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Primat


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siehe auch Primaten
1. Allgemein bezeichnet Primat (lat.: Vorrang Vorzug ) eine vorrangige Stellung.

2. In der römisch-katholischen Kirche meint Primat die Vorrangstellung des Papstes . Nach der Lehre dieser Glaubensgemeinschaft hat Papst die höchste Rechtsgewalt in der Kirche Verbunden damit ist auch die höchste Lehrgewalt quoque magisterii potestas) die ex cathedra unfehlbar ist. Diese Vorrangstellung des Papstes wurde 1. Vatikanischen Konzil zum Dogma erklärt.

Inhaltsverzeichnis

Definition der katholischen Kirche

Definition des Jurisdiktionsprimats im 1. Vatikanischen Konzil :
Wer also sagt der römische Bischof habe das Amt einer Aufsicht oder Leitung und die volle und oberste Gewalt der Rechtsbefugnis die ganze Kirche - und zwar nicht in Sachen des Glaubens und der Sitten auch in dem was zur Ordnung und der über den ganzen Erdkreis verbreiteten Kirche -; oder wer sagt er habe nur größeren Anteil nicht aber die ganze Fülle höchsten Gewalt oder diese seine Gewalt sei ordentlich und unmittelbar ebenso über die gesamten die einzelnen Kirchen wie über die gesamten einzelnen Hirten und Gläubigen der sei ausgeschlossen.

Definition im Kodex des Kanonischen Rechts 331 von 1983 :

Der Bischof der Kirche von Rom in das vom Herrn einzig dem Petrus dem der Apostel übertragene und seinen Nachfolgern zu Amt fortdauert ist Haupt des Bischofskollegiums Stellvertreter und Hirte der Gesamtkirche hier auf Erden verfügt er kraft seines Amtes in der über höchste volle unmittelbare und universale ordentliche die er immer frei ausüben kann.

Biblischer Hintergrund

Matthäus 16 18f (Vers 18f im 16. Kapitel des Matthäus-Evangeliums ) ist die Bibelstelle auf die sich Primat sanspruch der Päpste vor allem gründet: "Du bist Petrus auf diesen Felsen werde ich meine Kirche und die Mächte der Unterwelt werden sie überwältigen. Ich werde dir die Schlüssel des geben; was du auf Erden binden wirst wird auch im Himmel gebunden sein und du auf Erden lösen wirst das wird im Himmel gelöst sein."

Bibeltext im Zusammenhang:

13 Als Jesus in das Gebiet von Philippi kam fragte er seine Jünger: Für halten die Leute den Menschensohn?
14 Sie sagten: Die einen für Johannes Täufer andere für Elija wieder andere für oder sonst einen Propheten.
15 Da sagte er zu ihnen: Ihr für wen haltet ihr mich?
16 Simon Petrus antwortete: Du bist der der Sohn des lebendigen Gottes!
17 Jesus sagte zu ihm: Selig bist Simon Barjona; denn nicht Fleisch und Blut dir das offenbart sondern mein Vater im
18 Ich aber sage dir: Du bist und auf diesen Felsen werde ich meine bauen und die Mächte der Unterwelt werden nicht überwältigen.
19 Ich werde dir die Schlüssel des geben; was immer du auf Erden binden das wird auch im Himmel gebunden sein was immer du auf Erden lösen wirst wird auch im Himmel gelöst sein.

Ob es sich um ein "echtes" handelt wird unterschiedlich beurteilt. Unumstritten ist dass Wort die Leitungsfunktion des Apostels Petrus in der Urgemeinde - allein oder mit Jakobus Johannes und anderen Aposteln - widerspiegelt. Es ist auch neben Mt. 18 17 die einzige Stelle in Evangelien wo das Wort "ekklesia" (Gemeinde Kirche) Hier werden also Struktur- und Autoritätsfragen der Christenheit reflektiert.

Johannes 21 15ff: :"Weide meine Lämmer ... weide meine Schafe"

Historische Entwicklung

Frühe Kirche

In der Frühzeit der Kirche bildeten der römischen Verwaltungsstruktur entsprechend fünf Patriarchate heraus. Das Patriarchat deckte dabei das gesamte Gebiet des Reiches ab.

Die frühe Kirche hat dem Patriarchat Rom gegenüber den anderen Patriarchaten ein Ehrenprimat Primat der Liebe zugestanden - eine Ehrenstellung im Sinne Primus inter Pares die aber weder einen qualitativ höheren beiinhaltete noch das Recht ungefragt in die Angelegenheiten anderer Patriarchate einzugreifen.

