Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Der Begriff Typografie stammt aus dem griechischen »typos« was Abdruck oder Figur bedeutet und »graphein« was schreiben oder ritzen bedeutet.
Im engen Sinne ist Typografie die mit reproduzierbarer Schrift also nicht die Gestaltung von Schrift. Im weiteren Sinne ist sie als Kunst oder Handwerk verstandene Gestaltung eines Dokumentes mittels Schrift Bildern Linien Flächen und Weißräumen. Man kann zwischen Mikrotypografie Makrotypografie unterscheiden. Die Mikrotypografie oder Detailtypografie betrifft Gestaltung des Satzes zwischen Buchstaben und Zeichen und Zeilen d.h. Feinheiten der Zeichen- Wort- Zeilenabstände den Buchstabenbildern Trennungen und der Laufweite sich die Makrotypografie nach Hans Peter Willberg mit der Gesamtkonzeption dem Format Aufbau Gliederung und dem Verhältnis von Schrift zu Bild der Schriftwahl und -größe und Auszeichnungen beschäftigt.
Die Typografie gibt es nicht da sich typografische Gestaltung nicht zuletzt durch die erweiterten der Typografen durch das DTP in viele Unterbereiche gliedern lässt: z. B. Webtypografie Formulargestaltung Buchgestaltung oder experimentelle Typografie.
Typografie verdeutlicht und unterstützt durch die Inhalt und Zweck eines Werkes.
Ihr Ziel ist es die Intention eines Textes dem Leser nahezubringen. In meisten Fällen heißt dies dass eine optimale Lesbarkeit erreicht werden soll die es dem erleichtert Informationen aufzunehmen. Aber auch das Gestalten des in Verträgen und das gezielte Hervorheben bestimmter bei Werbeprospekten gehört zu den Aufgaben der
Möglichkeiten typografischer Gestaltung sind der Einsatz Schriftarten Schriftgrößen und Auszeichnungsarten die Wahl der Satzbreite des Zeilenfalls des Formates u. v. m.
Typografen bemühten sich stets Normen für gute Gestaltung von Druckwerken aufzustellen. Regeln für Typografie sind allerdings immer an den historischen und die technischen Möglichkeiten gebunden. Im Laufe Zeiten haben sich viele Konventionen gebildet und verändert die ein Gestalter der Wahl einer Schrift und der Gestaltung berücksichtigen hat. Diese sind nach Zeit und verschieden.
In erster Linie soll aber die die durch das Medium Text zwischen Autor und Leser stattfindet unterstützt werden. Demnach beispielsweise die Verwendung einer filigranen Schreibschrift für Warnschild schlecht da hier der Informationsfluss behindert Ebenso aber eine bunte effekthaschende Auszeichnungsschrift für Trauerkarte da diese nicht den gesellschaftlichen Konventionen Allerdings kann die Wahl der Schrift auch Kontrast zur Aussage des Textes bilden z. B. den Umschlag des Romans »Schöne neue Welt«.
War Typografie seit Gutenberg Teil des Fachwissens der Drucker und Schriftsetzer ist sie heute ein wichtiger Bestandteil Ausbildung von Grafikern Mediengestaltern u. ä. Berufsgruppen. Allerdings kann heute am Computer Schriftstücke erstellen und somit typografisch tätig Ob Typografie eine Kunst im eigentlichen Sinn ist unter Fachleuten umstritten. So behauptet z. Kurt Weidemann (u. a. Entwerfer der Hausschrift von DaimlerChrysler) dass Typografie als Kunst ist da es ja auf Zurückhaltung zugunsten Lesbarkeit und der angestrebten Wirkung des Schriftstückes Leser ankomme und es eben nicht um Selbstverwirklichung des Gestalters gehe.
Gutenbergs 42-zeilige Bibel von 1455 hatte noch die besten gotischen Handschriften zum Vorbild. Doch schon 10 später erkannten venezianische Drucker dass die neue auch eine andere Formgestaltung ermöglichte. Sie schufen erste Renaissance- Antiqua die sich aus der mit Breitfeder humanistischen Minuskel herleitete. Man unterscheidet hier zwei Formen venezianische und die französische Renaissance-Antiqua. Deren bekanntester war Claude Garamond . 1600 war die Renaissance-Antiqua die vorherrschende Buchschrift Europa geworden. Sie zeichnet sich durch ein harmonisches und helles Schriftbild aus und hat Ober- und Unterlängen. Durch ihre formalen Qualitäten gute Lesbarkeit wird sie auch heute noch oft
Die Barock- Antiqua ist stilistisch gesehen vor allem die zu der klassizistischen Antiqua. Ihre Form ist durch die Kupferstecher -Schriften angeregt. Die Strichstärkenunterschiede sind deutlicher und Bild kontrastreicher als in der Renaissance. Die wurde vor allem in Frankreich Holland und vorangetrieben. William Caslon und John Baskerville sind wohl die bekanntesten englischen Schriftgestalter. wurde auch wegen der richtungsweisenden Einfachheit seiner berühmt.
