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Märzrevolution


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Als Märzrevolution werden die durch die französische Februarrevolution 1848 ausgelösten bürgerlich-demokratischen Erhebungen von 1848 / 1849 in vielen europäischen Ländern insbesondere in deutschen Staaten bezeichnet. Begrifflich synonym wird die Märzrevolution oft auch " Deutsche Revolution " genannt - oder allgemeiner zusammen mit Februarrevolution in Frankreich und anderen Staaten unter Bezeichnung " Revolution(en) von 1848/49 " zusammengefasst.

Wesentliche Ziele in den deutschen Staaten die politische Freiheit und die nationale Einigung Deutschlands . Getragen wurde die Revolution u.a. von Ideen des Liberalismus der sich im Verlauf der Revolution danach in verschiedene auch gegeneinander konkurrierende und widersprechende Richtungen aufspaltete. Stark beteiligt an den Aktivitäten und Aufständen vor Ort waren jedoch radikaldemokratische sozialrevolutionäre und frühsozialistische Kreise die sich in den bestimmenden Gremien und Parlamenten der nicht durchsetzen konnten.

Außerhalb des Deutschen Bundes strebten vor die dem Habsburgerreich Österreich angegliederten Länder und Regionen Ungarn Böhmen sowie die oberitalienischen Städte und Staaten die Unabhängigkeit von der österreichischen Vorherrschaft an.

In den meisten Staaten wurde die bis 1849 niedergeschlagen. In Frankreich hielt die Republik bis 1851/52. Nur im Königreich Dänemark und im Königreich Sardinien überdauerten Errungenschaften der Revolution beispielsweise in von konstitutionellen Verfassungen über längere Zeit - auch bis 20. Jahrhundert.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte und Ursachen der Revolution

Wirtschaftliche und Soziale Hintergründe

Ein unmittelbarer Vorbote der Märzrevolution in war das Krisenjahr 1847 dem eine schwere Missernte 1846 vorausging. In den deutschen Staaten bedeutete eine Verteuerung der Lebensmittel daraus folgend Hungersnöte Hungerrevolten in fast allen deutschen Staaten und Viele auch ärmere vom Pauperismus (vorindustrielle Massenarmut) betroffene Bevölkerungsschichten wie Arbeiter Handwerker Landarbeiter usw. schlossen sich bedingt durch soziale Not daraufhin zunehmend den Forderungen demokratisch liberal gesinnter Kreise an. Eine weitere Folge Krise war außerdem die Abnahme der Kaufkraft bei Industrieprodukten hier besonders Textilwaren und resultierend u.a. ein Niedergang des noch stark dominierten Textilgewerbes ( Textilindustrie ).

Der Niedergang des deutschen Textilgewerbes das den deutschen Ländern noch von minimal bezahlter Heimarbeit vieler Familien für wenige reiche Unternehmer Grundbesitzer geprägt war; und allgemein die Krise Handwerks war auch bedingt durch die fortschreitende industrielle Revolution in Europa die schon seit Mitte des 18. Jahrhunderts durch neue technische Erfindungen und Entwicklungen von England ausgehend nach und nach die wirtschaftlichen industriellen Verhältnisse auf dem ganzen Kontinent grundlegend veränderte. Die noch vorherrschende Agrarwirtschaft ging langsam zurück. Immer mehr Menschen in den schnell wachsenden Städten Arbeit in Manufakturen und den neu entstehenden Fabriken wo durch rationellere Massenproduktion viele Produkte billiger hergestellt werden konnten.

Eine neue Bevölkerungsschicht das Proletariat (die abhängig beschäftigte Arbeiterklasse ) wuchs rasch an. Die Arbeits- und in den Industriebetrieben und deren Umfeld waren 19. Jahrhundert in der Regel katastrophal. Die meisten Arbeiter lebten in den Ghettos und Slums der Städte am Rande oder oft unter dem Existenzminimum von Arbeitslosigkeit bedroht und ohne soziale Absicherung. Schon vor der Märzrevolution war es immer wieder zu kleineren regional begrenzten Aufständen gegen Industriebarone So war etwa der Weberaufstand vom Juni 1844 in Schlesien eine Hungerrevolte der Weber aus Langenbielau Peterswaldau der erste überregional bedeutsame Aufstand des Proletariats in Folge der sozialen Not die die Industrialisierung verursacht war. Der Aufstand wurde jedoch nach wenigen Tagen durch preussisches Militär niedergeschlagen.

Auch das wohlhabendere Bürgertum sah sich zunehmend in seiner wirtschaftlichen eingeschränkt. Durch die Zollpolitik der Fürstentümer waren Möglichkeiten des freien Handels stark begrenzt. Forderungen nach einer Liberalisierung der Wirtschaft und des Handels waren in den Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts auch in den deutschen Staaten immer geworden. 1834 wurde der Deutsche Zollverein gegründet wodurch der Handel in den Ländern vereinfacht wurde. Es war daraufhin Ende 1830er Jahre auch insgesamt zu einem gewissen Aufschwung gekommen. Jedoch veränderte sich an der Not der ärmeren Schichten der Bevölkerung kaum

Politische Hintergründe

Ein wesentliches Ziel der Märzrevolution war die Überwindung der Restaurationspolitik in den Jahren des Vormärz der Zeit zwischen dem Wiener Kongress und dem Beginn der Märzrevolution 1848. Der Verfechter der politischen Restauration war der reaktionäre Diplomat und Staatskanzler Klemens Wenzel Fürst von Metternich . Die Politik der Restauration die auf dem Wiener Kongress 1814 / 1815 nach dem Sieg über Napoleon Bonaparte von den meisten europäischen Staaten beschlossen sollte innenpolitisch und zwischenstaatlich die politischen Machtverhältnisse Europa wiederherstellen wie sie vor der französischen Revolution von 1789 geherrscht hatten. Dies bedeutete Vorherrschaft des Adels und Wiederherstellung seiner Privilegien . Weiterhin sollte die napoleonische Neuordnung Europas mit dem Code Civil auch bürgerliche Rechte etabliert hatte rückgängig werden.