Die römische Kirche war in den Jahrhunderten die Kirche der Hauptstadt war allgemein da sie die Gräber der "Apostelfürsten" Petrus und Paulus beherbergte und hatte eine hohe moralische Ihr wird von den übrigen Kirchen ein gegeben. Die Petrusverheißung gemäß Matthäus 16 18 jedoch in der ganzen christlichen Literatur der Jahrhunderte nur einmal zitiert: bei Tertullian der Stelle aber nur auf Petrus nicht auf bezieht.

Von Papst Klemens I. ist ein Brief an die Korinther überliefert mit dem Streitigkeiten der dortigen Gemeinde zu schlichten versucht. Brief aus dem ersten jahrhundert zeigt dass Papst Klemens auch für andere Gemeinden verantwortlich auch wenn er darin keine explizite Jurisdiktion

Der römische Bischof Viktor I. (189-199) exkommunizierte ganz Kleinasien wegen des traf dabei aber auf den Widerstand der Bischöfe insbesondere auch des hochangesehenen Irenäus von Lyon und erlitt eine Niederlage.

Der erste römische Bischof der sich die Petrusverheissung berief war Stephan I. (254-257)in der Auseinandersetzung mit Cyprian von Karthago doch er konnte sich damit nicht Cyprian und die Bischöfe von Alexandria und durchsetzen.

Ein westliches Konzil in Sardika 343 erlaubt abgesetzten Bischöfen die Apellation nach Der Entscheid wird von Julius I. (337-352) als Beschluss von Nicäa ausgegeben dort aber nirgends erwähnt.

Damasus I. (366-384) interpretiert als erster die Petrusverheißung um für die römische Kirche eine Monopolstellung begründen. Sein Nachfolger Siricius (384-399) nennt seine Statuta " apostolisch " und übernimmt im Verkehr mit den Kirchen den Amtsstil der kaiserlichen Kanzlei.

Das erste Konzil von Konstantinopel 381 weist dem Bischof von Neu-Rom Konstantinopel ) den zweiten Rang nach dem des Rom zu.

Bonifatius I. (418-422) verbietet weitere Appellationen nach einem von Rom und bezeichnet Rom als apostolicum culmen die apostolische Spitze. Sein Zeitgenosse Augustinus von Hippo weiß jedoch nichts von Jurisdiktionsprimat Roms ihn ist wie für die übrige damalige die höchste Instanz das ökumenische Konzil.

Im dritten ökumenischen Konzil von Ephesus 431 wird Papst Coelestin I. von einer dreiköpfigen römischen Delegation als von Petrus dem Haupt der Apostel bezeichnet findet jedoch in den Konzilsentscheiden keinen Widerhall.

Leo I. (440-461) arbeitet die römische Primatidee voll begründet durch Matthäus 16 18 und das Erbrecht. Im Konzil von Chalcedon 451 wird jedoch dem Patriarchat von der gleiche Primat zuerkannt wie der alten - Leo anerkennt das Konzil erst zwei später.

Gregor I. (590-604) wird im ersten Vatikanischen Konzil als höchster und universaler Hirte zitiert. Zusammenhang schreibt er jedoch an den Patriarchen von Alexandria: "Ich habe nicht befohlen sondern das was mir nützlich erschien hinzuweisen versucht... halte nicht das für eine Ehre von ich weiss dass es meinen Brüdern die raubt. Meine Ehre ist die Ehre der ganzen Meine Ehre ist die feste Kraft meiner Dann werde ich wahrhaft geehrt wenn einem von ihnen die schuldige Ehre nicht verwehrt " Im ersten vatikanischen Konzil wird nur kursive Teil aufgeführt.

Mittelalter

Als Gegendienst für die Krönung zum König schenkt Pippin dem Papst das von Langobarden zurückeroberte Exarchat Ravenna und weitere Ländereien von Rom mit der gefälschten Konstantinischen Schenkung begründet wird (womit ein ebenfalls existierender des byzantinischen Kaisers abgewiesen wurde). Die Krönung westlichen Kaisers im Jahr 800 gab dem einen weiteren Prestigegewinn und Einfluss auf die Staatskirche.

Das nur von der katholischen Kirche während des Photius -Schismas von Papst Nikolaus I. einberufene vierte Konzil von Konstantinopel stellt im Jahr 869 fest: Und da der Ausspruch unseres Herrn Jesus nicht unerfüllt bleiben kann: "Du bist Petrus auf diesen Felsen will ich meine Kirche so bewahrheitet sich dieses Wort durch dessen denn beim Apostolischen Stuhl wurde die katholische stets unversehrt bewahrt und die heilige Lehre Von seinem Glauben und seiner Lehre wollen niemals getrennt sein werden und wir hoffen wir würdig sind in der einen Gemeinschaft leben die der Heilige Stuhl verkündet.

