Als Bildhauer gilt er als 'deutscher Rodin ' obwohl er stilistisch eine andere Richtung Er formulierte aus einer damals neuen archäologischen ein eigenständiges bildhauerisches Programm. Demnach waren antike Skulpturen die den damaligen Bildhauerkanon prägten gar einfarbig weiß wie sie in römischen Kopien sondern vielfarbig und aus verschiedenen Materialien gestaltet. suchte nun ebenfalls die Ausdruckstärke seiner Bildnisse Kombination verschiedener Materialien farbigen Marmor und Bronze zu steigern.
Mit dieser Neubewertung der Antikerezeption und Einfluss auf die zeitgenössischen Kunst stand er einer Linie mit Friedrich Nietzsche und Richard Wagner . Deren Vorstellung einer Gesamtkunst zeigte sich der gattungsübergreifenden Inszenierung der Kunstwerke d.h. Bildende in Verbindung mit Musik und Theater Architektur Design. Bei Klingers Werk zeigte sich insbesondere Verbindung zur Musik Malerei und Bildhauerei. Einige monumentalen Bildwerke führten über ihre architektonisch abgestimmten hinaus.
Die Gemälde Klingers sind mit lebensgroßen extrem naturalistischen Akteuren bevölkert welche die häufig und christlichen Themen in die Gegenwart des holen. Nicht selten nahmen zeitgenössische Betrachter an Kunstauffassung Anstoß. Die Ausstellung seines Gemäldes " Kreuzigung " löste 1893 in Dresden einen Skandal aus weil Klinger in Bild Christus völlig nackt zeigte. Der zeitgleiche Impressionismus spiegelt sich in seinen Werken jedoch wider.
Klinger schuf seine herausragende Stellung innerhalb Kunstrichtung des Symbolismus besonders in der so genannten "Griffelkunst" in seinem grafischen Werk.
Darin zeigten sich unterschiedliche Schwerpunkte:
Eine sozialkritische Sicht beweist Klinger in Radierzyklen "Dramen" und "Ein Leben" in denen Lebensbedingungen der gesellschaftlichen Unterschichten in Tragödienform beschreibt. ( Armut Trunkenheit Prostitution ungewollte Schwangerschaft Selbsttötung ).
Die Stilzuweisung Symbolismus kann für das gesamte übrige grafische gelten in dem der Themenkreis von Sehnsucht Liebe Erotik und Tod mal mehr mal deutlich dargestellt und nicht selten selbstironisch behandelt So werden die 'Helden' der Ovidischen Metamorphosen (z.B. Amor und Psyche Narzissus uvm.) in Klingers Radierungen vor Schicksal (Verwandlung in Bäume Ertrinken) gerettet. ("Armor Psyche" "Rettung Ovidischer Opfer").
Sein Schaffen entsteht wie selbstverständlich für bildungsbürgerliches Publikum. Nur mit einer humanistischen Grundbildung seine Anspielungen zu verstehen. Doch sind die mehr als nur ein intellektuelles Spiel einer Gesellschaftsschicht. Die Behandlung von Liebe Erotik und in ihrer verhängnisvollen Verknüpfung war genauso eine Auseinandersetzung mit einer sexualitätsfeindlichen Doppelmoral und wie Bekundung der Notwendigkeit einer Sozialgesetzgebung die in "Dramen" quasi angemahnt werden. So beriefen sich des frühen 20. Jahrhunderts wie Käthe Kollwitz Ernst Barlach Edvard Munch und Max Beckmann ( Expressionismus ) oder Max Ernst ( Surrealismus ) auf Max Klinger und nutzten direkte
Doch als Vertreter einer bürgerlichen Kunst ausgehenden 19. Jahrhunderts erlangte er Ruhm und Erfolg entgegen landläufigen Künstlermythos nur zu Lebzeiten und war kurze Zeit nach seinem Tod nur noch bekannt.
Klinger wurde am 18. Februar 1857 zweiter Sohn des Seifensieders Heinrich Louis Klinger dessen Ehefrau Auguste Friederike Eleonore (geb. Richter) Leipzig geboren. 1863 -67 besuchte er die Bürgerschule in Leipzig; besuchte der doe Zeichenschule Brauer. 1867 -73 ging er auf die Realschule in
Der Dresdener Architekt Richard Steche empfiehlt 1874 Klinger dem Lehrer Anton von Werner in Berlin. Dieser lehnt ihn aber und verweist ihn an Karl Gussow in Karlsruhe . Er beginnt das Studium an der bei Karlsruhe; Klinger erregt zudem Aufmerksamkeit als
1875 setzte er seine Ausbildung an der Akademie der Künste in Berlin bei Karl fort der durch Anton von Werner dorthin worden war. Künstlerisches Vorbild ist zu dieser ihm besonders Adolph von Menzel . Beschäftigung mit der Lehre von Charles Darwin .
