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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMontag, 21. Oktober 2019 

Müller-Gang


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Der Müller-Gang ist - neben dem Urnierengang oder Wolff-Gang - einer jener embryonalen Genitalanlagen die beiden Geschlechtern vorhanden sind und aus dem Rahmen der normalen (weiblichen) Sexualdifferenzierung der Eileiter und der Uterovaginalkanal entsteht. Benannt ist nach seinem Erstbeschreiber Johann Müller ( 1801 - 1858 ) dem bedeutenden deutschen Physiologen und vergleichenden Anatomen.

Inhaltsverzeichnis

Indifferentes Stadium

Der Müller-Gang entsteht im Bereich der als längliche Einstülpung des Zölomepithels und somit dem Mesoderm verläuft parallel dem Wolff-Gang und wie dieser in die Kloake ein.

Männliche Sexualdifferenzierung

Im Rahmen der männlichen Sexualdifferenzierung wird den Sertoli-Zellen der fetalen Hoden das Anti-Müller-Hormon (AMH) gebildet. Dabei handelt ich um ein Proteohormon das die Rückbildung der Müller-Gänge bewirkt. es oder wird seine Bindung an den Rezeptor verhindert kommt es neben der Entwicklung männlicher Sexualmerkmale gleichzeitig zur Ausbildung jener Strukturen die bei weiblichen Sexualdifferenzierung aus dem Müller-Gang entstehen. Dies als Müller-Gang-Persistenzsyndrom bezeichnet.

Weibliche Sexualdifferenzierung

Da weiblichen Feten konsequenterweise kein AMH können kommt es bei ihnen im Gegenteil einer weiteren Ausdifferenzierung des Müller-Gangs wobei Östrogene unterschiedlichen Ursprungs für diese Weiterentwicklung verantwortlich dürften.

Zu Beginn lässt sich der Müller-Gang 3 Abschnitte gliedern:

  1. den kranialen Teil der vertikal verläuft und
  2. den mittleren Teil der den Wolff-Gang überkreuzt quer Richtung Leibesmitte zieht. Diese beiden Anteile sich zu beiden Seiten der Leibeshöhle zu Eileitern wobei der oberste Anteil mit seiner in die Zölomhöhle das Infundibulum der Tube bilden wird.
  3. den unteren wieder vertikal verlaufenden Teil der mit seinem Gegenpart - der von der Körperseite in die Körpermitte gezogen ist - und letztlich den Uterus und den oberen Anteil der Scheide bilden wird. Dies erklärt im Übrigen weshalb Männer mit einem Müller-Gang-Persistenzsyndrom vom äußeren Erscheingsbild her völlig unauffällig sind.

Entwicklungsstörungen

Sog. Müller-Gang-Anomalien - oder korrekter: Störungen der Verschmelzung unteren Anteils des Müller-Gangs - sind die für viele Fehlbildungen der Gebärmutter wie des duplex des Uterus bicornis der Zervixatresie u.a.



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