Innenpolitisch wurden im Zuge der Restauration Zensurmaßnahmen verschärft die Pressefreiheit stark eingeschränkt Werke junger revolutionär eingestellter und Dichter wie Heinrich Heine Georg Herwegh Georg Büchner (der mit der Flugschrift der Hessische Landbote die Parole "Friede den Hütten Krieg den Palästen" verbreitete) oder von Heinrich Hoffmann von Fallersleben (dem Verfasser des Deutschlandlieds ) wurden zensiert oder verboten und allgemein nach liberalen Reformen oder nach nationaler Einigung unterdrückt. Die Burschenschaften zu dieser Zeit vor allem Träger Forderung nach nationaler Einigung und nach demokratischen Rechten wurden verboten. Gesetzesform erhielten diese Repressionen 1819 als Karlsbader Beschlüsse die eine Reaktion auf die Ermordung des Dichters August von Kotzebue durch den radikaldemokratischen Burschenschaftler Karl Ludwig Sand waren. Trotz Verbot und Verfolgung blieben der Burschenschaften oft im Untergrund aktiv. Teilweise scheinbar unpolitische Tarnorganisationen auf- und ausgebaut wie die Turnerbewegung des Turnvater Jahn wo weiterhin liberale und nationale Ideen wurden.

Die Julirevolution von 1830 in Frankreich in der reaktionäre Königshaus der Bourbonen unter Karl X. gestürzt worden war und die bürgerlich-liberalen den Bürgerkönig Louis Philippe von Orleans eingesetzt hatten gab auch den liberalen in Deutschland und anderen Regionen Europas neuen So war es schon 1830 zu regional Aufständen gekommen wie zum Beispiel in Braunschweig Kurhessen im Königreich Sachsen und in Hannover die teilweise zu Verfassungen in den Staaten geführt hatten. Auch in Italien und Polen hatte es 1830 Aufstände gegeben. Insgesamt das Metternichsche System jedoch zunächst erhalten auch sich überall Risse zeigten. So war es nach den Karlsbader Beschlüssen trotz der "Demagogenverfolgung" spektakulären Versammlungen gekommen wie etwa dem Hambacher Fest 1832 bei dem wie schon beim Wartburgfest 1817 demonstrativ die republikanischen schwarz-rot-goldenen Fahnen gezeigt wurden.

Verlauf der Revolution

Ausgelöst wurde die Märzrevolution von der Februarrevolution 1848 in Frankreich von wo aus der revolutionäre Funke auf die angrenzenden deutschen Staaten übersprang. Die in Frankreich wo es gelang den inzwischen Liberalismus zusehehends abgekommenen Bürgerkönig Louis Philippe abzusetzen und wo schließlich die zweite Republik ausgerufen wurde setzten europaweit über den kurzen Zeitraum von 1 1/2 Jahren revolutionäre in Gang.

Einige Zentren der Revolution waren nach Frankreich : Baden Preussen Österreich Oberitalien Ungarn Bayern und Sachsen . Aber auch in anderen Staaten und kam es zu Aufständen und Volksversammlungen bei die revolutionären Forderungen artikuliert wurden.

Im Königreich Dänemark führten die revolutionären Ereignisse 1849 zu neuen Verfassung in der die konstitutionelle Monarchie und ein zwei-Kammer- Parlament mit allgemeinem Wahlrecht eingeführt wurde.

In manchen Ländern des deutschen Bundes die Fürsten relativ schnell einlenkten und nachgaben B. im Königreich Württemberg in Hessen-Darmstadt oder in Hannover ) kam es bald zur Errichtung von sogenannten "Märzministerien" die teilweise den Forderungen der nachkamen (z.B. Einrichtung von Schwurgerichten Abschaffung der Pressezensur Bauernbefreiung ). Oftmals blieb es aber auch nur bloßen Versprechungen. In diesen letztgenannten Ländern nahm Revolution wegen der frühen Zugeständnisse einen einigermaßen Verlauf.

Von den mächtigen europäischen Staaten blieben diese Ereignisse nur England Spanien und Russland unberührt (bei letzterem abgesehen von der russischen Militärs an der Niederschlagung des ungarischen gegen Österreich 1849).

Ein chronologischer Verlauf der Revolution ist schwer zu erfassen da die sich nicht immer eindeutig aufeinander beziehen lassen auf unterschiedlichen Ebenen und an unterschiedlichen Orten nahezu zeitgleich mal zu verschiedenen Zeitpunkten getroffen wieder revidiert wurden.

