Die Matthäus-Passion ist eine oratorische Passion von Johann Sebastian Bach die das Leiden und Sterben Jesu Christi nach dem Evangelium nach Matthäus zum Thema hat. Sie ist das vollständig erhaltene authentische Passionswerk von Bach neben Johannespassion . Die Matthäus-Passion ist mit über 3 Aufführungsdauer Bachs umfangreichstes Werk. Sie stellt zweifelsfrei Höhepunkt in seinem geistlichem Werk dar ist aber wohl auch einer der Höhepunkte der Musik überhaupt.
Das Werk entfaltet eine phantastische stereophone durch die doppelte Anlage von Chor und bei der die Chöre vielfach miteinander dialogieren. sind hierfür insbesondere jeweils der überwältigende Eingangs- Schlusschorus zu erwähnen. Dazwischen gibt es vielfach kontemplative Arien die das Leiden Jesu verinnerlichen. Zwischen Rezitativen Chören und Arien sind insgesamt vierzehn Choräle eingearbeitet die auf die dramatischen Höhepunkte Handlung Bezug nehmen. Eine zentrale Rolle spielt der Choral O Haupt voll Blut und von Paul Gerhardt der mit verschiedenen Strophen und Harmonisierungen fünfmal erklingt.
In der Matthäus-Passion arbeitet Bach vielfach musikalischen Symbolen. So wird etwa bei den der Text Jesu stets von langen hohen der Streicher begleitet die das göttliche symbolisieren. handelnden Menschen hingegen werden lediglich durch den Generalbass untermalt. Erst als Jesus am Kreuze letzten Worte spricht verstummen die Streichinstrumente womit die Menschwerdung Jesu versinnbildlicht.
Es gibt zahlreiche Untersuchungen die insbesondere zahlenmystische Elemente in der Passion zu erkennen jedoch dürfte zumindest ein Teil von ihnen reinen Zufällen beruhen.
Es ist umstritten ob die Matthäus-Passion dem Jahre 1727 oder 1729 stammt. Gesichert ist nur dass sie 15. April 1729 ( Karfreitag ) in der Leipziger Thomaskirche unter Bachs Leitung aufgeführt wurde. Bach Teile des Werkes in späteren Jahren vielfach zuletzt 1736 . Zu Bachs Lebzeiten wurde die Matthäuspassion beachtet und sogar wegen ihres "opernhaften" Charakters den Repräsentanten des Pietismus innerhalb der Evangelischen Kirche und der Bürgerschaft angefeindet. Mit der Wiederaufführung der Matthäuspassion Jahre 1829 durch Felix Mendelssohn Bartholdy leitete dieser in Deutschland ein Bach-Renaissance und bewahrte dadurch möglicherweise Bachs Lebenswerk vor Vergessen. Im 20. Jahrhundert entstanden zahlreiche höchst Aufnahmen mit namhaften Dirigenten und Künstlern u.a.( Wilhelm Furtwängler Karl Richter Nikolaus Harnoncourt Gustav Leonhardt Ton Koopman Helmuth Rilling Georg Solti ) die das grosse Spektrum von Interpretationsmöglichkeiten