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Nationalsozialistische Bewegung Chiles


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Mussolinis Faschismus und Hitlers Nationalsozialismus fanden nicht nur auf dem europäischen zahlreiche Nachahmer - auch in Lateinamerika so in Mexiko Brasilien und Chile entstanden in den 1930er Jahren nach gleichem Muster organisierte Bewegungen. Zulauf war meist nur mäßig doch gelang ihnen das eingefahrene Parteien - und Parlamentssystem dieser Länder wenn nicht zu erschüttern immerhin empfindlich zu stören. In Organisation und des politischen Kampfes standen sie ihren europäischen kaum nach und gleich deren Aktionismus gipfelte ihre in politischem Mord und gewaltsamen Staatsstreichversuchen. spektakulärste davon - nach dem brasilianischen 'Integralisten'-Putsch selben Jahr - ereignete sich im September 1938 in Chile. Dort war 1932 eine Gruppierung entstanden die Aufbau Aktionsformen Ideologie des italienischen Faschismus und deutschen Nationalsozialismus kopierte gleichwohl ihren eigenständigen nationalen Charakter beständig - der Movimiento Nacional-Socialista de Chile (MNS).

Inhaltsverzeichnis

Nationalsozialistische Bewegung Chiles (Movimiento Nacional-Sociaste de Chile MSN)

Diese Namensgebung wie auch die weitenteils Biographie seiner Gründer verführen zu dem Schluss zwischen deutscher und chilenischer Bewegung über das Ideelle hinausgehende praktisch-politische Beziehungen bestanden zumal in eine der ältesten und rührigsten Landesgruppen der NSDAP auf dem lateinamerikanischen Kontinent überhaupt existierte. MNS und NSDAP kämpften im Andenstaat zwar an verschiedenen Fronten aber fanden Anhang und Unterstützung bei ein und derselben - den Deutschstämmigen Chiles. Die anfängliche 'Brüderschaft Geiste' sollte später offenen Gegensätzen weichen die Ursachen weniger in grundsätzlichen ideologischen Differenzen als aus der Not geborenen politischen Taktieren des hatten.

1924 hatten Chiles Militärs in einem unblutigen die Macht erobert. Angetreten mit dem Anspruch politisch-parlamentarische System zu reformieren vertrauten sie von auf die Wirksamkeit harten Durchgreifens weit mehr auf konkrete politische Konzeptionen. Ihr starker Mann Carlos Ibáñez del Campo war 1927 noch mit großer Wählerunterstützung zum Präsidenten gekürt worden doch bereits vier Jahre scheiterte sein diktatorisches Regime an den im Chile verheerenden Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise und am wachsenden Widerstand der nahezu alle politischen Freiheiten gebrachten Bevölkerung. Noch einmal die Offiziere einen Anlauf sich an der zu halten: im Juni 1932 putschte die Luftwaffe mit Marmaduque Grove an der Spitze rief die hundert Tage währende 'Sozialistische Republik' Dieses Unternehmen ohnehin Etikettenschwindel war kaum mehr ein halbherziger Versuch der Konzeptionslosigkeit der Militärs Die wechselnden Regierungen konnten keinen Anhang in Bevölkerung gewinnen auch wenn die Militärs sich als die "demokratische Institution schlechthin" verstanden.

In dieser Zeit der politischen Wirren am 5. April 1932 der MNS gegründet. Mann der entscheidend dazu beitrug war ein der 'Junta Militar' von 1924 gewesen der General Francisco Javier Díaz. Begegnung mit diesem Militär beschrieb Carlos Keller Rueff die Nummer Zwei des chilenischen Nacismo folgt:

"Im März 1932 erhielt er [Keller] Einladung von General F.J. Díaz der in militärisch ausgebildet worden war. Er sollte im des General einen anderen jungen Mann namens González treffen von dem Díaz wußte daß sehr an politischen Aktionen interessiert war. Díaz ihnen eine Kopie von Adolf Hitlers NSDAP-Programm er - mit kleinen Änderungen - von nationalsozialistischen Partei in Chile übernommen sehen wollte." (Young 1974 Potashnik 1974)

Von Anfang an waren die dominierenden der Bewegung Carlos Keller Rueff der Chefideologe ihr Führer Jorge González von Marées "El Jefe".