Baden

Schon am 27. Februar 1848 war in Mannheim zu einer Volksversammlung gekommen bei der Forderungen der Revolution vorweg genommen wurden. Die der badischen Revolutionäre jedenfalls deren in Baden vertretenem radikaldemokratischem Flügel waren diejenigen welche die und am weitest gehenden Veränderungen verlangten. Unter des Advokaten Friedrich Hecker und Gustav von Struves forderten sie unter anderem die Schaffung tatsächlichen Volkssouveränität Abschaffung der Adelsprivilegien Volksbewaffnung und eine Einkommensteuer . Struve und Hecker hatten schon als des linken Flügels im Frankfurter Vorparlament das Wahl zu einer verfassunggebenden Nationalversammlung vorbereiten sollte föderative deutsche Republik mit nicht nur politischen sondern auch Veränderungen gefordert. Ein entsprechendes von Struve veröffentlichtes wurde aber von der Mehrheit des Vorparlaments Daraufhin versuchten Hecker Struve und deren Anhänger Vorstellungen auf eigenem Weg von Südwestdeutschland ausgehend In Konstanz riefen sie am 12.April 1848 gemeinsam dem Dichter Georg Herwegh und dem Hochschullehrer Gottfried Kinkel die Republik aus. Der Heckerzug machte mit etwa 1200 Mann Richtung Rheinebene auf er sich mit einem Zug von Georg der aus Frankreich kommenden "Deutschen Legion" vereinigen in die badische Hauptstadt Karlsruhe marschieren wollte um von dort aus Revolution in ganz Baden zu verbreiten. Beide wurden aber in kurzer Zeit von regulärem besiegt und aufgerieben. Heckers Freischar in einem bei Kandern im Schwarzwald und Herweghs Freischar Tage später bei Dossenbach. Hecker konnte ins Exil entkommen das ihn über die Schweiz letztlich in die USA führte. Ein weiterer Aufstand Struves im 1848 in Lörrach wo er mit seinen Anhängern wiederum Republik ausrufen wollte scheiterte ebenfalls. Struve wurde genommen und bei einem Hochverrats prozess in Freiburg mit einigen anderen Revolutionären einer Haftstrafe verurteilt bis er bei den 1849 wieder befreit wurde. Die weitere revolutionäre Badens beschränkte sich danach im Wesentlichen zunächst die Auseinandersetzungen in der Frankfurter Nationalversammlung .

Im Mai 1849 kam es nachdem Nationalversammlung in Frankfurt gescheitert war neben anderen Staaten auch in Baden zu weiteren Aufständen so genannten Maiaufständen im Rahmen der Reichsverfassungskampagne. Demokraten wollten die Anerkennung ihrer jeweiligen Regierungen einer Reichsverfassung erzwingen. In der Bundesfestung Rastatt meuterte am 11. Mai die badische Wenige Tage später floh Großherzog Leopold (siehe Leopold (Baden) ) von Baden nach Koblenz . Am 1. Juni 1849 übernahm eine provisorische Regierung unter dem Politiker Lorenz Brentano die Regierungsgewalt. Es kam zu Kämpfen Bundestruppen und die preussische Armee unter Führung "Kartätschenprinzen" Wilhelm von Preussen (des späteren deutschen Kaisers Wilhelm I. ). Die badische Revolutionsarmee konnte jedoch dem der Übermacht der preussischen Truppen nicht standhalten. Die Badener Revolutionäre im Juni 1849 unter der Führung des Revolutions generals Ludwik Mieroslawski . Mieroslawski war ein taktisch geschickter und Soldat der Revolution. Er hatte im Zuge Märzrevolution auch schon den Aufstand der Posener Polen 1848 gegen die preußische Vorherrschaft und vorausgegangene polnische Aufstände angeführt (siehe Unterartikel Posen Polen ). Mieroslawski trat jedoch am 1. Juli als Befehlshaber zurück. Die Moral der Truppe war zurück gegangen. Mieroslawski auch resigniert von der zu zögerlichen Haltung Regierung Brentano der wegen seiner Unentschlossenheit dann noch von einer radikaleren Gruppe um Gustav Struve gestürzt wurde. Aber der Niedergang der Revolution war im Grunde schon besiegelt.

Auf Seiten der Badener Revolutionäre war der Sozialist Friedrich Engels aktiv an den Kämpfen beteiligt. Engels 1848 / 49 Redakteur der von Karl Marx herausgegebenen Neuen Rheinischen Zeitung und kritisch-sympathisierender Beobachter der Revolution (ein zuvor im Februar 1848 hatte Engels zusammen Karl Marxim Auftrag des Bund der Kommunisten Das Kommunistische Manifest herausgegeben).

Als am 23. Juli 1849 nach Belagerung die Festung Rastatt fiel war die badische Revolution endgültig gescheitert. 40 Revolutionäre wurden hingerichtet andere wie Gustav von Struve Carl Schurz und Lorenz Brentano konnten sich ins Exil absetzen. Insgesamt verließen nach der Revolution 80.000 Badener ihr Land (um die 5 der Bevölkerung). Einige der prominenten Revolutionäre setzten in den USA ihr politisches Engagement für demokratische Ziele fort und machten politisch Karriere. Carl Schurz wurde 1877 Innenminister der USA als der er bis im Amt war.

Preußen; Posen Polen

Preußen

Unter dem Druck der revolutionären Ereignisse Berlin seit dem 6. März 1848 gab preußische König Friedrich Wilhelm IV. zunächst nach und machte Zugeständnisse. Er ein den Landtag einzuberufen die Pressefreiheit einzuführen die Zollschranken zu beseitigen und Deutschen Bund zu reformieren. Bei der Verlesung des Patents am 18. März schoss das Militär auf die unruhige Bevölkerung. Daraufhin kam in Berlin zu Barrikaden - und Straßenkämpfen der Revolutionäre gegen die preußischen Truppen bei denen die Aufständischen zumeist erfolgreich Mehrere Hundert Tote und über Tausend Verletzte beiden Seiten waren die Folge. Am 19. wurden die Truppen aus Berlin abgezogen. Der König sah sich gezwungen den gefallenen Revolutionären Achtung zu erweisen. Er verneigte sich vor "Märzgefallenen" und zeigte sich öffentlich mit einer in den Farben der Revolution ( Schwarz-Rot-Gold ). In einem Aufruf an "Mein Volk die deutsche Nation" versprach er das Aufgehen in Deutschland. Am 29. März 1848 wurde liberales Märzministerium eingesetzt das sich aber nicht Adel und Militär durchsetzen konnte. Am 20. 1848 wurde es wieder entlassen. Als Ende 1848 die Ereignisse sich etwas beruhigt hatten der König eine reaktionäre Kehrtwendung. Am 2. 1848 wurde General Friedrich Wilhelm Graf von zum Ministerpräsidenten von Preußen ernannt. Eine Woche kehrten die königlichen Truppen nach Berlin zurück. der folgenden Konterrevolution in Preußen beteiligt war auch der preußische Ministerpräsident und schließlich Reichskanzler Otto von Bismarck

Die Verhandlungen der preußischen Nationalversammlung seit dem 22. Mai 1848 über Verfassung die seit 1815 von Friedrich Wilhelm und seinem Vorgänger immer wieder zugesagt aber verwirklicht wurde blieben letztlich erfolglos. Der Im 1848 vorgelegte Verfassungsentwurf die " Charte Waldeck " die einige liberaldemokratische Reformen vorsah wurde von den konservativen Abgeordneten als auch vom König selbst Am 5. Dezember 1848 ließ der König preußische Nationalversammmlung auflösen.

