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Mensur (Studentenverbindung)


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Die Mensur ( lateinisch mensura = Abmessung) im Fechten bezeichnet seit dem 16. Jahrhundert den Abstand der Fechter zueinander. Heute man unter der Mensur oder Partie aber auch den studentischen Zweikampf mit Korbschläger Glockenschläger oder akademischem Säbel . Schlägermensuren werden noch heute in zahlreichen Studentenverbindungen ausgetragen.

Inhaltsverzeichnis

Arten der Mensur

Bestimmungsmensur

Wenn heute von Mensuren die Rede so meint man damit meist eine Bestimmungsmensur Korb- oder Glockenschläger. Es handelt sich dabei einen akademischen Kampfsport dem Hiebfechten ohne Gewinner oder Verlierer. Vorfeld werden die beiden Paukanten von ihrem Fechtchargierten dem Zuständigen für Fechtbetrieb einer schlagenden Verbindung ausgehandelt. Sie bestimmen Wohle ihres Paukanten einen technisch ebenbürtigen Gegenpaukanten auch der Name Bestimmungsmensur.

Eröffnet und beendet wird die Mensur mit einem Scheingang dem Ehrengang bei dem die Paukanten ihre normalen aufbehalten und bei dem sich lediglich die kreuzen. Vor dem ersten scharfen Gang werden abgenommen. Ein Unparteiischer leitet den Ablauf der Partie und eine Art Schiedsrichter . Eine Partie geht je nach Comment meist über 30 bis 40 Gang jeweils vier bis sechs Hieben.

Unterstützt werden die Paukanten durch jeweils Sekundanten der bei Gefahr für seinen Paukanten kann. Der Testant hat vorwiegend die Aufgabe Klinge zu desinfizieren und gerade zu biegen. Sowohl dem als auch dem Testanten ist es gestattet Unparteiischen zu konsultieren. Außerdem gibt es noch Schleppfux der den Arm samt Schläger zwischen den Gängen hält lockert.

Heutzutage sind bei Einhaltung aller Sicherheitsbestimmungen einer Mensur tödliche Verletzungen ausgeschlossen. Dafür sorgt ritualisierte Technik die mit Hilfe eines Fechtlehrers gelernt und geübt wird. Außerdem werden die einer ärztliche Mensuruntersuchung auf zum Beispiel nicht zusammengewachsene Fontanellen unterzogen. Die umfangreiche Schutzbekleidung verhindert nicht vorgesehenen Verletzungen. Dazu gehört ein stichfestes und darüber ein Kettenhemd oder stattdessen ein Plastron Halskrause Stulpen und eine Brille . Je nach Comment können auch Ohrenleder und / oder hinzukommen.

Für die möglichen kleinen Schnittverletzungen im im verbindungsstudentischen Sprachgebrauch Schmiss genannt steht der Paukarzt zur Verfügung. Dieser kann die Partie medizinischen Gründen abbrechen.

Im Göttinger Mensurenprozess ( 1951 - 1953 ) bestätigte der Bundesgerichtshof in Karlsruhe dass durch die Mensur zwar gefährliche Körperverletzungen im Sinne des Strafgesetzbuches entstehen können diese aber durch Einwilligung Verletzten straflos seien wenn sie nicht im von Ehrenhändeln vor sich gehen und wenn ihrer Durchführung alle erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen für die getroffen würden.

Eine ähnliche Entwicklung nahm die Beurteilung Fechtens aus kirchlicher Sicht. Das Duell war schon immer unmoralisch und mit bedroht. Nachdem das Duell aufgegeben wurde entfiel das Argument dass die Mensur die Vorbereitung das Duell wäre. Nach der neuesten Fassung codex juris canonici ( 1983 ) steht die Bestimmungsmensur auch offiziell nicht unter kirchlicher Strafandrohung da sie nicht mehr Vorbereitung zum Duell anzusehen ist und wenn Gefahr schwerer Verletzungen besteht. Sie wird aber wie vor von kirchlicher Seite als sittlich angesehen.

Pro-Patria-Suite-Forderung und Viritim-Forderung

Viritim-Forderung oder die Pro-Patria-Suite-Forderung (PP-Suite) kamen 1800 auf. Bei der Viritim-Forderung forderte ein (viritim d. h. Mann für Mann). Heute dies Persönliche Contrage (PC) genannt. Pro-Patria-Suite (für Vaterland in Folge) Forderungen werden 3 Chargen- ebensoviele Burschen-Partien gefordert.

