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Madentherapie


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Bei der Madentherapie werden Maden der Goldfliegenart Lucilia sericata dazu eingesetzt um chronische Wunden von nekrotischem Gewebe und Bakterienbefall zu reinigen. Grundvoraussetzung für den medizinischen ist die Besonderheit dass die Goldfliegenmaden sich von abgestorbenem Gewebe ernähren. Intaktes Gewebe wird und sogar die Heilung angeregt.

Die Maden der Goldfliege werden entweder "Freiläufer" eingesetzt das heisst sie befinden sich beweglich in der Wunde oder in einem aus Gaze der auf die Wunde aufgelegt wird. Abgabe von der Verdauungssäften in die Wunde die Aufnahme des angedauten verflüssigten nekrosen Gewebe dann durch die Gaze hindurch. Die Akzeptanz Patienten und Pflegepersonal ist bei der zweiten der Madentherapie höher.

Inhaltsverzeichnis

Abbau von nekrotischen Wundbelägen

Viele chronische Wunden sind von einem aus abgestorbenen Zellen und Wundsekret bedeckt. Diese Beläge behindern die Wundheilung sie zum einen ein mechanisches Hindernis bei Wundbehandlung darstellen und zum anderen vom Blutkreislauf und somit vom körpereigenen Immunsystem abgeschnitten sind. Diese Wundbeläge stellen ideale für Bakterien dar die ihrerseits die Wundheilung Durch den Bakterienbefall kann eine Gangrän hervorgerufen werden und in Extremfällen kann zu einem Multiorganversagen kommen wenn aus der zwischen nekrotischem und intaktem Gewebe toxische oder immunsupressive - Immunreaktionen unterdrückende - in den Blutkreislauf gelangen.

Da die Goldfliegenmaden sich fast ausschließlich nekrotischem Material ernähren stellen die Wundbeläge eine Nahrungsquelle dar. Die Goldfliegenlarven werden auf die behandelnde Wunde aufgebracht und scheiden dort permanent aus. Die darin enthaltenen Enzyme dauen das abgestorbene Gewebe an und es. Das sich bildende Gemisch wird von Goldfliegenmaden aufgesogen und verdaut. Dabei nehmen die in wenigen Tagen um das hundertfache zu. stellen sie die Nahrungsaufnahme ein und müssen neue frisch geschlüpfte Goldfliegenmaden mit entsprechendem Appetit werden. Nach mehreren Anwendungen bleibt eine vom Wundbelag befreite Wunde zurück die dann besser behandelt werden kann und schneller abheilt.

Antibakterielle Wirkung

Die Goldfliegenmaden beseitigen Bakterien indem sie zusammen mit dem angedautem abgestorbenen Gewebe aufsaugen verdauen. Dabei ist unerheblich ob die Bakterien einzelne Antibiotika resistent sind oder gar Multiresistenzen besitzen. Aus diesem Grund wird die auch bei Wunden angewandt die mit (MRSA)-Stämmen oder anderen multiresistenten Bakterien infiziert sind. kurzer Zeit kann dadurch der Bakterienbefall einer erheblich reduziert werden. Durch die Anwendung der kann der Einsatz von Antibiotika reduziert werden und damit sinkt die der Entstehung weiterer Antibiotika-Resistenzen von Bakterien.

Des Weiteren scheiden die Goldfliegenmaden mit Verdauungssäften antibakterielle Stoffe aus und heben den pH-Wert in der Wunde durch Ausscheidung von und Ammoniak derivaten auf ein für Bakterien wenig verträgliches an.

Förderung der Wundheilung

Die Goldfliegenmaden fördern die Wundheilung. Neben Entfernung von Wundbelägen und Bakterien wird die und das Nachwachsen von frischem Gewebe durch Stoffe die im Speichel der Goldfliegenmaden enthalten sind angeregt und

Geschichte der Wundbehandlung mit Fliegenmaden

Schon seit Jahrtausenden ist dem Ngemba-Stamm Aborigines die Wundbehandlung mit lebenden Fliegenmaden bekannt. wurde sie von den Maya praktiziert. Die Maya sollen mit Tier blut getränkte Tücher in die Sonne gelegt und nachdem Fliegen ihre Eier darauf gelegt sollen sie diese Tücher auf Wunden gelegt

Im Mittelalter wurde immer wieder beobachtet dass Wunden Kriegsverletzten von Maden befallen waren. Eine gezielte der Maden zur Wundbehandlung ist für diese nicht belegbar.