General Francisco Javier Díaz Valderrama der Spiritus rector der MNS-Gründung war Jahrgang 1877 . Seine militärische Laufbahn die er 1890 begonnen hatte führte ihn 1901 zu einer wehrtechnischen Ausbildung nach Deutschland als Militärinstrukteur nach Kolumbien und an die Kriegsakademie in Santiago . 1926 wurde er zum Generalinspekteur des Heeres ernannt vier Jahre darauf schied er dem aktiven Dienst. Er verfasste zahlreiche Handbücher Schriften zu militärischer Organisation Technik und Geschichte war lange Zeit Militärredakteur der bedeutendsten Zeitung des Mercurio.

Dieser einflussreiche General weckte das "regste des NSDAP-Organs Völkischer Beobachter sei "sein Werk doch die offizielle der nationalsozialistischen Partei" Chiles:

"Er spricht deutsch wie seine Muttersprache liest mit Vorliebe deutsche Bücher. So hat sich denn intensiv mit den Schriften Adolf beschäftigt diese ins Spanische übertragen und ist Überzeugung gekommen daß der Nationalsozialismus seinem Lande Vorteil gereichen werde." (Völkischer Beobachter Nr. 217 "Nationalsozialismus in Chile")

Die allermeisten der 25 Punkte des liegen nun weitab von der chilenischen Realität Jahre und so wird der Umstand dass NSDAP sich binnen weniger Jahre zur Massenbewegung konnte sicher mehr Eindruck hinterlassen haben als Programm selbst. Wenn dem deutschen Nationalsozialismus bei Entstehung der chilenischen Bewegung eher Vorbildfunktion zukam dem italienischen Faschismus so resultiert das aus allen Gründern gemeinsamen Sympathie gar Bewunderung für Keller und Díaz kannten es aus eigener González hatte ebenso wie Keller eine deutsche genossen.

Diese allgemein deutschfreundliche Einstellung findet ihren Niederschlag in Acción Chilena einer Zeitschrift deren erste Ausgabe im Januar 1934 in Santiago erschien und die noch der Tageszeitung Trabajo (ab 1936 ) die ideologischen Positionen des MNS repräsentierte. diesem Anfangsjahr kommen noch des öfteren deutsche zu Wort darunter so prominente Nazis wie Dietrich ab 1938 Reichspressechef im Propagandaministerium mit einem Artikel 'Philosophie' des Nationalsozialismus und Walter Buch Vorsitzender Obersten Parteigerichts der NSDAP mit einer pathetischen Hitlers.

War der MNS im ersten Jahr Bestehens eine kaum beachtete Politsekte gelang es in der Folgezeit beständig neue Anhänger zu und sich als kleine doch agile Gegenkraft den marxistischen Parteien zu etablieren. 1936 berichtete deutsche diplomatische Vertretung )Gesandter ( 1935 - 1936 ) bzw. Botschafter (1936- 1943 ) in Santiago war Wilhelm Freiherr von in Santiago an das Auswärtige Amt:

"Bewußt nicht als Partei sondern als aufgezogen (Movimiento Nacional Socialista de Chile gewöhnlich 'nacismo' genannt) entspricht die Organisation in großen derjenigen der NSDAP. [...] Wenn auch die ihre absolute Unabhängigkeit sowohl vom deutschen Nationalsozialismus vom italienischen Fascismus betont so haben beide das Werden der Bewegung stark beeinflußt. [...] vorher wenig beachtete Bewegung ist im letzten [1935] stärker hervorgetreten. Im September richtete sie Arbeitslager ein wie es heißt das erste Lateinamerika mit gutem Erfolg. Am 12. und Oktober wurde der zweite Parteikongreß in Concepción mit einer Beteiligung von angeblich 3.000 Mann und 6.000 Anhängern eine bei den [...] finanziellen Mitteln der Partei immerhin beachtliche Zahl. Ein Führer der Bewegung sagte mir kürzlich Santiago fände ein regelmäßiger Zuzug von 4-500 im Monat statt." (3.1)

