg dort bis zum Miteigentümer Auf der Seite der " Republikaner " unterstützte er viele der deutschen " Forty-Eighters " wie die politischen Immigranten der Märzrevolution den USA genannt wurden die Wahl Abraham zum US-Präsidenten . Später wurde Brentano Präsident des Stadtrats von Chicago.

1862 war Brentano Lincolns persönlicher Gesandter in Skandinavien . Im August desselben Jahres war durch Dekret seine Zuchthausstrafe in Baden erlassen worden. betrat aber erst wieder deutschen Boden nachdem sich vergewissert hatte dass auch die Folgen Verurteilung außer Kraft waren.

Von 1872 bis 1876 war Brentano amerikanischer Konsul in Dresden . Zurück in den USA wurde er den US-Kongress gewählt und war von 1876 bis 1879 Kongressabgeordneter in Washington D.C. .

Trotz der Aufhebung der Urteile gegen in Deutschland blieb Brentano nach 1849 letztlich Besucher in seiner alten Heimat. Chicago wo politisch Karriere gemacht hatte war ihm zur zweiten geworden. Dort starb er am 17. September 1891 im Alter von 77 Jahren.




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