Im Klassizismus erreicht die Entwicklung der Antiqua ihren vorläufigen Endpunkt und es entstand typografische Punktsystem . Die Buchstaben wurden aufgrund der technischen immer kontrastreicher die Serifen immer zarter. Schriften wurden mit Lineal Zirkel konstruiert um den Ideal von Klarheit Norm zu genügen. Aufgrund dessen sind sie auch wesentlich schwerer zu lesen als ihr aus der Renaissance und dem Barock. Blocksatz Mittelachse blieben als Formen der Typografie weiterhin Aufgabe der Typografen war die Wahl einer Schrift und die Strukturierung des Textes. Buchschmuck sparsam eingesetzt. Üppige illustrierte Initialen wichen Initialen in der Grundschrift. Am des Klassizismus tauchten die ersten Grotesk - und Egyptienne-Schriften auf. Die bedeutendsten Vertreter Epoche waren: Bodoni Didot und Walbaum.
Hatte die Frakturschrift in der Vergangenheit an Boden gewonnen und war zu der Schrift in Deutschland geworden so änderte sich unter der Herrschaft der Nationalsozialisten .
Nach 1928 wurden 57% aller in Deutschland erschienenen in Fraktur gedruckt. Die lateinische Schrift fand allem in wissenschaftlichen Publikationen und Gebieten der und Technik ihre Anwendung. Die Frakturschrift fand in fast allen Schul- und Kinderbüchern sowie klassischen und volkstümlichen Literatur wieder welche oft einer sehr hohen Auflagenzahl erschienen. Zusammengenommen betrug Stückzahl der Bücher in deutscher Druckschrift schätzungsweise oder sogar noch mehr. Am 3. Januar 1941 erging ein Rundschreiben an die Reichs- und Verbandsführer des 3. Reiches in dem Verbot der Frakturschrift angekündigt wurde:
München den 9. Januar 1941 Zu allgemeiner Beachtung teile ich im Auftrags Führers mit: Die sogenanntegotische Schrift als eine Schrift anzusehen oder zu bezeichnen ist falsch. Wirklichkeit besteht die sogenannte gotische Schrift aus Judenlettern. Genau wie sie sich später in Besitz der Zeitungen setzten setzten sich die Deutschland ansässigen Juden bei Einführung des Buchdrucks den Besitz der Buchdruckereien und dadurch kam in Deutschland zu der starken Einführung der Judenlettern. Am heutigen Tage hat der Führer in Besprechung mit Herrn Reichsleiter Aman und Herrn Adolf Müller entschieden dass die Antiqua Schrift als Normalschrift zu bezeichnen sei. Nach und sollen sämtliche Druckerzeugnisse auf diese Normalschrift umgestellt Sobald dies schulbuchmäßig möglich sei wird in Dorfschulen und Volksschulen nur mehr die Normalschrift werden. Die Verwendung der Schwabacher Judenlettern durch wird künftig unterbleiben; Ernennungsurkunden für Beamte Straßenschilder dergleichen werden künftig nur mehr in Normalschrift werden. Im Auftrage des Führers wird Herr Reichsleiter zunächst jene Zeitungen und Zeitschriften die bereits Auslandsverbreitung haben oder deren Auslandsverbreitung erwünscht ist Normalschrift umstellen. gez. M. Bormann
Im vorletzten Absatz des Schrifterlasses findet das Verbot für den ganzen Bereich. Es hierbei nicht von verboten gesprochen sondern vielmehr Aussicht gestellt was »künftig« zu gelten hat. wurden die großen Tageszeitungen auf die Normalschrift wohl mit dem Wunsch die Verbreitung im für Propagandazwecke zu erhöhen
Hans Peter Willberg Friedrich Forssman: Die neue Lesetypographie. Ein Handbuch für die Praxis nicht nur ein Lehrbuch. Verlag Hermann Schmidt Mainz 2003 ISBN 3-89261-186-6 .
Hans Peter Willberg Daniel Sauthoff Gilmar Wendt: Schriften erkennen Verlag Hermann Schmidt Mainz 1996.