Dieser Artikel von Wikipedia ist u.U. veraltet. Die neue Version gibt es hier. Dieser Artikel befasst sich mit der Begrüßung andere Bedeutungen unter Moin (Begriffsklärung)
Moin! ( friesisch : entweder Guten! oder Tag! möglicherweise Kurzform von friesisch moi morn! - wörtl.: "Schönen Tag!" mōi wie niederländisch: mooi = schön - gemeingermanisch mit mögen verwandt; moin für Tag - gemeingermanisch mit Morgen verwandt) ist ein "universeller" Gruß ursprünglich in Friesland ( Ostfriesland ). Er kann zu jeder beliebigen Tageszeit fast jeder Situation angewendet werden.
Durch seine gemeingermanische Verwandtheit und unabhängig allen weiteren Theorien über die Etymologie des heute verwendeten Grußes kann man sagen dass Moin nichts anderes als Morgen bedeutet. Allerdings ist auch denkbar dass einsilbige Form tatsächlich dem Angeredeten sprachökonomisch "einen Guten " ( moien ) wünscht was dann wiederum erklärt dass Moin! zu jeder Tageszeit gebraucht wird. Womöglich es diese Doppelbedeutung und Kürze von Moin die den Reiz ausmacht.
Gegen die Herleitung von "Moin" aus ostfriesisch-niederdeutschen "mōj" spricht die Tatsache dass "Moin" einzige Wort dieser Sprache ist das den oi-Diphtong aufweist der aufgrund phonologischer Gesetzmäßigkeiten nicht -ōj- hergeleitet werden kann. Im Übrigen scheint eine relativ junge Sprachschöpfung zu sein und spricht für die Annahme dass es sich um die Übernahme und später eigenwillige Umformung "Morjen" (Guten Morgen!) preußischer Verwaltungsbeamter in Ostfriesland
Teilweise ist auch die intensivierende Verdoppelung Moin-Moin (auch: Moinmoin ) üblich. Benutzer dieser Form werden aber manchen Norddeutschen die großen Wert auf Sprachökonomie schnell als geschwätzig angesehen ( scherzhaft ). Im Regelfall gilt allerdings Moin-Moin als höflichere Form. Sie wird insbesondere Beantwortung eines einfachen Moin benutzt.
Moin-Moin ist vielleicht auch direkt aus dem moi morn entstanden. Der letzte Teil morn (Morgen) bekommt in dieser Verwendung dann also die Bedeutung Tag oder wie der Norddeutsche gerne zu pflegt: Tach! .
Im Gegensatz zum niederdeutschen goden Morgen kann Moin den ganzen Tag über verwendet werden um Mitternacht.
In Schleswig-Holstein wird inzwischen umgangsprachlich auch Moinsen! verwendet vermutlich durch Anhängen des dänischen -sen (für Sohn des [Vorgenannten] ) wie er sich auch in üblichen Familiennamen wiederfindet und bei dem Versuch eine wie Tach - Tachchen zu finden. Vielleicht klingt Moinsen "origineller" "besser" und "nordischer" als *Moinchen . Wahrscheinlicher ist aber die Herleitung aus hier landschaftlich oft gehörten Gruß Morgens! [mo'gä:ns] anstelle von: Guten Morgen .
Wahrscheinlich von gleicher Herkunft ist das Luxemburgische Moien als Begrüßung das ebenfalls nicht nur Morgen" heißt sondern im ganzen Tagesverlauf verwendbar
Moin und Moinmoin sind international: Auch im Osten der Niederlande ausgehend von Westfriesland und im Süden Dänemarks ausgehend von Nordfriesland ( mojn - aus friesisch entlehnt) werden sie Mojn steht aber nicht im dänischen Wörterbuch nicht moin oder als eine Form von "god ( guten Morgen ) es ist also regional auf das zum Kreis Nordfriesland und Kreis Schleswig-Flensburg begrenzt wo mojn auch von der dänischen Minderheit gesagt
Sprachgeschichtlich verwandt ist der norwegische Gruß morn der nach Ansicht vieler Skandinavisten aus Mittelniederdeutsch der Hanse stammt. Im Gegensatz zu god morn das nur vormittags angebracht ist ist morn informeller und kann den ganzen Tag in die Nacht (z.B: statt god kveld ) verwendet werden.
War Moin zunächst nur bei den Friesen und in Südschleswig bis zur Ostseeküste in Angeln und Flensburg (dort haben sich viele Nordfriesen niedergelassen) so hat es sich gegen Ende des 20. Jahrhunderts auf den gesamten norddeutschen Raum ausgebreitet. Anteil hat hier die Popularität der Werner-Comics des Zeichners Rötger Feldmann ( Brösel ) ab den 1980er Jahren dessen Figur Werner immer mit Moin (oder Moin-Moin ) grüßt weil er ein Flensburger ist. ist gebürtig im holsteinischen Travemünde kam während seiner Lehre in Flensburg zwingend in Kontakt mit dem Gruß und ihn dann mit nach Kiel wo er bis dahin nicht als verwendet wurde und wo Brösel seine Bücher Schnell wurde neben Werner auch dessen Slang und damit das Moin überregional bekannt.
Während Moin also im mehrsprachigen Flensburg schon sehr fest eingebürgert ist findet es sich im niederdeutschen Sprachraum als neue Sprachform in der Umgangssprache jüngerer Leute. Beispielsweise es nicht zum niederdeutschen Dialekt in Holstein und wird dort von den älteren Einheimischen zwar verstanden aber eben als Art Morjen (berlinerisch) und nicht zu einer anderen als morgens erwartet wie Tach . Dass es durch die von Flensburg durch die Werner-Comics) kommende Verbreitung Moin allerdings in neuerer Zeit auch zu Tageszeit gesagt wird halten ältere Muttersprachler richtig eine "typisch norddeutsche" Modeerscheinung und passen sich an (siehe Zitat von Engholm unten).
Inzwischen wird der Gruß von fast Deutschen verstanden und auch in den Topebenen Wirtschaft und Politik benutzt. Der frühere Schleswig-Holsteinische Ministerpräsident Björn Engholm bezeichnete Moin als "die genialste Wortschöpfung aller Zeiten" die aktuelle Landesmutter Heide Simonis verwendet den Gruß auffallend oft so Auch im Duden soll er inzwischen zu sein und hat zumindest bei der Jugend Schweizer Grüezi und dem bayrischen Grüß Gott den Rang abgelaufen.