Ende Mai 1849 wurde die Nationalversammlung das preußische Abgeordnetenhaus (zweite Kammer) ersetzt. Es wurde ein Dreiklassenwahlrecht eingeführt um die Vorherrschaft der Besitzenden sichern. Dieses im Grunde undemokratische Wahlrecht blieb in Preußen bis 1918 in Kraft. Eine Verfassung die allerdings unter den Forderungen der Märzrevolution blieb wurde Ende Januar 1850 vom König selbst oktroyiert.

Posen Polen

Das überwiegend von Polen bewohnte Herzogtum Posen war 1848 eine preussische Provinz . Der ehemalige polnische Staat war schon 18. Jahrhundert ein politischer Spielball der europäischen gewesen. Nach mehreren Teilungen bis 1795 hatte Anfang des 19. Jahrhunderts nur von 1807 1813 einen unter napoleonischem Schutz stehenden eigenen polnischen Staat das Großherzogtum Warschau unter Großherzog Friedrich August I. von Sachsen der auch König von war gegeben. Nach dem endgültigen Sieg Preußens Russlands Englands und anderen über Napoleon wurde Polen auf dem Wiener Kongress erneut zwischen Österreich und Preußen aufgeteilt. In der Folgezeit es in den jeweiligen polnischen Provinzen auch vor der Märzrevolution immer wieder Aufstände gegen Fremdherrschaft gegeben - mit dem Ziel die Einheit zu erreichen und ein eigenständiges Polen zu etablieren.

1846 war zuletzt ein polnischer Aufstand Herzogtum Posen von Preußen niedergeschlagen worden. Dessen der polnische Revolutionär Ludwik Mieroslawski war gefangen genommen und 1847 in zum Tode verurteilt kurze Zeit später zu Haft begnadigt worden.

Nach dem Ausbruch der Märzrevolution in wurden die polnischen Revolutionäre unter ihnen auch von den Berliner Aufständischen befreit. Im Anfangsstadium Märzrevolution das als eine Art internationaler Völkerfrühling wurde herrschte unter den Revolutionären noch eine Haltung vor die den folgenden Aufstand in zunächst begrüßte und begünstigte. Ludwik Mieroslawski stellte kurz nach seiner Befreiung im April und 1848 an die Spitze des Aufstands der Polen gegen die preussische Vorherrschaft. Ziel war auch eine Vereinigung ganz Polens. Insofern zielte Revolution in Posen auch auf die Befreiung Königreichs Polen des ehemaligen sogenannten " Kongresspolens " das in Personalunion unter russischer Herrschaft stand. Der Zar zugleich König (des russischen Teils) Polens.

Im Zuge des Revolutionsverlaufs in Preußen zunehmend wieder konservative Kräfte die Lage zu begonnen hatten war auch die anfängliche Polenbegeisterung nationalistischeren Haltung in Preußen selbst gewichen. Außerdem der preussische König Friedrich Wilhelm IV. wegen Posener Aufstands keinen Krieg mit Russland riskieren. 9. Mai 1848 wurde der Aufstand der Polen von einer Übermacht preussischer Truppen niedergeschlagen Mieroslawski erneut verhaftet. Auf Intervention des revolutionären wurde er nach kurzer Zeit begnadigt und Frankreich ausgewiesen - bis er im Juni von den badischen Revolutionären gerufen wurde die an die Spitze ihres Revolutionsheeres setzten (siehe Baden ).

Der polnische Teil der Provinz Posen am 4. Juni 1848 durch eine Demarkationslinie Preußen getrennt.

Österreich Ungarn Italien und Sardinienkrieg Böhmen

Österreich

Im Habsburgerreich und Vielvölkerstaat Österreich wurde die Monarchie nicht nur von heftigen Aufständen im Kaiserreich Österreich selbst sondern auch von Aufständen wie in Oberitalien die vom Königreich Sardinien-Piemont auch militärisch wurden in Böhmen und in Ungarn bedroht. Während die ungarischen böhmischen und Erhebungen neben anderem auch die Unabhängigkeit von der österreichischen Vorherrschaft anstrebten hatte Revolution im Kernland Österreich ähnlich wie in den anderen des deutschen Bundes eine liberale und demokratische der Regierungspolitik und das Ende der Restauration zum Ziel.