Zehn Jahre später wird am gesamtkirchlichen vom Papst Johannes VIII. anerkannten Konzil von 879 in Konstantinopel Jurisdiktion des Papstes für den Westen voll für die übrigen Patriarchate aber klar abgelehnt.

Leo IX. und Morgenländisches Schisma ...

Nikolaus II. (1058-1073) lässt sich als erster Papst der Tiara krönen.

Gregor VII. (Hildebrand) verfasste den Dictatus Papae 27 Lehrsätze über das Primat des die er auch z.B. im Investiturstreit in die Praxis umsetzt. Auszüge:

I. Die römische Kirche wurde allein durch Herrn gegründet.
II. Nur der römische Bischof wird zu universal genannt.
III. Sein Bevollmächtigter steht in einem Konzil allen Bischöfen selbst wenn er ihnen durch Weihe unterlegen ist und er kann gegen eine Absetzungsformel aussprechen.
IX. Der Papst ist der einzige Mensch alle Fürsten die Füße küssen.
X. Er ist der einzige dessen Name allen Kirchen ausgesprochen wird.
XII. Er kann Kaiser absetzen.
XVII. Keine allgemeine Synode kann ohne seine ausgesprochen werden.
XVIII. Sein Urteil darf von niemandem verändert und nur er kann die Urteile aller
XIX. Er darf von niemandem gerichtet werden.
XXI. Alle causae majores jeder Kirche müssen vorgetragen werden.

Innozenz III. (1198-1216) erlässt die Bulle Venerabilem die dem Papst das Recht gibt zu wählen und auch das Recht zu ob sie qualifiziert sind oder nicht. Am vierten Laterankonzil proklamiert er dass das päpstliche Primat der gesamten Antike anerkannt worden sei.

Das 2. Konzil von Lyon unter Gregor X. erklärt im Jahr 1274:

Die Heilige Römische Kirche besitzt den höchsten vollen Primat und die Herrschaft über die katholische Kirche. Sie ist in Wahrheit und bewußt dass sie diesen Primat vom Herrn - im heiligen Petrus dem Fürst und der Apostel dessen Nachfolger der Römische Papst - mit der Fülle der Gewalt erhalten Und wie sie vor allen anderen zur der Glaubenswahrheiten verpflichtet ist so müssen auch auftauchenden Fragen über den Glauben durch ihr entschieden werden.

Trotz Druck des Kaisers werden die des Konzils in der Ostkirche nicht anerkannt.

Bonifatius VIII. erlässt im Zusammenhang mit seinem Konflikt Philipp IV. dem Schönen 1302 die Bulle "Unam sanctam" was den König nicht hindert den noch im gleichen Jahr arretieren zu lassen die Unabhängigkeit der weltlichen Gewalt zu demonstrieren.

...Aber diese Autorität obwohl sie einem Menschen und von einem Menschen ausgeübt wird ist menschlich sondern göttlich und wurde durch das Wort an Petrus selbst und in ihm seine Nachfolger gegeben Petrus den der Herr festen Felsen bestätigte als er ihm sagte immer du auf Erden binden wirst (Mt. 19). Deshalb wer immer sich dieser von eingesetzten Macht widersetzt widersetzt sich Gott (siehe 13 2). ? Im weiteren erklären definieren proklamieren wir jedem menschlichen Geschöpf dass sie dem römischen Pontifex untertan sind was für Rettung notwendig ist. ( Porro subesse Romano Pontifici omni humanae creaturae dicimus definimus et pronuntiamus omnino esse de salutis. )

Das Konzil von Konstanz erklärt 1415 im Dekret Haec Sanctam dass das Konzil über dem Papst Siehe Konzil von Konstanz .

Auf dem fünften Laterankonzil 1516 erklärt Leo X. "Der zur Zeit existierende römische Pontifex der Autorität über alle Konzilien besitzt.." Die Allgemeingültigkeit dieses Papstkonzils wurde jedoch damals bestritten da es praktisch nur von und Kurienkardinälen besucht war.

Sicht anderer Kirchen

Außerhalb der römisch-katholischen Kirche wird Mt. 18 nur auf den Apostel Petrus oder Zusammenhang mit der Parallelstelle Matthäus 18 18 alle Apostel alle Geistlichen oder alle Christen Die These dass der Bischof von Rom einziger Rechtsnachfolger von Petrus ist und daher diese Leitungsfunktion über die ganze Kirche ist nur in der römisch-katholischen Kirche anerkannt.

Ein "Petrusamt" im Dienst der Einheit Kirchen halten auch manche nichtkatholischen Theologen für Jurisdiktionsprimat und absolute Lehrvollmacht ( Unfehlbarkeit ) wie sie der Papst in der katholischen Kirche ausübt werden aber entschieden abgelehnt und Hindernis zur Einheit der Kirchen angesehen.

Weblinks




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