Mit einer Mensur-Forderung konnte Satisfaktion (Genugtuung) werden. Je nachdem ob ein Einzelner oder ganze Studentenverbindung beleidigt wird kommt es zu einer oder PP-Suite-Forderung. Bis zum Ende des zweiten Weltkrieges war bei den schlagenden Verbindungen das der unbedingten Satisfaktion weit verbreitet. Dies bedeutete bei einer Beleidigung unbedingt gefordert und angenommen werden musste.

Das Austragen von Mensuren zur Bereinigung Ehrenhändeln ist heutzutage nicht mehr erlaubt (siehe Mensurenprozess).

Säbelmensur

Die Säbelmensur wird heute nicht mehr Sie ist ein Duell und deshalb in Deutschland und in Österreich verboten.

Mensurbeteiligte

Unparteiischer

Der Unparteiische ist ein Waffenstudent der bereits selbst eine gewisse Anzahl Mensuren nach dem entsprechenden Paukcomment geschlagen haben muss um als "Schiedsrichter" sein zu können. Er hat während der Partie zu gewährleisten dass sich die Anwesenden die Mensurbeteiligten regelgerecht verhalten. Er kann jeden bei Störungen des Ablaufs der Partie sowie an der Partie Beteiligten bei Commentverstößen aus Pauklokal verweisen. Grundsätzlich urteilt der Unparteiische nur Anfrage von anfrageberechtigten Beteiligten. Das sind in Regel die beiden Sekundanten und die beiden Der Unparteiische darf keiner der beiden paukantenstellenden Studentenverbindungen angehören. Er hat nach bestem Wissen Gewissen zu urteilen und ist während der unverletzlich und darf weder ausgelacht noch herausgefordert

Paukant

Der Paukant ist der Fechter also derjenige der Mensur schlägt. Bei einer Mensur gibt es immer nur zwei Paukanten.

Sekundant

Der Sekundant ist für den Schutz seines Paukanten Er überprüft die Schutzmaßnahmen des eigenen aber die des gegnerischen Paukanten damit sein eigener nicht benachteiligt ist. Während der scharfen Gänge er seinen Paukanten vor nicht erlaubten Hieben und fragt verstöße beim Unparteiischen an. Dies dadurch dass einer der beiden Sekundanten "Halt" und beide Sekundanten hochschnellen und sich vor Paukanten aufstellen um sie vor weiteren Hieben schützen.

Testant

Der Testant hat in Bezug auf das "Halt"-Rufen gleichen Rechte wie der Sekundant. Vor jedem hat er die Klinge des Paukanten zu und sie auf den regelgerechten Zustand zu Bei jeder Mensur gibt es zwei Testanten.

Protokollführer

Die beiden Protokollführer werden durch die beiden beteiligten Studentenverbindungen Sie stehen unmittelbar neben dem Unparteiischen und auf der Mensurkarte die Namen aller Beteiligten geschlagenen Gänge die Pausen und die Kreiden

Paukarzt

Der Paukarzt ein approbierter Arzt auch Mensurarzt genannt bei jeder Mensur anwesend zu sein. Er Mitglied einer schlagenden Verbindung . Ab höheren Partien sind in der zwei Paukärzte - für jeden Paukanten einer anwesend. Der Paukarzt entscheidet ob ein Schmiss derartig ist dass bei Fortsetzung der ernsthafte Folgen eintreten können. Dann wird der durch den eigenen Sekundanten abgeführt und der näht die entsprechenden Schmisse.

Technik

Stoßfechten

Zunächst entsprach das studentische Fechten der üblichen Fechtpraxis (Stoßfechten). Hierbei kam es nicht zu tödlichen Verletzungen oder schwerwiegenden Spätfolgen durch Stöße beziehungsweise Stiche in den Oberkörper (zum den sogenannten Lungenfuchser ).

Hiebfechten

Mit der Zeit wurde die Technik ritualisiert . Die Distanz der Kontrahenten verkürzte sich bis auf eine Schlägerlänge . Damit wurden Stöße unmöglich. Es entwickelte die heute noch praktizierte Hiebfechtkunst. Die heute Waffen haben daher auch eine stumpfe Spitze.

Geschichte

Den Fahrenden Schülern (Studenten) war es früher aus Gründen der Selbstverteidigung gestattet Waffen zu tragen. Zum Erlernen Fechtkunst beschäftigten viele Universitäten eigene Fechtlehrer. Bald wurden auch innerstudentische mit der Waffe ausgetragen.

Siehe auch: Waffenring Fecht-Comment pennales Fechten Pauken Paukverhältnis Paukzeug Schmiss Paukant Pauklokal Mensurprotokoll.

Liste verbindungsstudentischer Begriffe

Weblinks



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