Auch in Österreich war es 1847 / 1848 zu einem Hungerwinter gekommen. Die wirtschaftliche traf besonders die sowieso schon benachteiligten Bevölkerungsgruppen härtesten. Auch in der Arbeiterschaft war nun Wut auf das überkommene politische System kurz vor dem Überlaufen. Schließlich kam am 13. März 1848 in Wien mit dem Sturm auf das Ständehaus Anschlägen von Sozialrevolutionären gegen Läden und Fabriken den Vorstädten zum Ausbruch der Revolution in Vor dem Sturm auf das Ständehaus wurden einer schon am 3. März 1848 vom Nationalistenführer Lajos Kossuth verfassten Rede der Unmut gegen das System und die Forderungen der Revolution nach konstitutionellen Umwandlung der Monarchie und nach Verfassungen die österreichischen Länder ausgedrückt. Am Abend des Tages trat der inzwischen 78-jährige Staatskanzler Fürst Metternich die verhasste Symbolfigur der Restauration zurück floh nach England . Am 15. März 1848 machte Kaiser Ferdinand I. erste Zugeständnisse. Er versprach die Abschaffung Zensur und eine Staatsverfassung. Eine am 21. 1848 gebildete provisorische Staatsregierung erarbeitete daraufhin die allerdings ohne Beteiligung einer Volksvertretung . Nachdem diese oktroyierte Verfassung Ende April vorgelegt wurde kam es erneut zu Protesten Bevölkerung. In Folge des zweiten Wiener Aufstands 15. Mai 1848 wurde diese Verfassung wieder genommen. Der überforderte führungsschwache Kaiser brachte sich 17. Mai 1848 durch seine Flucht nach Innsbruck vor den sich verstärkenden Unruhen in Am 22. Juli 1848 wurde der konstituierende Reichstag mit 383 Delegierten aus Österreich und slawischen Ländern von Erzherzog Johann eröffnet. Unter anderem wurde im Reichstag September die Bauernbefreiung von der Erbuntertänigkeit beschlossen.

In Folge der Ereignisse in Ungarn dem 12. September 1848 bei denen unter von Lajos Kossuth der ungarische Aufstand in kriegerische Auseinandersetzung gegen die kaiserlichen Truppen mündete in Folge der Ermordung des österreichischen Kriegsministers Graf Baillet von Latour am 6. Oktober es in Wien zur 3. Phase der Revolution der sogenannten Wiener "Oktoberrevolution". In deren gelang es den Wiener Bürgern Studenten und die Hauptstadt in ihre Gewalt zu bringen die Regierungstruppen geflohen waren. Aber die Revolutionäre sich nur kurze Zeit halten. Am 23. wurde Wien von konterrevolutionären Truppen die aus Kroatien (unter Josef von Jelacic) und aus böhmischen Prag (unter Feldmarschall Alfred Fürst zu Windischgrätz) angerückt waren Nach einer Woche wurde Wien gegen den aber aussichtslosen Widerstand der Wiener Bevölkerung von kaiserlichen Truppen wieder eingenommen. Um die 2000 waren gefallen. Weitere Anführer der Wiener Oktoberrevolution der anschließenden blutigen Rache der Militärs zum Opfer. Viele wurden Tode oder zu langen Haftstrafen verurteilt. Unter den standrechtlich erschossenen Opfern neben anderen auch der populäre linksliberale Abgeordnete Frankfurter Nationalversammlung Robert Blum der am 9. November 1848 trotz parlamentarischen Immunität hingerichtet wurde und damit zu einem Märtyrer der Revolution wurde.

Am 2. Dezember 1848 kam es Österreich zum Thronwechsel. Die revolutionären Ereignisse hatten Führungsschwäche von Kaiser Ferdinand I. verdeutlicht. Auf Initiative des Feldmarschallleutnants Felix zu Schwarzenberg dankte Ferdinand ab und überließ Thron seinem 18-jährigen Neffen Joseph der den Franz Joseph I. annahm. Mit diesem Namen lehnte er bewusst an seinen Urgroßonkel Joseph II. (1741 - 1790) an dessen Politik für Reformfreudigkeit gestanden hatte.

Zwar war die Revolution in Österreich allerdings blieben die Ereignisse in Ungarn und zunächst noch ein Hindernis für Franz Joseph beim Ziel seinen Machtanspruch im ganzen Habsburgerreich

Ungarn

In Ungarn wo am 12. September Lajos Kossuth bis dahin Finanzminister und Vorsitzender des Verteidigungsausschusses den liberalen Ministerpräsidenten Lajos Batthyani ablöste wurde dem österreichischen die Anerkennung als König von Ungarn verwehrt. Oktroyierung einer kaiserlichen Verfassung führte am 7. 1849 zum Unabhängigkeitsaufstand. Um den Aufstand niederzuschlagen eine kaiserliche Armee unter Alfred Fürst zu in Ungarn ein. Diese musste sich jedoch 10. April 1849 vor dem mit Freischaren polnischen Emigranten verstärkten Revolutionsheer zunächst zurückziehen. Am April 1849 erklärte der ungarische Reichstag seine Unabhängigkeit vom Hause Habsburg-Lothringen und rief die Republik aus. Aber die europäischen Mächte erkannten ungarische Republik nicht an. Russische und kroatische leisteten der österreichischen Armee Beistand und schlugen gemeinsam die ungarische Revolution nieder. Am 3. 1849 kam es in der Festung Komorn zur Kapitulation der letzten ungarischen Einheit. In den Tagen und Wochen wurden über hundert Anführer ungarischen Aufstands hingerichtet. Lajos Kossuth der politisch Vertreter der ungarischen Freiheitsbewegung konnte sich im August 1849 ins Exil absetzen. Bis zu seinem Tod 1894 Turin setzte er sich für die Unabhängigkeit ein.

Italien

Italien bestand im 19. Jahrhundert nach der Beendigung der napoleonischen Hegemonie in Europa und auch in den italienischen Fürstentümern verschiedenen Einzelstaaten. Die oberitalienischen Gebiete ( Lombardei Venetien die Toskana und Modena ) standen unter österreichischer Oberhoheit. Spätestens seit 1820er Jahren war es schon zu den des Risorgimento ("Wiedererstehung") gekommen die einen italienischen Einheitsstaat und sich damit auch gegen die österreichische in Oberitalien richteten.

