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Ludwig Sütterlin


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Ludwig Sütterlin (1865-1917) war Grafiker Pädagoge und Schaffer der sog. Sütterlinschrift .

Von den vielen Schriftkünstlern die bedeutende Schriften geschaffen haben ist wohl kaum einer Volke namentlich so bekannt geworden wie Ludwig denn rund 20 Schülergenerationen haben nach seinen gelernt und ihre Handschrift geformt.

Ludwig Sütterlin wurde am 23. Juli 1865 in Lahr im Schwarzwald geboren und entstammte einem Hugsweirer Geschlecht - einer seiner Ahnherren kam der Zeit des Dreißigjährigen Krieges aus dem Markgräflerland . Über Sütterlins Jugend und Schulzeit ist gut wie nichts bekannt. Er muss jedenfalls 1890 nach Berlin übersiedelt sein wo er den Beruf eines Grafikers ausübte und nicht dadurch bekannt wurde als er 1894 die Zeichnungen anlässlich des Jubiläums der Elektricitätswerke AG" schuf und 1896 den ersten bei einem Plakatwettbewerb für die Berliner Gewerbeausstellung Mehrere Jahre wirkte Sütterlin als Lehrer an "Unterrichtsanstalt des königlichen Kunstgewerbemuseums zu Berlin" den "Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst" er u.a. Lehrgänge in künstlerischer Schrift abhielt.

Sütterlin erhielt 1911 vom kgl. preußischen Kultusministerium den Auftrag für Vor- und Volksschullehrer an Berliner Schulen Im Rahmen dieser Lehrgänge die den Charakter Arbeitsgemeinschaften hatten entstand im wesentlichen die heute Sütterlin-Schreibweise. Sie wurde 1914 dem preußischen Kultusminister und einem Sachverständigen-Ausschuss und von diesen für schultauglich befunden.

Was war nun neu an Sütterlins Seit der Mitte des 19. Jahrhunderts hatte die spitze Stahlfeder die vorher Kielfedern verdrängt. Der charakteristische Schwellzug der von heute so bewunderten Kurrentschriften mit ihren ausgeprägten Haar- und Schattenstrichen eine unnatürliche Handhaltung wechselnden Schreibdruck und damit Übung und war daher vor allem für eine schwierige Hürde. Sütterlin griff nun die des von ihm geschätzten großen Schriftreformers Rudolf Larisch ( 1856 - 1934 ) auf und entwickelte eine kindgerechte Methode Schreibanfänger: Als Schreibwerkzeug dient eine Gleichzug- oder die ohne schwierigen Druckwechsel eine einheitliche Strichstärke Alle Buchstaben stehen senkrecht und sind nahezu aus Geraden und Kreisformen zusammengesetzt. Die Lineatur im regelmäßigen Verhältnis 1:1:1 gehalten.

Ludwig Sütterlin verstand seine Lehrmethode nicht starres Vorbild für eine Gebrauchsschrift des Alltags als Einstiegsschrift für Schulanfänger die aus diesem im Laufe der Zeit ihre eigene Handschrift sollten. Deshalb ist auch der oft erhobene Sütterlins Schrift sei steif und künstlerisch nicht unter diesem Gesichtspunkt keineswegs gerechtfertigt. Wenig bekannt dass Sütterlin neben der deutschen auch eine Schreibschrift nach den gleichen Gesetzmäßigkeiten entworfen hat.

Die Sütterlin-Lehrmethode wurde zunächst 1914 versuchsweise an einigen Berliner Schulen eingeführt schließlich 1924 für ganz Preußen verbindlich erklärt. Die meisten anderen deutschen (z.B. Thüringen und Oldenburg 1929 Hessen 1930 Baden und Danzig 1931 ) folgten dem Vorbild Preußens so dass etwa 1930 in Deutschland vorwiegend nach Sütterlins Lehrmethode wurde. Auch die von Alois Legrün entworfene ab 1926 in Österreich eingeführte Schulausgangsschrift lehnte sich stark an Formensprache an.

Sütterlin war es nicht mehr vergönnt durchschlagenden Erfolg seiner Schreibmethode zu erleben. Er in Berlin am 20. November 1917 nach einer Quellenangabe wohl als eines vielen Opfer der Hungerblockade gegen Deutschland im Weltkrieg. Seine Mitarbeiter führten aber sein Werk und sorgten nicht zuletzt durch zahlreiche Veröffentlichungen denen einige nachfolgend angeführt sind für die seiner Lehrmethode. Als 1934 in Deutschland erstmals die Schulschrift von wegen vereinheitlicht wurde schuf man zwar neue die aber im wesentlichen Sütterlins Buchstaben zum hatten.

Sütterlins großer und auch damals kaum Verdienst war es dass er in einer des Umbruchs in Kunst und Kultur eine deutsche Schreibschrift unter Berücksichtigung neuester didaktischer Erkenntnisse auf der Grundlage der historischen Schriftentwicklung geschaffen Dass auch ein anderer für die deutsche folgenschwerer Weg möglich gewesen wäre zeigt das des Schweizer Reformers Paul Hulliger der Ende der Jahren mit seiner Lehrmethode die deutsche Schreibschrift den Schweizer Schulen verbannt und damit zumindest der Eidgenossenschaft eine kulturelle Weiche gestellt hatte.

Sütterlins deutsche Schreibformen deren Schicksal schon Archiv der Schriftgeschichte besiegelt schien sind heute für den Satz auf dem Rechner verfügbar. PC und MAC ist die "Sütterlin" bei Firma Delbanco Frakturschriften in 26189 Ahlhorn Postfach (www.fraktur.com) erhältlich.

Siehe auch: Schreibschrift Schreiben

Quelle: "Die deutsche Schrift" Vierteljahreshefte des für deutsche Schrift und Sprache (www.BfdS.de) ; 3/1999.



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