Das Mittelhochdeutsche unterscheidet sich vom Althochdeutschen insbesondere durch die Neben- bzw. Endsilbenabschwächung. Neuhochdeutschen ist das Mittelhochdeutsche vor allem durch Vokalismus der Stammsilben unterschieden; anders als das Neuhochdeutsche weist das Mittelhochdeutsche Kurzvokale in offener auf die zum Neuhochdeutschen hin durch die Dehnung in offener beseitigt worden sind.
Das Mittelhochdeutsche war keine überregional einheitliche wie das Neuhochdeutsche sondern ist gekennzeichnet durch starke regionale dialektale Unterschiede. Auch eine einheitliche Orthographie gab es im Mittelalter noch nicht. die Textausgaben der wichtigen mittelhochdeutschen Dichtungen für Wörterbücher und Grammatiken wird das i. w. auf Karl Lachmann zurückgehende "normalisierte Mittelhochdeutsch" oder "Normalmittelhochdeutsch" verwendet Idealform des Mittelhochdeutschen das nicht der damaligen Realität entspricht.
Die folgende Übersicht zeigt das Vokalsystem (Normal-)Mittelhochdeutschen:
Kurzvokale: a e i o u ö ü Langvokale: â ê î ô æ œ iu (langes ü) Diphtonge: ei ou öu uo üe Es ist zu daß ei als e+i (nicht nicht ai im Neuhochdeutschen) zu sprechen ist; ie ist lang-i sondern i+e.
Die wichtigsten Veränderungen vom Mittelhochdeutschen zum Neuhochdeutschen betreffen den Vokalismus:
Die mhd. Langvokale /î iu û/ zu den Diphthongen nhd. /ei eu au/ Diphthongierung") - Beispiele: mîn > mein vriunt > Freund hûs > Haus
Die mhd. Diphthonge /ie üe uo/ zu den Langvokalen /i ü u/ ("nhd. - Beispiele: liep > lieb müede > müde bruoder > Bruder
Die mhd. Diphthonge /ei öu ou/ geöffnet zu /ai oi au/ ("nhd. Diphthongwandel") Beispiele: bein > Bein böume > Bäume boum > Baum
Sämtliche mhd. Kurzvokale /a e i u ä ö ü/ werden in offener zu den entsprechenden Langvokalen gedehnt ("Dehnung in Tonsilbe")