Die revolutionären Ereignisse von 1848 fanden im übrigen Italien starken Widerhall. Schon im 1848 war es in Mailand Brescia und Padua zu ersten Erhebungen italienischer Freiheitskämpfer gegen die österreichische Vorherrschaft gekommen die am 17. März 1848 in Venedig und Mailand verstärkten. In Mailand wurde von den die Unabhängigkeit der Lombardei von Österreich und Anschluss ans Königreich Sardinien - Piemont (vgl. Piemont-Sardinien ) erklärt. Diese Situation führte schließlich zum zwischen Sardinien-Piemont und Österreich. König Karl Albert Sardinien der schon am 4. März 1848 seinem Staat eine an Frankreich orientierte Repräsentativverfassung hatte mit der er eine konstitutionelle Monarchie einführte wollte die revolutionäre Stimmung nutzen Italien unter seiner Führung zu einen. Nach Erfolgen Karl Alberts wurden jedoch am 25. 1848 bei der Schlacht von Custoza in Nähe des Gardasees die Truppen des Königs von den unter Feldmarschall Johann Wenzel Radetzky geschlagen. Im Waffenstillstand vom 9. August wurde die Lombardei Österreich abgetreten das darauf das Land wieder Nur Venedig blieb vorläufig unbesetzt. Es hatte am 23. März 1848 für unabhängig erklärt die Republik unter Führung von Daniele Manin Als schließlich Aufständische gegen den Großherzog Leopold II. von Habsburg in der Toskana putschten kam es zum Krieg. Dieser wurde wieder zugunsten der Österreicher unter Radetzky bei ihrem Sieg am März 1849 gegen die 100.000 Mann starke Sardiniens entschieden. Damit war die italienische Einigungsbewegung zerschlagen und die österreichische Vorherrschaft in Oberitalien Wesentlichen wieder hergestellt. König Karl Albert von dankte zugunsten seines Sohnes Viktor Emmanuel II. ab und ging nach Portugal ins Exil. Der neue König schloss 6. August in Mailand einen Friedensvertrag mit Österreich. Als letzte Bastion der oberitalienischen Aufstände von 1848 / wurde am 24. August 1849 die revolutionäre von Venedig niedergeschlagen. Radetzky erhielt vom Kaiser Amt des General- Zivil- und Militär gouverneurs von Lombardo-Venetien .

Auch in vielen nicht-österreichischen Gebieten Italiens es 1848 / 49 zu revolutionären Unruhen im Königreich Neapel - Sizilien (auch Königreich beider Sizilien genannt) wo es schon im Januar zu Aufständen gekommen war worauf König Ferdinad von Neapel-Sizilien eine Verfassung erließ.

Im Kirchenstaat Rom floh Papst Pius IX. aufgrund der Unruhen im November 1848 Rom und setzte sich nach Gaeta ab. Am 9. Februar 1849 riefen römischen Revolutionäre unter Giuseppe Mazzini einem der bedeutendsten Köpfe des italienischen Risorgimento die Republik im Kirchenstaat aus. Am Juli 1849 wurde die römische Revolution von Truppen niedergeschlagen was teilweise in Frankreich selbst Protesten (etwa in Lyon ) geführt hatte. Nach der Niederschlagung des von Rom wurde die Macht von einem aus Kardinälen übernommen. Erst 1850 kehrte der zurück und stellte die alten Verhältnisse wieder

Böhmen

Im Juni 1848 kam es in Böhmen zum Prager Pfingstaufstand. Der Aufstand war begleitet von in Prag stattfindenden Slawenkongress an dem neben Posener Polen und slawischen Österreichern als einziger Russe der Anarchist Michail Bakunin teilnahm. Auf dem Kongress wurde die Umwandlung der Donaumonarchie in Bund gleichberechtigter Völker gefordert. Darauf begannen tschechische den Pfingstaufstand gegen die österreichische Herrschaft. Der wurde am 16. Juni 1848 von österreichischen unter Alfred Fürst von Windischgrätz niedergeschlagen.

Bayern

In Bayern kam es seit dem März 1848 zunehmend zu demokratisch und liberal Unruhen und Aufständen. Der bayrische König Ludwig I. gab am 6. März einigen Forderungen Revolutionäre nach und berief ein liberaleres Kabinett Allerdings steckte der König auch anderweitig wegen nicht standesgemäßen Verhältnisses zu der vermeintlichen spanischen Lola Montez dem er die Staatsgeschäfte teilweise unterordnete einer Krise. Diese Affäre brachte Ludwig auch aus dem konservativ -katholischen Lager ein. Am 11. März 1848 Lola Montez aus München verbannt. Zu neuen Unruhen kam es es hieß die Tänzerin sei wieder zurückgekehrt. dankte der König schließlich zugunsten seines Sohnes anschließenden Königs Maximilian II. ab.

Sachsen

Im Königreich Sachsen kam es im Zuge der revolutionären im März 1848 zu einem Ministerwechsel und einigen liberalen Reformen . Nach der Ablehnung der am 28. 1849 in Frankfurt verabschiedeten Reichsverfassung durch den König kam es am 3. Mai zum Maiaufstand. Zentrale Figur dieser Erhebung von etwa Aufständischen unter denen sich auch der damalige Richard Wagner befand war der russische Anarchist Michail Bakunin . Das Ziel des Aufstands war die der Reichsverfassung und die Erringung demokratischer Rechte. Revolutionäre bildeten eine provisorische Regierung nachdem der aus der Stadt geflohen war. Aber schon 9. Mai wurde der Aufstand von sächsischem preußischem Militär wieder niedergeworfen.