Der Umstand dass der MNS "mancherlei Züge mit der NSDAP aufwies und eine SA nachgebildete Kampftruppe organisiert hatte" (3.2) ließ schnell den Verdacht aufkommen die pflegten mehr als nur lose Kontakte zu deutschen Nazis. Diesen Vorwurf erhob der chilenische in London Agustín Edwards als er bei deutschen Amtskollegen Ribbentrop auf Weisung seines Präsidenten in einer "delikaten Angelegenheit" vorstellig wurde. Die so die Anschuldigung würden "von seiten der Kolonien Santiago und Valparaíso mit geldlichen und sonstigen Mitteln unterstützt". Dies würde da die auch mit Reichsangehörigen durchsetzt seien als eine in die inneren Angelegenheiten Chiles betrachtet und im Interesse der beiderseitigen guten Beziehungen abgestellt Die Informationen die Ribbentrop daraufhin beim AA hoben hervor daß "die nationalsozialistische Bewegung [MNS] den Deutschstämmigen Chiles unter denen sich vielleicht einige Doppelstaatler befänden stark verbreitet sei" (3.3) .

Weiter als Edwards ging der Chef chilenischen Geheimdienstes Waldo Palma. Dem britischen Botschafter äußerte er daß "die chilenische Nazi-Partei nicht Mittel von in Chile ansässigen deutschen Firmen und dies "auf Anweisung der deutschen Regierung" (4) . Daß der MNS einen bemerkenswerten politischen im Süden des Landes verbuchen konnte dort auch das deutsche Element zahlreich vertreten war" all diesen Verdächtigungen ständig neue Nahrung (3.4) .

Der deutsche Nationalsozialismus in Chile

Chile hatte 1938 etwa 4 5 Einwohner davon etwa 40.000 deutscher Abstammung. Der Teil von ihnen lebte im Süden des fast unter sich und hatte sich deutsche und Gebräuche weitgehend bewahrt. Nach dem 1. Weltkrieg standen die Deutschstämmigen in ihrer Mehrheit Weimarer Republik gleichgültig bis feindselig gegenüber; wie in nationalistischen Kreisen Deutschlands machte auch hier das vom Dolchstoß die Runde und Glanz und des Kaiserreiches galten auch zu republikanischen Zeiten als Maßstab.

Vor diesem nationalistischen Hintergrund hatte die der NSDAP/AO relativ leichtes Spiel. Bereits 1931 gegründet wuchs sie in der Folgezeit und gebot 1933 über vier Ortsgruppen und neun Stützpunkte. waren es dann elf Ortsgruppen und sechs mit insgesamt 1.005 Parteigenossen.

Obwohl der Anteil der NSDAP-Mitglieder innerhalb deutschen Kolonien Chiles relativ gering war sollte nichts mehr ohne geschweige denn gegen die laufen. Bereits Anfang November 1933 waren die Vereine Verbände und selbst die Kirchen der Deutschstämmigen weitgehend gleichgeschaltet.

Von Anfang an hatte das Auftreten Landesgruppe in der chilenischen Öffentlichkeit Kritik ausgelöst Äußerungen zur Überlegenheit der arischen Rasse und ihr unverhüllter Antisemitismus. Für mittleren Skandal sorgte schon im März 1933 Propagandaleiter der NSDAP-Ortsgruppe Santiago als er in durch Rundfunk übertragenen Rede sagte: "Jeder Deutsche ein Verbrechen gegen sein Vaterland wenn er mit einer Chilenin verheiratet und so sein mit einer inferioren Rasse mischt." (3.5) . Die chilenische Presse kommentierte diesen Ausfall lang und breit alle Dementis und Beschönigungen der Landesgruppe halfen Nicht minder beleidigende Äußerungen "gegen die Heirat mit Andersblütigen" führten im September 1937 zum des Deutschen Jugendbundes in Valdivia. Die chilenische ordnete dessen Auflösung mit der Begründung an Jugendbund betriebe politische Propaganda verteilte nationalsozialistische Schriften hätte sich durch Tragen der Uniform mit und durch den deutschen Gruß die Mißbilligung der übrigen Chilenen zugezogen". hätte Adolf Schwarzenberg der Führer des Jugendbundes Chilenen als minderwertig hingestellt und in Deutschland über Chile gesprochen". (3.6)

Der Intendent der Provinz der das des Jugendbundes durchzusetzen hatte begründete es aber damit dass die Regierung [...] wohl den mit dem chilenischen Nazismus dessen Anwachsen man möchte " identifiziert. (3.7)

