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NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenFreitag, 9. Dezember 2016 

Nachrichtenwert


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Als Nachrichtenwert bezeichnet man in der Publizistik - und Kommunikationswissenschaft einen Einflussfaktor der darüber entscheidet welche in den Medien erscheint ob sie also berichtenswert ist in welchem Umfang und in Aufmachung über sie berichtet wird.

Geschichte und Entwicklung der Nachrichtenwert-Theorie

Die erste Studie zum Nachrichtenwert geht Walter Lippman aus dem Jahr 1922 zurück der als Elemente beispielsweise identifizierte:

  1. Nähe ( proximity nearness )
  2. Prominenz ( big names )
  3. Überraschung ( oddity )
  4. Konflikt ( conflict controversy ) usw.

Bereits wenig später fand der Kanon nachrichtenwerten Elemente Aufnahme in journalistische Lehrbücher; so beispielsweise Warren ( 1934 ):

  1. Neuigkeit
  2. Nähe
  3. Tragweite
  4. Prominenz
  5. Dramatik
  6. Kuriosität
  7. Konflikt
  8. Sex
  9. Gefühle
  10. Fortschritt .

Eine starke Erweiterung erfuhr der Kanon Elemente in einer Untersuchung von Johan Galtung und Mari Holmboe Ruge aus dem 1965 ; genannt werden hier bereits 12 Faktoren die Autoren Nachrichtenfaktoren nennen:

  1. Frequenz
  2. Aufmerksamkeitsschwelle
  3. Eindeutigkeit
  4. Bedeutsamkeit
  5. Konsonanz
  6. Überraschung
  7. Kontinuität
  8. Variation
  9. Bezug zu Elite-Nationen
  10. Bezug zu Elite-Personen
  11. Personalisierung
  12. Negativität.

Galtung und Ruge bauen ihre Funde einer wahrnehmungspsychologisch begründeten Nachrichtentheorie aus. Nach ihren sind die Nachrichtenfaktoren additiv d.h. je mehr Nachrichtenfaktoren auf ein zutreffen desto publikationswürdiger ist es und sie komplementär d.h. das Fehlen eines Nachrichtenfaktors kann einen anderen kompensiert werden. Die Nachrichtentheorie von und Ruge wurde mittlerweile empirisch bestätigt.

Eine grundlegende Erweiterung und theoretische Neuorientierung Winfried Schulz der 1976 den Aspekt des Konstruktivismus mit einbezog. Ausserdem erweiterte Schulz die der Nachrichtenfaktoren noch einmal auf nunmehr 20:

  1. Beteiligung von Elite-Nationen
  2. Institutioneller Einfluss
  3. Beteiligung von Elite-Personen
  4. Nähe
  5. Ethnozentrismus
  6. Tragweite
  7. Betroffenheit
  8. Frequenz
  9. Vorhersehbarkeit
  10. Ungewissheit
  11. Überraschung
  12. Kontinuität
  13. Thematisierung
  14. Stereotypie
  15. Aggression
  16. Kontroverse
  17. Erfolg
  18. Werte
  19. Personalisierung
  20. Emotionalisierung.

In der heutigen Forschung wird der unter dem empirischen Forschungsansatz der Nachrichtenfaktoren untersucht; siehe hierzu auch Gatekeeper und News Bias.

Literatur

  • Walter Lippman: Public Opinion . New York 1922 ; deutsche Ausgabe: Die öffentliche Meinung . München 1964
  • Johan Galtung und Mari Holmboe Ruge: The Structure of Foreign News. The Presentation the Congo Cuba and Cyprus Crises in Foreign Newspapers . In: Journal of Peace Research 2 (1965) S. 64-91
  • Winfried Schulz: Die Konstruktion von Realität in den Nachrichtenmedien . Freiburg München 1976




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