Holstein Schleswig; erster preussisch-dänischer Krieg

Ende März 1848 kam es in nördlichen Herzogtümern Schleswig und Holstein zu einem nationaldeutschen Aufstand nachdem der König Friedrich VII. die Einverleibung Schleswigs in Dänemark verkündet hatte. Die Gründung einer provisorischen der Herzogtümer wurde noch vor der Eröffnung Frankfurter Nationalversammlung vom Bundestag des deutschen Bundes in Frankfurt am Main anerkannt allerdings unter Vermeidung der formellen Schleswigs im Bund. Daraufhin kam es zum des ersten deutsch-dänischen Krieges. Preußische Truppen stießen Auftrag des Bundes unter Generalfeldmarschall Heinrich Ernst von Wrangel bis Jütland vor. Dieses Vorgehen führte zum diplomatischen auf Preußen durch Russland und England die drohten Dänemark militärisch beizustehen. Darauf Preußen ein und König Wilhelm IV. schloss 26. August 1848 einen Waffenstillstand mit Dänemark. Darin war auch der der Bundestruppen aus Schleswig und Holstein sowie Auflösung der provisorischen Regierung in Kiel vorgesehen.

Dieses eigenmächtige Vorgehen Preußens führte in inzwischen tagenden Nationalversammlung in Frankfurt zu einer Es wurde deutlich wie geringfügig die Mittel der Einfluss der Nationalversammlung waren. Sie war hilflos dem Gutdünken der mächtigen Einzelstaaten Preußen Österreich ausgeliefert. Da die Nationalversammlung über keine Machtmittel verfügte um den Krieg gegen Dänemark Preußen weiter zu führen sah sie sich 16. September 1848 gezwungen der Waffenstillstandsvereinbarung zuzustimmen. Folge dieser Zustimmung waren erneute Unruhen in Deutschland und besonders in Frankfurt am Main. wurden preußische und österreichische Truppen nach Frankfurt gegen die es am 18. September zu kam. Bei diesen Kämpfen ging es den nicht einmal mehr so sehr um die sondern nun zunehmend um die Verteidigung der selbst.

Frankfurter Nationalversammlung

siehe auch ausführlicher Wikipedia-Artikel Frankfurter Nationalversammlung .

Vorbereitet durch Vorparlamente wurde am 18.05.1848 der Paulskirche in Frankfurt am Main eine gesamtdeutsche Nationalversammlung mit 830 gewählten (Abgeordnete und ihre Stellvertreter) aus allen deutschen unter der Präsidentschaft des gemäßigten Liberalen Heinrich Gagern eröffnet. Sie sollte die deutsche Einheit vorbereiten und eine gesamtdeutsche Reichsverfassung ausarbeiten. der Nationalversammlung vertreten waren vornehmlich die Schichten Großbürgertums hohe Beamte Professoren Offiziere Richter Staatsanwälte Advokaten usw.. Aufgrund der Häufung der Großbürger die Nationalversammlung vom Volk teilweise auch abschätzig spöttelnd als "Honoratiorenparlament" "Professorenparlament" bezeichnet. Im Parlament bildeten sich bald Gruppierungen und Fraktionen heraus die sich nach Lokalen benannten in denen sie sich nach zwischen den Sitzungen trafen um ihre Anträge Vorstellungen abzustimmen. Im Wesentlichen bildeten sich 3 Flügel die vielen auch als Vorläufer der demokratischen Parteien des 20. Jahrhunderts gelten aus:

  • 1. Die "demokratische Linke" die sich aus extremen und der gemäßigten Linken zusammen setzte Parteien Donnersberg Deutscher Hof Nürnberger Hof und
  • 2. Die "liberale Mitte" die sich aus linken und rechten Zentrum zusammen setzte (Württemberger Augsburger Hof Landsberg Kasino Pariser Hof)
  • 3. Die "konservative Rechte" aus Protestanten und (Cafe Milano)

Die Vorstellungen der Fraktionen reichten von Minderheitsposition der Errichtung einer parlamentarischen gesamtdeutschen demokratischen über eine konstitutionelle Monarchie mit Erbkaisertum als so genannte kleindeutsche Lösung (ohne Österreich) oder als so großdeutsche Lösung (mit Österreich) bis hin zum des Status Quo .

Zu der lähmenden Uneinigkeit der Abgeordneten schließlich auch das Fehlen einer eigenen Exekutive um die Beschlüsse des Parlaments durchzusetzen u.a. oft an österreichischen oder preußischen Alleingängen Dies führte zu mehreren Krisen so etwa in der schlesig-holsteinischen Frage eines Krieges gegen Dänemark (siehe weiter oben 2.6.6). Trotz allem wurde schließlich am 28. 1849 mit einer Mehrheit von 42 Stimmen Vefassung verabschiedet die eine kleindeutsche Lösung unter Führung vorsah. Der König von Preußen war Kaiser vorgesehen. Von den deutschen Staaten stimmten nur 29 der Verfassung zu. Österreich Bayern Sachsen und Hannover lehnten sie ab. Die und österreichischen Abgeordneten verließen die Nationalversammlung. Als am 28. April auch König Wilhelm IV. Preußen die ihm angetragene Kaiserwürde ablehnte war die Frankfurter Nationalversammlung gescheitert. Um eine Verfassung in den einzelnen Ländern durchzusetzen kam es Mai 1849 in einigen Revolutionszentren zu den genannten Maiaufständen im Rahmen der Reichsverfassungskampagne. Die Nationalversammlung löste sich auf und zog als "Rumpfparlament" ohne die preußischen und österreichischen Abgeordneten 30. Mai 1849 nach Stuttgart um. Am 18. Juni 1849 wurde Rumpfparlament dort von württembergischen Truppen gewaltsam aufgelöst. Mit der Niederschlagung letzten revolutionären Kämpfe am 23. Juli in war die Revolution von 1848 /49 endgültig

Auswirkungen und Folgen der Märzrevolution in bis zur Gegenwart

Auch wenn neue Emanzipationsbewegungen wie zum Beispiel die Arbeiterbewegung oder die emanzipatorische Frauenbewegung die Märzrevolution nicht entscheidend bestimmten so die Revolution dennoch die Anfänge deren Entstehung Organisierung in Deutschland.