MSN und NSDAP – Gegensätze

Die Weltwirtschaftskrise hatte das exportabhängige Chile nahezu an den Rand des gebracht. Mit einem groß angelegten Programm zur Sanierung der maroden Staatsfinanzen und der Minenwirtschaft wo aufgrund der Absatzschwierigkeiten die Arbeitslosigkeit verheerende Ausmaße erreicht hatte gewann Arturo die Präsidentschaftswahl von 1932. Seine rigorose Sparpolitik bald die ersten Erfolge vorzuweisen: die Auslandsschulden verringert der Export gesteigert werden und auch Arbeitslosigkeit ging deutlich zurück. Freilich trafen die steigenden Lebenshaltungskosten die zahlreichen Einkommensschwachen immerhin 70% Bevölkerung besonders hart.

Gegen die unsoziale Politik Alessandris und Finanzministers Ross schlossen sich die Oppositionsparteien - Sozialisten Kommunisten und Teile der Radikalen Partei Alessandris enger zusammen. Auch die Nacistas agitierten lautstark die Regierungspolitik bekämpften aber nach wie vor Hauptgegner die marxistischen Parteien. Nicht selten verliefen Auseinandersetzungen mit den Linken gewalttätig so im 1936 als drei Mitglieder des MSN in Auseinandersetzungen getötet wurden.

Bei der Kongreßwahl 1937 konnten die Konservativen und Liberalen trotz immer stärker werdender noch zulegen während der MNS nur drei erringen konnte. Als in der chilenischen Presse einmal Gerüchte über kriegerische Absichten Deutschlands in kursierten ging González erstmals - wohl wissend die Assoziationen die der Name seiner Bewegung weckte - auf Distanz zum deutschen Nationalsozialismus.

"Die Ausbrüche des chilenischen Nationalismus gegen die Angriffe auf die deutsche Regierung auf nationalsozialistische Partei und auf die deutsche Politik in erster Linie ein Versuch diesem Kampfe weltanschauliche Note zu verleihen die ihm die Politiker aus ihrem eigenen dürftigen Ideenschatz heraus zu geben vermögen. [...] Die Haltung des Nationalsozialismus ist zur Zeit rein agitatorisch in Maße das bei dem Führer der Bewegung erheblichen Mangel an Format und Charakter vermuten Die Bewegung macht bei jeder Gelegenheit alle Zugeständnisse an die Linke und verbeugt sich immer sich eine Gelegenheit bietet vor marxistischen aus dem Bestreben heraus einen Teil der Wählerschaft an sich zu ziehen. Infolgedessen vermeidet der chilenische Nationalsozialismus auch ängstlich sich in Form mit dem deutschen Nationalsozialismus - wenn nur ideell - zu identifizieren [...]." (3.8)

Im März 1938 sieben Monate vor Präsidentschaftswahl griff González dann NSDAP und Deutschstämmige an. Öffentlich wandte er sich gegen das des hitleristischen Gedankens in die deutschen Kolonien und kritisierte Rassedünkel und die Tendenz der der Deutschen gegenüber ihren chilenischen Mitbürgern:

"[...] es mußte erst der Hitlerismus Deutschland eingeführt werden damit die deutschen Kolonisten fremden Ländern oder sogar die Nachkommen dieser Einwanderer [...] sich plötzlich von ihren Bindungen Heimat lösten und sich allen Pflichten entbunden [...] Der größte Teil der deutschen Kolonien Chile trägt offen eine Verachtung des chilenischen zur Schau und dieser Zustand hat sich 5 Jahren bedeutend verschärft durch die hitleristische und die Ausbreitung der hitleristischen Organisation nach Ländern." (Trabajo vom 29.3.1938)

Wahlkampf 1938

Sozialisten Kommunisten und Radikale hatten mittlerweile strikte Opposition gegen die Politik Alessandris koordiniert sich bereits 1936 zur Volksfront zusammengeschlossen. Deren nach einer Nationalisierung ausländischer Konzerne einer Landreform der Kleinbauern höheren Mindestlöhnen und einer Stundung der Auslandsschulden unterstützten Nacistas wo es nur ging. Doch auf in einer möglichen Volksfrontregierung durfte González mit MNS deswegen noch nicht hoffen und so er der Volksfront die bislang keinen Kandidaten die Präsidentschaftswahlen 1938 nominiert hatte einen Mann Vertrauens vorzuschlagen - den General Carlos Ibáñez wenige Monate zuvor aus argentinischen Exil zurückgekehrt und nach wie vor mit Anhang im Militär. Der General selbst schien González' Vorschlag überrascht entschloss sich aber zu Kandidatur. Hingegen wollten sich die Linksparteien der nicht hinter Ibáñez stellen und benannten nun eigenen Kandidaten den Radikalen Pedro Aguirre Cerda. 1938 standen sich somit drei Präsidentschaftsbewerber gegenüber: Ross (Konservative und Liberale) Aguirre (Volksfront) und Ibáñez (Alianza Popular Libertadora und MNS).

