Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Missingsch (von Meißen plattdeutsch (speziell hamburgisch) für: Meißnerisch = Meißner Kanzleisprache ) Niederdeutsch gefärbter Akzent des Deutschen bei Beibehaltung des niederdeutschen Satzbaus und Lehnübersetzung niederdeutscher Wendungen ins Hochdeutsche.
Es ist der - missglückte - Versuch von niederdeutschen Muttersprachlern (in Hamburg ) Hochdeutsch (welches aus der Meißner Kanzleisprache stammt) sprechen. Es stellt also eine Mischung aus Hochdeutsch und Niederdeutsch dar.
Aus dem Umstand des missglückten Versuchs der daraus resultierenden Mischung rühren zwei gängige über die Etymologie dieses Begriffs. Missingsch heißt aber weder missglückt noch Mischung .
Historisch stammt Missingsch aus Hamburg welches im niederdeutschen Sprachraum und wo die hochdeutsche Sprache früh einen Einfluss gewann was für die Bewohner zur hatten dass sie Hochdeutsch sprechen mussten oder wollten. Es ist das Produkt geringer Bildung wenn es durchaus von der Mittelschicht gesprochen
Ein wirklicher Soziolekt ist es aber nicht und auch Dialekt des Niederdeutschen sondern ein niederdeutsch gefärbter also vergleichbar mit den typischen Akzenten von Niederländern und Dänen wenn sie Deutsch sprechen gerade Germanisten sind und ähnlichlautende (meist gleichbedeutende gemeingermanische) Wörter so aussprechen wie sie es sind und weiterhin im Sprachfluss den Satzbau Redewendungen und Stilmittel nicht perfekt beherrschen.
Während Missingsch meist eine spezifisch hamburgische Erscheinung meint der Charakter des Missingsch im gesamten niederdeutschen zu beobachten nur nennt man es dort unbedingt so. Zum Beispiel wird der Begriff Kiel nicht verwendet obwohl die dortige hochdeutsche eigentlich auch aus einer Art Missingsch hervorgegangen ist.
Zugewanderte in den niederdeutschen Sprachraum die Hochdeutsch aufgewachsen sind werden auch oft zu Missingsch -Sprechern wenn sie viel mit den "einfachen verkehren die besonders in den großen Städten untereinander) eben kein Platt (mehr) reden sondern meist diese norddeutsch gefärbtes Hochdeutsch.
Die Grammatik des klassischen Missingsch ist vorwiegend niederdeutsch das Vokabular eine aus hochdeutsch mit niederdeutschen Ausdrücken.
Einige Beispiele (in Klammern plattdeutsch und
Lang mich mal die Kanne Miich (Lang mi mol de Melkkann) (Gib bitte das Milchkännchen)
Sitzen gehen schallst du erst wenn de da is (Sitten gahn schallst du iers wenn Vadder dor is) (Du wirst dich erst wenn der Vater da ist)
Ich tu dich blots ankucken denn wirst klar kriegen was die Klock geslagen hat . (Ik do di blots ankieken denn du klorkreegen wat de Klock slaan hett) schaue dich nur an dann weißt du die Uhr geschlagen hat).
An dem letzten Beispiel erkennt man gut dass Missingsch kein Niederdeutsch ist: Es wird was anstatt niederdt.: wat gesagt. Noch besser erkennt man das welcher Norddeutsche Ich anstatt ik sagt. Wer ik sagt der will Plattdüütsch snacken wer ich sagt der schnackt nur "Plattdeutsch" (in der Vorstellung der - niemals als Eigenbezeichnung bei diesem Versuch) also das was hier Missingsch genannt wird.
Was aber beim Hamburger Missingsch in jedem Fall übernommen wurde ist S-tolpern über den s-pitzen S-tein sie trennen säuberlich S und T sowie S und Das l wird gerne verschluckt (Miich statt
Eine unbeantwortete Frage in der Literatur ob es sich bei Missingsch um eine gesprochene oder eine bewusst gestaltete literarische Sprachform Alle literarischen Missingsch – Texte (wie etwa „Kuddl Schnööfs achtersinnige Gedankens und Meinungens von sozeale Revolutschon und annere wichtige Sachens“) weisen viele Merkmale des Missingschen auf so dass davon ausgehen kann dass diese nicht der Sprechsituation gleichen.