Die Moltebeere ( Rubus chamaemorus ) auch Multebeere Multbeere oder Torfbeere genannt ist eine mehrjährige schnellwüchsige Pflanze aus der Gattung Rubus . Der botanische Name entstammt dem Griechischen chamae- : zwergig und morus : Brombeere bedeutet also "Zwergbrombeere".
Die Moltebeere wird zwischen 10 und cm groß. Am aufrechten unverzweigten Stängel sitzen schwach handförmige fünf- bis siebenlappige gesägte Blätter. Mai finden sich an ihr weiße gelegentlich rötliche einzeln endständige Blüten mit je 6 Aus ihnen reifen nach der Befruchtung durch Insekten wegen der kurzen Vegetationsperiode der Pflanze bis zum August himbeergroße Sammelsteinfrüchte von zuerst blassroter mit zunehmender Reife Farbe bestehend aus 5 bis 25 Steinfrüchten. Herbst verfärbt sich das Laub stark rot.
Mit einem borealen zirkumpolaren Verbreitungsgebiet zwischen 78° und 44° nördlicher liegt ihr Hauptvorkommen in Europa in den drei nordeuropäischen Staaten Schweden Finnland und Norwegen sowie den Hochmooren Schottlands und Englands ; einzelne Vorkommen finden sich jedoch auch West- Mittel- und Osteuropa sowie im Baltikum als eiszeitliche Überreste sogenannte Glazialrelikte. In Grönland erreicht sie ihren nördlichsten Verbreitungspunkt.
In Deutschland wo sie vor allem Weser und Elbe zu finden ist steht sie unter Naturschutz das heißt auch das Pflücken ihrer ist verboten.
Die Moltebeere wächst an Moorrändern in Sümpfen und Feuchtwiesen bis 1400 m Höhe. Sie bedarf bis halbschattiger Standplätze mit starksauren Böden (pH-Wert 3 5 und 5 2) toleriert bis -38°C Kälte und leichte mit mittelschwere Waldbrände aber empfindlich auf Salze und starke Trockenheit.
Hauptsächlich vermehrt sich die Moltebeere vegetativ ihr Rhizom und bildet an ihren Standorten mit Zeit so umfangreiche Kolonien.
Die Vermehrung durch Samen ist demgegenüber Anders als viele Rubusarten ist die Moltebeere nicht selbstbefruchtend das heißt die zweihäusige Pflanze selten werden hermaphroditische Pflanzen gefunden) bedarf zur Befruchtung jeweils Pflanze des anderen Geschlechtes. Eine Aufnahme der Früchte durch Tiere und Vögel und die der unverdaulichen Samen befördert die Ausbreitung. Die ist allerdings ein Kaltkeimer das heißt ihre Samen bedürfen einer Stratifikation und keimen dann erst bei Temperaturen 18°C.
Die Frucht wurde wegen ihres hohen und Benzoesäure -Gehaltes (letzterer bewirkt eine äußerst gute Lagerbarkeit) nordischen Seeleuten und amerikanischen Inuit gleichermaßen als Mittel gegen Skorbut geschätzt.
Obwohl auch heutzutage insbesondere in Norwegen Nachfrage als Delikatesse größer ist als das (Norwegen importiert jährlich 200 bis 300 Tonnen Früchte aus Finnland) ist sie nach wie eine reine Wildfrucht.
Seit Mitte der 1990er Jahre hat sich die norwegische Regierung Zusammenarbeit mit finnischen schwedischen schottischen und russischen Stellen im "Northberry"-Forschungsprojekt darum bemüht um als Agrarfrucht zu kultivieren. Die ersten optimierten (männliche Sorte "Apolto" weibliche Sorten "Fjellgull" und werden seit 2002 an die Landwirtschaft abgegeben.
Roh gegessen hat die Moltebeere einen zum Teil bitter-säuerlichen Geschmack. Vielfach wird aus Marmeladen oder Gelee hergestellt oder sie wird zum Aromatisieren Beispiel von Eiskrem) verwendet. In Schweden isst sie gefroren mit Zucker ("Björnkulla") in Finnland mit dem so genannten "Leipäjuusto" ("Brotkäse" ein teigartiges Käsegericht) und viel Zucker.
Ebenfalls in Finnland bereitet man einen Likör aus ihnen in Kanada wird die unter anderem zur Aromatisierung einer Bierspezialität verwendet und in Schweden dient sie Essigbereitung .
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