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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSonntag, 27. Mai 2012 

Masse (Soziologie)


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Der Begriff Masse bezeichnet eine große Anzahl von Menschen konzentriert auf relativ engem Raum miteinander kommunizieren agieren und reagieren . Gegenbegriff ist "Menge". Während Massen in hierarchisierte Strukturzusammenhänge eingeordnet sind tendieren Mengen und dazu sich der Kontrolle durch Vereinnahmungsorgane zu entziehen und sich unsichtbar zu machen. Mengen können Kriegsmaschine werden während Massen einem Staatsapparat untergeordnet

Masse wird in der Soziologie weiters dazu verwendet um breite Bevölkerungsschichten einer Elite (und bei Vilfredo Pareto auch von einer "Reserveelite") zu unterscheiden.

Im Marxismus ist es der revolutionäre nach Emanzipation strebende Teil der Gesellschaft wobei Karl Marx den Begriff " Proletariat " verwendet.

Das Auftreten des Menschen in der als Masse ist ein Phänomen höherer Zivilisationen und hat seine Ursache in der dem Bevölkerungswachstum verbundenen Urbanisierung .

Das Verhalten einer Masse von Menschen hat eigene und wird unter bestimmten Bedingungen in der Panikforschung mit dem Verhalten von Fluiden verglichen

Menschenmassen werden allgemein vor allem in krisenhaften Zusammhängen gedacht wobei oft unerwähnt bleibt sich gesellschaftliche Instituionen auf eine Unterstüzung der Massen und auch berufen müssen. Der Begriff der wird oft abwertend ( dumme Masse ) gebraucht dennoch stellen Menschen die gesellschaftliche vorantreiben wollen oft gesellschaftliche Werte wie Gerechtigkeit und Gleichheit zur allgemeinen und damit massenhaften Diskussion.

Eine Masse wird durch ein System Signalen und Symbolen koordiniert. Dies geschieht i.d.R. durch festgeprägte wie Brauchtum Politik Religion etc. Die Masse ist andererseits zur eigener Dynamik in der Lage Gerücht Flucht Panik Lynchjustiz etc.

In der Neuzeit findet eine Orientierung neuen Methoden der Beinflussun der Massen statt: Massenmedien in der Struktur großer Konzerne die verschiedene Arten von Medien beliefern übernehmen abgewandelte unter Einbeziehung eigendynamischer Strukturen. Politik und Kommerz unter Übernahme der Massenmedien ihre Macht bis ins Totale und Globale.

Arten von Massen

  • Gerichtete Masse
    spontane oder provozierte Ausschreitungen zielgerichtete gegen abweichende Einzelne oder kleine
  • Indifferente Masse
    die Masse schlägt in ihrer Meinung ins um: die Euphorie wird zum Hass und Aggression ("Hosianna-Kreuzige-Effekt")
  • Hetzmasse
    Demagogie und Hetze vermögen Minderwertigkeitsgefühle auf andere projizieren; die Gewissheit der Zugehörigkeit zu den erleichtert das Vorgehen gegen die minderwertigen anderen zur Bereitschaft ihrer Vernichtung
  • Fluchtmasse
    in Momenten drohender Gefahr reagiert die Fluchtmasse irrational; sie richtet ihre Bewegung nicht Erwägung aus sondern vergrößert mitunter die Bedrohung
  • Verbotsmasse
    das Aufbegehren gegen Benachteiligungen lässt eine Verbotsmasse entstehen: eine fest organisierte Masse (z.B. einem Streik )
  • Umkehrungsmasse
    Eine unterdrückte Masse wird Umkehrungsmasse genannt wenn gewaltsam gegen ihre Unterdrücker vorgeht um die umzukehren (z.B. Rebellion).

Untersucht wurde das Massenphänomen u.a. von

  • Gustave Le Bon Psychologie der Massen ( 1895 ) der meinte dass Massen kritik- und daher leicht lenk- und umstimmbar seien. Da Ideen und Ideale eher in minderwertiger depravierter aufzunehmen vermögen werde ihre Vorstellungskraft nicht durch sondern durch Bilder (Sensationen Skandale) gelenkt. Dann seien sie fähig diese mit höchster Leidenschaft Gewaltsamkeit umzusetzen. Le Bon war ein Mitbegründer so genannten "Massenpsychologie"
  • Jose Ortega-y-Gasset Der Aufstand der Massen 1929 der formulierte "Wenn die Masse selbständig tut sie es nur auf eine Art: lyncht."
  • David Riesman Die einsame Masse ( 1950 ) der die Ablösung des "traditionsgeleiteten Menschen" den "außengeleiteten" in seinen gesamten Lebensvollzügen und durch Massenmedien gelenkten und bestimmten Menschen diagnostizierte. Die Übersetzung von The Lonely Crowd führt etwas in die Irre: Gemeint die Masse der Vereinzelten und Verängstigten.
  • Elias Canetti Masse und Macht ( 1960 ) der in einer historisch ausgreifenden transkulturellen das Wesen der Masse als zusammengehörig mit Phänomen der Macht erkennt welches er in Struktur von Befehl und Stachel charakterisiert. Als führendes Prinzip erkennt er den Drang zur
  • Hermann Broch Massenwahntheorie ( 1948 postum 1979) der ein nach Befriedigung Eindeutigkeit strebendes Bedürfnis der Massen konstatiert welches - im Fall - von Führerideologien (was er am Faschismus nachweist) erfüllt zu werden scheint. Dem er Religionsstifter gegenüber deren Zielstellung Ewigkeit und Menschheit sich von der totalitären des Fortschritt und die ‚Massen' wesentlich unterscheiden. Die sei gegenwärtig gegen einen Rückfall keineswegs immun.
  • Michael Günther Masse und Charisma ( 2004 ) eine Untersuchung des Zusammenhanges dieser Begriffe der Soziologie von Gabriel Tarde Gustave Le Bon und zumal von Max Weber den er mit Ferdinand Tönnies kritisiert.

Siehe auch Massenbewegung




Bücher zum Thema Masse (Soziologie)

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