Als Erster hielt der Franzose und Ambroise Paré (*1510 - †1590) Beobachtungen im mit Fliegenmaden in Wunden verletzter Soldaten schriftlich

1829 beschreibt der französische Chirurg Baron Dominique Larrey seine Beobachtung dass einer bestimmten Fliege nur totes Gewebe entfernen eine positive Wirkung auf die Wundheilung haben. Beobachtung machte Larrey auf seinem Feldzug gegen Ägypten in Syrien . Der Versuch diese Maden zur Wundbehandlung scheiterte daran dass er seine Soldaten nicht überzeugen konnte die Maden auf ihren Wunden belassen.

Im amerikanischen Bürgerkrieg wurden Fliegenmaden dann wieder gezielt zur eingesetzt. John Forney Zacharias ein Chirurg auf Seite der Konföderierte Staaten von Amerika setzte Maden bei gangränösen Wunden ein. beschreibt neben einer schnellen und effektiven Wundheilung eine hohe Überlebensrate seiner Patienten:

„I am sure I saved many lifes their use escaped septicemia and had rapid

Der Einsatz der Fliegenmaden durch Zacharias aber die Ausnahme. Wenngleich anderen Militärärzten die die ein Fliegenmadenbefall von Wunden hat nicht blieb konnte sich doch kein weiterer zu gezielten Anwendung durchringen.

1929 führte der amerikanische Chirurg William S.Baer die Fliegenmaden in Zivilchirurgie ein. Baer war Professor für orthopädische an der John Hopkins Universität in Baltimore Maryland . Hier suchte er nach Therapien für Osteomyelitis -Patienten unter denen auch viele Kinder waren. 21 Patienten mit bis dahin therapieresistenter chronischer setzte Baer in die eröffneten Läsionen für vier Tage Maden einer heimischen Schmeißfliege . Dies wiederholte er über sieben Wochen. zwei Monaten konnten alle 21 Patienten als entlassen werden. Dieser Erfolg bei den zuvor Fällen sprach sich schnell herum. Die Nachfrage der Madentherapie war so groß dass Baer sein Schüler Santon K. Livingston eine Madenaufzucht wodurch auch die Gefahr der Keimübertragung durch Fliegenmaden reduziert wurde. Auf die Idee Fliegenmaden Behandlungsmethode einzusetzen kam Baer da er im Ersten Weltkrieg Militärarzt war und 1917 zwei verwundete Soldaten behandelte die sieben verwundet auf einem Schlachtfeld in Frankreich gelegen In deren Wunden befanden sich tausende Fliegenmaden. Baer diese entfernt hatte stellte er fest die Wunden sauber waren und erstaunlich schnell ohne Komplikationen heilten.

Zwischen 1930 und 1940 wurden über 100 medizinisch-wissenschaftliche Publikationen zum Thema Madentherapie veröffentlicht. In über amerikanischen Krankenhäusern wurde die Madentherapie in der angewandt. Vom Pharmaunternehmen Lederle wurden Maden zur kommerziell produziert.

Durch die Einführung der Antibiotika Sulfonamid und Penicillin kam der Fortschritt in der Madentherapie Erliegen. Zwischen 1940 und 1990 erschienen lediglich vereinzelte Artikel in denen wurde wie die Madentherapie als letzte aber Behandlung bei hoffnungslosen Fällen eingesetzt wurde.

1988 wurde die Madentherapie von Wainwright für erklärt:

„ ...Glücklicherweise ist die Madentherapie heute ein totes Gewässer deren Interesse eher in ihrer Natur als in ihren medizinischen Effekten liegt Eine Therapie um deren Ableben niemand nachtrauert

Diese Einschätzung hatte nicht lange Bestand. in den frühen 90er Jahre wurde die durch die amerikanischen Ärzte Ronald Sherman und Pechter erneut etabliert. Sie bauten im Veterans Hospital in Long Beach/Kalifornien eine Fliegenzucht auf der sie Maden produzierten die sie dann Wundbehandlung einsetzten. Die Erfolge die sie mit Madentherapie erzielten und die sie in klinischen dokumentierten weckten weltweit das Interesse der medizinischen

1995 wurde durch Steve Thomas eine Produktionsstätte Fliegenmaden in Großbritannien aufgebaut.

Seit April 1999 werden zum Beispiel an den Städtischen Höchst Patienten mit Fliegenmaden behandelt (s. weblinks).

In Deutschland hat sich die Firma als Hersteller und Vertreiber von Fliegenmaden etabliert. 2002 wendeten über 1000 Kliniken Krankenhäuer und die Madentherapie an.

siehe auch: Ulcus cruris

Weblinks




Bücher zum Thema Madentherapie

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