Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenSonntag, 27. Mai 2012 

Militärritual


Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier.
Der Begriff Militärritual bezeichnet den zeremoniellen Auftritt uniformierter Militärs außerhalb von Kampfeinsätzen. In den meisten unter Beteiligung der Bundeswehr spielt das ' Wachbataillon des BMVg ' als speziell im Formaldienst ausgebildete Truppe eine zentrale Rolle. Die "Militär ritual " findet vor allem in pazifistischen bzw. Gruppen Verwendung. Staat und Streitkräfte selbst ziehen Allgemeinen die Bezeichnung "militärisches Zeremoniell" vor.

Inhaltsverzeichnis

Historisch-systematische Ursprünge

In Militärritualen tritt der jeweilige Staat vor seinen Bürgerinnen und Bürgern und vor Repräsentanten und Bürgern anderer in Form seiner Streitkräfte auf. In öffentlichen präsentiert sich das Militär und seine gegenwärtigen vergangenen Handlungen. Das Militärritual wird in diesem auch als Verkörperung des Monopols legitimer Gewalt des Staates den Bürgern gegenüber interpretiert; ist allerdings in Deutschland nicht haltbar weil Gewaltmonopol hier außer in sehr eng umgrenzten nicht vom Militär (Verteidigungsministerium) sondern von der (Innenministerium) ausgeübt wird.

Die militärischen Staatsrituale in ihrer heutigen sind erst gemeinsam mit der modernen Staatlichkeit und dem modernen Militär entstanden aber Triumphzüge der römischen Legionen (die ja auch ein stehendes Heer bildeten) stellen durchaus vergleichbare Paraden dar. 17. Jahrhundert wurden in Europa wiederum stehende gebildet und kaserniert Staatsbürokratien bildeten sich aus spät-feudalistische Hofstaat heraus und mussten finanziert werden. wurden die feudalen Abgaben zunehmend zu Steuersystemen weiterentwickelt. Die Steuerleistungen erbrachte eine sich durchsetzende Produktionssphäre und -form der Kapitalismus. Dessen (z.B. Privateigentumsordnung Vertragssicherheit ) wiederum werden letztinstanzlich durch den Staat Berufung auf das Gewaltmonopol mit Hilfe von Polizei und Militär aufrechterhalten. Auch im ' Realsozialismus ' des ehemaligen Ostblocks (oder heute: Nord-Korea ) garantiert(e) das Militär die Rahmenbedingungen der Herrschaftsordnung Staats- bzw. Volkseigentum.

Verschiedene Typen von Militärritualen

Die teilweise spektakulären Zeremonien der Militärrituale einen hohen Öffentlichkeitswert sind auf die Teilnahme der Zuschauer und auf die große erhebende Geste sprechen zum Gefühl und zum Auge was neuerer Zeit durch die Massen medien besonders verstärkt wird. Jede dieser Formen selbst alle wesentlichen Merkmale eines Militärrituals. Die Wirkung jeder dieser Formen beruht allerdings auf besonderen Bedeutung bzw. Ausprägung je bestimmter Merkmale.

Zeremoniell des feierlichen Gelöbnisses / Eids

Hierbei gelobt der Rekrut : "Ich gelobe der Bundesrepublik Deutschland treu zu und das Recht und die Freiheit des Volkes tapfer zu verteidigen!" Mit diesem freiwilligen Gelöbnis erkennt der die soldatische sogenannte Grundpflicht (§7 Soldatengesetz) sowie sie verfeinernden Einzelpflichten (Verbot der politischen Betätigung Dienst Gehorsamspflicht im Rahmen der Vorgesetztenverordnung u.ä.) Abseits von dieser moralischen Bindung - die Bindung besteht unabhängig davon - wird durch Anwesenheit von lokaler Prominenz und Gästen in Regel auch Familienmitgliedern die Verbindung zu denen er dient und die er verteidigt hergestellt.

Protokollarische Empfangsrituale

Jeder Staatsgast wird mit 'militärischen Ehren' und verabschiedet. Bei der öffentlichen Darstellung des mit Staatgästen bilden die Ehrenformationen den Rahmen. militärische Staatsempfang ist ein protokollarisches Ritual bei dem nicht nur gegenseitiger Respekt sondern auch die jeweilige Souveränität - symbolisch repräsentiert durch Ehrenkompanien und Musikkapellen die die Nationalhymnen abspielen - demonstriert wird.

Ehren- und Trauerriten

  • Besondere Persönlichkeiten der hohen Staatspolitik bekommen besonderen (nationalen oder internationalen) Anlässen an ihrer Residenz eine Wache . Je nach Bedeutung der Persönlichkeit und Anlasses stehen zwei bis viele Soldaten gut sichtbar aber nur mit nebensächlichem z.B. vor dem Haupteingang. Eine solche Wache ausschließlich die Funktion der Ehrerbietung.
  • Daneben erhalten Menschen die sich im ihres Lebens besonders um den Staat verdient haben - beispielsweise indem sie erfolgreich Staatspolitik haben oder indem sie als Soldaten im für den Staat getötet wurden - ein Staatsbegräbnis mit Militärbeteiligung.
  • An bestimmten Jahrestagen und zu bestimmten wiederkehrenden Anlässen finden Kranzniederlegungen statt. Die Geschichte des Ortes und Datums etwa in Form der gehaltenen Reden oder der den Gedenktag umrankenden öffentlichen Diskussionen stehen dabei immer Mittelpunkt. Bei diesen Zeremoniellen werden in Deutschland gefallenen Soldaten aller Nationen der Weltkriege den Auslandseinsätzen gefallenen Soldaten sowie den Opfern von in Deutschland gedacht.