1876 Akademiezeugnis mit Prädikat "Außerordentlich" und die Medaille.
1877 Einjähriger freiwilliger Dienst in einem Infanterieregiment
1878 Erste Präsentation von Gemälden in der Ausstellung der Königlichen Akademie der Künste in "Spaziergänger oder Der Überfall" (1878; Berlin Staatliche Nationalgalerie); "Ratschläge zu einer Konkurrenz über das Christus" (1877/78; Berlin Staatliche Museen Kupferstichkabinett) und Vorzeichnungen zur Paraphrase über den "Fund eines 1878 Zeichnungen.
1879 Lebt seit April völlig zurückgezogen in Brüssel wo er Schüler von Emile Charles wird. Werkauswahl: "Radierte Skizzen" Opus 1. "Rettungen Opfer" Opus II. "Caesars Tod".
1880 Kur in Karlsbad ab Juni in München . Lektüre von Sakuntala und Urvasi. Ausstellung Radierung: "Eva und die Zukunft" (Opus III).
1881 Atelier in Berlin. Beginn der Freundschaft Karl Stauffer-Bern von dem sich Klinger aber eines Prozesses gegen diesen 1889 distanziert. Werkauswahl: "Intermezzi" (Opus IV) " Amor und Psyche " (Opus V) " Paraphrase über den Fund eines Handschuhs" (Opus
1882 Aufsatz des dänischen Literaturhistorikers und Kritikers Brandes mit dem Klinger seit 1877/78 bekannt in der Reihe "Moderne Geister" mit der umfassenden Charakteristik Klingers. Werkauswahl: "Abend" (Darmstadt) "Die
1883 Erhält durch Julius Albers seinen ersten Auftrag die Dekorationen des Vestibüls seiner Villa Steglitz bei Berlin auszuführen. Bekanntschaft mit Alfred Im Sommer Übersiedlung nach Paris wo er isoliert lebt. Im Louvre besonderes Studium der Werke Goyas und Daumier. Zum Vorbild wird ihm vor allem Puvis de Chavannes. Herausgabe und der "Dramen" (Opus IX) für die er München Berlin und Paris Auszeichnungen und hervorragende erhält. Werkauswahl: "Vier Landschaften" (Opus VII) "Ein (Opus VIII).
1884 Intensive Arbeit an den Entwürfen und Ausführung der Dekorationen in der Villa Albers. Menzelgedenkblatt. Zum 50jährigen Jubiläum von Menzels Steindruckfolge Erdenwallen".
1885 nahm er seinen Aufenthalt in Paris. Paris entstehen 1886 das Gipsmodell zum " Beethoven -Denkmal" und die erste Konzeption der "Neuen Salome ". Ende Juli verlässt er Paris angeblich dem Druck einer damals inszenierten antideutschen Bewegung. Italienreise . Besucht dabei auch die Steinbrüche von Carrara .
1887 Seit März wieder in Berlin wo Arnold Böcklin kennen lernt seit September in Leipzig. Gemälde: "Urteil des Paris"(1885/87; Neue Galerie des Kunsthistorischen Museums) Radierung: "Eine (Opus X.)
1888 Reise im Februar nach Rom . Lehnt die Mitarbeit an der künstlerischen einer Grußadresse der in Rom lebenden Deutschen des Rombesuches des Deutschen Kaisers ab.
1889 Reise nach Brüssel und Italien Neapel Paestum und Pompeji ); Radierung: "Vom Tode I" (Opus XI)
1890 Italienreise. "Die blaue Stunde" "Pietà" (ehemals Gemälde-Galerie; Kriegsverlust) "Am Strand" (München Neue Pinakothek).
1891 München anschließend in Italien; Wahl zum Mitglied der Münchner Akademie; 1. Auflage seines Werkes "Malerei und Zeichnung". Werkauswahl: "Die Kreuzigung
1892 Klinger wird Gründungsmitglied der Gruppe "XI" aus elf Künstlern gegen den "Verein Berliner Werkauswahl: "Campagna (Die Quelle)" (Ehemals Dresden Gemälde-Galerie;
1893 Atelierverlegung von Rom nach Leipzig. Marmorbüste: neue Salome"
Seit 1894 war er Mitglied der Akademie der Künste in Berlin. Im gleichen Reise über Wien und nach Griechenland ; Rückkehr über Süditalien; Anfang Dezember in "Brahmsphantasien" (Opus XII).
1895 Paris London Niederlande Bonn . Bezug des neu gebauten Ateliers in Lehnt das Angebot einer Professur in Wien weil ihm die Erfüllung seiner gestellten Bedingungen zusammenhängende Monate für die eigene Arbeit verwenden können nicht garantiert werden kann. Marmorbüste "Kassandra".
1896 Tod des Vaters. Ausbau des Leipzigers zum Präsentationsgebäude mit eigenen sowie Werken von und Zeichnungen von Rodin und Menzel. Entwürfe Wandgemälden im Treppenhaus des Museums der bildenden in Leipzig.