Ein abenteuerlicher Vorfall im Kongress in dessen Verlauf Abgeordnete der Volksfront des MNS gleichermaßen zu 'Opfern' der Regierungsgewalt ließ Nacistas und Linke einander näher rücken. der feierlichen Kongresseröffnung am 21. Mai 1938 Präsident Alessandri vor Abgeordneten und versammeltem diplomatischem die übliche Begrüßungsansprache als Volksfrontpräsident González Videla Gepflogenheiten zum Trotz Redezeit verlangte um mit Politik Alessandris abzurechnen. Da man ihm nicht Wort erteilte verließen die Volksfrontparteien unter lautstarkem den Sitzungssaal. Bei ihrem Auszug kam es einigen Handgreiflichkeiten mit politischen Gegnern; daran beteiligt auch González von Marées der schließlich eine Pistole zog und schoss. Die Ordnungskräfte Carabineros ein und verhafteten nach zumeist wahllosen Prügeleien Abgeordnete neben dem Führer des MNS vor Politiker der Volksfront.

Wenige Tage nach der turbulenten Kongresseröffnung der MNS eine Erklärung "anläßlich des Abschlusses Abkommens über das gemeinsame parlamentarische Vorgehen aller ab. In ihr beteuerte er "feierlich daß mit dem internationalen Faszismus weder zusammenarbeite noch habe" dass seine Zielsetzung "demokratisch antikapitalistisch und sei und er zur "Einigung der politischen beitragen wolle. Diese Erklärung sandte die Deutsche in Übersetzung nach Berlin und vermerkte dazu

"Für uns ist durch die Erklärung 26. Mai ds. Js. restlos klar geworden längst schon vermutet wurde daß das nationalsozialistische sich auf den chilenischen Nazismus ebenso wenig kann wie auf die Parteien der Volksfront. Ausführungen der Erklärung über die Befreiung von ausländischen Bevormundung und ihr Abrücken vom deutschen italienischen Faszismus lassen keinerlei Zweifel mehr zu." (3.9)

Der Putsch

Am Mittag des 5. September 1938 eine Gruppe von fünfzig Männern das Gebäude Sozialversicherung . Vom Dach des Hochhauses nahmen sie in unmittelbarer Nähe gelegenen Präsidentenpalast die Moneda unter Feuer. Ein dort postierter Carabinero von ihnen erschossen. Zur gleichen Zeit drangen Bewaffnete in die Universität ein und errichteten Barrikaden. Nach verwirrendem und Her bestand schließlich Gewissheit: González' Nacistas Armee- und Carabineroeinheiten wurden alarmiert und zur der Moneda befohlen. Das Regiment Tacna stürmte Universität wo die Nacistas nach kurzem Kampf sechs ihrer Leute wurden getötet - die streckten. Als das Regiment Buin nahe der aufmarschierte stellten die Nacistas das Feuer ein empfingen die Soldaten ? in der falschen diese Truppe würden den Putsch unterstützen - Jubel. Das Regiment ging jedoch gemeinsam mit Carabineros in Stellung und beschoss das besetzte Jeder Versuch die Sozialversicherung zu stürmen scheiterte der heftigen Gegenwehr der Nacistas. Auf Befehl Alessandris und des Carabinero-Generals Arriagada schaffte man in der Universität festgenommenen Putschisten zum umkämpften damit sie ihre Kameraden zur Aufgabe überredeten. Versuch war schließlich erfolgreich nachdem die Nacistas Ausweglosigkeit ihrer Lage erkannt hatten und auch Hilfe der Armee - wie ursprünglich geplant erhoffen durften. Am Nachmittag war der bewaffnete endgültig niedergeschlagen. Doch die letzten Schüsse fielen alles vorbei war - fast sechzig Nacistas sich bereits ergeben hatten wurden von Carabineros der Sozialversicherung massakriert.