So wurde z. B. am 3. September 1848 in Berlin die "Allgemeine deutsche Arbeiterverbrüderung" prägender Mitwirkung des Schriftstellers Stefan Born gegründet. Sie gilt als überregionale Organisation der deutschen Arbeiterschaft und leitete Entwicklung der Gewerkschaften ein. Am 12. Mai 1849 gründete die Journalistin und frühe Frauenrechtlerin Louise Otto-Peters die neue politisch motivierte "Frauenzeitung" in sie unter anderem den Zusammenschluss weiblicher Arbeiterinnen dem Vorbild der Assoziationen männlicher Gesellen forderte.

Des Weiteren entstand während der Revolution Aufhebung der Pressezensur eine pluralistischere Presselandschaft. Neue Zeitungen nahmen von links bis rechts Einfluss auf das politische Zeitgeschehen. Auf Linken war dies etwa die von Karl Marx herausgegebene " Neue Rheinische Zeitung " auf der Rechten die "Neue Preußische (auch "Kreuzzeitung" genannt) an deren Gründung der Otto von Bismarck entscheidenden Anteil hatte. Mit dem " Kladderadatsch " wurde am 7. Mai 1848 auch eine der ersten großen satirischen Zeitschriften Deutschlands ins Leben gerufen.

Nach dem Scheitern der Revolution setzte eine konservative Konterrevolution durch. Es kam erneut zu einer Restauration der alten Verhältnisse die jedoch nicht ganz die Ausmaße der Metternichschen Repression während des Vormärz annahm.

Die liberalen Kräfte spalteten sich zunehmend verschiedene Richtungen auf wie es sich schon der Fraktionsbildung der Frankfurter Nationalversammlung angedeutet hatte (Nationalliberale Wirtschaftsliberale Sozialliberale ).

Viele radikale Demokraten waren wenn sie nicht hingerichtet inhaftiert worden waren während und nach der ins Exil geflohen. Nach 1848/49 hatte es beispiellose Auswanderungswelle vor allem in die USA gegeben. den USA gibt es eine eigene Bezeichnung für deutschen Immigranten die in Folge der Märzrevolution ins kamen: "The Forty-Eighters " ("Die Achtundvierziger"). Viele der "Fourty-Eighters" zeichneten auch in den USA durch ihr demokratisches Engagement aus. Nicht wenige von ihnen setzten 1860 für die Wahl Abraham Lincolns zum US-Präsidenten ein bekämpften die Sklaverei oder beteiligten sich auf der Seite Nordstaaten am US- amerikanischen Bürgerkrieg von 1860 bis 1864 . Einige wie etwa Lorenz Brentano oder Carl Schurz machten in den USA auch eine Karriere. Schurz war von 1877 bis 1881 US- Innenminister .

Manche anderen radikalen Demokraten die in geblieben waren schlossen sich der aufkommenden und den 1860er Jahren trotz späterer Unterdrückung (etwa den Bismarckschen Sozialistengesetzen ) rasch wachsenden Arbeiterbewegung und / oder der im 19. Jahrhundert marxistisch orientierten Sozialdemokratie an. (siehe auch Kommunismus Sozialismus und Kommunistische Partei ).

Die Burschenschaftsbewegung ursprünglich eine der Wegbereiterinnen der Märzrevolution zunächst an Bedeutung. Mit der Zeit verkümmerten liberale und demokratische Ideale zusehends zugunsten eines verstärkenden rechts orientierten Nationalismus .

Eine gewisse Etablierung hatte die nationale einer deutschen Einigung erfahren die schließlich von herrschenden konservativen Kräften unter preussischer Führung namentlich Otto Bismarcks nach den drei "deutschen Einigungskriegen" Preußens 1863 gegen Dänemark 1866 gegen Österreich und 1870 gegen Frankreich als kleindeutsche Variante (ohne Österreich) von durch- und umgesetzt wurde. 1871 wurde nach Sieg über Frankreich in Versailles König Wilhelm von Preußen zum ersten Kaiser Wilhelm I. gekrönt und das Zweite deutsche Reich dessen Politik bis 1890 wesentlich durch den Reichskanzler Bismarck geprägt wurde.

Die im Lauf der Jahrzehnte zunehmende Überhöhung und Verklärung des deutschen Nationalismus und Militarismus beförderte mittel- bis langfristig auch antisemitische (Antisemitismus) und das verstärkte Aufkommen rechtsextremer Parteien. Entwicklung trug schließlich mit zu den Kriegen und politischen Katastrophen des 20. Jahrhunderts bei - bis hin zur faschistischen Diktatur des Nationalsozialismus dem Zweiten Weltkrieg und dem Völkermord an den europäischen Juden (" Holocaust ").

Erst mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland 1949 hundert Jahre nach der Märzrevolution konnten ursprünglichen demokratischen Ideale der Revolution (nach deren Scheitern in Weimarer Republik ) wieder in den Vordergrund gestellt werden.

Im Überblick betrachtet können sich nahezu im 20. Jahrhundert relevanten gesellschaftspolitischen Strömungen von der radikalen Linken bis zur Rechten mit mehr oder weniger ausgeprägter Berechtigung in der Märzrevolution und durch sie hervorgegangene Ideen Persönlichkeiten und Entwicklungen berufen.

Auswahl von für die Revolution aktiven

siehe auch: Februarrevolution 1848 Badische Revolution Frankfurter Nationalversammlung Risorgimento Vormärz Metternich Wiener Kongress Liberalismus Neue Rheinische Zeitung Charte Waldeck

Literatur

  • Klaus Herdepe: Die Preußische Verfassungsfrage 1848 (= Deutsche Universitätsedition Bd. 22) ars unitas : Neuried 2003 454 S. ISBN 3-936117-22-5

Weblinks




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