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Mehrheitswahl


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Mehrheitswahl (siehe Wahlsysteme ) heißt dass aus jedem Wahlkreis nur derjenige Kandidat in das Parlament einzieht der die Mehrheit an Stimmen auf sich vereinigen konnte. anderen Stimmen verfallen (" The winner takes it all ").

Man unterscheidet relatives und absolutes Mehrheitswahlrecht . Beim relativen Mehrheitswahlrecht gewinnt die Person im ersten Wahlgang die meisten Stimmen auf vereint. Beim absoluten Mehrheitswahlrecht muss eine Person Sieg mindestens die Hälfte aller Stimmen auf vereinigen. Gelingt es im ersten Wahlgang niemandem Hälfte der Bevölkerung hinter sich zu bringen es einen zweiten Wahlgang.

Dies führt laut dem umstrittenen Medianwähler-Modell Konkurrenz um den "mittleren" Wähler und somit Ausrichtung der Programme an der "politischen Mitte" siehe auch Beitrag unter Politisches Spektrum ).

Angewandt wird dieses System vor allem im anglophonen Raum unter anderem

In Deutschland gilt zur Bundestagswahl ein personalisiertes Verhältniswahlrecht : Zwar werden in den Wahlkreisen auch Direktkandidaten nach dem relativen Mehrheitswahlrecht gewählt (die der Bundestagssitze) aber die Verteilung der Sitze Bundestag richtet sich nach dem Anteil der Zweitstimmen die eine Partei bekommt. Die über die direkt gewonnenen hinaus einer Partei zustehenden Mandate werden mit Listenkandidaten besetzt. Nur wenn eine Partei mehr erhält als ihr nach dem Zweitstimmenergebnis zuständen die diese Überhangmandate .

Vor- und Nachteile des Mehrheitswahlrechts


Das Mehrheitswahlrecht tendiert typischerweise zu einem Zweiparteiensystem ( Duvergers Gesetz ); die folgenden Vor- und Nachteile gehen von einem Zweiparteiesystem aus. Koalitionen sind daher zum Erreichen einer Mehrheit der Regel nicht erforderlich; die Vor- und von Koalitionen gehen ebenfalls mit ein.

Vorteile des Mehrheitswahlrechts:

  • eindeutige Mehrheitsverhältnisse im Parlament führen zu:
    • für die Wähler voraussehbarer Regierungsbildung
    • einfache Regierungsbildung; stabile starke Regierungen
  • eine Parteienzersplitterung ist sehr unwahrscheinlich da kleiner Parteien nur selten genügend Stimmen erhalten einen Wahlkreis zu gewinnen.
  • Extreme Parteien haben nur geringe Chancen die Wähler in der Mitte die Wahl
  • Zudem ist eine Personenwahl in den möglich; die Wähler haben die Möglichkeit Kandidaten Wahlkreises persönlich kennenzulernen und aufgrund ihrer Persönlichkeit wählen.
  • Die Abgeordneten sind von ihrer Partei Abhängig da sie direkt gewählt werden

Nachteile des Mehrheitswahlrechts:

  • Kleinparteien und neue Parteien haben wenig Mandate zu erringen wenn sie nicht regional Minderheiten vertreten. Statt dessen schwächen sie eher eigenen politischen Flügel durch Zersplitterung der Wahlstimmen. bemängeln zudem dass gesellschaftliche Minderheiten nicht ausreichend werden.
  • ungerecht: Die Stimmen für Kandidaten kleinerer werden häufig zu "Papierkorbstimmen" da sie ohne für die Zusammensetzung des Parlaments bleiben.

  • Es kann zu Wahlergebnissen kommen bei der Wahlverlierer effektiv mehr Stimmen auf sich konnte als der Gewinner.
Dies ist möglich wenn der Wahlsieger bevölkerungsreichen Wahlbezirken knappere Ergebnisse erzielt und daher Summierung der abgegebenen Stimmen ein anderes Bild als die Auszählung nach geltendem Wahlrecht.
  • Es möglich dass Wahlergebnis durch "geschicktes" der Wahlsprengelgrenzen zu beeinflussen (" Gerrymandering ").

Beide Phänomene haben sich bei den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2000 bemerkbar gemacht:

  • der demokratische Kandidat Al Gore verlor mehrere Bundesstaaten (vor allem an Westküste wo traditionell demokratische Hochburgen liegen) weil Kandidat der Grünen Ralph Nader eine starke Minderheit an sich binden Dadurch erhielt George W. Bush mit einer konservativen Minderheit (weniger Stimmen die Summe von Demokraten und Grünen) alle des jeweiligen Bundesstaats zugeschlagen.
  • insgesamt erhielt Gore trotz Naders Konkurrenz in Zahlen ("popular vote") etwa eine halbe Million Stimmen als Bush. Wahlentscheidend waren jedoch nur 1500 strittige Stimmen in Florida .

Siehe auch:


Weblinks



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