Die Hintergründe dieses so abenteuerlichen wie Putschversuches González' und seiner Nacistas sind niemals aufgedeckt worden ebenso wenig die Frage wer Befehl zur Liquidierung der gefangenen Putschisten gab. González war der Coup vom 5. September letzte Chance den Niedergang seiner Bewegung noch Unwiderruflich hatte er seine politische Zukunft und des MNS an die Person des Generals geknüpft; eine Fehlentscheidung denn diesem Präsidentschaftsbewerber für Linke ohnehin nicht akzeptabel gelang es zu Zeit eine auch nur annähernd für einen genügende Wählerunterstützung zu bekommen.

Der Aktionsplan für den Tag des sah vor dass Nacistas und Einheiten der getrennt vorgingen. Die Nacistas sollten mit ihrem auf die Sozialversicherung und die Universität Verwirrung während General Ibáñez mit ihm ergebenen Truppenteilen die Hauptstadt marschierte und die Regierung entmachtete. aller Verehrung die Ibáñez immer noch bei Offizierskameraden genoss - lehnten sie sich aber doch einen Putsch zusammen mit dem MNS So sprang Ibáñez im letzten Moment ab brachte sich am 5. September in der von San Bernardo in Sicherheit wo er selben Tage arretiert wurde. Wenige Tage nach fehlgeschlagenen Putsch stellte sich González von Marées Polizei; viele führende Nacistas darunter Carlos Keller bereits zuvor verhaftet worden.

Da sich unter den getöteten Putschisten Deutschstämmige befanden waren die deutschen Diplomaten nach bisherigen leidvollen Erfahrungen darum bemüht NSDAP und nicht wieder ins Gerede kommen zu lassen:

"Vom deutschen Standpunkt aus war anfänglich besorgen daß die Aufständischen durch ihre Bezeichnung Nationalsozialisten oder "nacistas" mit uns irgendwie in gebracht werden könnten zumal zahlreiche Volksdeutsche aktiv dem Putsch teilgenommen haben [...]. Hinzu treten halbdeutsche Abstammung des González von Marées und Verbindungen zwischen ihm und der hiesigen Organisation NSDAP. [...] [Daher] sind die hiesigen Stellen andere völkische Organisationen angewiesen worden während der Zeit sowenig wie möglich an die Öffentlichkeit treten." (3.10)

Von Schoen bestritt jede Einmischung der in die innere Politik Chiles und machte der Deutschchilenen geltend "daß die ungeheure Mehrheit Volksdeutschen zuerst vielleicht durch Namensgleichheit der chilenischen mit unserer Bewegung angezogen und getäuscht nach des wahren Wesens der 'nacistas' sich schon vor dem 5. September wieder von diesen habe". (3.11)

Der 5. September sollte erheblichen Einfluss den Ausgang der Präsidentschaftswahlen im Oktober haben. Öffentlichkeit reagierte mit Empörung und Wut auf blutige Vorgehen der Sicherheitskräfte in der Sozialversicherung das sie maßgebliche Regierungspolitiker gar den Staatspräsidenten direkt verantwortlich machte; einzelne Verhaftungen Oppositioneller und Verhängung einer Pressezensur taten ein übriges. Der Ibáñez musste auf seine Kandidatur verzichten und nun seine Anhänger auf für die Volksfront stimmen. Seinem Aufruf schlossen sich González und MNS an. Leicht gemacht wurde ihnen diese durch die Zusage Aguirres im Falle seines alle in den Umsturzversuch verwickelten Personen zu amnestieren . Die Wahl am 25. Oktober 1938 mit einer Sensation: Aguirre siegte mit einem von wenigen tausend Stimmen vor dem Konservativen Den Ausschlag hatten dabei die MNS- und gegeben.