Militärparaden

Viele Armeen der Welt zeigen sich und ihr üblicherweise bei Paraden .

Militärparaden wurden in der Geschichte auch wieder zur Machtdemonstration und Einschüchterung von Gegnern können also als politisches Mittel eingesetzt werden über die reine Präsentation weit hinausgeht.

Großer Zapfenstreich

Da die Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland nur im Ausland an Paraden teilnehmen im Rahmen internationaler Verbände ist die spezifisch Form der militärischen Selbstpräsentation der Große Zapfenstreich - eine mit musikalischen und religiösen versehene Militärfeierlichkeit zu ganz besonderen staatlichen oder Anlässen. Insgesamt ist auf Grund der neueren Geschichte das militärische Zeremoniell der Bundeswehr im Vergleich zu anderen Streitkräften stark und betont schlicht gehalten. Der Große Zapfenstreich dient besonders als Bindeglied zwischen Streitkräften Zivilisten; nach den Verdiensten der Streitkräfte beim beispielsweise sollte er im ehemaligen Katastrophengebiet stattfinden aber - gegen den Willen der Betroffenen der Soldaten - von der Politik verhindert. Gegensatz dazu wurde der Große Zapfenstreich auch in Berlin von der politischen Führung angeordnet Stärke gegenüber der zivilen Verwaltung zu demonstrieren Soldaten im Konflikt zwischen Stadt Berlin und Bundesregierung vorzuschieben.

Inhaltlich-funktionale Bedeutung

  1. Militärritual als Staatsritual : Die Bedeutung als Demonstration als Verköperung Fähigkeit zur Durchsetzung deutscher Sicherheitsinteressen vor allem Deutschlands und seiner Staatsbürger vor äußerer Gefahr politischer Erpressung und Vorbeugung Eindämmung und Beendigung Krisen und Konflikten die Deutschlands Unversehrtheit und beeinflussen können ist eine wesentliche Eigenschaft militärischer
  2. militärische Zeremonielle stiften Gemeinschaft . Da Soldaten mehr als andere Berufsgruppen Ernstfall gefordert sind (wobei "Ernstfall" neben V-Fall auch Auslandseinsätze und den K-Fall (Katastrophe wie Oder-Hochwasser Elbe-Hochwasser) bedeuten können) ist eine Stärkung inneren Zusammenhaltes besonders wichtig. Dies wird von häufig als Abgrenzung die gerade nicht gewünscht mißverstanden. Toleranz gegenüber auch ungewöhnlichen Vorlieben und solange diese nicht im Gegensatz zu geltendem stehen soll dabei sogar gefördert werden.
  3. In vielen Militärritualen findet Entpolitisierung von Politik durch Symbolisierung statt. Stattdessen werden die Symbole selbst Auf einer politischen Ebene wird sehr viel Symbole Kultur also über die sog. 'weichen Tatsachen' In diesem Sinne 'weich' ist auch die politische Rede anlässlich solcher militärrituellen Veranstaltungen über und Gemeinsamkeit. Und bezeichnenderweise schafft es auch Gegenrede trotz ernstgemeinter kritischer Motivation in der nicht dieser 'weichen' Rede Härteres entgegenzusetzen. Politik dann - durchaus kontrovers - auf einer Ebene als der rein faktischen statt. Auf Ebene werden zusätzlich Begriffe eingeführt wie Nation 'unsere Geschichte'. Soziale Widersprüche unterschiedliche Interessenlagen lassen durch Militärrituale mit einem symbolischen Überbau überlagern. benutzt Politik diese Begriffe inklusive der Symbole und symbolischen Handlungen um Handlungseinheit zu produzieren. es unumwunden um konkret-faktische politische Prozesse dann letztere kaum in dem Maße herstellbar. Je ein politisches System agiert umso zentraler wird dieser Punkt in seiner Selbstdarstellung (siehe z.B. Nord-Korea ).

Protestkundgebungen in der Bundesrepublik Deutschland

Hauptsächlich aufgrund der historischen und der Dimensionen bilden die öffentlichen Gelöbnisse der Bundeswehr der Hauptanstoßpunkte für die Protesttätigkeiten antimilitaristischer und pazifistischer Gruppen und Bewegungen. Deren Aktionsformen wiederum in unterschiedlichem Maße Protestrituale aus was in Teilen der Bewegung nicht als schmerzlicher Widerspruch wird die eher Militärkritik als Ritualkritik zum bringen wollen.

Seit der erweiterten Akzeptanz der Bundeswehr die Bevölkerung nach Ende des Kalten Krieges Friedensmissionen und besonders den Katastropheneinsätzen dabei insbesondere Inland geschieht der Protest derartiger Gruppen allerdings noch durch eine derart verschwindende Minderheit daß Feldjäger (Militärpolizisten) mehr zu tun haben diese vor aufgebrachten Gästen zu schützen als Zwischenrufe Störungen durch sie zu vermeiden.

Verwandte Artikel




Bücher zum Thema Militärritual

Dieser Artikel von Wikipedia unterliegt der GNU FDL.

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenSeite drucken

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Milit%E4rrituale.html">Militärritual </a>