1897 wurde er zum Professor an Akademie der graphischen Künste in Leipzig ernannt. korrespondierendes Mitglied der neu gegründeten Wiener Secession ; Gemälde "Christus im Olymp" provoziert öffentliche
1898 lernte Klinger die Schriftstellerin Elsa Asenijeff 1941 ) kennen; sie die eigentlich Packeny hieß sein Modell und Lebensgefährtin wird; Reisen nach und Italien sowie nach Paris.
1899 Pyrenäen und Griechenland auf der Suche nach für einige Auftragsarbeiten bereist. Erklärt sich bereit RM Kaution für den für Majestätsbeleidigung inhaftierten Heinrich Heine zu stellen.
1900 Paris; 07.09.: Geburt seiner Tochter Desiree Paris die bei einer Pflegemutter untergebracht wird. "Elsa Asenijeff" (München Neue Pinakothek)
1901 Gründungsmittglied des Villa-Romana-Vereins. Bronzebüste Franz Liszt Leipzig Gewand haus; Kriegsverlust).
1902 Rückkehr nach Leipzig; Vollendung der Großplastik und Marmor) "Beethoven" (1885 -1902)
1904 Vertragsabschluss über das Brahms-Denkmal für die Musikhalle. Nach Italien um Marmor zu kaufen. November: Tod der Mutter. Radierung : Drama (vollendet 1904; Dresden Staatliche Museen Gemälde: "Elsa Asenijeff im Abendkleid".
1907 Reise nach Paris und Spanien ; Ausstellung des Gesamtwerkes im Leipziger Kunstverein
1909 "Die Blüte Griechenlands" Wandgemälde für die der Leipziger Universität; Brahmsdenkmal; "Vom Tode IV' XIII)
1911 Gertrud Bock (1893 - 1932 ) wird Klingers Modell
Avenarius Ferdinand Max Klingers Griffelkunst Berlin
Avenarius Ferdinand Max Klinger als Poet 1917
Brieger-Wasservogel Lothar Max Klinger. Leipzig 1902
Danzker Jo-Anne Birnie und Falk Tilman Max Klinger: Zeichnungen Zustandsdrucke Zyklen Katalog Museum Villa Stuck München 1997.
Dückers Alexander Max Klinger. Berlin 1976
Guratzsch Herwig (Hg.) Max Klinger: Bestandskatalog der Bildwerke Gemälde und im Museum der bildenden Künste Leipzig Leipzig: Seemann 1995.
Hübscher Anneliese Betrachtungen zu den beiden Problemkomplexen Tod und Liebe in der Graphik Klingers - in Verbindung mit seinen Theorien Graphik. Phil. Diss. Halle-Wittenberg 1969
Klinger Max Briefe aus den Jahren - 1919. Hrsg. Hans W. Singer Leipzig
Klinger Max Malerei und Zeichnung. Leipzig
Kühn Paul Max Klinger. Leipzig 1907
Mayer-Pasinsky Karin Max Klingers graphischer Zyklus Handschuh" (1881) in: Pantheon 34 1976 S. - 334
Michalski Michael Max Klinger. Künstlerische Entwicklung Wandel weltanschaulicher Gehalte in den Jahren 1879 Augsburg 1986.
Pese Claus: Max Klinger (1857-1920). Bildhauer Grafiker Maler in: Anette Scherer (Red.): Mäzene Schenker Stifter. Das Germanische Nationalmuseum und Sammlungen Nürnberg 2002 (= Kulturgeschichtliche Spaziergänge im Germanischen Nationalmuseum Bd.5) S.161-163.
Pfeifer Hans-Georg Max Klingers Graphikzyklen (1857 Subjektivität und Kompensation im künstlerischen Symbolismus als zu den Anfängen der Psychoanalyse. Gießener Beiträge Kunstgeschichte Band V Gießen 1980
Schmidt Max Klinger. Bielefeld und Leipzig
Singer Hans W. Max Klingers Radierungen und Steindrucke. Wissenschaftliches Verzeichnis von Hans W. Berlin 1909
Wega Mathieu Stella Max Klinger Leben Werk in Daten und Bildern. Frankfurt a. 1976
Max Klinger Katalog Bielefeld Göttingen Tübingen Wiesbaden 1976/77.
Eva und die Zukunft. Das Bild der seit der Französischen Revolution. Kunsthalle Hamburg. Hrsg. Hofmann Konzept und Katalog Sigrun Paas und Gross München 1986
Max Klinger. Wege zum Gesamtkunstwerk. Roemer- und Hildesheim. Mit Beiträgen von Manfred Boetzkes Dieter Ekkehard Mai Hans-Georg Pfeifer Ulrike Planner-Steiner Hellmuth Wolff und einer umfassenden Klinger Dokumentation Mainz
Max Klinger. Original Druckgraphik aus dem Besitz 0ldenburger Stadtmuseums - Städtische Kunstsammlung Oldenburg 1975