Anfang 1939 nahm der MNS Abschied seiner Vergangenheit. Die Vanguardia Popular Socialista wie die Bewegung sich jetzt nannte mit dem internationalen Faschismus nichts mehr zu haben. Ihr alter und neuer Führer González öffentlich dass es "falsch gewesen wäre die chilenische nationalsozialistische Bewegung dem italienischen und deutschen nachzugestalten". Fortan so González sei die Doktrin Partei "antifaschistisch antiimperialistisch und klassenkämpferisch". (3.12)

Fazit

Der 5. September 1938 war noch der Umbenennung und Spaltung 1939 das unwiderrufliche des MNS. Wie all die Jahre zuvor er auch in dieser Stunde sein Heil Aktionismus der letzte Anlauf einer Bewegung die Möglichkeiten ausgereizt sah. Die politische Klientel des Faschismus war die Mittelschicht und auf deren Bedürfnisse stellte der MNS seine Propaganda ab. kleinbürgerlichen Antikapitalismus - die Angst vor dem Geld vor der in wichtigen Industriezweigen nahezu Vorherrschaft ausländischer Konzerne mit denen die einheimische Oligarchie bereitwillig paktierte - und ihr wachsendes angesichts einer erstarkenden Arbeiterbewegung artikulierte der MNS einer nationalistischen und antiimperialistischen Propaganda auf der einer antimarxistischen auf der anderen Seite.

Als alleinige Zielgruppe war die chilenische jedoch zahlenmäßig zu schwach als dass sich Nacismo zu einer Massenbewegung aufschwingen konnte. Wenn gerade unter den Deutschstämmigen einigen Rückhalt fand deshalb weil diese in ihrer übergroßen Mehrheit dem Mittelstand angehörten. Wahlen verliefen denn auch für den MNS; als bestes landesweites Ergebnis er in den Kongresswahlen 1937 3 5% Stimmen und konnte sich auf dem Höhepunkt Popularität auf etwa 20.000 Anhänger stützen. Wollte Bewegung nicht bereits wenige Jahre nach ihrer zur politischen Bedeutungslosigkeit verurteilt sein musste sie Wählergruppen erschließen und die der Linksparteien waren genug. 1937/38 begann der MNS seine Taktik ändern. Zunehmend rückte er seine antikapitalistischen und Positionen in den Vordergrund der Propaganda ohne schon dem Faschismus vollends abzuschwören. Seine gelegentlich Ausfälle gegen den 'Hitlerismus' und das Aufgreifen und politischer Forderungen der Linken ermöglichten ihm eine Annäherung an die Volksfront der - ebenso taktischen Überlegungen heraus - der MNS Zeitlang durchaus von Nutzen sein konnte.

Literatur

  1. George F.W. Young: "Jorge González von - Chief of Chilean Nacism". Jahrbuch für von Staat Wirtschaft und Gesellschaft Lateinamerikas Bd. Köln/Wien 1974 S. 309-333.
  2. Michael Potashnik: Nacismo. National Socialism in 1932-1938. University of California Los Angeles 1974
  3. PA/AA
    1. PA/AA Pol. Abt. III Pol. 29 Bd. 1; Deut. Gesandtschaft Santiago an AA
    2. PA/AA Pol. IX Pol. Chile 2 1; AA an Deut. Botschaft London 20.2.1937
    3. PA/AA Pol. IX Pol. Chile 2 1; Deut. Botschaft London an AA 7.2.1937; an Deut. Botschaft Santiago 15.2.1937; Deut. Botschaft an AA 16.2.1937; AA an Deut. Botschaft 20.2.1937
    4. PA/AA Pol. Abt. III Pol. 29 Bd. 1; Deut. Gesandtschaft Santiago an AA
    5. PA/AA Pol. Abt. III Pol. 25 Bd. 2; Deut. Gesandtschaft Santiago an AA
    6. PA/AA Pol. IX Pol. Chile 2 1; Deut. Konsulat Valdivia an Deut. Botschaft 15.9.1937
    7. PA/AA Pol. IX Pol. Chile 2 1; Deut. Konsulat Valdivia an Deut. Botschaft 15.9.1937
    8. PA/AA Pol. IX Pol. Chile 2 1; Deut. Botschaft Santiago an AA 30.8.1937
    9. PA/AA Chef AO 7; Deut. Botschaft an AA 1.6.1938
    10. PA/AA Pol. IX Pol. Chile 5 1; Deut. Botschaft Santiago an AA 13.9.1938
    11. PA/AA Pol. IX Pol. Chile 5 1; Deut. Botschaft Santiago an AA 13.9.1938
    12. PA/AA Chef AO 7; Deut. Botschaft an AA 19.1.1939
  4. PRO A 1900/506/51 Nazi activities in Brit. Botschaft Santiago an Foreign Office 2.3.1937




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